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Reinardo
21.12.2011, 13:04
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Aus Sorge um Spanien (2), Reinardo<o:p></o:p>
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Sehen wir einmal ab von der Arbeitslosigkeit, dann ist Spanien mindestens langfristig in einer besserer Position als Deutschland, obgleich es vordergruendig anders aussieht. <o:p></o:p>

Die mit absoluter Mehrheit gewaehlte Parti Popular und Mariano Rajoy sind in einer starken Position, haben freie Hand zum Regieren. <o:p></o:p>
Deutschland hingegen hat eine schwache Regierung. Die Koalition ist nicht stabil. Ihre Finanzpolitik ist nicht national, sondern auf Europa ausgerichtet, obgleich sich erst noch erweisen muss, ob das realistisch und nicht doch illusionaer ist.. Wie schwach die deutsche Regierung wirklich ist, zeigt sich schon darin, dass sie trotz guter Konjunktur es nicht geschafft hat, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen und sogar gezwungen ist, neue, zusaetzliche Schulden zu machen. Der deutsche Finanzminister ermahnt uns, Haushaltsdisziplin zu wahren, ist aber selbst ausserstande, uns dies vorzumachen..<o:p></o:p>

In Spanien ist die Opposition auf Jahre ruhiggestellt, bei richtiger Politik mindestens fuer zwei Legislaturperioden. <o:p></o:p>
Deutschland hingegen hat eine starke Opposition. Ihr Fuehrungspersonal draengt zwar an die Macht, kann ueberzeugende Alternativen aber nicht aufzuzeigen und ihr finanzwirtschaftliche Kompetenz steht in Frage. Schliesslich war es eine Regierung der heutigen Opposition, welche als erste in Europa die Stabilitaetsregeln fuer den Euro brach.<o:p></o:p>

Psychologisch kann unser Praesident , weil es um die Zukunft Spaniens geht, bei Reformen und Notlagen von uns Patriotismus einfordern, waehrend die deutsche Regierung mit ihren Zahlungen und Garantien fuer fremde Staaten, wie das Beispiel Griechenland gezeigt hat, bei der deutschen Bevoelkerung auf Unbehagen und Ablehnung stoesst.<o:p></o:p>

Schliesslich ist das politische System in <st1:place w:st="on"><st1:PlaceName w:st="on">unserem</st1:PlaceName> <st1:PlaceType w:st="on">Land</st1:PlaceType></st1:place> dynamischer, freier, transparenter. In <st1:place w:st="on"><st1:PlaceName w:st="on">unserem</st1:PlaceName> <st1:PlaceType w:st="on">Land</st1:PlaceType></st1:place> wissen die Menschen, wofuer die Parteien stehen, es gibt Alternativen. In Deutschland gibt es kaum noch Unterschiede zwischen den Parteien und es ist schwer, unbeliebte oder unfaehige Politiker loszuwerden. Richtige politische Entscheidungen sind durch Tabus verstellt, Sprachregelungen bestimmen die Diskussion zwischen Regierenden und Regierten. Zudem ist unsere Bevoelkerung nicht verwoehnt und wird in Notlagen eher bereit sein, Einschraenkungen hinzunehmen als die an hohe Loehne und Sozialleistungen gewohnten Deutschen.<o:p></o:p>

Vergessen wir auch nicht, dass die finanziell bessere Position Deutschlands gegenueber <st1:place w:st="on"><st1:PlaceName w:st="on">unserem</st1:PlaceName> <st1:PlaceType w:st="on">Land</st1:PlaceType></st1:place> nur eine relative ist. Der Unterschied besteht nur darin, dass Deutschland sein Kreditlimit in den Maerkten noch nicht erreicht hat, aber auf dem Wege dahin sich befindet. <o:p></o:p>

Wer ist Mariano Rajoy? Welchen Herausforderungen sieht er sich gegenueber?<o:p></o:p>
Es existieren ueber Rajoy eine vom Journalisten Graciano Palomo verfasste nicht autorisierte Biographie mit dem Titel “El Hombre Impassible” sowie eine von Rajoy selbst verfasste Schrift “En Confianza”. Jedoch finden wir in Epoca, der Sonntagsbeilage von <st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gaceta">La Gaceta</st1:PersonName> vom 27. November 2011, einen ausfuehrlichen, mit Bildern versehenen Bericht ueber den Menschen Rajoy und seine Familie, ueber sein bisheriges Leben. Wenige Zitate reichen aus, um uns ein Bild von ihm zu machen. <o:p></o:p>
Rajoy entstammt einem seit Generationen mit Grundbuch- und Rechtsangelegenheiten befassten Clan. Er ist Politiker geworden entgegen dem Rat seines Vaters:“No Mariano,no. Esto no es vida para ti. . lleno de cuchilladas, navajazos, sinsabores, traiciones. Tu eres registrador y tienes un magnifico futuro profesional y economico” (Nein Mariano, nein. Das ist kein Leben fuer Dich … voller Messerstecherei, Gehaessigkeiten und Verrat.. Du bist Registrator und hast eine vortreffliche Zukunft, beruflich und wirtschaftlich)<o:p></o:p>
Rajoy verdankt seinem Vater sehr viel, sieht sich ihm sehr aehnlich, beschreibt ihn als einen Perfektionisten, zurueckhaltend und sehr klug. Ueber sich selbst schreibt Rajoy:“Mi filosofia personal se resume en tener sensatez, razonar, pensar las cosas con calma e entender al otro, hablarle de lo que nos une mas que de lo que nos separa”. (Meine Philosophie ist es, einen kuehlen Kopf zu bewahren, ueber die Dinge ruhig und vernuenftig nachzudenken, zuzuhoeren und mit Anderen mehr ueber die Dinge zu sprechen, die uns verbinden und weniger ueber das, was uns trennt).<o:p></o:p>
Der Eindruck, den wir von Mariono Rajoy bekommen, ist gut. Die Verbundenheit mit seiner Familie – er ist verheiratet und hat zwei Soehne – sein Lebenslauf, seine klare Sprache, seine Zurueckhaltung in der Oeffentlichkeit, das alles macht ihn sympathisch und wir koennen hoffen, dass er unser Land erfolgreich durch die Krise fuehren wird..<o:p></o:p>

Werfen wir zuerst einen Blick auf gesellschaftliche Veraenderungen, die sich in Spanien vollziehen, nachdem in den letzten Jahren die Partei der Sozialisten unter Zapatero die Richtung bestimmt hatte. Hier tut sich fuer die nun regierende Parti Popular ein Nebenkriegsschauplatz auf, und es kann erwartet werden, dass seine Anhaenger Rajoy draengen werden, einige der von Zapatero vollzogenen Veraenderungen im Lande zurueckzunehmen. Was sich vollzieht, ist eine Art Kulturkampf, der Abwehrkampf einer spanischen Traditionen und konservativen Werten anhaengenden Elite gegen die von der Partei Zapateros ausgehenden Bestrebungen, aus Spanien ein “modernes” Land und aus den Spaniern “fortschrittlich gesinnte” Menschen zu machen. Werfen wir einen Blick zurueck in unsere Geschichte, dann hat es zu Beginn des Buergerkriegs ein aehnliches Szenarium gegeben, nur haben der Krieg und seine Brutalitaeten in den folgenden Jahren den Zweck der franquistischen Rebellion entheiligt.<o:p></o:p>

Geschlossen weigern sich die medizinischen Dienste der Extremadura, Abtreibungen durchzufuehren. Das Recht zur Verweigerung gibt ihnen das am 5. Juli 2010 von der Ministerin fuer Gleichberechtigung erlassene Gesetz ueber Abtreibungen nach einer Fristenregelung. Die Aerzte weigern sich sogar, abtreibungswilligen Frauen den Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft mitzuteilen, weil sie darin eine Mithilfe sehen. <st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gaceta">La Gaceta</st1:PersonName>, 9.12.2011. <o:p></o:p>
Am 14.12.2011 schreibt <st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gacete">La Gacete</st1:PersonName> auf seiner Titelseite, dass dieses Gesetz (ley Aido) zu 113.000 zusaetzlichen Abtreibungen gegenueber dem Vorjahr gefuehrt hat und kommentiert dies entsprechend.<o:p></o:p>
In <st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gaceta">La Gaceta</st1:PersonName> vom 16.12.2011 findet sich der offene Brief eines 14-jaehrigen Maedchens (Ana Vera, Malaga) an Mariano Rajoy, das von der Regierung Zapatero beschlossene Gesetz ueber Abtreibungen rueckgaengig zu machen.<o:p></o:p>

Ein mit Geldern aus dem europaeischen Sozialfonds finanzierter und verteilter Katalog des Instituto Andaluz de <st1:PersonName w:st="on" ProductID="la Mujer">la Mujer</st1:PersonName> gibt genaue Anweisungen, wie man spanisch sprechen und schreiben muss, um nicht sexistisch zu sein. Beispiele:<o:p></o:p>
Es ist sexistisch zu sagen: el jefe, weil auch eine Frau leitend taetig sein koennte. Stattdessen ist zu sagen: la jefatura.<o:p></o:p>
Es ist sexistisch zu sagen: el solicitante, weil auch Frauen Antraege stellen koennen.. Es ist nicht sexistisch zu sagen: las personas solicitantes.<o:p></o:p>
Es ist sexistisch zu sagen: los profesores y alumnos<o:p></o:p>
Es ist nicht sexistisch zu sagen: la comunidad escolar<o:p></o:p>
Grundsaetzlich ist bei allen Kollektiven, welche aus Menschen beiderlei Geschlechts bestehen, eine geschlechtsneutrale Wortwahl zu treffen.<o:p></o:p>
<st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gaceta">La Gaceta</st1:PersonName> 8.12.2011<o:p></o:p>

Und es gibt dann noch die Probleme des Separatismus, des Terrornetzes der ETA und der Korruption mit ihren jeweiligen medialen Kampagnen Dem einst angesehenen Politiker Camps, kurz zuvor mit absoluter Mehrheit gewaehlt, wurde ein massgeschneiderter Anzug zum Verhaengnis. Seit Monaten lesen wir in den Zeitungen fast taeglich Nachrichten ueber Ausmass und Fortgang der Affaere.<o:p></o:p>

Nun noch einige Bemerkungen zum juengsten Krisengipfel der EU.<o:p></o:p>
Es ueberschlugen sich in den spanischen Zeitungen, sogar in der im allgeneinen eher kuehl kommentierenden <st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gaceta">La Gaceta</st1:PersonName>, die Lobreden auf die deutsche Kanzlerin und ihre Erfolge bei den Verhandlungen. <st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gaceta">La Gaceta</st1:PersonName>: “Merkel salva al euro y fuerza a que Cameron separe al Reino Unido de <st1:PersonName w:st="on" ProductID="la UE. Ein">la UE. Ein</st1:PersonName> Blick auf die Titelseite der hier erhaeltlichen, leider ueberteuerten, Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeigte die gleiche Euphorie. Aus der deutschen Kanzlerin No war ueber Nacht eine “Eiserne Kanzlerin” geworden: La canceller de hierro.<o:p></o:p>
Aber schon auf der Innenseite von <st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gaceta">La Gaceta</st1:PersonName>, dieser fuehrenden spanischen Wirtschaftszeitung, finden sich im Editorial Zweifel und Vorbehalte. Was ist denn mit strukturell bedingten Haushaltsdefiziten und bei schwerer Wirtschaftskrise? Und am 12.12.2011 veroeffentlicht <st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gacete">La Gacete</st1:PersonName> einen Beitrag von Rafael L. Bardaji, worin er schreibt: “Y, sin embargo, David Cameron ha hecho lo correcto” (..und trotz allem hat David Cameron es richtig gemacht).<o:p></o:p>
Wir mussten nach <st1:City w:st="on"><st1:place w:st="on">Maastricht</st1:place></st1:City> die Erfahrung machen, dass Vertraege auf europaeischer Ebene nur den Wert von Absichtserklaerungen haben. Die bei Vertragsabschluss im Amt befindlichen Regierungen versprechen sich etwas, mehr ist das nicht. Die Einhaltung der “Vertraege”laesst sich nicht erzwingen. Bussgelder wuerden Laender treffen, die ohnehin nicht zahlen koennen, und man kann Defizitsuendern schliesslich auch nicht den Krieg erklaeren. Schon die Durchfuehrunsbestimmungen dieser Vertraege werden Moeglichkeiten aufzeigen, wie man sie umgehen oder zu Lasten der Gemeinschaft aushebeln kann, wenn eine Regierung Geld braucht. Und Regierungen brauchen immer Geld. Was wuerde denn . passieren, wenn Amerika dem <st1:place w:st="on"><st1:country-region w:st="on">Iran</st1:country-region></st1:place> den Krieg erklaerte und die NATO-Laender diesen mitfinanzieren muessten?<o:p></o:p>

Juan Ramón Rallo, Nationaloekonom und Gruender des Instituto Juan de Mariana, schreibt zu den Aussichten, dass diese Beschluesse auf laengere Sicht Bestand haben werden, in <st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gaceta">La Gaceta</st1:PersonName> vom 15.12.2011 einen ironischen Kommentar “Los hijos pródigos vuelven a Maastricht” (Die verlorenen Soehne kehren zurueck nach Maastricht). Nach Analyse der Beschluesse zitiert er aus der antiken Geschichte den Horaz “Grecia vencida conquistó a su fiero vencedor”. Das von den Roemern besiegte Griechenland eroberte mit seiner sanften und schoenen Kultur die wilden Roemer. Also, wir in Spanien koemmten es den charmanten und lebensfrohen Italienern ueberlassen, den Pacto Fiscal der Merkel und ihres Finanzministers aufzuweichen und die strengen Deutschen verfuehren. mitzumachen bei der suessen Lust des Schuldenmachens.<o:p></o:p>
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Fuer</st1:PlaceName> <st1:PlaceName w:st="on">unser</st1:PlaceName> <st1:PlaceType w:st="on">Land</st1:PlaceType></st1:place> sind die Beschluesse zunaechst von Vorteil, weil wir als Nehmer-Land weiter Geld bekommen werden. Rajoy hat ihnen folgerichtig auch zugestimmt und auf moegliche Veto-Rechte bei der Zuteilung von Finanzhilfen verzichtet. Wir haben keinen Grund zum Klagen. Die damit verbundenen Auflagen werden hilfreich sein, wenn es darum geht, Reformen durchzusetzen und innenpolitisch Proteste abzuwehren. Das gilt aber nur kurz- und mittelfristig.<o:p></o:p>

Fuer Deutschland bedeuten die Beschluesse, den Weg freigegeben zu haben fuer Eurobonds, der folgerichtig naechste Schritt zu “mehr Europa”. Der Weg ist auch frei geworden fuer direkte Interventionen der Europaeischen Zentralbank, denn, wie Mario Draghi, der Praesident der BCE gesagt hat, “Si hay Pacto Fiscal, habrá nuevas medidas de apoyo monetario”. Man hat nun den Pacto Fiscal (auf Papier). <o:p></o:p>

Der Kurs der BCE macht in Spanien Hoffnung auf eine Wende in der Krise. Man spricht von einer bald moeglichen Paritaet des Euro zum Dollar und sagt, dass Europa fuer seine Gesundung einen „weichen“ Euro brauche, keinen „harten“, wie die Deutschen ihn wollen. (<st1:PersonName w:st="on" ProductID="La Gaceta">La Gaceta</st1:PersonName> 19.12.2011).<o:p></o:p>

Es ist dies natuerlich das Ende der einst von den Gruendern der Waehrungsunion als heilig und unantastbar verkuendeten Unabhaengigkeit der Zentralbank von politischen Vorgaben und des Verbots direkter Finanzhilfen an zahlungsschwache Staaten. <o:p></o:p>

David Cameron hat sicherlich richtig getan, <st1:place w:st="on"><st1:PlaceName w:st="on">sein</st1:PlaceName> <st1:PlaceType w:st="on">Land</st1:PlaceType></st1:place> aus all dem herauszuhalten. Wie schon so oft in seiner Geschichte hat Grossbrittanien auch an dieser Wegscheide einen Mann zu stehen gehabt, der mit klarem Blick fuer <st1:place w:st="on"><st1:PlaceName w:st="on">sein</st1:PlaceName> <st1:PlaceType w:st="on">Land</st1:PlaceType></st1:place> die richtige Entscheidung traf.<o:p></o:p>

Wir, die wir Nationaloekonomie studiert haben und in der Lage sind, uns unabhaengig von Ruecksichtnahmen und politischen Vorgaben eine eigene, verlaessliche Meinung zu bilden, wissen natuerlich, wohin die Politik der „Rettung des Euro“ letztendlich fuehrt. Man wird es vielleicht schaffen, den Euro zu retten, aber es wird nicht viel mehr von ihm uebrig geblieben sein als sein Name.<o:p></o:p>

Auf Mariano Rajoy warten grosse Herausfordeungen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie er damit umgeht. Einen ersten Schritt hat er gestern mit der Verkuendung eines Reformpakets getan. Es lebe Spanien!<o:p></o:p>
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Reinardo<o:p></o:p>
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WenerR.
21.12.2011, 14:24
Hallo Reinardo,

Deine Ausführungen zu Spanien und zur deutschen Politik sind interssant und entsprechen Deiner politischen Meinung. Meine Meinung ist in vielen Punkten total abweichend. Ich werde jedoch mich hier nicht dazu äußern. Dir scheint entgangen zu sein, dass wir uns im Diskussionsforum Prostatakrebs befinden, da haben politische Diskussionen (ohne Bezug zum Thema Prostata-Ca) nach meiner Meinung nichts verloren. Suche Dir dazu bitte ein anderes Forum.

Nicht's für ungut und trotzdem "Frohe Weihnachten".
Werner

RuStra
21.12.2011, 14:44
...

Dir scheint entgangen zu sein, dass wir uns im Diskussionsforum Prostatakrebs befinden, da haben politische Diskussionen (ohne Bezug zum Thema Prostata-Ca) nach meiner Meinung nichts verloren. Suche Dir dazu bitte ein anderes Forum.



Und dir scheint entgangen zu sein, wie eng die Bekämpfung von Krankheiten bzw. der Versuch, wieder eine bessere Gesundheit zu bekommen, mit poltischen Bedingungen verknüpft ist.
Beispiel Abzocke der Wissenschaftsverlage, eben gerade wieder an Hand der neuesten Meldung über die Kombi-Therapie Zucker+Chemo diskutiert (ist dir auch entgangen?). Hier kannst du einen entsprechenden Artikel dazu lesen, (http://www.freitag.de/wissen/1139-geld-oder-wissen) vielleicht änderst du ja dann deine Meinung.

Im übrigen ist das hier nicht ohne Grund die Plauderecke, oder ist dir das auch entgangen?

dillinger
21.12.2011, 16:21
Hallo Reinardo

Bist Du jetzt Deutscher oder Spanier, oder Beides? [grins] (Du wirst sagen: ich bin Europäer)

zum Euro: Mir ist das Geld unsympathisch, die D-Mark lag besser in der Hand, vor allem das 5-Mark Stück [noch mehr grins]

Frohe Weihnachten Allen!

gruss, dillinger

vaukaa
21.12.2011, 18:32
Zweimal WIDERSPRUCH:

1. @Werner: Natürlich kann in der Plauderecke über Politik geredet bzw. geschrieben werden , dafür ist sie ja da. (Unter anderem) Und ruppig jemanden in ein anderes Forums zu verweisen, ist schon gar kein Stil.

2. @Reinardo: Man merkt die große Affinität zu der spanischen (Wahl-) Heimat. Das ist nichts verwerfliches und im übrigen sympathisch, weniger sympathisch ist allerdings das doch durchscheinende Mißvergnügen an deutschen Eigenschaften und Befindlichkeiten. Angela Merkel tut das einzig Richtige: Keine Eurobonds, (übrigens Konsens innerhalb der 26 bei dem letzten Gipfel) damit keine Aufweichung des Euros und schon gar kein Hin zur "süßen Lust der Schulden".

Dass die deutsche Regierung keinen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt hat, stimmt, aber sie hat Griechenland und wichtige deutsche, im übrigen auch ausländische Banken gestützt und zu guter Letzt haben wir auch noch die Neuen Länder mit dem Finanzausgleich. Das hat bis jetzt noch keine europ. Regierung, bzw. Bevölkerung zu stemmen gehabt.

Dass die Koalition momentan nicht stabil ist, ist richtig, als erkennbar schwach ist diese Regierung nicht zu bezeichnen. Und dass die deutsche Bevölkerung Unbehagen etc. empfindet ob der Bürgschaftslasten für das übrige Europa (auch für Spanien!!) kann ich nachvollziehen, aber dass die spanische Bevölkerung auch nicht gerade über Reformen jubelt, ist für mich auch evident. (Waren da nicht Demos in Madrid?!)

Die franquistische Revolution kann gar nicht entheiligt werden, denn dann muss sie vorher heilig gewesen sein und ernsthaft kann niemand bezweifeln, dass sich zur Durchsetzung des Faschischmus in Spanien zwei kriminelle Diktatoren Europas zusammen getan haben: Franco und Hitler; Guernica auch nicht vergessen, Reinardo!! Der Bürgerkrieg war ein großes Unglück für Spanien, Antonio Munoz Molino beschreibt das in einem Roman (La noche de los tiempos) sehr bildhaft.

Die fortschrittlichen Abtreibungsgesetze will ich nicht kommentieren, leider ist hier in Spanien ein dbzgl. Rollback zu konstatieren. Im übrigen macht die neue spanische Regierung nichts anderes als die alte, da die Zwänge (in wirtschaftliche Hinsicht) hierzu offensichtlich sind. Ich frage mich nur, warum Rajoy dafür 4 Wochen gebraucht hat!

Und dass die Briten jetzt am Katzentisch sitzen werden sie schmerzhaft merken, Kommentare selbst aus konservativen Fraktion (aus der liberalen sowieso!) waren auch schon zu lesen. De Gaulle hatte recht, GB gehört nicht in die EU. (Na, ja, das war jetzt etwas hart...)

Nein, Reinardo, lassen wir die Kirche im Dorf, bei aller Begeisterung über das jeweilige gewählte Domizil. Bleiben bzw. werden wir Europäer, behalten wir den Euro, er ist ein fantastisches Bindemittel der Völker in Europa. Und sorgen wir dafür, dass er stark bleibt und nicht schwach, denn das bedeutet Inflation und damit Aufzehrung sämtlicher "Altersgroschen", jedenfalls bei mir.

Frohe Weihnachten und ein friedliches, erfolgreiches europäisches (Euro-) Jahr 2012

Volker

skipper
21.12.2011, 19:03
Hallo Volker ,
schön wenn es so wäre , der Euro als Bindeglied- leider ist der Euro eher Sprengsatz für Europa , da es divergierende Wirtschaftsentwicklungen innerhalb der Eurozone gibt und schwächeren Staaten die Möglichkeit einer Abwertung ihrer Währungen genommen ist.
Ohne Aufgabe der nationalen Finanz-und Strukturpolitik werden die Spannungen im Euroraum zunehmen.(siehe Griechenland ) Momentan hält der Deckel auf dem Topf noch , da sehr viel Liquidität in die Märkte gepumpt wird - Verschuldet sind fast alle Staaten bis zur Halskrause , momentan bürgen die Länder mit noch etwas Luft(BRD,F.) für die Länder(z.Bsp Griechenland.....) bei denen die Kreditmärkte nein sagen. Gegen die Märkte wird das nicht mehr lange gutgehen.
Europa hat Konstruktionsfehler , solange diese bestehen bleiben wird durch Aktionismus nur Zeit gewonnen.

Außerdem sieht man bei unserem Bundespräsi Wulffi das Politiker nicht mit Geld umgehen können: der Mann war Ministerpräsident und steuert zur Finanzierung seines Eigenheims kein Eigenkapital bei . Leider kann man in fast allen Ländern einen dramatischen Verfall von Werten erkennen - und Spitzenpolitiker wie Wirtschaftsführer leben es vor.
Wie wohltuend hat sich da ein Mann wie Vaclav Havel abgehoben ! Der ist lieber ins Gefängnis gegangen als Werte wie Freiheit und Wahrheit zu verraten.
Sehe leider schwarz für Europa- verglichen mit Problemen in einigen Teilen Afrikas oder Asiens /Südamerikas leben wir allerdings noch immer im Paradies.
Frohe Weihnachten
Skipper

Hvielemi
21.12.2011, 19:16
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In Spanien ist die Opposition auf Jahre ruhiggestellt, bei richtiger Politik mindestens fuer zwei Legislaturperioden.

Werfen wir einen Blick zurueck in unsere Geschichte, dann hat es zu Beginn des Buergerkriegs ein aehnliches Szenarium gegeben, nur haben der Krieg und seine Brutalitaeten in den folgenden Jahren den Zweck der franquistischen Rebellion entheiligt.
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Heilige Rebellion!?

Vergiss nicht, dass in Deutschland das "Ruhigstellen" der Opposition schon nach 3 Legislaturperioden zum Untergang eines "1000-Jährigen" Reiches ausreichten und auch Spanien hat damals die Freiheit verloren unter brutalster Mithilfe der Legion Condor.

Es ist ausgesprochen beruhigend, dass im PP Falangisten wie Du in einer verschwindenden Minderheitsposition sind, und ebenso beruhigend ist es, dass die spanische Opposition immerhin noch Verfassungsänderungen blockieren kann. Das Königreich Spanien ist nach der von Juan-Carlos geleiteten Transition seit 1978 ein liberal verfasster Rechtsstaat.

Den Krebs des Faschismus kannst Du nicht mehr herbeischwätzen. Die Europäische Union ist eine hervorragende Therapie gegen Micrometastasen wie Dich.

Hvielemi

Schorschel
21.12.2011, 21:35
Hallo Reinhard,

ich habe Dich ja nun bei der FNAB-Aktion/Bliemeister persönlich kennen gelernt und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Du ernsthaft für General Franco schwärmst!?

Gibt es bei diesem Fachisten etwas zu "entheiligen"??

Denk' nur mal an Guernica und die Legion Condor...


Viele Grüße nach Berlin und/oder Moreira!

Schorschel

Norbert52
21.12.2011, 21:48
Was der Lehrer Schwabe hier so von von sich gibt stösst an die Grenzen des Erträglichen. Das hatten wir hier aber schon einmal mit ihm - da ging es um "die bösen Allierten" und die guten deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg. Pfui!