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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erhöhte PSA-Werte nach BCG-Instillation



Jan E.
28.08.2012, 10:53
Ich bin neu hier (Alter 65) und begrüße hier alle recht herzlich. Ich habe hier schon einiges gelesen aber nicht gefunden, was auf meinen Fall zutrifft. Ich möchte deshalb jetzt um folgenden Rat bitten.
Meine PSA Werte sind nachweislich seit ca. 1 Jahr erhöht (um die 10, siehe anliegenden Laborbericht. Ich habe zwar eine Grafik angehängt, in der Vorschau ist sie aber nicht zu sehen?).

Vorgeschichte:


März 2010: OP Blasentumor, pT1-G2/G3
April 2010: Nachuntersuchung im Krankenhaus, Kein Befund.
Vierteljährliche Spiegelung, Keine Befunde.
Januar 2011: Fluoreszenzzystoskopie mit Entnahme von 5 Proben, Kein Befund.
Bisher 24 BCG Instillationen.
08/12: Umstellung wegen zunehmender Nebenwirkung nach BCG (Brennen, Schmerzen).


Ich vermute, dass die Erhöhung der PSA-Werte schon länger besteht.
Leider gibt es seit der Messung vor der Blasen-OP bis zur 1. Messung nach der OP einen Zeitraum von ca. 1,5 Jahren, in dem kein PSA-Wert genommen wurde.
Da haben der Urologe und ich nicht aufgepasst. Ich mehr aus dem Grunde, weil ich wohl froh war, dass ich mit meiner Blasengeschichte erst einmal vorangekommen bin.

Mein Urologe rät mir zu einer Biopsie unter klinischen Bedingungen.
2 ambulante Biopsien bei anderen Patienten sind bei Ihm wegen Komplikationen danach schief gegangen.

Fragen:


Sollte ich dem Rat, überhaupt eine Biopsie machen zu lassen folgen?
Hat jemand Erfahrung, wie sich der PSA-Wert nach BCG verhält?
Muss mit der Vorgeschichte auch gleich Prostatakrebs vermutet werden?



Beste Grüße
Jan

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tom aus lu
28.08.2012, 13:29
Hallo Jan,

Aufgrund Deiner Vorgeschichte ist es sicherlich nicht ganz einfach einen Rat zu geben.

Jedoch sollte, nach meiner Meinung, auch hier die gleiche Vorgehensweise wie bei einer sonstigen PSA Erhöhung ablaufen.

Dies setzt voraus, dass eine gründliche Diagnostik vor der Biopsie erfolgt. Gerade weil die wiederholte BCG auch eine Entzündungsreaktion der Prostata hervorrufen kann. Dies könnte so aussehen:

- Bakteriologie der Prostata prüfen (Ausschluss akute bzw. chronische Prostatitis)

- Großes Blutbild mit allen entzündungsrelevanten Parametern

- Transrektaler Ultraschall (Größenbestimmung, Veränderungen)

Falls dann doch noch eine Biopsie notwendig werden sollte, wähle am besten gleich den Weg einer zielgerichteten Biopsie unter Einsatz bildgebender Verfahren (ANNA, MRT).

Ich hoffe du findest in diesem Forum noch Teilnehmer die über bessere Wege oder evtl. Erfahrungen berichten können, da ich Dir leider nur eine Standarddiagnostik empfehlen kann.

Tom

Jan E.
28.08.2012, 19:30
Hallo Tom,

vielen Dank für die Antwort.
Mein Urologe macht keine Anstalten, genauer hinzusehen.
Vor der letzten Blutentnahme hat er lediglich seiner Helferin gesagt, dass sie das "Volle Programm" abnehmen soll.
Muss ich als Patient darauf einwirken, was er zu tun hat?

tom aus lu
28.08.2012, 22:31
Mein Urologe macht keine Anstalten, genauer hinzusehen.

Hallo Jan,

Vertrauen ist die Basis aller Beziehungen zwischen Patient und Arzt. Leider ist es manchmal so, dass Ärzte nach Schema "F" handeln, insbesondere dann wenn Patienten nach Fallwerten der GKV beurteilt werden ist recht schnell Schluss mit dem Engagement. Unabhängig davon ist es aber seine Pflicht eine umfangreiche Diagnostik zu betreiben, da er für sein Handeln auch in der Haftung steht. http://de.wikipedia.org/wiki/Arzthaftung_(Deutschland)

Oftmals helfen aber nur Eigeninitiative und Kenntnisse. Kenntnisse kannst Du erlangen wenn Du dich konstruktiv mit einem Thema auseinander setzt. Hierzu helfen Dir z.B. Verbände oder Foren wie dieses. Eigeninitiative kann man anschließend umsetzten in dem man gezielt seinen Arzt mit seiner Meinung konfrontiert und auf seinen Standpunkt besteht. Ein Arzt sollte dann jedenfalls für diese Belange Gehör finden und seine eigene Strategien überdenken oder mindestens seinen Weg aufschlussreich erklären können. Bei komplett gestörter Patienten/Arzt Beziehung ist leider dann nur ein Arztwechsel ratsam.

Unabhängig davon kannst du aber immer auf eine Zweitmeinung zurückgreifen. Hier solltest Du einen weiteren Facharzt um dessen Meinung bitten. In der Regel unternimmt dieser dann seine eigene Diagnostik. Zur Arztwahl gibt es mittlerweile genügend Arztbewertungsportale die schon recht brauchbare Anhaltspunkte über die subjektive (von Patienten bewertet) Qualität liefern.

Alles Gute!

Tom