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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anerkennung einer Schwerbehinderung



Pinguin
30.04.2010, 20:59
Lieber Helmut 2, nach monatelanger Abstinenz bist Du dankenswerterweise wieder voll ins Forumsgeschehen eingestiegen und konntest wieder Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dieser (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?5712-Ich-bin-neu-hier&p=48913#post48913)Beitrag von Dir hat mich nun neugierig gemacht. Du kennst meinen Tumorverlauf. Wie könnte man denn meinen Status unter den von Dir genannten Gesichtspunkten einstufen, soll heißen, was würde eine solche Anerkennung für mich bedeuten? Anspruch auf einen Sitzplatz in einer überfüllten Straßenbahn? Bevorzugte Abfertigung beim Einchecken am Flughafen oder sogar steuerliche Aspekte? Bitte, mach mich mal kundig.

Heribert
01.05.2010, 12:44
Lieber Harald,

Da brauchst Du nicht lange auf Helmuts Antwort zu warten. Entscheidend für die Beurteilung ist der Status bei Antragstellung bzw. bei Verschlimmerungsantragstellung. Da sich Dein Tumor in Remission befindet, werden sich daraus im Moment nicht einmal mehr 30 v.Hd ergeben.
Siehe Anhaltspunkte (http://anhaltspunkte.vsbinfo.de/) für die ärztliche Gutachtertätigkeit -Ausgabe 2008- Im Besonderen hier... (http://anhaltspunkte.vsbinfo.de/nr/26/26.13.htm)

Herzliche Grüße
Heribert

BERNET
01.05.2010, 12:54
Hallo Hutschi,

wenn du dem Amt einen


Malignen Prostatatumor ohne Notwendigkeit einer Behandlung


nachweisen kannst, wird man dir einen GdS von 50% attestieren.
Das sind z. B. jährlich 570 € pauschaler Steuerfreibetrag, der nicht der zumutbaren Belastung bei den außergewöhnlichen Belastungen unterworfen wird.

Ich unterstelle dir einmal, dass du von deinen Ruhestandseinkünften Steuern zahlen musst.

Somit hast du gemäß deinem persönlichen Spitzensteuersatz eine individuelle Steuerersparnis, die man für die eine oder andere gute Flasche Rotwein investieren kann.

Bei uns ist die Sonne leider seit einer Stunde verschwunden, und die Temperatur liegt nur noch bei 13 Grad im Schatten.

Aber das macht nichts, weil wir einen Grund zum feiern haben, wie immer am 1. Mai:
Unser ältester Sohn wird heute 26 Jahre alt.

Schönen Maifeiertag noch.

<table style="width: 96%;"><tbody><tr><td style="width: 85%;" colspan="2">
</td><td style="width: 15%;" class="style4" valign="bottom">
</td></tr><tr><td style="width: 5%;">
</td><td style="width: 80%;">
</td></tr></tbody></table>

Pinguin
01.05.2010, 14:07
Ach herrje/herrjemine

Lieber Heribert, natürlich habe ich nie ernsthaft in Erwägung gezogen, bei der hiesigen Gemeindeverwaltung irgendeinen Antrag zur evtl. Beihilfe wegen einer irgendwie gearteten Behinderung zu stellen. Wie oben erwähnt, handelt es sich um reinen, von Neugierde getriebenen Wissensdurst. Als ich noch beruflich manches Jahr mehr als 100 000 Kilometer im Auto abspulte, besaß ich noch zusätzliche Unfallversicherungen, die in ihren Verträgen für die einzelnen wichtigen Gliedmaßen etc. auch prozentuale Entschädigungen gestaffelt aufführten. Das Schicksal hatte mich auch damals schon davor bewahrt, das jemals in Anspruch nehmen zu müssen. Ich bin tatsächlich bislang noch nie auf den Gedanken gekommen, mich wegen meines Prostatakrebses als behindert einstufen zu lassen. Um ehrlich zu sein, habe ich mich auch tatsächlich trotz der Schwindelanfälle, verursacht durch die Hormonblockade, der Proktitis, verursacht durch die Biopsie und der möglicherweise noch zu erwartenden Rezidiv-Probleme nie als Behinderter empfunden. Nicht mal den Tod gibt es umsonst, wie die Hinterbliebenen noch werden feststellen müssen. Jetzt aber möchte ich noch jeden Gedanken verdrängen, der mich in die Nähe einer echten Behinderung führt. Ich will es einfach nicht wahrhaben.

Wenn ich mir die endlosen Erläuterungen, die in Deinen Links enthalten sind, zu Gemüte führen würde, käme ich schnell zu der Festellung aus diesem Zitat:

"Die Fantasie trainiert man am besten durch juristische Studien. Kein Dichter hat jemals die Natur so frei ausgelegt wie Juristen die Gesetze"
(Jean Giraudoux)

Beste Grüße aus der Pfalz bei einem Spargelgericht mit einem Pfälzer Riesling sende ich Dir, lieber Heribert, nach Düsseldorf.

P.S.: Eben lese ich noch die Einlassungen von Frank, die den Nagel, was mich und meine zu versteuernde kleine Rente anbelangt, voll auf den Kopf trifft. Also, Frank, auch noch auf Dein Wohl und das Deines Sohnes zum heutigen Geburtstag.

"Ehrlichkeit ist gegenüber dem Feind ein Kann, gegenüber dem Freund ein Soll, gegenüber sich selbst ein Muss"
(Philip Rosenthal)

Helmut.2
01.05.2010, 14:42
Grüß Dich Harald,

es ist so wie Heribert geschrieben hat, vorausgesetzt Du hast keine anderen körperlichen Gebrechen aber, wenn der PSA wieder ansteigen sollte, könntest Du einen Antrag stellen und 50 % würden reichen zum erstellen eines Schwerbehindertenausweis ausgestellt zu bekommen. Steuerlich würde es Dir nicht viel bringen und erst wenn ein aG Eintrag vorliegt hat man diese Vorteile die Du schon erwähntest!

Z.B. schon bei einer schweren Polyneuropathie kann man diesen Eintrag bekommen! -Lieber nicht-
Alles Gute Harald und Andere
Helmut

Pierrot
01.05.2010, 14:55
Da staune ich als Schweizer Steuerzahler!!

Welch andere kuriosen Steuerabzugsmöglichkeiten kennt Ihr in Deutschland nocht?? :)

Gruss
Pierrot

Heribert
01.05.2010, 15:44
Ja, lieber Pierrot,

auch wenn wir bei einer erheblichen Demontage angelangt sind, ein Sozialstaat sind wir immer noch. Das hängt aber sehr eng mit unserem Gesundheitssystem zusammen.
Steuerabzugsmöglichkeiten gibt es eine ganze Reihe. Für Arbeitnehmer sind sie allerdings sehr stark begrenzt, wie z.B. Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder Ausgaben für die sozialen Sicherungssysteme.
Und es gibt bei uns ein sehr großes Feld der Doppelbesteuerung, welches in der Schweiz anders geregelt ist.

Gruß Heribert