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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Operation oder Bestrahlung bei Knochenmetastase?



A. Frosch
31.08.2006, 10:20
Hallo Forumsmitglieder,

ich benötige Eure Hilfe und Erfahrung.
Ich bin 63 Jahre alt und wurde im Juni 06 mit Totaloperation Prostatakarzinom operiert. Vor der Operation war der PSA-Wert 19, nach der Operation 9,8 und jetzt, 2 Monate später 11,1. Ich war daraufhin zur PET-CT in Ulm. Dort wurde festgestellt, dass ich im linken Sitzbeinknochen eine Metastase von ca. 1cm Durchmesser habe. Sonst ist das Skelett und die Organe metastasenfrei.
Als Behandlungsalternativen hat man mir Operation oder Bestrahlung empfohlen. Um hier eine fundierte Entscheidung treffen zu können, hoffe ich auf Eure/ Ihre Hilfe.

- Hat jemand von Euch/ Ihnen eine ähnliche Historie?

-Was haltet Ihr/ halten Sie in meinem Fall für sinnvoll, Operation oder Bestrahlung?

- Welche medizinischen Zentren bzw. Universitätskliniken könnt Ihr/ können Sie empfehlen (z.B. Orthopädie Tumorchirurgie Uniklinik Heidelberg)?


Ich würde mich freuen, wenn Ihr/ Sie mir mit Erfahrungen und Ratschlägen weiterhelfen könntet.

Vielen Dank + Gruß

A. Frosch

jürgvw
31.08.2006, 15:51
Lieber A. Frosch

Bei Deiner Ausgangslage nach Op. würde ich mir sehr gut überlegen, wie nun zweckmässigerweise gegen Deine Knochenmetastase vorzugehen ist.

Zuerst einmal: "Deine" Knochenmetastase; da müsste man richtigerweise schreiben, "Deine erkannte" Knochenmetastase; es ist nämlich sehr wohl möglich, aus meiner Sicht sogar sehr wahrscheinlich, dass neben der mit den bildgebenden Verfahren gefundenen Metastase noch sog. Mikrometastasen, sei es im Knochenbereich oder in Lymphknoten, existieren, die zu klein sind, um erkannt zu werden. Trifft dies zu, dann lässt sich Dein Problem nicht mit einem gezielten Angriff auf eine einzelne Metastase beseitigen. Du wärst sie zwar los, würdest aber innert kurzer Zeit einen erneuten PSA-Anstieg feststellen müssen.

Ich schlage Dir daher vor, Dich umfassend beraten zu lassen und dabei vor allem eine Hormontherapie (HB), allenfalls begleitet von einer leichten Chemotherapie, in Betracht zu ziehen. Im Gegensatz zur radikalen Operation, die hinter Dir hast und zu weiteren lokalen Eingriffen, die man Dir vorschlägt, wirken HB und Chemo im ganzen Körper, greifen also auch die Mikrometastasen an, von deren Vorhandensein Du wohl ausgehen solltest.

Falls Du einen anderen Urologen oder einen Onkologen suchen möchtest: Adressen vermitteln Dir BPS oder KISP gerne, aber nicht via Forum, sondern im direkten Kontakt, wobei Du angeben solltest, in welcher Gegend Du wohnst.

Alles Gute wünscht Dir

Jürg

HansiB
31.08.2006, 17:43
Hallo Frosch,

ich kann Jürg nur zu stimmen, die Metastase wird nicht die einzige bleiben. Bei mir sollte die größte Knochenmetastase in Lendenwirbel 5 zuerst bestrahlt werden. Der Chefprof. des KH, der das zu entscheiden hatte, hat das aber abgelehnt, da zuviele andere Metastasen sichtbar waren. Ich bin froh, dass damals im Januar 2005 so entschieden wurde, obwohl die Metastase schon Schmerzen verursacht hatte. Deine Totaloperation war vermutlich eine nicht so gute Therapie bei einer systemischen Erkrankung. Eine 3HB ist unbedingt einzuleiten, mit der zusätzlichen Gabe von Zometa. Eine Chemo ist bei mir bis jetzt nicht auf dem Programm.

Schau Dir die Diskussion über MCP (Modifziertes Citruspektin) an, ich habe vor kurzem mit der Einnahme begonnen und es bekommt mir sehr gut. Es soll die vorhandenen Knochenmetastasen positiv beeinflussen ("praktisch einfrieren").

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner weiteren Therapie.