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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : OP oder Bestrahlung



nickknaterton
21.08.2006, 17:03
Wer kann mir Raten
Nach meinem PSA Wert (20) kommen gem. meinem Urologen nur noch Total OP oder Externe Bestrahlung in Frage, nachdem ich eigentlich auf Brachy oder Hifu gesetzt habe.
Bei mir stellt sich die Frage welche Therapie ist für "Nachher" (Hauptsächlich Inkontinenz) besser zu Empfeheln.

Bin für jeden Rat Dankbar
nickknaterton

OliverB
21.08.2006, 23:11
Lieber Nickknaterton,

es gibt hier im Forum viele erfahrene Teilnehmer, die Dich bestimmt gut beraten können, aber das geht nur, wenn Du alle Erkenntnisse zu Deinem Befund ins Forum stellst (Ergebnis der Biopsie, PSA-Verlauf, Gleason-Score und sonstige Erkenntnisse).

Zur RPE (OP) oder Strahlentherapie kann man ganz allgemein sagen, dass dies kurative Therapieansätze sind, die eine vollständige Heilung zum Ziel haben; deshalb ist die Ausgangsdiagnose so wichtig, um einzuschätzen, ob die prognostizierten Heilungschancen in einem vernünftigen Verhältnis zu den doch recht schwerwiegenden Eingriffen stehen. Eine erfolgreiche RPE hängt wohl zu einem beträchtlichen Teil davon ab, dass man einen erfahrenen Operateur und ein professionelles Team hat.

Nach der OP haben erstmal fast alle Patienten für eine Übergangszeit mehr oder weniger mit Inkontinenzproblemen zu kämpfen (ich kenne das aus eigener Erfahrung), aber wenn gut operiert wurde, erlangen die meisten Patienten ihre Kontinenz nach einigen Wochen, oder manchmal auch erst nach Monaten, zurück. Bei jüngeren Patienten sind die Erfolgsaussichten wohl am besten, das Risiko, inkontinent zu bleiben soll unter 10% liegen.

Dies soll erstmal als erste Reaktion auf Deinen Beitrag genügen und Dich ermuntern, den Dialog mit den Forumsteilnehmern zu suchen. Ich habe mich vor meiner Therapieentscheidung vor einem guten halben Jahr auch in diesem Forum Rat geholt und dies nicht bereut. Dir wünsche ich eine für Dich richtige Therapie-Entscheidung eine dicke Portion Glück bei allem was Dir noch bevorsteht.

Gruss Oliver aus Berlin<O:p</O:p

Hans-W.
22.08.2006, 10:33
Hallo Nick,
Wie Oliver schon erwähnt hat, fehlen wichtige Daten, die für eine Beurteilung kritisch sind z.B. (Alter, Gleason x+x=y ,T-1/2/3/4 , G-1/2/3 , M-0/1... ). Wenn der Tumor die Prostata bereits verlassen hat und andere Bereiche infiltriert hat, was bei PSA 20 durchaus möglich ist, sind RPE (Radikale Prostata Extirpation), Brachy, Hifu ev. die falsche Behandlung. Ich will dir keine Angst einjagen, aber bevor du dich entscheidest, dich ev. umsonst unters Messer zu legen solltest du mindestens eine zweite Meinung eines anderen Urologen einholen nachdem du alle Fakten für eine Beurteilung zusammen hast. Die Frage von "Nachher" ergibt sich dann fast von alleine.
Alles Gute,
Hans-W.

nickknaterton
23.08.2006, 18:32
Besten Dank allen die mir mit Rat beistehen
Ich habe mit meinem Arzt über Daten gesprochen doch der meinte das sei unwichtig
Ich war Heute zum MRI und CT beide sind frei von Ablegern nach dem Röntgenarzt

nickknaterton

Hans-W.
23.08.2006, 19:56
Hallo Nick,
Ich kann es nicht fassen! Dein Arzt sagt, die genannten Daten seien unwichtig? Dein Vertrauen möchte ich haben. Kannst du die Daten mal hier einsetzen, die so unwichtig sind? Irgendwas ist faul an der Sache, entweder bist du so naiv oder du hast etwas falsch verstanden. Dein Arzt hört sich an wie einer der schwarzen Schafe, die ihren OP Plan vollbekommen möchten, egal wie, wenn das stimmt, was du sagst. Sorry, ich nehme dir das so nicht ab.
Hans-W.

OliverB
23.08.2006, 20:51
Lieber Nick,

die von Deinem Urologen als unwichtig erachteten Befunde sind außerordentlich entscheidungserheblich bei der Abwägung der Therapieoptionen.

Eine seriöse Therapie erfolgt stadienabhängig (TNM-Klassifikation) und kriterienorientiert - je nachdem, ob ein lokal begrenzter, ein lokal fortgeschrittener oder ein metastasierter Tumor vorliegt, unter Berücksichtigung von Gleason-Score und PSA-Wert.

Als Behandlungsoptionen stehen Varianten der radikalen Prostatektomie, der externen Strahlentherapie, der Brachytherapie sowie Hormontherapie, oder aber "watchful waiting" (kontrolliertes Zuwarten) zur Verfügung.

Ich selbst habe nur unmittelbare Erfahrungen mit der radikalen Prostatektomie, die ich persönlich - sofern nach Risikoabwägung möglich - für die vernünftigste Therapieoption bei jüngeren Betroffenen (unter 60 Jahre) halte. Zu den anderen Therapieansätzen können Dir eine Reihe anderer Forumsteilnehmer sehr qualifizierte Auskünfte geben.

Ein solcher Dialog ist aber ohne jedwede Befunde schlichtweg unmöglich oder aber wenig sinnhaft. Gib Dir bitte im ureigenen Interesse einen Ruck und besorge Deine Befunde, so wie Hans-W Dir das genau aufgeschrieben hat, oder aber wechsele den Urologen und lasse die Befunde neu erheben.

Ich hoffe, ich konnte Dir die Gemengelage einigermaßen verständlich machen und wünsche Dir alles, was da auf Dich zukommt, viel Glück und eine dicke Portion Zuversicht - es wird schon ;-)))

Gruß Oliver