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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Fachärzte könnenn DHB-Therapie verabreichen?



ganther
25.09.2006, 14:31
Liebe Forumsteilnehmer,
für das PLZ-Gebiet 478.. hätte ich gerne gewußt, welche Fachpraxen mit einer DHB Erfahrung haben.
Erbitte Antworten über meine E-mail.
Gruß, ganther

Reinardo
27.09.2006, 18:17
Hallo ganther.
Meine persönlichen Erfahrungen will ich Dir gerne noch per Email schreiben.

Wenn Du nach einem Facharzt suchst, der mit der DHB Erfahrung hat, wirst Du allerdings wahrscheinlich eine Enttäuschung erleben.
Urologen sind gehalten, den Urologischen Behandlungsrichtlinien entsprechend die Prostatektomie als Therapie der ersten Wahl anzubieten, ersatzweise eine der anerkannten Bestrahlungstherapien. Nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten wird er Medikamente des Androgen-Entzugs als Ersttherapie verschreiben. Hierzu zählen Casodex 50 ng und Zoladex-Spritzen, anstelle von Casodex evtl. Flutamid oder ein gleichwertiges Medikament.
Die Medikation der DHB ist damit nur unvollkommen abgedeckt. Es fehlen Proscar und weitere 100 ng Casodex, die allerdings sehr teuer sind. Diese zusätzlichen Medikamente darf der Arzt zwar verschreiben, er riskiert aber, in Regress genommen zu werden, und wird sich deshalb schwer tun, sie zu verschreiben.
Ich habe anstelle von Casodex das verschreibungsfähige aber unbequemere Flutamid genommen und brauchte dann nur noch Proscar (ca. 50 Eur mtl. Im Ausland die Hälfte) selber zu bezahlen.
Soweit zur Medikation.

Die Urologen haben allgemein mit der DHB kaum Erfahrungen. Sie gilt als "experimentell", und es gibt Urologen, für die der Name "Leibowitz" ein ebensolches rotes Tuch ist wie ehemals der Name "Hackethal". Es gibt aber auch Urologen (wie den meinigen), welche anlässlich der vierteljährlichen Messungen die Therapie wohlwollend begleiten und überrascht darüber sind, wie gut sie wirkt. Ich glaube, einen solchen Arzt zu finden ist das Optimalste, was Du erreichen kannst.

Du solltest auch wissen, dass die Veteranen in diesem Forum, welche die DHB nach dem Therapieprotokoll Leibowitz für sich selbst gewählt und in Deutschland bekannt gemacht haben, die Therapie ihrer Krankheit selber managen. Sie haben sich nach ihrer Diagnose das hier insbes. Im KISP-Forum niedergeschriebene Wissen angeeignet, holen sich zwar professionelle Beratung, treffen ihre Entscheidung aber weitestgehend selbst. Und fahren gut damit.

Mehr kann ich Dir hierzu nicht schreiben.

Gruss und alles Gute, Reinardo