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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pause bei der intermittierenden HB, 2. Versuch



Friedhelm
17.09.2006, 09:50
Hallo Mitbetroffene

vor einiger Zeit habe ich diese Frage im Forum schon mal gestellt, aber leider keine Antwort erhalten. Daher nun der 2. Versuch.

Von möglichst vielen Lesern dieses Forums, die sich in der ersten Pause einer intermittierenden 3 - fachen Hormonblockade HB3 oder ADT3 befinden, oder eine solche hinter sich haben, hätte ich gerne mal folgende Infos:

1. Wie viele Monate dauert die Pause bisher?
2. Ist sie bereits beendet?
3. Wurde in der Pause eine Erhaltungstherapie gewählt? z.B. mit Proscar

Mir ist klar, dass die Antworten, ohne weiter Kenntnis der Pk - Historien, nur einen ganz groben Eindruck zur 3 - fachen Hormonblockade wieder geben können.

Trotzdem Danke für Eure Antworten

Alles Gute

Friedhelm

Gerd´42
17.09.2006, 18:48
Hallo Friedhelm,

Ich mache zur Zeit den 2. Zyklus DHB und möchte Deine Fragen beantworten sowie ein paar Erfahrungen beisteuern.

Zu Deinen Fragen 1 und 2: Meine Pause zwischen 1. und 2. Zyklus betrug 16 Monate.

Zur Frage 3: Ich nahm immer Proscar oder Avodart, später sogar Avodart plus 2 x Proscar (als ich die Proscar-Halbwertszeit von lediglich 6 Stunden erfuhr).

Noch kurz zu mir:

1. Zyklus DHB, 15 Monate, von Juni 2003 mit PSA = ca. 75ng/ml, bis September 2004 mit PSA = 0,153.

In der anschließenden Pause sank im November das PSA auf den Nadir von 0,095 - 3 Monate nach letztem Casodex und 5 Monate nach letzter Trenantone, also 2 Monate nach 1. Zyklus,

Dann stiegen Testosteron und PSA zügig. Den 2. Zyklus begann ich im Februar 2006 bei PSA = 67,77ng/ml.


Mir fielen folgende Entscheidungen besonders schwer:

1. Wann mit dem 1. Zyklus aufhören?

Weitermachen, solange das PSA sinkt oder nach 12-13 Monaten aufhören wegen der Gefahr, resistent/refraktär zu werden und daß das Testosteron nicht wiederkommt?

Aus heutiger Sicht würde ich (!) ein paar Monate weitermachen.

2. Was alles tun in der Pause, deren Dauer ja Lebensdauer ist? Ich nahm:

Medikamente: Fosamax, später Zometa; wöchentlich Rocaltrol 3,5mcg, täglich Doxazosin 2mg, Vitamin D3 + Ca + Mg + Zn, Celebrex 1x200mg + etwas Aspirin,

Ergänzungen: Tomatenpaste/-saft mit Öl und Pfeffer, Rote Bete Saft mit Apfelessig, Vitamin E komplex, Selen, viele farbige Früchte und Gemüse, Öl fast ausschließlich von Oliven, Vollkorn, kein "rotes" Fleisch;

Kieser-Krafttraining gegen Muskelverlust, damit für Stärkung der Selbstheilkräfte bzw. des Immunsystems und gegen Fatique sowie die vorhandene Osteoporose

3. Wann wieder mit Hormonblockade, mit 2. Zyklus, anfangen?

Die Pause soll ja lang sein. Das wieder vorhandene Testosteron soll die hormonempfindlichen Zellen wiederaufleben lassen - zu Lasten der unempfindlichen Zellen. Hauptgefahr ist die Bildung von Metastasen. Da PET/CT und MRT aber keine Metastasen nachwiesen, erlaubte ich mir, die Pause maximal zu verlängern - bis das PSA fast den Anfangswert erreichte.

Das ist aber nicht allgemein empfehlenswert.

Bei welchem PSA der 2. Zyklus begonnen werden sollte, dazu wurde ja im Forum schon viel Kluges gesagt, besonders von den Urologen F.S., F.E. und von Ralf.

4. Was im 2. Zyklus tun?

Der verspätete Nadir im 1. Zyklus läßt vermuten, daß Casodex schon die Front gewechselt hatte. Deshalb zum LHRH dieses Mal Nizoral (Ketoconazol). Nizoral scheint sehr wirksam, wenn sorgsam damit umgegangen wird. Dazu schrieb ja Jürg einen ausgezeichneten Erfahrungsbericht. (Die Alternative zu Nizoral, Orimeten, wurde im März 2006 "aus wirtschaftlichen Gründen" vom Markt genommen.)

Seit Juni 2006 mit PSA = 0,75 stieg mein PSA auf 1,46ng/ml (im August), bei Testosteron 0,288ng/ml. Sehr interessant ist, daß Dr. Tucker dennoch riet, mit einer Chemo, auch als Niedrigdosis, zu warten.

Soweit der Beitrag - von Gerd ´42

RalfDm
17.09.2006, 22:02
Hallo Friedhelm,

Zu 1.: Bei mir dauert die Pause jetzt 54 Monate. Meine Ausgangssituation Ende 2000 war:
aPSA 12,2 ng/ml, GS 3+3 (Zweitbefund Helpap), T2b.
DHB mit Trenantone/Enantone, Flutamid und Proscar von Dezember 2000 bis März 2002 (im ersten Monat noch ohne Proscar, auch deshalb Verlängerung auf 15 statt 13 Monate).
Zu 2.: Es könnte sein, dass die Pause sich jetzt ihrem Ende zuneigt. Der letzte PSA-Wert war 8,6 ng/ml.
Zu 3.: Ich mache eine Erhaltungstherapie, anfänglich mit Proscar, später mit Avodart.

Ralf

Friedhelm
18.09.2006, 14:51
Hallo Ralf, hallo Gerd,

herzlichen Dank für Eure Antworten.
Dir Gerd ein besonderes Danke dafür, dass Du auch Deine Überlegungen zur weiteren Vorgehensweise sehr ausführlich mitgeteilt hast.

Ich hoffe noch auf weiter Antworten.

Euch beiden alles Gute

Friedhelm