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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diagnose Protatakrebs vor wenigen Tagen - was nun?



Weltenbummler
21.11.2011, 18:25
Hallo,

vor einigen Tagen habe ich noch einer Biopsie im Silioah-Krankenhaus in Pforzheim die Diagnose Prostatakrebs bekommen. Lt. Prof. Lahme wurden an 2 Stellen Krebszellen entdeckt. Davon sollen eine der entdeckten Stellen aggressiv sein.
Folgender Fahrplan ist vorgesehen: noch diese Woche CT und Knochenszintigramm. Wenn das Ergebnis vor liegt, dann Besprechung mit Prof. Lahme Chefarzt der Urologie im Siloah-Krankenhaus. . Falls der Krebs auf die Kapsel beschränkt scheint, dann soll OP mit der Davinci Roboter erfolgen.
Die Diagnose war für mich erst mal ein Schock, wie Ihr Euch vorstellen könnt. Geht wohl jedem so.
Jetzt hänge ich fast nur noch am PC und lese und lese im Internet. Wobei ich mit vielen Fachbegriffen nichts oder wenig anfangen kann. Ich muß mich da erst noch einlesen. So bin ich auch auf dieses Forum gestoßen.
Jetzt habe ich mal einige Fragen:
1. Ist der geplante Ablauf normal?
2. Wer hat schon Erfahrung mit der Davinci-Methode?
3. Hat jemand Erfahrung mit der Urologie des Siloah-Krankenhaus in Pforzheim. Ich war ja nur 2 Tage dort und der erste Eindruck war sehr gut. Aber Gebäude, Einrichtung und Pflegepersonal sagt ja nichts über die Qualität der Ärzte aus.
4. Würdet Ihr evtl. eine andere Behandlungsmethode vorziehen? Oder evtl. gar nichts machen?

Ich bin z. Zt. ziemlich verunsichert.

Grüße vom Weltenbummler

skipper
21.11.2011, 18:46
Hallo Weltenbummler,
gut das du dich informierst. Gib uns bitte noch ein paar zusätzliche Informationen:
das genaue Ergebnis der Biopsie (wieviel Stanzen wurden entnommen/Gleason-Score der Auskunft über die Aggressivität gibt/wieviel% der 2 Stanzen waren betroffen )
Diese Daten sind für dein eigenes Management der Erkrankung wichtig und solltest du kennen, falls nicht besorgen.
Stelle diese Infos ein und du wirst viele Beiträge erhalten.
Deinen geschilderten Schock kennt hier wahrscheinlich jeder. Keine überschnelle Entscheidung !
Viele Grüße
Skipper

Hansxxx
21.11.2011, 18:58
Hallo Weltenbummler,

ich bin zwar auch erst seit einigen Tagen hier im Forum und kann deshalb kein fachliches Statement abgeben, ich habe aber von ebenfalls Betroffenen hier gute Hinweise bekommen.
Ich schreibe Dich deshalb an, weil sich unsere Fälle in gewisser Weise ähneln.
Auch mir wurde genau der gleiche Weg vorgeschlagen, den ich wahrscheinlich letztlich auch so gehen werde.
Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung der letzten Wochen sagen, dass es es wichtig ist, mehrere Meinungen einzuholen.
Es kristallisiert sich dann im Laufe der Gespräche ein gangbarer Weg heraus.

Zu dieser Überzeugung haben aber auch erst die Einträge auf mein Frage hin, hier in diesem Forum geführt. Und ich kann für mich sagen, dass es der richtige Weg war.
Auch habe ich gelernt, dass es in unserer Situation nicht auf ein paar Tage Bedenkzeit ankommt. Wichtig ist nur, dass Du letztlich Deine Entscheidung bewußt gefällt hast.
Gruß Hans

Daniel Schmidt
21.11.2011, 19:49
Ich glaube, dass Sie sich erstmal beraten lassen sollten.
Sie sind schliesslich 71 Jahre alt und daher kommen bei Ihnen eine Fülle verschiedener Therapie in Betracht.
Wie skipper bereits erwähnt hat, wären einige Infos mehr wünschenswert.

Weltenbummler
22.11.2011, 18:38
Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten.
Leider ist der ausführliche Bericht noch nicht bei meinem Urologen.
Wenn ich näheres an Infos habe werde ich berichten.

Gruß vom Weltenbummler

wowinke
24.11.2011, 11:20
Hallo Weltenbummler,

auch wenn der Bericht noch etwas dauert, würde ich zumindest vorab mir den "Gleason score" aktiv holen und nicht abwarten bis der Bericht kommt.



Gruß
Wolfgang

cligensa
24.11.2011, 13:14
Lieber Weltenbummler,
bin gerade mal wieder im Forum, was leider selten genug vorkommt. Ich will Dir keine Ratschläge geben, nur sagen, was ich an Deiner Stelle machen würde:
1. Weiterhin weltenbummeln.
2. Mich dringend über Deine Optionen zur Prostatakrebsbehandlung informieren, informieren, informieren, wie auch Daniel Schmidt Dir vorgeschlagen hat. Daher erst umfangreiche Diagnose (Status), dann keine kurzfristige sondern eine langfristige Therapie näher betrachten (Strategie). Schließlich kannst Du Dich doch auch noch auf ca 20 - 25 Jahre Leben freuen, dabei ist die Lebensqualität sehr wichtig.
3. In Deinem Alter würde ich einen großen Bogen um jede radikale Therapie machen, schwerere Nebenwirkungen bei radikalen Therapien, die dann bis zum Lebensende dauern, hängen auch vom Alter ab. Immer im Hinterkopf behalten, dass der Fleischer und der Bäcker jeweils ihre eigenen Waren anpreisen, manchmal auch ganz schön indirekt. Niemals Angst machen lassen, das wäre der schlechteste Ratgeber.
4. An Deiner Stelle würde ich mich besonders für die Therapieoption einer DHB© Hormonblockade nach Dr. Leibowitz interessieren. Das ist die sog. Dreifache Hormonblockade mit anschließender Erhaltungstherapie (Finasterid) eine gute Erfolgsgeschichte mit ausreichenden Patientenergebnissen (200 Patienten über 10 Jahre, bei der ASCO vorgetragen, 119 Patienten über 5 Jahre bei der DGU-Konferenz, vorgetragen durch Dr. Kamradt, Universität des Saarlandes). Randomisierte Doppelblindstudien mit offizieller Zulassung sind das nicht, aber für mich der Nachweis ausreichender Evidenz auf kompetenten Ärztekongressen, von der einige alternative oder komplementäre Therapie nur träumen können. Letztere sollen jedoch insbesondere bei Entscheidungen zu guter Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel nicht außer Achte gelassen werden.
Dir für Deine weiteren Entscheidungen und deine Gesundheit alles Gute,
Christian

Hajoke
24.11.2011, 13:25
Hallo Weltenbummler,
solltest Du die nebenwirkungsarme Seedimplantation, die ich vor 7 Jahre erfolgreich gemacht habe, in Erwägung ziehen, dann mußt Du auch Angaben zur Größe Deiner Prostata machen, die auf jeden Fall aus dem Biopsie-Befund hervorgeht.
Ferner ist Deine Aussage wichtig, ob Du irgendwelche Miktionsprobleme hast. Eine Uroflow-Messung beim Uro wäre da wünschenswert.
Gruß
Hajoke

knut.krueger
24.11.2011, 15:33
Hallo Weltenbummler,

Du hast noch nicht einmal Deine Diagnose und schon die ersten Therapieempfehlungen. Da möchte ich mit meiner Meinung natürlich nicht zu spät kommen und die erste Empfehlung gleich einmal kommentieren. Ich habe auch die DHB gemacht und bin 5 cm geschrumpft. Dies spielt natürlich keine Rolle, wenn Du die Maße eines Michael Jordan hast. Ich war ganz plötzlich das kleinste männliche Familienmitglied. Du siehst, die Forumsempfehlungen „Nebenwirkungsarm“ musst Du auch hinterfragen.
Und nun möchte ich natürlich meine Empfehlung nicht länger zurück halten. Ich habe für Dich, passend zum Weltenbummler, einen Geheimtipp, und zwar die Protonenbestrahlung in Loma Linda/Kalifornien. Es gibt, wie ich es einmal ausgedrückt habe, keine angenehmere Art seinen Prostatakrebs zu besiegen, soweit letzteres möglich ist. Falls ich Dich neugierig gemacht habe, findest Du nachstehend alle Informationen

http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/KK-Trilogie.pdf

Alles Gute
Knut

Siegfried51
24.11.2011, 21:37
Hallo Hajoke,

eine Frage zur Seedsimplantation: dies wird zwar als nebenwirkungsarm beschrieben, aber was ist, wenn ein Rezidiv auftritt? Eine Op kann ich mir da nur schwer vorstellen, also welche Möglichkeiten bleiben einem dann?

Ich stelle diese Frage für einen Bekannten, der sich ebenfalls für eine Seedimplantation entschieden hat.

Liebe Grüße
Siegfried

Bernhard A.
24.11.2011, 22:04
Hallo Siegfried !

Schau mal bei "myprostate" unter LDR-Brachy nach.

Bislang hat noch keiner eine OP benötigt, obwohl schon einige zeitweise daran gedacht haben.

Gruß
Bernhard A.

konzepi
25.11.2011, 11:23
Hallo Knut,
Ich habe für Dich, passend zum Weltenbummler, einen Geheimtipp, und zwar die Protonenbestrahlung in Loma Linda/Kalifornien.
Was veranlaßt dich, München zu verschweigen? Nur weil er sich Weltenbummler nennt?

Gruß
Otto

konzepi
25.11.2011, 12:21
Hallo Weltenbummler

Falls der Krebs auf die Kapsel beschränkt scheint, dann soll OP mit der Davinci Roboter erfolgen.
Nun mal langsam: Entscheide dich erst, wenn du dich über die Alternativen informiert hast. Ich war zunächst in der interdisziplinären Sprechstunde der Uniklinik Tübingen. Dort beraten dich Urologe und Strahlentherapeut gemeinsam. Ich empfand das als sehr wohltuend, da keiner für seine Methode Werbung machte. Da du in der Nähe wohnst, rate ich dir auch zu einer Beratung über die Tomotherapie in Böblingen. (D. Schmitt wird vielleicht schreiben: Es tuts auch billiger)
Dann zu Davinci: Frag auf jeden Fall, wieviel Operationen der Operateur, der dich operieren will, damit schon gemacht hat. Mit der Antwort kommst du wieder ins Forum.
Noch ein Rat: Gehe zu einer oder mehreren Selbsthilfegruppen und schildere dort dein Anliegen. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Fachkompetenz dort anzutreffen ist. Ich lerne jedesmal dazu. Gerade gestern war ich in Sindelfingen, Thema: Tomotherapie (Vortrag und Diskussion). Adressen findest du http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_wrapper&Itemid=134
Beschaffe dir den Patientenratgeber Prostatakarzinom I (Urologe)

Gruß
Otto

manfred69
28.11.2011, 13:21
Hallo Weltenbummler,
Empfehle Protonen-Skanning
Hallo,

Ich bin in ähnlicher Lage wie Du.
Nach meiner Biopsie im Mai mit Gleason-Score 3+4=7 habe ich mir zunächst eine Überlegungszeit von 3 Monaten zugestanden. Diese Zeit habe ich -auf meiner Segelyacht- zu intensivem Lesen im Internet genutzt. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig.Es gibt praktisch keine Behandlung ohne grosse Nebenwirkungen. Ausser Protonen-Skanning.
Wenn Du in my-prostata die Erfahrungsberichte liest,wirst Du feststellen,dass bei fast allen Behandlungen(ausser Protonen)
eine Zweit- oder Drittbehandlung folgt. In den Berichten kannst Du auch das Maß der Zufriedenheit oder Unzufriedenheit erlesen.
Ein Bundesausschuss wil bis zum Jahre 2018 die Erfahrungen beim Protonen-Skanning sammeln und auswerten, und dann in den Leitlinien evtl. Empfehlungen geben. Solange kann ich und Du nicht warten.

Ich war im Oktober bis Anfang November in München bei Rinecker. Ausser kräftigem Durchfall-der sich zwischenzeitlich beruhigt hat-,habe ich keinerlei Nebenwirkungen. Ich bin nach wie vor ein Mann ! Meine Krankenkasse -TKK- hat nach unwürdigem Gezerfe die Kosten übernommen.

,Viele Grüsse manfred69

Joh.BO
28.11.2011, 15:46
Was ist das doch für ein iteressantes Forum,

Man lernt viele Menschen kennen,Menschen die Hilfe suchen,Menschen die Hilfe anbieten,Menschen die meinen, nur das was sie schreiben ist richtig
und jetzt noch einen der eine --Segelyacht -- <EINE Segelyacht>sein eigen nennt und man staune,er ist noch ein --MANN--<MANN>

Johannes

Harald_1933
28.11.2011, 16:47
Johannes,

hoffentlich hast Du die richtige Frau abbekommen? Es sei Dir gegönnt. Warum hast Du Probleme damit, wenn einer eine Yacht sein eigen nennt? Es gibt kleine, mittlere, große, größere, noch größere und dann die ganz Großen. Wäre das nichts? Und dann stell Dir noch vor, der, dem die ganz Große gehört, hat auch noch PCa. Ist er dann nicht ein armer Teufel?

Joh.BO
28.11.2011, 17:01
Harald 1933
Nun stell dir mal vor ich habe eine Frau mit der ich 31 Jahre verheratet bin, habe in Deutschland eine kleine Jolle und in Puerto Alcudia ein ca 8 mtr Segelboot ich nenne es nicht Yacht,,dann habe ich eine Radikal OP hinter mir, nur ich trinke keinen süffigen Rotwein, weil ich keinen Alkoholl trinke. Jeztz hab ich dir aber ne Vorlage gegeben oder ?

Was soll das heissen,----es sind nicht alle hier im Forum begütert,von dir weiss ich daß du es bist
Aber sind denn alle an prostatakrebs erkrankten keine Männer mehr----,oder gilt nur Hurra mein Schwanz steht,ich bin ein Mann.

Johannes
Habe vergessen:eine kleine schnuckelige Wohnhöhle habe ich natürlich auch noch wo: in Puerto Alcudia

Harald_1933
28.11.2011, 17:14
Johannes,

was bist Du doch für ein toller Hecht im Karpfenteich. Ich habe nun erst richtig Respekt vor Dir, obwohl mir Deine Ausdruckweise, was den vermeintlich besten Freund des Mannes anbelangt, eher mißfällt. Aber an der Küste ist man nicht so zimperlich. Mir war bis eben nicht bekannt, dass ich begütert bin. Meiner Frau, es ist nicht die erste, aber trotzdem schon 35 Jahre mit mir zusammen und seit 33 Jahren mit mir verheiratet, werde ich Deine frohe Botschaft wissen lassen. Und heute Nacht werde ich mich im Traum an der Vorstellung, ein begüterter, von Prostatakrebs Betroffener zu sein, ergötzen. Vielleicht segelt da auch noch einer mit einer Yacht an mir vorbei, der mich mitnimmt auf sein Traumschiff.

"Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes"
(Salvador Dali)

Joh.BO
28.11.2011, 17:53
Und das ganze auf Malle seit 1996

Harald 1933 Du kannst nicht zwischen den Zeilen lesen und meine Ausdrucksweise-nun ja-
bin eben gerne mit ganz normalen Leuten zusammen, schaue lieber einer hübschen Frau hinterher als
Nonnen in einem Kloster.
Jeder so wie er mag, der eine ist vornehm und gebildet,der andere lebt so wie er lebt.
Aber alle beide müssen sich den HINTERN abwischen,in guten gesundheitlichen Zeiten ohne Hilfe
später vielleicht mit,verstehts du es jetzt wie und was ich meine
ich verabschiede mich für ein Weilchen damit du in Ruhe über alles nachdenken kannst.

Johannes

SAGI00
28.11.2011, 18:48
Grinse mehrfach in mich hinein und staune was so alles geschrieben wird, wohl dem, der mal das Messer und die Gabel falsch herum hält!
Ciao, oder besser hasta luego.

Ps: manche wischen nicht sondern duschen!!

Weltenbummler
28.11.2011, 18:59
Hallo,

ich habe jetzt die pathologische Auswertung vorliegen.
Es wurden 3x7 Proben entnommen.
Unter Mitte rechts und Kranial rechts wurde folgendes gefunden:
Zahl der tumorpositiven Biopsate/Gesamtzahl der Biospsate: B 2/3 C1/3
Tumorvolumen: B 3% C 15 %
Perineurale Tumorausbreitung: negativ
Malinitätsgrad: G3
Gleason-Grade: 3 (60 %), 4 (10%), 5 (30%)
Gleason Score 8 (3+5)
CD-O-DA-M 8140/3

Zentral:
Zahl der tumorpositiven Biopsate/Gesamtzahl der Biospsate: G (1/3)
Tumorvolumen: G 2 %
Perineurale Tumorausbreitung: negativ
Malinitätsgrad: G2
Gleason-Grade: 3 (100 %)
Gleason Score 6 (3+3)
CD-O-DA-M 8140/3

CT und Knochenszintigramm habe ich inzwischen auch machen lassen. Angeblich nichts auffälliges
Von mein Urologen bin ich schwer enttäuscht. Er hat z. Zt. keine Zeit mit mir die Ergebnisse zu besprechen.
Als Kassenpatient muss ich wohl auf das nächste Quartal warten.
Morgen habe ich eine Besprechung im Siloah. Das Forum und Ihre Beiträge haben mir schon viel geholfen, damit ich morgen die richtigen Fragen stellen kann.
Sie haben mich auch darin bestärkt nicht gleich einer OP zu zustimmen. Trotzdem ich eigentlich schon immer ein Freund schneller Entschlüsse bin und war. Beruflich als auch Privat. Hängepartien kann ich eigentlich nicht leiden.

Danke für Ihre Beiträge.

Gruß vom Weltenbummler






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jürgvw
28.11.2011, 19:37
Hallo Weltenbummler,

an Deiner Stelle würde ich im Siloah auch noch die Frage stellen, bei welchem (guten!) Urologen Du mit einer raschen Behandlung rechnen könntest. Gleason 5 sollte nicht in einer Warteschlange hängen bleiben, da er meist aggressiv sein kann. Mach Dir aber nicht unnötig Sorgen; auch ich hatte Gleason 5-Anteile, als ich im September 2000 meine Diagnose bekam, bin aber immer noch vorhanden. Allerdings: Ich wurde sofort behandelt.

Alles Gute wünscht Dir

Jürg

skipper
28.11.2011, 20:56
Hallo Weltenbummler, ( der Name gefällt mir )
an deiner Stelle würde ich versuchen kurzfristig noch mehr über deinen Krebs zu erfahren um ein möglichst gutes Staging zu bekommen.
Da du Gleason 5 Anteile hast ( sehr aggressiv und nicht mehr einer normalen Prostatazelle gleich) solltest du
1.weitere Blutmarker bestimmen lassen:
SPP,CGA,NSE,CEA
2.würde ich eine pathologische Zweitmeinung anfordern , d.h. deine Biopsien von einem weiteren Pathologen untersuchen lassen. (Referenzpathologen)
3. kurzfristig ein MRT mit endorektaler Spule anfertigen lassen
Warum dies alles: ich zitiere aus Dr.Strum,"Ein Ratgeber zum Prostatakrebs" (Das Buch kann ich sehr empfehlen)
"Das beste Ergebnis für jeden einzelnen Patienten wird erreicht durch:
-Gewinnen des bestmöglichen Verständnisses für die biologischen Wahrheiten der Krankheit
-Abstimmen der angemessenen Behandlungsstrategie auf diese Wahrheiten
-Wahl eines Könners zum Durchführen der gewählten Therapie(n)"
Schau auch mal in die Partin-Tabellen ( www.Prostatakrebs-Ratgeber.de ) , dort erfährst du etwas über Wahrscheinlichkeiten , die bei der Therapiewahl hilfreich sein können.
Wie Jürg schon schrieb: keine Warteschlange -werde aktiv
Viele Grüße
Skipper

manfred69
29.11.2011, 16:51
Ich empfehle Protonen Skanning. Ich habe diese Nachricht geschrieben,um auf dieses Verfahren aufmerksam zu machen.
In ca 3 Monaten kann ich weiteres, wahrscheinlich sehr positives mitteilen. Da ich nicht mit meiner erhaltenen Potenz prahlen wollte,habe ich nur auf meine Mannbarkeit hingewiesen.
Ich würde mich sehr freuen,wenn andere Patienten auch über dieses Verfahren berichten würden.
Im übrigen nur kein Neid : Mein Segelboot mit 10 m Länge ist deutlich billiger als ein grosses Auto,man kann aber erheblich besser darin schlafen.
Mein Vorschlag an Dich und andere : Sucht einmal die Erfahrungsberichte in myprostate und vergleicht die Nebenwirkungen von den verschiedenen Verfahren. Wenn es Dir so wie mir geht und Du Dich für das Protonen Skanning entschieden hast,hat meine Nachricht Ihr Ziel erreicht.
herzlichst manfred69

skipper
29.11.2011, 18:59
Hallo Manfred69,
dein Optimismus in allen Ehren , aber die Datenlage der Protonentherapie ist dürftig :
Protonentherapie von Prostatakarzinomen haben wir zwischen 1999 und 2003 bei 13 Patienten durchgeführt. Die Protonentherapie der Prostata führte bei ungefähr der Hälfte der Patienten zu keinen akuten Nebenwirkungen, und zu nur milden Nebenwirkungen bei den übrigen. Ab 2004 haben wir aufgrund der beschränkten Kapazität keine Prostatakarzinome bei Erwachsenen behandelt. Für viele Prostata-Tumorerkrankungen bringen heute andere (konventionelle) Behandlungen vergleichbare Ergebnisse, weshalb Protonen sinnvollerweise nur bei ausgewählten Prostata-Tumoren angewendet werden sollen. Eine entsprechende klinische Studie ist am PSI in Vorbereitung.
Zu finden auf der Homepage des Paul Scherer Instituts/Schweiz /

Oder aus einem abstract von Prof.Wiegel/Ulm:

Die bisherige Datenlage, basierend hauptsächlich auf Daten aus Boston und Loma Linda zeigt bei Dosen bis etwa 79 Gy keinen eindeutigen Vorteil in Bezug auf verbesserte biochemische Progressionsraten oder ein verlängertes Überleben. Zum Vergleich herangezogen werden müssen hier die modernen Strahlentherapie-Serien mit 3D geplanter, gegebenenfalls intensitätsmodulierter Strahlentherapie bis 78 Gy oder höher.


Gruß Skipper

Daniel Schmidt
30.11.2011, 18:32
Ich darf hier die "Protonen-Freunde" daran erinnern, dass das RPTC in München die erste Klinik weltweit ist, die Protonen-Scanning bei ProstataCa einsetzt.
Protonen-Scanning ist vor nicht allzu langer Zeit im Paul Scherrer Institut (PSI) in der Schweiz entwickelt worden. Ausser dem PSI setzt nur das RPTC Protonen-Scanning ein. Vergleichbare Projekte in den USA sind noch in Entwicklung. Die dortigen Protonen-Kliniken bestrahlten und bestrahlen immer noch mit Scattering-Folien.
Das das PSI keine einzige Prostata jemals mit Protonen-Scanning behandelt hat, sondern diese Technik für eine Handvoll anderer Tumoren benutzt hat, gibt es aktuell NULL Erfahrung bezüglich Protonen-Scanning beim ProstataCa (ausser bei den bislang durch das RPTC behandelten Patienten) und absulut keinerlei Langzeitdaten.
Wir haben es also beim RPTC mit einer privaten, gewinnorientierten Klinik, die eine ganz neue Technologie als einzige Klinik weltweit zur Behandlung des ProstataCa einsetzt.
Eine Technik, die bislang nirgendwo sonst im akademischen (oder universitären) Setting beim ProstataCa ausprobiert wurde.
Alles klar?

Weltenbummler
07.12.2011, 09:10
Hallo.

ich bedanke mich erst mal für alle Beiträge.
Bei mir geht es wie folgt weiter.
Nach vielen Gesprächen, Infos auch von Mitgliedern der örtl. Selbsthilfegruppe, Bestrahlungsklinik, Hausarzt und Bekannten, vor allem aber Herrn Prof. Lahme habe ich mich zur OP mit Da Vinci entschlossen. Die Alternative Bestrahlung scheidet aus, da der Krebs sehr aggressiv ist und man nicht hundertprozentig feststellen kann ob er nicht doch schon gestreut hat. Die nahen Lymphdrüsen werden mit heraus genommen und untersucht. Im Siloah ist man sehr erfahren mit der OP-Technik, da man schon seit 4 Jahren damit arbeitet. Ich habe mit einigen Betroffenen gesprochen, die sich damit haben operieren lassen. Die waren alle sehr zufrieden. Keiner leidete danach länger unter Inkontinenz. Also werde ich die 3000 Euro Zuzahlung aufwenden. Ich gehe schon am 8. 12 ins Siloah und werde am 9.12. operiert. Meine größte Hoffnung ist es, dass der Krebs nicht schon gestreut hat.
Wenn ich aus dem Krankenhaus zurück bin werde ich berichten.

Grüße vom Weltenbummler

premme
07.12.2011, 09:30
Hallo Weltenbummler,

drücke dir, für die O.P., alle Daumen.

Gruß
Reinhard

Urologe
07.12.2011, 09:38
Hallo Weltenbummler,
ich habe Ihr Profil mit etwas Bauchschmerzen gelesen - zum einen die PSA-Dynamik und zum anderen die Gleason 5-Anteile.
Damit haben Sie nach Memorial Sloan Kettering Nomogramm eine Wahrscheinlichkeit von ca. 12% für Lymphknotenmetastasen!

- daher würde eine noch so präzise Bestrahlung in genau diesem Prozentsatz versagen
- laparoskopische Operationen, egal ob mit oder ohne Roboter, können exzellent die Prostata entfernen, haben aber eine Schwäche bei der Lymphknoten-OP im Vergleich zum offenen Vorgehen (es sollten mindesten 25 LK entfernt werden, aber auch offene Operateure machen das nicht regelhaft)
- wünschenswert VOR OP-Planung wäre nicht eine CT (bringt bei PCA wenig) auch keine MRT-Spule (zeigt nur die Prostata und kaum die Lymphknoten) sondern eine F18-Cholin-PET/CT um zu wissen, wo ggf. die LK positiv sind. Und NUR, wenn die PET negativ ist würde ICH mich auf eine Davinci einlassen

Ich kann Ihnen nur beide Daumen drücken, damit Sie möglichst lang weiter weltenbummeln
und @cligensa: ich habe dieses Jahr den 5ten DHBler mit Gleason 5-Anteilen, der nach weniger als 3 Jahren bei "scheinbar normalen PSA-Werten metastasiert ist

Daniel Schmidt
07.12.2011, 09:58
und @cligensa: ich habe dieses Jahr den 5ten DHBler mit Gleason 5-Anteilen, der nach weniger als 3 Jahren bei "scheinbar normalen PSA-Werten metastasiert ist
Sehe ich auch oft. Interessant sind auch Patienten mit Gleason 5 - Anteilen, die bereits 9 Monate nach Beginn einer LHRH-Monotherapie hormonrefraktär werden.
Das ist einfach eine andere Erkrankung...

M Schostak
11.12.2011, 18:35
Es gibt mindestens 5 Standardwege "nach Rom": Aktives Zuwarten, Radikal-Op, Strahlentherapie von aussen, Strahlen von innen (Seeds), Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU). Dazu noch ein paar weitere "Nicht-Standardtherapien"bwie z. B. Hormonentzug.
Welches davon der richtige Weg ist, entscheidet man am besten, nachden man (mit Partner!) eine s.g. Interdisziplinäre Sprechstunde für Prostatakrebs besucht hat. Oft ist die Wirkung, den Krebs zu besiegen, gleich und nur der zeitliche Verlauf und/oder die Nebenwirkungen unterscheiden sich.
Zwischen Biopsie und Entscheidung hat man nahezu immer ca. 3 Monate Zeit. also keine Panik und bitte keine vorschnelle Entscheidung.
Eine solche Sprechstunde wurde vor 10 Jahren erstmals von mir an der Charité etabliert, heute haben das alle größeren Prostatazentren. Wichtig ist dabei, dass die Beratung möglichst vom Urologen und Strahlentherapeuten gemeinsam gemacht wird (nicht hintereinander).
Falls Sie sowas in Ihrer Umgebung nicht finden, können wir Ihnen gerne unsere interdisziplinäre Zweitmeinungsprechstunde am Uniklinikum Magdeburg anbieten. Hier berate ich (Prof. Dr. Martin Schostak, Urologe) zusammen mit Prof. Gademann von der Strahlentherapie. Die Beratung ist natürlich unabhängig und neutral, das trägt die Kasse.
Http://urologie.uni-magdeburg.de oder 0391-6715036

Weltenbummler
01.02.2012, 15:51
Hallo an Alle,

jetzt, nach dem einige Zeit vergangen und viel passiert ist, will ich kurz berichten.
Am 9.12. bin ich im Siloah Klinikum in Pforzheim mit DaVinci operiert worden. Nach der OP ging es mir recht gut. Schon nach 4 Tagen wurde der Blasenkatheder gezogen, da die Untersuchung zeigte, dass der Harnleiter dicht war. Zwei Tage später kam auch die Wunddrainage raus. Zu dem Zeitpunkt sagte man mir, dass die entnommenen Lymphdrüsen keinen Befall zeigten und es anzunehmen ist, dass der Krebs die Kapsel noch nicht überschritten hat. Am 20. 12 wurde ich nach Hause entlassen. Es ging mir zu dem Zeitpunkt sehr gut. Ich war von Anfang an kontinent, bis auf ein paar Spritzer, die beim Husten, Niesen, Lachen ab gingen. Die Narben waren gut verheilt und ich hatte keine Schmerzen. Bis auf die Hoden, die waren sehr empfindlich und schmerzten schon bei sehr leichtem Druck. Am 29,12. gingich nach Bad Rappenau in die Reha. Dort bekam ich nach einigen Tagen immer stärker werdende Schmerzen in der rechten Leiste. Außerdem mußte ich Tag und Nacht stündlich Wasser lassen. Eine Ultraschall-Untersuchung zeigte, dass sich eine Lymphozele von ca. 180 ml gebildet hatte. die drückte auf die Blase und die Wunde. Ich wurde daraufhin wieder ins Siloah-Klinikum überwiesen. Dort wurde die Lymphozele punktiert und eine Drainage gelegt. Nach 4 Tagen kam kein Lympwasser mehr und die Drainage wurde entfernt und ich kam zurück zur Reha. Die Schmerzen in der Leiste waren weg, und der Harndrang normalisierte sich auf ca 3-4 Stunden. Leider konnte ich bei der Reha vieles nicht mit machen, da ich noch starke Schmerzen an der Stichstelle der Lymphpuntion hatte. Wahrscheinlich hatte man unglücklicher Weise einen Nerv getroffen. Am 19. 1. bin ich dann nach Hause entlassen worden. Seit dem habe ich das Gefühl, das es körperlich jeden Tag etwas besser wird. Ich mache täglich meine Gymnastik, gehe eine Stunde raus zum Nordic-Walking oder setze mich bei schlechtem Wetter auf den Hometrainer und gehe 1-2 mal die Woche Schwimmen. Die Kräfte kommen langsam zurück. Was mich noch behindert sind die sehr druckempfindlichen Hoden. Schon der leiseste Druck ist sehr schmerzhaft. Niemand hat bisher eine Erklärung dafür. Ein Entzündung ist anscheinend nicht vorhanden.
Meine Zusammenfassung:
Positiv:
Ich bin von Anfang an kontinent.
Ich hoffe spätestens in einem Viertljahr meine alte körperliche Belastbarkeit wieder zu erreichen.
Es besteht große Hoffnung, dass der Krebs nicht gestreut hat.
Negativ:
Man hat nicht nervenschonend operiert, da der agressive Krebs sehr nahe am Kapselrand lag. Das war allerdings vorher mit mir abgesprochen.
Deshalb natürlich Impotenz.
Die sehr druckempfindlichen, schmerzhaften Hoden.

Fazit: Ich würde genau wieder diesen Weg gehen. Für mich war er wohl der Richtige.

Ich danke allen im Forum die mir mit Ratschlägen weiter geholfen und mir Mut gemacht haben.

Viele Grüße vom Weltenbummler