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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geschäftsbericht des BPS fuer das Jahr 2009



Reinardo
27.11.2010, 19:05
Hallo:-

Der BPS verweist auf seiner Homepage auf seinen Geschaeftsbericht fuer das Jahr 2009, wo jeder Interessierte ihn nachlesen kann. Es ist gute demokratische Praxis, dass solche Berichte eine Wuerdigung erfahren. Im Hinblick auf fehlendes Insider-Wissen muss mein Kommentar sich notwendigerweise darauf beschraenken, was in diesem Bericht zu lesen ist, hoffend, dass ein Mitglied des Verbandes dieses ergaenzt und Fehlinterpretationen korrigiert.

Mein erster Eindruck von dem Bericht ist der einer imposanten Darstellung der Aktivitaeten des Verbandes und der Bedeutung seiner Existenz. Mein zweiter Eindruck ist der einer grossen Harmonie mit den die Krebsdiagnostik und Krebstherapie bestimmenden gesundheitspolitischen Kraeften. In krassem Gegensatz hierzu stehen allerdings die Erfahrungen, die ich selbst in urologischen Praxen gemacht habe, meine Beobachtungen und in jahrelanger Beschaeftigung mit der Thematik mir erarbeiteten Erkenntnisse. Die beste aller medizinischen Welten ist die Urologie wahrhaftig nicht, und da fehlt mir in dem Bericht jede Kritik, ja, jede Andeutung einer Kritik.

Beeindruckend die Liste der Teilnahme an allen moeglichen Kongressen, Tagungen, Seminaren usw. Aber wo finde ich Hinweise ueber die hierbei erreichten Erkenntnisgewinne fuer die Gemeinschaft der Erkrankten?

Es wird aufgefuehrt eine grosse Anzahl wissenschaftlicher Beiraete, wobei es sich im Wesentlichen um Chefaerzte grosser Kliniken handelt. Hier und auch im Bereich der Pathologie vermerke ich eine gewisse Einseitigkeit. Wozu braucht der Verband diese grosse Anzahl wissenschaftlicher Berater, waerend man im juristischen Bereich mit 1 Person auskommt?

Der Grossteil der Finanzierung des Verbandes kommt von einer Zuwendung von 790.000 Euro seitens der Deutschen Krebshilfe. Das ist ein enormer Geldbetrag und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, dass es sich hiernbei um Gelder handelt, die von einer Vielzahl von Privatpersonen mit idealistischer Motivierung gespendet wurden in der Erwartung, dass ihre Spenden unmittelbar Erkrankten zukommen oder in Forschungsprojekte fliessen wuerden, von denen Krebskranke mittelbar einen Nutzen haben. An die Mittelverwendung sind also hoechste Anforderungen zu stellen.

Waehrend die Mittelherkunft ausreichend detailliert ist, verbleiben im Geschaeftsbericht die Angaben zur Mittelverwendung leider im Abstrakten und werden auch nur prozentual angegeben. Was ist denn "Verbands- und Gremienarbeit" oder "Gruppen- und Landesverbaende"? Wer hat diese Gelder denn wirklich bekommen, und unter welchen Auflagen und Kontrollen?

Betriebswirtschaftlich gesehen ist die Finanzierung des Verbandes fragil. Bei einem Entzug der Foerdergelder seitens der Deutschen Krebshilfe, auch schon bei groesserer Kuerzung muessten die Aktivitaeten des Verbandes drastisch gekuerzt oder eingestellt werden. Verbandspolitisch zwingt diese Abhaengigkeit zur Anpassung an bestehende Strukturen und erklaert auch die Veraenderungen, die wir in den letzten Jahren beim Verband feststellen mussten.

Reinardo

RalfDm
28.11.2010, 11:31
Hallo Reinardo,



Mein zweiter Eindruck ist der einer grossen Harmonie mit den die Krebsdiagnostik und Krebstherapie bestimmenden gesundheitspolitischen Kraeften. In krassem Gegensatz hierzu stehen allerdings die Erfahrungen, die ich selbst in urologischen Praxen gemacht habe, meine Beobachtungen und in jahrelanger Beschaeftigung mit der Thematik mir erarbeiteten Erkenntnisse. Die beste aller medizinischen Welten ist die Urologie wahrhaftig nicht, und da fehlt mir in dem Bericht jede Kritik, ja, jede Andeutung einer Kritik.
Mit permanenter Konfrontation würden wir nicht weiterkommen. Es ist mir daneben vollkommen unklar, was Du erwartest. Im Geschäftsbericht geht es um die Aktivitäten des Bundesvorstands, der Überregionalen Organisationen (Landes- und Regionalverbände) und der Selbsthilfegruppen sowie die Herkunft und den Verbleib von Geldern. Das ist kein Ort, um die noch bestehenden und durchaus bekannten Defizite in der medizinischen Versorgung von Männern mit Prostatakrebs anzuprangern. Welche Gespräche auf den zahlreichen besuchten Kongressen usw. mit den Ärzten geführt wurden, entzieht sich zwangsläufig Deiner Kenntnis und damit Beurteilung.

Beeindruckend die Liste der Teilnahme an allen moeglichen Kongressen, Tagungen, Seminaren usw. Aber wo finde ich Hinweise ueber die hierbei erreichten Erkenntnisgewinne fuer die Gemeinschaft der Erkrankten?
Auch hier entzieht es sich meiner Vorstellungskraft, was Du erwartest. Möchtest Du ein dickes Buch vor Dir haben, in dem aufgelistet ist, welche Kongresse, Tagunge, Seminare usw. zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2009 von wem besucht wurden und welche Erkenntnisse der oder die Betreffenden jeweils daraus gewannen? Da gäbe es viel zu schreiben, alles ehrenamtlich und in der Freizeit natürlich, damit Reinardo nicht über ein Informationsdefizit klagen muss.
Seminare werden vom BPS ausgerichtet, um SHG-Leiter zu allen möglichen medizinischen und administrativen Themen fortzubilden und ihnen ihre ehrenamtliche Beratungs- und Verwaltungstätigkeit überhaupt erst zu ermöglichen.
Medizinische Kongresse und Tagungen besucht man als SHG-Leiter, Vorstandsmitglied und/oder Hotline-Berater, um frühzeitig von neuen Entwicklungen in Diagnostik und Therapie zu erfahren und ggf. Kontakte zu Ärzten und Firmen zu knüpfen.

Der Grossteil der Finanzierung des Verbandes kommt von einer Zuwendung von 790.000 Euro seitens der Deutschen Krebshilfe. Das ist ein enormer Geldbetrag und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, dass es sich hiernbei um Gelder handelt, die von einer Vielzahl von Privatpersonen mit idealistischer Motivierung gespendet wurden in der Erwartung, dass ihre Spenden unmittelbar Erkrankten zukommen oder in Forschungsprojekte fliessen wuerden, von denen Krebskranke mittelbar einen Nutzen haben. An die Mittelverwendung sind also hoechste Anforderungen zu stellen.
Du kannst davon ausgehen, dass der Geldgeber (die DKH) und der Geldempfänger (der BPS, vertreten duch seinen Bundesvorstand) sich der Herkunft der Mittel sehr wohl bewusst sind. Wenn Du glaubst, dass die DKH mal eben 790.000 € überweist und sich dann nicht mehr darum kümmert, was mit dem Geld geschieht, dann liegst Du sehr daneben. Auch das für den BPS zuständige Finanzamt hat ein waches Auge auf den Mittelverbleib, Stichwort "Gemeinnützigkeit".

Waehrend die Mittelherkunft ausreichend detailliert ist, verbleiben im Geschaeftsbericht die Angaben zur Mittelverwendung leider im Abstrakten und werden auch nur prozentual angegeben. Was ist denn "Verbands- und Gremienarbeit" oder "Gruppen- und Landesverbaende"? Wer hat diese Gelder denn wirklich bekommen, und unter welchen Auflagen und Kontrollen?
Es gibt einen einfachen Weg, dies zu erfahren: Gründe eine Selbsthilfegruppe und besuche die einmal jährlich vom BPS ausgerichteten Mitgliederversammlungen (allein dafür gehen jeweils ca. 70.000 € drauf). Dort berichtet der Vorstand detailliert über den Verbleib der Gelder im vergangenen Jahr und zur Finanzplanung für das kommende Jahr. Davon abgesehen ist es mir rätselhaft, woraus, außer aus Deiner Neugier, Du den Anspruch ableitest, solche Detailinformationen zu erhalten.

Betriebswirtschaftlich gesehen ist die Finanzierung des Verbandes fragil. Bei einem Entzug der Foerdergelder seitens der Deutschen Krebshilfe, auch schon bei groesserer Kuerzung muessten die Aktivitaeten des Verbandes drastisch gekuerzt oder eingestellt werden. Verbandspolitisch zwingt diese Abhaengigkeit zur Anpassung an bestehende Strukturen und erklaert auch die Veraenderungen, die wir in den letzten Jahren beim Verband feststellen mussten.
Ich weiß nicht, welche Veränderungen Du in letzten Jahren gezwungen warst festzustellen. Der BPS ist keine statische Veranstaltung, Veränderungen auf allen Ebenen sind der Normalfall. Die finanzielle Abhängigkeit von der DKH ist allen Beteiligten bewusst. Dafür nimmt der BPS keinerlei Sponsoring von der Pharma-Industrie mehr. Was die Krankenkassen, die ja die Gelder der Versicherten verwalten, großzügigerweise dem BPS zukommen lassen, einer politischen Vertretung dieser Versicherten, ist ein Tropfen auf den heißen Stein.
Der BPS ist für zündende Vorschläge sehr dankbar, woher er die Mittel für seine Arbeit bekommen soll, ohne in finanzielle oder politische Abhängigkeiten von irgendjemandem zu geraten.

Ralf

gerhard29
28.11.2010, 16:13
Zu der Sache nur so viel:

Es gibt auch Leute, die grundsätzlich an allem was auszusetzen haben, an allem etwas Negatives sehen. Hier wäre vielleicht angebracht, sich mal selbst an die Brust zu klopfen und seinen eigenen Gedankengang etwas positiver zu gestalten.

Übrigens hab ich mich selbst nach 1 1/2 jahren aus dem tiefsten Loch gezogen, und sehe viele Dinge im Leben wieder positiv und kann mich auch an kleinen Dingen erfreuen! Immer dran denken, mit kleinen Dingen fängt es an..

So, und ab Dienstag gehts für 3 Wochen in die Reha nach Durbach. Ich sehe das mehr als positiv...

Tschüss und viele Grüße

Gerhard