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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA steigt 6 Monate nach OP wieder an



Kater23
20.01.2013, 15:07
Wieder einmal Hallo, Ihr alle im Forum der Gleichgesinnten.
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Zunächst einmal möchte ich euch allen, ein frohes und glückliches Neues Jahr wünschen.
Nicht zu vergessen und wesentlich am Wichtigsten, in unser aller Situation, ist es den Mut nicht zu verlieren und die positiven Gedanken, immer wieder aufrechtzuerhalten.
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Mein letzter Bericht war vom 03.06.2012, seitdem ist so Einiges passiert. Ich werde versuchen das Erlebte, mit entsprechenden Daten kurz zu schildern.
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Zuerst einmal der PSA Wert der schon bekannt war, vom:
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09.03.2012 47,85 Erstdiagnose und dann die folgenden:
30.04.2012 50,47 Aufnahme Waldkrankenhaus Bad Godesberg
04.05.2012 --- Vorstellung und Besprechung St.Antonius Krankenhaus Gronau 15.05.201252,25 Besprechung Martini Klinikum am UKE
04.06.2012 60,17 St. Antonius Krankenhaus Gronau ProstataZentrum NW Aufname vor OP
11.06.2012 10,45 St.Antonius Krankenhaus Gronau Prostata Zentrum NW Entlassung
19.06.2012 2,250 Aufnahme AHB Bad Wildungen
13.07.2012 0,219 Entlassung AHB Bad Wildungen
08.08.2012 0,166 Nachsorge Untersuchung beim Hausurologen
05.10.2012 0,254 Nachsorge Untersuchung beim HU
10.12.2012 0,387 Kontrolluntersuchung
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Ergebnis nach nerverhaltender Roboter-Assistierte radikale Prostatektomie (RARP) mit pelviner Lymphadenektomie am 05.06.2012:
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Prostatakarzinom(Adenokarzinom), gering differenziert, in beiden Lappen, perikapsuläre Infiltration. Samenblasen bds. Tumorinfiltriert. Infiltration des rechten Resektionsrandes.
Metastasenfreie Lymphknoten pelvin bds.
UICC - Klassifikation: pT3b pN0 (0/18) R1
Gleason Grade: 4(60%) + 3(40%)= 7
Tumorvolumen: 14,99 ml / 34,06%
CD: C61
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Und jetzt kommt das große Rätselraten??? Was ist zu tun??
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Wäre euch sehr dankbar, wenn es zu meinen Fragen ein paar Rückmeldungen geben würde.
Möchte mich hierbei auch einmal bei all denen recht herzlich bedanken, die auf meinen ersten Beitrag geantwortet haben. Es gibt mir Mut, mit der Situation offener umzugehen und unterstützt mich im Wesentlichen, sich positiv mit der Krankheit zu arrangieren, soweit es mir möglich ist.
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Im Waldkrankenhaus in Bonn Bad-Godesberg sollte eigentlich die OP durchgeführt werden. Habe mich dann, nach der Aufnahme dazu entschlossen, einen anderen Weg zu beschreiten.
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Die Besprechung und auch Aufklärung über die Art der OP mit dem auch später operierenden Oberarzt am St. Antonius Krankenhaus Gronau, überzeugten meine Frau und mich von der ersten Sekunde an. Die fachlich, qualifizierte Untersuchung und auch die sehr persönlichen Gespräche verliefen in Ruhe und mit Sorgfalt ohne zeitliche Einschränkung. Wir hatten das Gefühl sehr gut aufgehoben zu sein, was sich auch im Nachhinein während des kompletten Aufenthaltes bestätigte. Das Wohl der Patienten wird hier sehr groß geschrieben und ist oberste Priorität.
Wir möchten an dieser Stelle, dem gesamten Team auch noch einmal unseren herzlichsten Dank aussprechen. Das Ärzteteam, besonderer Dank gilt hier dem Oberarzt Herrn Dr. A. Labanaris, sowie das gesamte betreuende Personal, hätte nicht besser sein können. Danke für Alles!!!!!!<o:p></o:p>
Der Folgebesuch in Hamburg diente mir lediglich, um noch einmal eine Drittmeinung einer qualifizierten Klinik (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martini Klinik am UKE) einzuholen. Hierbei sei zu erwähnen, das in Hamburg Da Vinci und auch konservativ operiert wird.
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Ich freue mich über zahlreiche Mitteilungen.
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Liebe Grüsse Armin

Hvielemi
20.01.2013, 16:19
08.08.2012 0,166 Nachsorge Untersuchung beim Hausurologen
05.10.2012 0,254 Nachsorge Untersuchung beim HU
10.12.2012 0,387 Kontrolluntersuchung
Prostatakarzinom(Adenokarzinom), gering differenziert, in beiden Lappen, perikapsuläre Infiltration.
Samenblasen bds. Tumorinfiltriert.
Infiltration des rechten Resektionsrandes.
Metastasenfreie Lymphknoten pelvin bds.
UICC - Klassifikation: pT3b pN0 (0/18) R1
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Und jetzt kommt das große Rätselraten??? Was ist zu tun??
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Lieber Armin

Ich hab Deine PSA-Werte mal in diese Excel-Tabelle (http://www.prostatakrebse.de/informationen/tabellen/PSA-Uebersicht.xls) eingegeben (Rundung durch Exel):


<tbody>
Datum
TT.MM.JJJJ
Datum
08.08.2012
05.10.2012
10.12.2012









Gesamt-PSA (tPSA)
ng/ml
0.17
0.25
0.39


































PSA-VZ_ab
Referenz: Jeweils vorher-gehende Messung
Tage

95
109




Monate

3
4




Jahre

0.26
0.30
























</tbody>


Das ist heftig.
Weil deine Lymphknoten negativ waren, aber eine R1-Situation vorliegt,
vermutet der interessierte Laie ein Lokalrezidiv, also eine heilbare Situation.
Bildmässig kann da gegenwärtig nichts gesehen werden, und es ist wohl
wenig sinnvoll, dieses aggressive Krebsgeschehen so lange laufen zu lassen,
bis man sich der MRT und/oder PET davon überzeugen könnte, dass es da sei.

Seiten 62 ff der patientenleitlinie_pca2 (http://www.krebsgesellschaft.de/download/patientenleitlinie_pca2_100818.pdf) sagen dazu klipp und klar:


Rezidiv
... Die Leitlinie definiert es wie folgt:
• wenn nach radikaler Prostatektomie der PSA-Wert auf mehr als
0,2 ng/ml ansteigt (bestätigt durch eine zweite Messung);
...
Nur wenn Metastasen unwahrscheinlich sind, ist es sinnvoll, das Rezidiv
lokal zu behandeln. ...

Bestrahlung eines Rezidivs (Salvage-Bestrahlung)
Tritt ein Rezidiv nach einer Operation auf, dann sollte es bestrahlt werden,
wenn die Lymphknoten nicht befallen sind. Die Bestrahlung
wird perkutan verabreicht.

• Die ärztliche Leitlinie empfiehlt eine Gesamtstrahlendosis von
mindestens 66 Gy.
• Die Behandlung sollte frühzeitig begonnen werden, möglichst,
wenn der PSA-Wert noch unter 0,5 ng/ml liegt.
• Wenn die Lymphknoten nicht befallen sind, sollten die Lymphabflusswege
nicht mit bestrahlt werden.


Angesichts der geringen Verdoppelungszeit (VZ) solltest Du rasch handeln.
Besser wird das nicht, und die 0.5 ng/ml hast Du wohl bei gleichbleibender
VZ schon heute gerissen.
Auch eine AHT wäre wohl zu überlegen, denn bis zum Beginn einer
Bestrahlung werden auch im günstigsten Fall einige Wochen verstreichen.

Carpe diem!
Hvielemi / Konrad

Urologe
20.01.2013, 18:00
Hallo Kater,
der nach der OP NICHT auf Null gefallene und rasch wieder ansteigende PSA-wert (wenn auch derzeit absolut noch gering)
lässt vermuten, dass
1. bei der OP Krebsgewebe verbliegen ist (Prostata oder Lymphknoten z.B.)
2. und der Wiederanstieg VOR Ablauf eines Jahres und die Verdopplungszeit unter einem Jahr zeigt in ALLER Regel eine SYSTEMISCHE Erkankung (Lymphknoten oder Knochen) an
Das bedeutet - Leitlinien hin oder her - eine Bestrahlung der Prostataloge wird mit großer Wahrscheinlichkeit KEINEN Einfluss auf Ihren PSA-Verlauf haben!
Eine geringe Restwahrscheinlichkeit besteht, dass das Gefäß-Nervenbündel befallen ist (transrektaler Ultraschall???), denn bei Ihrer Tumorausgangssituation hätte eigentlich
nicht nerverhaltend operiert werden sollten - zu große Gefahr, das Tumor verbleibt - zumindest muss das Risiko dann zuvor mit dem Patienten besprochen werden.

Hvielemi
20.01.2013, 19:12
Das bedeutet - Leitlinien hin oder her - eine Bestrahlung der Prostataloge wird mit großer Wahrscheinlichkeit KEINEN Einfluss auf Ihren PSA-Verlauf haben!


Und was bedeutet das jetzt für den Kater bzw. für Armin?

- Trotzdem bestrahlen, um nicht die Heilungschance zu verpassen, egal wie gering sie sei?
- Sofortige AHT um erst mal Abstand zu gewinnen und Zeit für Entscheide?
- Einige VZ Abwarten und später gucken, ob es schön bunte Knöllchen gebe im PET?
http://thumbs.picr.de/11078359bm.jpg (http://show.picr.de/11078359bm.jpg.html) Dann hätte er wenigstens Gewissheit, dass es zu spät sei.

Ich hoffe, Armin finde mit den Ärzten seines Vertrauens den richtigen Ausweg
aus diesem Dilemma zwischen Wissen und Hoffen.

Carpe diem!
Hvielemi / Konrad

WernerE
20.01.2013, 21:58
Hallo Armin,

ich glaube, wir können uns (leider) die Hand reichen. Bitte schau Dir "mein Thema" an. Da findest Du auch schon eine Menge Meinungen und Ratschläge. Ich habe mich bestrahlen lassen. Hat aber nichts genutzt. Das soll natürlich nicht heißen, dass Du dabei nicht mehr Glück haben könntest. Aber die Entscheidung liegt bei Dir.

Gruß Werner

Daniel Schmidt
20.01.2013, 23:20
Ich würde bestrahlen. Prostataloge alleine, 66 Gy. Keine Hormontherapie.

Kater23
22.01.2013, 11:44
Bicalutamid 50mg 1xtäglich, soll jetzt genommen werden, aufgrund der noch vorhandenen Inkontinenz, damit bis zur Bestrahlung in ca. 2-3 Monaten diese noch verbessert wird. Aktueller PSA Wert 0,545

Kater23
27.01.2013, 17:45
Ist in dieser Situation eine (endorektale-MRT) die bessere Variante?? Würde mich freuen von euch zu hören.
Gruss armin

Harald_1933
27.01.2013, 18:11
Hallo Kater,

wenn Du mit Bicalutamid startest, macht eine MRT, ob mit oder ohne E-Spule, wenig Sinn, weil nach meiner Einschätzung das Ergebnis durch die Hormonblockade verfälscht wird.

Gruß Harald.

Kater23
27.01.2013, 19:07
Hallo Harald,
die Therapie mit Bicalutamid habe ich noch zurückgestellt, will zuerst noch die Diagnostik vorantreiben. Du hast recht, das Ergebniss würde verwässert, auch mit Hinblick auf ein PET/CT. Hierbei stellt sich die Frage, welche Untersuchung zuerst Sinn macht??? Vielleicht hat ja von euch jemand eine Idee.

Gruß Armin

Harald_1933
27.01.2013, 19:41
Hallo Armin,

eine PET/CT sollte ab einem Wert von 1ng/ml, besser 2 ng/ml bei möglichst 3-Tesla Sinn machen. Bitte, berücksichtige aber auch die Empfehlung von Daniel Schmidt, mit der Bestrahlung schon vorher loszulegen.

Gruß Harald.

Kater23
21.02.2013, 13:35
Ich würde bestrahlen. Prostataloge alleine, 66 Gy. Keine Hormontherapie.
Hallo Daniel Schmidt,
welche Art der Bestrahlung wäre jetzt angebracht und welche hat die geringste Nebenwirkung???(auch im Langzeitbereich??). Wie sieht das mit der Protonenbestrahlung aus, im Vergleich zum IMRT oder der neuen Form, die in Heidelberg durchgeführt wird. Im Voraus vielen Dank für die Bemühungen.
Auch all denen, einen herzlichen Dank, die schon zahlreich geantwortet haben.
Gruß Armin