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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Pa hat einen PSA von 23 / 16



anastasia
24.08.2006, 21:49
Hallo,

ich bin hier, weil ich Rat für meinen Vater, 82 Jahre, suche. Er hatte vor einiger Zeit einen PSA von 23. Jetzt wurde der PSA erneut bestimmt und war immerhin wieder bei 16.

Mein Vater ist gesundheitlich ca. wie ein 60jähriger anzusiedeln. Herz, Blutdruck, alles bestens in Ordnung. Er war zeitlebens Sportler und fährt täglich immer noch mehrere Stunden Fahrrad.

Vor einer Biopsie schreckt er zurück wegen der Risiken. Nun fand ich diesen Diapat-Test im Internet, der sogar noch sicherer feststellen soll, ob ein Krebs vorliegt. Hat jemand damit schon einmal Erfahrungen gemacht? Ist er als vollwertiger Ersatz für eine Biopsie anzusehen? Immerhin ist er nicht ganz billig.

Was ratet ihr mir bzw. ihm? Wie sollen wir auch sonst weiter vorgehen?

Bin für jede Antwort dankbar!
Anastasia

anastasia
26.08.2006, 14:09
Hallo,

noch einmal ich. Ich habe mich jetzt bereits mehr in das Thema eingelesen und mich auch zum Teil durch die hier angebotenen, prima Erstinformationen gearbeitet. Nun bin ich aber durch die Fülle der Informationen etwas verwirrt und bitte euch Erfahrene, mir behilflich zu sein, beim Sortieren und ob ich alles so richtig verstanden habe.

So weit ich das verstanden habe, ist es wichtig, möglichst genau abzuklären, wie die Situation ist, um die Entscheidung der Therapiewahl treffen zu können.

Weil bei meinem Pa noch keine Biopsie stattgefunden hat, wäre dann ANNA in Flensburg das Verfahren der Wahl? Oder wäre auch eine PET/CT zu empfehlen?

Vermutlich scheiden bei seinem hohen Alter (82 Jahre) und dem hohen PSA-Wert 23 bzw. 16 wahrscheinlich sowieso schon einige Therapien wie z.B. die RPE aus? Ist es dann noch relevant, den genauen Grad der Erkrankung festzustellen, weil vielleicht sowieso nur die Hormonblockade in Frage kommt? Oder wäre Bestrahlung bzw. Chemo auch eine Therapie der Wahl unter diesen Vorbedingungen?

Ist es vielleicht auch möglich, dass gar kein Krebs vorliegt, bei so hohen Werten?

Und noch einmal meine Frage, wäre ein DiaPat-Test im Vorfeld sinnvoll oder rausgeschmissenes Geld?

Seufz! Ich bin so durcheinander und mache mir so Sorgen um meinen Pa, weil er sonst wirklich noch sehr fit ist. Und ich fürchte, dass zu viel wertvolle Zeit verstreicht, falls er vielleicht doch eher eine aggressive Variante haben könnte.

Liebe Grüße
Anastasia

ebachstelze
26.08.2006, 14:45
grüsse dich ana

habe gerade gelessen ,das du aus flensburg kommst ,ich wohne auch in flensburg mein mann hat auch prosttakarzinom seine wirte liegen bei 200 und seine knochen sind voll mit metas. er hat sehr viele schmerzen hat schon zeimal eine schmerztherapie mitgemacht ,und nix hilft ,er bekommt auch einmal im monat zometa und einmal in der wocheeine chemo sie heisst docetaxel taxotere bist jetzt hift das auch nicht.ich bin sehr traurig,morphin bekommt er auch und so viele tapleten, ihn ist so schlecht von allem ,essen will er auch nicht mehr so richtig. gruss ebachstelze

RalfDm
26.08.2006, 14:47
Hallo Anastasia,

in Deinem ersten Bericht fiel mir der folgende Satz auf:



Er war zeitlebens Sportler und fährt täglich immer noch mehrere Stunden Fahrrad.


Radfahren treibt durch den Druck des Sattels auf die Prostata PSA ins Blut. Bevor ihm Blut abgenommen wird, sollte Dein Vater mindestens zwei Tage lang nicht auf dem Fahrrad gesessen haben. Allerdings würde das Radfahren allein wohl noch keinen PSA-Wert um die 20 ng/ml erklären. Bei einem 82-jährigen Mann wäre ein Wert von 6,5 ng/ml noch im Normalbereich. Bei Krebs geht das PSA jedenfalls nicht freiwillig zurück, so wie Du es schilderst.
Mit dem DiaPat-Test haben wir so gut wie keine Erfahrung. Auf der Homepage des Herstellers (www.diapat.de) gibt es einen Link zu einem Forum mit derzeit drei Einträgen (http://www.proteomiques.com/DiaPat-Forum/board/board.php?boardid=9&sid=ddfd03211d454199389a083e9009f434), was nun nicht überwältigend viel ist. Der Test kostet 443,- €, was kein Pappenstiel ist und was sicher keine Krankenkasse übernimmt, und er kann eine Biopsie nicht ersetzen. Eine ANNA-Untersuchung kostete vor einem Jahr bis zu 360,- €. Wenn Flensburg nicht zu weit für Deinen Pa ist, dann sollte er sich wirklich überlegen, dort eine Biopsie machen zu lassen, treffsicherer als Dr. Loch ist in Deutschland wohl keiner. Nur eine Biopsie kann letzte Sicherheit darüber geben, ob ein Krebs vorliegt, und auch nur sie kann durch die Gleason-Summe eine Aussage darüber machen, wie aggressiv der etwaige Krebs ist.

Ralf

anastasia
26.08.2006, 14:58
Lieber Ralf,


vielen Dank für deine Antwort!
Radfahren treibt durch den Druck des Sattels auf die Prostata PSA ins Blut. Bevor ihm Blut abgenommen wird, sollte Dein Vater mindestens zwei Tage lang nicht auf dem Fahrrad gesessen haben.

Das habe ich bereits irgendwo gelesen, deshalb hat er vor dem zweiten PSA-Test auch das Radfahren eingestellt. Aber da war er immer noch bei 16!
Bei Krebs geht das PSA jedenfalls nicht freiwillig zurück, so wie Du es schilderst.

Das macht ja schon einmal Mut! Danke! Was kann denn sonst noch Ursache für so einen hohen PSA-Wert sein?

Muss noch ergänzen, dass er keine Beschwerden mit der Prostata hat, also keine signifikante Vergrößerung vorliegt.


Dann muss ich mich wohl einmal schlau machen, wie und wo wir Dr. Loch erreichen.

Nochmals vielen Dank
Anastasia

ebachstelze
26.08.2006, 15:00
grüsse dich ana

habe gerade gelessen ,das du aus flensburg kommst ,ich wohne auch in flensburg mein mann hat auch prosttakarzinom seine wirte liegen bei 200 und seine knochen sind voll mit metas. er hat sehr viele schmerzen hat schon zeimal eine schmerztherapie mitgemacht ,und nix hilft ,er bekommt auch einmal im monat zometa und einmal in der wocheeine chemo sie heisst docetaxel taxotere bist jetzt hift das auch nicht.ich bin sehr traurig,morphin bekommt er auch und so viele tapleten, ihn ist so schlecht von allem ,essen will er auch nicht mehr so richtig. gruss ebachstelze ana ich habe es falsch verstanden ,du kommst ja garnicht aus flensburg .ich schreibe mal die wirte von mein mann hier rein gleason-score 4+5=9 tumorstadium txnxm1 oss:g3

anastasia
26.08.2006, 15:02
Liebe Ebachstelze,

es tut mir so leid, was du da über deinen Mann schreibst! Ich wünsche ihm möglichst viel Schmerzfreiheit und euch beiden gaaanz viel Kraft!

Ich komme aber nicht aus Flensburg. Ich sprach nur von einer Untersuchung, die man dort machen lassen kann. Ich befinde mich zwischen Hamburg und Hannover.

Liebe Grüße
Anastasia

RalfDm
26.08.2006, 19:06
Was kann denn sonst noch Ursache für so einen hohen PSA-Wert sein?
Hallo Anastasia,

die üblichen Ursachen für hohe PSA-Werte sind eine gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH), eine Prostataentzündung (Prostatitis), entweder durch Bakterien verursacht, was mit Antibiotika behandelt werden kann, oder nicht-bakteriell, und dann schwieriger zu behandeln, und eben Prostatakrebs. Mann kann auch alle drei gleichzeitig haben. Die ersten beiden (harmlosen) Ursachen müssen nicht unbedingt ausscheiden, wenn Dein Pa keine Beschwerden hat, es muss halt auf alles untersucht werden.


Dann muss ich mich wohl einmal schlau machen, wie und wo wir Dr. Loch erreichen.
In der Klinik für Urologie der Diakonissenanstalt (DIAKO) Flensburg. Termine können unter 0461-812-1400 (Fr. Claussen o. Rudolph) angemeldet werden.
Ich drücke Deinem Pa die Daumen, dass Dr. Loch nichts Ernstliches findet, dann ist auch mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts da.

Ralf

anastasia
27.08.2006, 12:18
Hallo Ralf,

danke für die Info über Flensburg! Habe ich mir sofort notiert.

Für den hohen PSA-Wert käme dann wohl außer Krebs nur eine Entzündung in Frage. Denn vegrößert ist die Prostata bei ihm fast gar nicht.

Gibt es da nicht Möglichkeiten, das über Blutwerte noch abklären zu lassen? Entzündungswerte, Krebsmarker oder Ähnliches?

Liebe Grüße
Anastasia

anastasia
27.08.2006, 12:18
Hallo Ralf,

danke für die Info über Flensburg! Habe ich mir sofort notiert.

Für den hohen PSA-Wert käme dann wohl außer Krebs nur eine Entzündung in Frage. Denn vegrößert ist die Prostata bei ihm fast gar nicht.

Gibt es da nicht Möglichkeiten, das über Blutwerte noch abklären zu lassen? Entzündungswerte, Krebsmarker oder Ähnliches?

Liebe Grüße
Anastasia

anastasia
28.08.2006, 12:14
Hallo,

nun habe ich gleich heute in Flensburg angerufen, um einen ANNA-Termin bei Dr. Loch für meinen Vater zu machen. Dort hatte man erst im Februar 2007 einen Termin für ihn!

Ist das nicht zu viel wertvolle Zeit, die bis dahin verstreicht? Wenn es tatsächlich Ca ist, ist dann die Gefahr nicht zu groß, dass er in der Zwischenzeit anfängt zu streuen?

Mir wurde netterweise noch Dr. Schulenburg in Celle empfohlen. Ich hatte ihn für die Beratung und Therapie in Betracht gezogen, aber ist er auch geeignet, um schneller an ein aussagekräftiges Ergebnis zu kommen? Er kann doch sicher auch nur die "Lotterie"-Biopsie machen, weil ihm das ANNA-Verfahren nicht zur Verfügung steht?

Ziemlich ratlose Grüße
Anastasia