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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA Quotient 0,07 pathologisch ??



picopedro
15.09.2006, 09:22
Grüss Gott !

Nach einer Untersuchung beim Urologen ging ich am nächsten Tag gegen Mittag zur Blutabnahme für den PSA.
Am darauffolgenden Tag erhielt ich die Werte - PSA 4 aber der Quotient im pathologischen Bereich !

Wie ich diversen Internetseiten entnehmen kann, gehe ich aber davon aus, dass der Quotient vielleicht nicht stimmt, weil ja einen Tag vor der Blutabnahme rectal die Prostata abgetastet wurde und dann der PSA automatisch erhöht ist ( umd das 3 bis vierfache ??? )

Ich wurde vor 5 Jahren operiert und die Prostata teilweise entfernt, der verbleibende Rest ist laut Ultraschallbefund ca 20g.

Muss ich jetzt wirklich Sorge haben, dass ich ein Karzinom habe ?
Ich werde heute unangemeldet zum Urologen gehen, hatte eine schlimme Nacht - und ihn auch fragen was das zu bedeuten hat. Mir wird wohl eine Stanzbiopsie nicht erspart bleiben - aber ist die wirklich aussagekräftig?
Es wird viel geschrieben - wenn man angeblich das richtige Gebiet nicht "erwischt" - und das kann einen mm daneben sein - kann man auch hier ein CA übersehen.

Das verunsichert mich alles sehr ! bin 65 Jahre alt und habe zudem noch eine Angina pectoris und nervlich bin ich auch nicht sehr belastbar.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht - bitte um rasche Antwort - DANKE

OliverB
15.09.2006, 12:14
Hallo PicoPedro,
ein PSA-Quotient von 7% begründet tatsächlich den Verdacht auf maligne Veränderungen (d.h. Verdacht auf PCa); nach meinem Kenntnisstand wird bei Werten unter 17% bereits eine Biopsie empfohlen. Du solltest Dich aber nicht verrückt machen, sondern die Befunde sorgfältig abklären. Mir ging es vor einem knappen Jahr insoweit ähnlich, dass ich bei einem Ausgangsbefund PSA=2,9/PSA-Quotient=9,7% plötzlich vor der Entscheidung stand, eine Biopsie machen zu lassen oder aber weiter zu beobachten. Ich habe mich dann für eine Biopsie entschieden, weil ich Klarheit haben wollte und die bekam ich dann auch; leider mit einem positiven Befund. Die Biopsie hatte ich mir schlimmer vorgestellt, als sie dann letztlich war. Allerdings solltest Du darauf achten, dass der Urologe diese ultraschallgestützt durchführt und 10 Stanzen sollten es schon sein, wenn das bei Dir geht. Mein Urologe hatte mich medikamentös in einen Kurzschlaf versetzt und ich habe eigentlich nicht viel gemerkt. Das Problem der Aussagegenauigkeit einer Biopsie besteht natürlich. Wenn man nichts findet, ist das eine kleine Atempause, aber leider noch kein 100%iger Befund. Man müsste also weiter beobachten und vor allem andere Ursachen für etwaige regelwidrige PSA-Werte finden. Wenn die Biopsie allerdings zu einem Befund PCa führt, dann ist dies eindeutig. Dir alles Gute und liebe Grüße aus Berlin von Oliver

picopedro
16.09.2006, 08:27
Danke Oliver !

Es tut mir leid, dass Dein Befund Deine Befürchtungen nicht entkräftet sondern bestätigt hat :-(
Wie gehst Du damit um ? Hast Du Menschen die zu Dir stehen und Dir Kraft geben ?? Ich wünsche Dir alles Gute !

Ich war gestern beim Urologen. Der Uroflow war insegesamt nicht verwertbar - ich hatte gestern wieder arge Probleme mir dem Wasserlassen. Dennoch hat die Kurve für den Arzt aussagekräftige Relevanz. Das Plateau bestätigte eine von ihm vermutete Verengung in der Harnröhre, die er dann auch noch im Ultraschall bestätigt fand.
Meine vor 5 Jahren reserzierte Prostata war nachgewachsen zu einer Größe von 20g, 125ml Restharn.

Für den Urologen war das freie PSA nicht zum allegemeinbefund "passend" und der Quotient so niedrig, dass er meinte, da könne eventuell der Ablauf einer schnellen Verabeitung im Labor nicht gestimmt haben. Wird der PSA Bluttest nicht unverzüglich nach der Blutabnahme chemisch aufgearbeitet, so ist er Zitat " praktisch wegzuwerfen" - weil die Werte so verfälscht werden.

Daher : 20 Tage Antibiotikatherapie - dann noch 10 Tage warten - dann PSA im selben Labor wiederholen mit dem dringlichen Ersuchen den Test SOFORT zu verarbeiten !
Nach der antibiotischen Abschirmung Stanzbiopsie - 12 Stanzen
Dann OP - Entfernung der Prostata und chirurgische Reperatur der Harnröhrenenge.

Meine Frau hat mich begleitet - meinte der Urologe : " Na, haben Sie heute "Verstärkung" mitgebracht ?
Stimmt schon - ohne sie wäre ich vielleicht aufgestanden und hätte die Ordination verlassen - ich bin kein "Held" - und sehr wehleidig.

Lieber Grüsse und Gottes Segen für Dich

OliverB
17.09.2006, 22:11
Hallo PicoPedro,

mein Befund ist ja nun schon eine Weile zurück (Ende November 2005) ... ich bin scheinbar hart im Nehmen und habe zuächst stundenlang im Internet informiert, Betroffene per E-Mail um ein Gespräch gebeten und mit diesen und anderen Betroffenen aus dem privaten Umfeld zahlreiche Telefonate geführt ...

Nach nur 10 Tagen habe ich mich dann am UKE in Hamburg zur radikalen Prostatektomie angemeldet, die am 03.01.2006 dann auch zu meiner vollen Zufriedenheit durchgeführt worden ist - damit hatte ich dann erstmal das Schlimmste überstanden ...

Ich war dann noch für 3 Wochen zur AHB in Bad Wildungen, 2 Wochen auf Teneriffa zur Erholung und seit Anfang März arbeite ich wieder voll ...

Rückblickend muss ich sagen, dass der Entscheidungsdruck (so habe ich es jedenfalls empfunden) mir gar keinen Raum für Selbstmitleid oder andere paralysierende Umstände ließ - ich wollte da schnellstmöglichst durch und nun kann ich nur hoffen, dass meine Werte weiterhin im Keller bleiben ...

Dir wünsche ich von ganzem Herzen, dass nach sorgfältiger Diagnostik Entwarnung gegeben werden kann; ich drücke Dir beide Daumen ...

Liebe Grüße und alles Gute für Dich von Oliver