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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Heute/kürzlich verstorben... R.I.P.



hans.z
20.12.2011, 23:11
Ein Mensch und Mediziner im besten Sinne der Worte ist von uns gegangen.
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Nachruf<o:p></o:p>

Horst-Eberhard Richter: Vordenker und Humanist<o:p></o:p>

Er war einer der bedeutendsten Psychoanalytiker und Psychosomatiker Deutschlands, ein Vordenker und Humanist, der sich zeit seines Lebens für Frieden einsetzte: Horst-Eberhard Richter ist am Montag im Alter von 88 Jahren in Gießen gestorben.<o:p></o:p>
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Einer der führenden Vordenker des Landes<o:p></o:p>
(…)
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Seine ärztliche Tätigkeit verstand er als gesellschaftspolitischen Auftrag, da die Medizin im Sinne einer lebensrettenden und -erhaltenden Kunst a priori pazifistisch sei. <o:p></o:p>

Folgerichtig gehörte er zu den Mitbegründern der westdeutschen IPPNW-Sektion und verfasste die berühmt gewordene "Frankfurter Erklärung", in der es heißt: "Als Arzt erkenne ich nur eine einzige auf den Kriegsfall bezogene Form der Prävention (http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/abc_gesundheitswesen/article/564722/praevention.html) an, die Verhütung des Kriegs."<o:p></o:p>

http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/684167/horst-eberhard-richter-vordenker-humanist.html<o:p></o:p>


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Ich habe ihn nach meinem Eintritt in die IPPNW 1983 als sanften, jedoch unnachgiebig argumentierenden Kämpfer für den Frieden kennengelernt.
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http://de.wikipedia.org/wiki/Horst-Eberhard_Richter (http://de.wikipedia.org/wiki/Horst-Eberhard_Richter)
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R.I.P. Horst-Eberhard Richter

RuStra
21.12.2011, 13:05
Ein Mensch und Mediziner im besten Sinne der Worte ist von uns gegangen.
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Stimmt, er wird als solcher auch bei mir in Erinnerung bleiben.

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Ich habe ihn nach meinem Eintritt in die IPPNW 1983 als sanften, jedoch unnachgiebig argumentierenden Kämpfer für den Frieden kennengelernt.
<o:p></o:p>R.I.P. Horst-Eberhard Richter

und dies:


Seine ärztliche Tätigkeit verstand er als gesellschaftspolitischen Auftrag, da die Medizin im Sinne einer lebensrettenden und -erhaltenden Kunst a priori pazifistisch sei.

und dies:


Das Bundesverdienstkreuz hat Richter dreimal mit der Begründung abgelehnt, dass „zu viele Altnazis“ es erhalten hätten.

Ich hatte viele Bücher von ihm, angefangen mit "Eltern, Kind und Neurose", es war mir immer wichtig, zu lesen, zu hören, was er zu sagen hat.

Wenn ich die 80er mit dem Aufkommen der Grünen nochmal revue passieren lasse, dann gibts die kürzlich veröffentlichte bittere Wahrheit in Sachen Friedenspolitik, dass das Versprechen der Grünen, die Rüstungsexporte zu senken, nicht nur nicht gebrochen wurde, sondern im Gegenteil sich die Rüstungsexporte unter Rot/Grün verdoppelt haben. Es gab neulich auch Schätzungen, wieviel Menschen allein mit den Waffen von Heckler&Koch umgekommen sind. Grässlich.

"Wir sind nicht kommerziell. Wir sind Ärzte" - sagte neulich Dr.Nesselhut in Witzenhausen.
"Ich bin keine Medizinerin, ich bin Ärztin", sagte Frau Dr. Bach.

Horst-Eberhard Richter:
"Ärztliche Tätigkeit beinhaltet einen gesellschaftspolitischen Auftrag. Sie ist im Sinne einer lebensrettenden und -erhaltenden Kunst a priori pazifistisch."

Gut, machen wir weiter und orientieren uns an solchermassen aufgestellten Ärzten.
Danke, Hans, dass du hier mitmachst.
Grüsse aus HH,
Rudolf

RuStra
21.12.2011, 13:35
Horst-Eberhard Richter:
"Ärztliche Tätigkeit beinhaltet einen gesellschaftspolitischen Auftrag. Sie ist im Sinne einer lebensrettenden und -erhaltenden Kunst a priori pazifistisch."



Er hat sich immer für eine Welt in Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität eingesetzt.

Ich hatte 2001 wenige Wochen nach meiner Herz-OP das Vergnügen, an dem Attac-Kongress in der TU Berlin teilzunehmen - das war eine der wenigen wirklich inspirierenden Veranstaltungen - ein Vortrag von Horst-Eberard Richter leitete die Versammlung ein.

Seine Rede ist hier abgelegt (http://www.vsp-vernetzt.de/soz/012316.htm).

Sein abschliessenden Worte will ich hier wiedergeben:


Das Motiv Attacs ist keine Wohltätigkeits-Attitüde, sondern die alternative Grundüberzeugung, dass nicht der spalterische Ego-Kult, sondern nur ein internationales Gemeinschaftsbewusstein eine tragfähige Weltordnung schaffen kann. Dazu muss dem Begriff Solidarität wieder die Bedeutung verschafft werden, die man ihm in der Ära Willy Brandt zuerkannte. Nämlich Beistand für die Schwächeren und Benachteiligten. Also nicht Gehorsam in einer in Gut und Böse gespaltenen Welt. Sondern umgekehrt kritisches Engagement für eine gerechte und ebenbürtige Gemeinschaft aller.

ngawas
21.12.2011, 14:55
Gut, machen wir weiter und orientieren uns an solchermassen aufgestellten Ärzten.
Danke, Hans, dass du hier mitmachst.
Grüsse aus HH,
Rudolf

Ich danke Euch beiden dafür, H-E. Richter ist auch mir immer eine Leitfigur gewesen.
Dieter