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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neue Behandlungsoption bei Blasenfunktionsstörungen ?



HWLPORTA
28.08.2006, 17:28
Liebe Mitstreiter,

Unter den verschiedenen Formen der Blasenfunktionsstörungen ist die sogenannte Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (DSD) offenbar weniger bekannt. Dabei ist das Zusammenspiel der Blasenaustreibungsmuskulatur (Detrusor) mit dem Mechanismus des Harnröhrenverschlusses (Sphinkter) gestört. Denn der Sphinkter wird bei Blasendruck nicht oder nicht genügend entspannt und dadurch ist die Entleerung der Blase unvollständig. Ergebnis ist u.a. ein höheres Restharnvolumen mit Infektionsgefahr (Blaseninfekt) und gefährlichen Folgeescheinungen. Die medikamentöse Behandlung wird durch langfristige Einnahme von Terazosin, Avodart, Ibuprofen und Spasmex versucht, im schlimmsten Fall ist eine intermittierenden Selbstkatheterisierung erforderlich.

In einer Veröffentlichung von European Urology 2004;45(4)51-520 wird über eine neue medikamentöse Behandlung der DSD als mögliche Therapieoption berichtet, in diesem Fall speziell für wirbelsäulengeschädigte Patienten. Titel: "Reitz, A. et al., Oral Nitric Oxide Donors: A New Pharmacological Approach to Detrusor Dyssynergia in Spinal Cord Injured Patients ?"

Es ergeben sich folgende Fragen, die der eine oder der andere der Mitstreiter (oder fs ?) vielleicht beantworten kann:

- Wird das Verfahren schon von einem Betroffenen eingesetzt ?
- Hat das hier eingesetzte Isosorbiddinitrat als Stickstoffmonoxid- (NO)-Donator einen negativen Einfluß auf das Wachstum des PCa ?
- Ist das Verfahren auch bei Betroffenen ohne Wirbelsäulenschaden anwendbar ?
- Besteht Interesse, daß die vollständige Veröffentlichung beschafft wird ?
- Besteht Interesse, daß wegen möglicher Erfahrungen nach 2004, Nebenwirkungen o.dgl. direkt mit dem Leiter des Projektes Kontakt aufgenommen wird ?

Nachfolgend eine Kurzfassung der Ergebnisse:

< Durch orale Gabe von Stickstoffmonoxid(NO)-Donatoren kann eine obstruktive Blasenentleerungsstörung auf Grund einer Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie signifikant vermindert werden. Wie die Neuro-Urologen der Universität Zürich um Dr.André Reitz in der Aprilausgabe von European Urology darlegen, deutet dies auf eine Beteiligung von Stickoxiden an der inhibitorischen Neurotransmission zum urethralen Sphinkter und eröffnet neue Therapieoptionen.

Die Arbeitsgruppe untersuchte bei zwölf männlichen Querschnittsgelähmten mit neurogener Detrusor-Überaktivität oder Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (DSD) nach Gabe von Isosorbiddinitrat eine Reihe von zystometrischen Parametern während der Blasenfüllung. Dabei wurden die Werte jeweils 15 Minuten vor und 15 Minuten nach Applikation von 10 mg des Wirkstoffes unter der Zunge gemessen. Es konnte festgestellt werden, daß das Stickstoffmonoxid (NO) den äußeren urethalen Sphinkterdruck sowohl in Ruhe als auch während der (dyssynergeischen) Kontraktion signifikant vermindert. Dabei bleibt der Blasendruck in Ruhe und während der Kontraktion der Blase sowie das Reflexvolumen unverändert.>

Freundliche Grüße
HWL