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Silvia
15.09.2006, 21:08
Hallo zusammen!
Ich bin neu hier und Co-Betroffene - bei meinem Vater ist mit 67 Jahren Prostatakrebs mit Knochenmetastasen entdeckt worden. 2 Tumore in der WS konnten operativ entfernt werden, die Stellen wurden bestrahlt. Es bestehen weitere Metastasen, die nicht bestrahlt werden können. Er bekommt eine Hormon- und Radionukleidtherapie. Gegen die Schmerzen Morphium.

Meine Frage: Mein Vater fühlt sich vom behandelnden Urologen fachlich nicht gut aufgehoben... welcher Facharzt käme in Frage - eher ein Onkologe oder gibt es Urologen die sich onkologisch spezialisiert haben? Wie kommt man an Adressen? (Raum Fulda)

Vielen Dank für Hilfe-Mails...

picopedro
16.09.2006, 09:40
Guten Morgen Silvia !

ich bin die Gattin von picopedro und lese gerade mit ihm im Forum. Da bin ich auch auf Deinen Beitrag gestossen.

Mein Beruf ist diplomierte Radiologietechnologin, ich bin aber wegen einer chron, Schmerzerkrankung leider schon in Pension.
Wenn ein Patient kein Vertrauen zu seinem behandelnden Facharzt hat, ist das für seinen psychischen Zustand nicht zuträglich.
Vermutlich liegt darin aber auch die tiefe Enttäuschung und Wut über diesen Befund die so auf den Arzt porjeziert wird.

Grundsätzlich besteht ja jederzeit die Möglichkeit alle Befunde anzufordern und den Arzt zu wechseln ( jedenfalls in Österreich ) - ich meine den Urologen.
Was die Strahlentherapie angeht, so ist das ein Spezialgebiet und wird von Fachärzten für Radiologie betreut.( mein Beruf wäre die Durchführung der Bildgebenden Verfahren, sowie Bedienung des Beschleunigers, Einstellen des Bestrahlungsfelds, auch Arbeit auf der Nuklearmedizin Beispiel: Anfertigung der Knochenszintigrafie etc. )
Der Onkologe ist sehr oft ein Internist, der ja auch Chemotherapien durchführt auf seinen Stationen.

Dein Vater ist in diesem Fall also sicherlich auf die Zusammenarbeit mehrerer medizinischen Disziplinen angewiesen - die gut miteinander kommunizieren sollten.
Bestimmt hat er auf den diversen Stationen Ärzte kennengelernt die ihn betreut haben. Einige davon werden Ordinationen haben, mit oder ohne Kassenverträgen. Wenn er zu einem dieser behandelnden Ärzte Vertrauen während der Therapien aufgebaut hat, dann könnte er sich diesen Arzt ja
auch zur privaten Betreuung nehmen.

Ich hoffe mit diesen Anregungen gedient zu haben und grüsse Dich herzlich aus Wien
moni

PeterP
06.10.2006, 00:04
Hallo Silvia,
sehe gerade, daß Du noch keine Infos zu Deiner Anfrage vom 16.9. erhalten hast. Dei Vater benötigt dringend einen Prostata-Krebs-kundigen Onkologen oder onkologisch tätigen Urologen, was nicht so einfach zu finden ist. Wenn sich niemand aus dem Mitgliedskreis meldet, wende Dich am besten an unseren Urologen fs aus dem Forum.
Wichtig für Dich und Deinen Vater ist in dieser Situation möglichst viele Infos zu sammeln über diagnostische Möglichkeiten, Therapien und Nebenwirkungen. In der BPS-Startseite findest Du unter "medizinisches" eine Vielzahl von Informationen, u.a. auch über die Hormontherapie.
Diese kann für Deinen Vater bereits sehr hilfreich sein, vorausgesetzt sie wird mit max. Wirksamkeit und der entspr. Kontrolle durchgeführt. Das ist aber leider oft nicht der Fall. Man muß vieles selbst in die Hand nehmen und versuchen, den Arzt mit viel Nachdruck auf den richtigen Weg zu bringen. Das fängt bei den nötigen Blutuntersuchungen an und geht bis zum Ablehnen oder Verlangen einer bestimmten Therapie.
Im Falle Deines Vaters muß z.B. sehr genau untersucht werden, ob und wie gut die Hormontherapie wirkt um ggf. mit einer begleitenden Chemo noch agressiver gegen die Metastasen vorzugehen.
Viel Erfolg und alles Gute für Deinen Vater
PeterP