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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ergebnis der Biopsie steht fest



Gerhard Lothar
20.02.2012, 15:41
Heute hat mein Mann die Ergebnisse der Biopsie bekommen, ich schreib mal auf, was auf dem Zettel steht:

Bericht über die Pathologisch-anantomische Begutachtung
Vorbefunde: H/97/49942 (was immer das auch bedeuten soll)

Material/klinische Angaben:
Prostatabiopsien bds. - PSA 5 ng/ml- PCA? /ba-ke

Makroskopischer Befund:
1. bis 6 re,; 7 bis 12. li (lateral apical, lateral medial, lateral basal, medical apical, medical medial, medial basal): jweils ein bis 15, 18,10.20,10.10.20,15,8,15,17,19 mm langer Gewebezylinder.
Aufarbeitung in Stufenschnitten.

Mikroskopischer Befund:
1. bis 12. Hier auf erschöfenden Stufenschnittel jeweils ein gleichartiger Befund. Auf Stufenschnitten Prostatagewebe mit unauffälligen fibromuskulärem Stroma und Profilarten endopapilär aufgefalteter, drüsiger Formation, die von hochprismatischen Epithelien mit hellem Zytoplasma und polar angeordneten Kernen gebildet werden. Keine Atypen, Stellenweise geringgradige kleinherdige unspezifische Rundzellenfiltrate. (was bedeutet das, kann mir das bitte jemand erklären?)

Pathologisch-Anatomische Diagnose:
1 bis 2 Zwölf Stanzzylinder aus unterschiedlichen Prostataregionen mit unauffälligem Prostatagewebe. Kein histologisches Korrelat für die mitgeteilte PSA-Erhöhung, kein Nachweis eines Prostatakarzinoms.

So weit hört bzw. liest sich das doch ganz gut oder ? Allerdings kann ich mit den verschiedenen medizinischen Ausdrücken nichts anfangen.

LG Renate (Frau von Gerhard, Lothar)

tom aus lu
20.02.2012, 15:56
Hallo Renate,

in den Stanzen wurde kein Krebs gefunden, was nicht heißt es ist kein Krebs vorhanden. Eine Blindbiopsie kann leider nicht alle Bereiche einer Prostata erfassen. Bei weiter hohem PSA bleibt wieder ein Restrisiko und es wird in einigen Monaten wieder eine Biopsie geben. So kann eine Prostata auch zerstört werden (tut mir Leid wenn es etwas zu bissig ist).

Es wurde mal wieder eine Biopsie umsonst gemacht, die Kasse eines Urologen mehr gefüllt. Sorry, so sieht es aus. Es wäre einfach nur gut wenn Dein Mann sich hier beteiligen würde und sich dem Problem direkt stellen.

Welche Risiken Biopsien haben, wurde in einem anderen Thread ja schon ausführlich erläutert.

Gruß aus Lu

Tom

Gerhard Lothar
20.02.2012, 19:00
Hallo Renate,

in den Stanzen wurde kein Krebs gefunden, was nicht heißt es ist kein Krebs vorhanden. Eine Blindbiopsie kann leider nicht alle Bereiche einer Prostata erfassen. Bei weiter hohem PSA bleibt wieder ein Restrisiko und es wird in einigen Monaten wieder eine Biopsie geben. So kann eine Prostata auch zerstört werden (tut mir Leid wenn es etwas zu bissig ist).

Es wurde mal wieder eine Biopsie umsonst gemacht, die Kasse eines Urologen mehr gefüllt. Sorry, so sieht es aus. Es wäre einfach nur gut wenn Dein Mann sich hier beteiligen würde und sich dem Problem direkt stellen.

Welche Risiken Biopsien haben, wurde in einem anderen Thread ja schon ausführlich erläutert.

Gruß aus Lu

Tom

Ich werde es ihm mal sagen, aber ich denke mal eher, er wird es nicht tun, er vertraut dem Ergebnis. Er soll im Juli wieder zum Bluttest. Er hat sich ja auch geweigert, eine zweite Meinung einzuholen. Ich kann nichts mehr machen im Moment. Werde mich hier auch nun erst mal ausklinken, da ich mich sonst zu sehr verrückt mache und Panik ohne Ende bekomme, wenn ich lese, dass das alles umsonst gewesen sein soll, dass die Biopsie nichts aussagt über Krebs oder kein Krebs :-(. Hab halt einfach Angst um meinen Mann. Gruß Renate

tom aus lu
20.02.2012, 22:26
Hallo Renate,

wenn Dein Mann sich nicht mit dem Thema beschäftigen will dann tut es mir für Dich und für Ihn Leid, aber es ist seine Entscheidung.

Dieses Forum kann nur Vor- und Ratschläge geben sich kritisch mit sich, der Erkrankung und der Behandlung auseinanderzusetzen. Dieses Forum ist aber nicht da um jemanden an den Bart zu reden, sondern kontrovers über ein sonst todgeschwiegenes Thema zu diskutieren. Da gehören leiden auch mal unliebsame Aussagen dazu.

Wenn Dein Mann sein Vertrauen in seinen Urologen gefunden hat und ihm bedingungslos glaubt, dann ist es erst einmal der einfachste Weg. Aber bei allem geht es um ihn und ausschließlich nur um ihn!

Ich hoffe Dein Mann findet noch die Kurve und kommt aus den Puschen, informiert und beteiligt sich hier an Diskussionen und Ratschlägen zu Alternativen, Standards oder auch nur zum reden über kleinen Alltagssorgen.

Du solltest dich aber auch nicht verrückt machen lassen. Die Prostata eines Mannes ist schon ein eigenwilliges Organ (so wie wir Männer halt sind, sagt meine Frau). Launen sind da inbegriffen und ein hoher PSA Wert muss noch lange kein Krebs sein. Wichtig ist dein Mann bleibt am Ball und steckt den Kopf nicht gänzlich in den Sand. Abschließend kann man aber nur den Rat geben auch mal einen anderen Urologen um eine Meinung bitten, schaden kann es erstmal nicht.

Liebe Grüße aus Ludwigshafen am Rhein

Tom

cligensa
21.02.2012, 10:51
Liebe Renate,
wahrscheinlich ist Dein Mann viel näher an der Wirklichkeit als jede Krebsangst.
Ganz entscheidend für ein weiteres Vorgehen ist das Alter Deines Mannes - ist er 47 oder 74 Jahre alt.
Im letzteren Bereich würde ich an seiner Stelle nur noch ab und zu (halbjährlich?) einen PSA-Test machen und diese Werte fein säuberlich in Spalten oder in einem Diagramm aufzeichnen. Von der statistischen Wahrscheinlichkeit her ist sogar Nichtstun und Vergessen ein sehr sinnvoller lebensfroher Umgang mit einer möglicherweise unbegründeten Sorge.
Ein einzelner PSA-Wert sollte niemals zu einer urologischen Maßnahme führen, auch nicht zu Biopsie, aber welcher Urologe mag seine Wahre schon unter dem Ladentisch halten, er will verkaufen.
Nur eine PSA-Entwicklung mit mehreren Zahlen und über einen längeren Zeitraum kann etwas mehr aussagen. Ältere Männer haben meist einen etwas höheren PSA-Wert und auch entzündliche Vorgänge selbst außerhalb der Prostata können dazu beitragen.
Kümmere Dich nicht zu sehr um die hier geäußerten persönlichen Meinungen verschiedener Ratschläger.
Wenn Dein Mann das nicht mag, was ich hier geschrieben habe, dann kümmere Dich selbst nicht um meine Meinung. Er ist wichtig und Eure Gemeinsamkeit.
Ich wünsche Euch einen frohen Frühling 2012 mit gesunder Ernährung und viel gemeinsamer :-) Bewegung.
Christian

silver dollar
21.02.2012, 13:26
Hallo Renate,
die genannten medizinischen Bezeichnungen sind Lagbezeichnungen, Details kannst Du hier finden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Anatomische_Lage-_und_Richtungsbezeichnungen
ansonsten würde ich vorschlagen nach der Biopsie ganz einfach erst 1/4 jährlich und dann in längeren Zeiträumen den PSA zu verfolgen. Wenn der sich nicht drastisch verändert dann einfach
das Leben geniessen

Gerhard Lothar
21.02.2012, 14:33
Danke für die Antworten: Nochmals kurz dazu: Mein Mann ist 57 Jahre alt. Und es wurde nicht sofort eine Biopsie gemacht, sondern erst eine intensive Ultraschalluntersuchung ohne Ergebnis, dann einige Male der PSA-Wert getestet, der Anfangs auf 5,4, nach dann auf 7,0, dann nach einer weiteren Blutuntersuchung und Antibiothika wieder auf 5,o runter ist. Und kontrolliert wird das nun vierteljährlich.

Gruß Renate

tom aus lu
21.02.2012, 15:02
Hallo Renate,

nochmals, die Biopsie sollte das letzte Glied in einer diagnostischen Kette sein. Ein Quasi Beweis eines Verdachtes. Daher sind die Stanzen ja auch negativ (also keine Krebszellen) oder positiv (Krebszellen vorhanden). Hier das Ganze nochmal verständlich: http://www.prostatazentrum-berlin-mitte.de/46,0,prostatastanzbiopsie,index,0.php

Der erhöhte PSA Wert deines Mannes kann verschiedene Ursachen haben. Es kommt nicht nur auf die Größe des Organes an sondern auch des "allgemein" Zustandes. Auch Tätigkeiten vor der Entnahme Fahrradfahren, Sex usw. können den Wert verfälschen. So können chronische Entzündungen den PSA Wert auch nach oben treiben. Als Grenzwert werden allgemein Werte über 4ng/ml als verdächtig angesehen und bedürfen einer weiteren Abklärung. In jüngeren Jahren wird ein Wert bereits über 2ng/ml grenzwertig betrachtet. Dein Mann ist da sicherlich dazwischen.

Ich habe das schon anhand meines Schwiegervaters erklärt der einen individuellen PSA Wert wie eine Achterbahn hat. Im Winter meist über 5, im Sommer um die 4. Dieser wird halbjährlich kontrolliert, eine Biospsie hat sein Urologe aber noch nie in Betracht gezogen, da sonst keine weiteren Anhaltspunkte für einen Krebs vorhanden sind.

Über deinen Mann weiter zu beraten wäre anmaßend da wir ja sonst keine Informationen haben. Es wäre zum Beispiel ja auch Interessant ob er die Diagnostik auf eine chronische Prostatitis schon durchlaufen hat usw...

Die weitere Kontrolle des PSA Wertes in regelmäßigen Abständen ist sicherlich indiziert, über den Rest können wir nur spekulieren.

Ich klinke mich jetzt hier aus. Ich wünsche euch alles Gute weiterhin, vielleicht findet dein Mann irgendwann doch noch den Weg hier ins Forum.

Tom

Willi 46
22.02.2012, 15:12
Auch meine PSA Werte "fahren Achterbahn"! Gibt es Messfehler, bzw. Fehler bei der Lagerung oder beim Transport des Blutes zum Labor?
Bei mir soll der PSA Wert nach 8,2 auf 7,1 gefallen und dann innerhalb von zwei Monaten von 10,1 auf 4,7 gesunken sein, und das im selben Labor, (siehe Profil). Der Arzt meinte, die Größe der Prostata (über 100 ml) ließe Schwankungen deutlicher ausfallen. sein Vorschlag: Neue PSA Messung in einem anderen Labor, ggf. erneute Biopsie...

juni1970
22.02.2012, 17:33
Hallo,

bei mir waren konventionelle Ultraschalluntersuchungen auch Ergebnislos, aber ein sogenannter Histoscan hat geholfen den Tumor vor der Biopsie zu lokalisieren sodass sie gleich beim ersten Mal positiv war. Immerhin wurden 24 Stanzen genommen von denen nur 2 positiv waren, also eine ziemliche Herausforderung.
Ein Histoscan ist ein 3-D Bild der Prostata das aus drei Ultraschall Aufnahmen unter verschiedenen Winkeln per software zusammengesetzt wird. Es kostete 450Eur extra, eine kleine Investition wenn man bedenkt dass mir bei einer negativen Biopsie aber weiter erhoehten PSA Werten weitere Biopsien bevorgestanden haetten. Meine private Krankenkasse hat es uebernommen. Das ganze war an der Uniklinik Kiel wo man mit der Diagnostik recht gut zu scheint. Mit der Einfuehlsamkeit bei der Mitteilung des Befundes haperte es allerdings sehr, und fuer die OP bin ich dann in die Martiniklinik in Hamburg gegangen .....

Gruss,
Jan