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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Misteltherapie kontraproduktiv?



RudiK.
23.01.2013, 13:29
Liebe Leidensgenossen,
bereits 15 Monate nach der Prostatektomie wurde bei mir ein Rezidiv festgestellt. Nach 3-maligem Ansteigen des PSA-Wertes wurde mit einer Hormontherapie begonnen. Ich habe diese entgegen der Empfehlung meines Urologen intermittierend durchgeführt. In der 1. Behandlungspause habe ich dann eine Antikrebskur nach Rudolf Breuß gemacht und der PSA-Wert blieb 15 Monate stabil. Nach Wiederanstieg wurden wieder die Bauchspritzen(Trenantone) verabreicht. Bei einem PSA-Wert von 0,06 begann dann die 2. Behandlungspause. Nach 3 Monaten gab es dann einen Wiederanstieg des PSA-Wertes auf 0,1. Nun hatte ich konsequent eine Misteltherapie mit Iscador Qu 1 mg durchgeführt und nach diesen 3 Monaten ist der PSA-Wert auf 0,35 gestiegen, also um das 3,5-fache.
Nun liegt die Vermutung nahe, dass die Misteltherapie bei mir kontraproduktiv wirkt und ich habe mit dem Spritzen aufgehört. Vielleicht hat die schnelle PSA-Verdopplungszeit aber auch damit nichts zu tun, was wohl nie in Erfahrung zu bringen ist.
Es ist wie mit allem: Die einen sagen so und die anderen sagen so. Bin nun wieder zurück in der Behandlungsphase und warte auf das Ergebnis der nächsten Blutuntersuchung.

RalfDm
23.01.2013, 16:49
Hallo RudiK,

eine Misteltherapie ist weder kontraproduktiv noch produktiv. Sie hat überhaupt keinen Einfluss auf einen Tumor. Sie erhöht das Wohlbefinden und pusht vielleicht noch das Immunsystem, das ist aber auch alles. Lies doch einfach mal, was im Forumextrakt (http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/nahr_mist.html) über die Jahre schon über die Mistel geschrieben wurde.

Ralf

Harald_1933
23.01.2013, 17:51
Hallo Rudi,

nach unserem Telefonat heute vormittag hatte ich Dir per PN noch diesen (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?5358-Misteltherapie-!&p=44958#post44958) Thread als Link zugesandt, der sich auch mit der Mistel-Therapie befasst hat.

Gruß Harald.

"Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen hinterher"
(Voltaire)

Franzl
07.08.2013, 16:20
Hallo Lieber Leidensgenosse
mache seit zwei Jahren die Iscador Therapie, mein Krebsarzt in der Lukas Klinik Arlesheim hat mich sehr gut beraten und aufgeklärt, was man einfach wissen sollte über diese Therapie ist folgendes: Wenn man Krebs hat egal in welcher Form ist immer das Imunsystem gestört, mit der Iscadortherapie oder auch grüne Chemo genannt wird das Imunsystem gestärkt damit der Körper dem Krebs etwas entgegenzusetzen hat, bewiesen ist in vielen Studien das das Mystel Präparat den Krebs angreift. Ein gutes hat die Therapie bis jetzt bewirkt, habe seither ein Top Imunsystem und bin nie mehr erkältet.
gruss Franzl

helmut.a.g.
07.08.2013, 17:26
@RudiK:

Wie bei jeder Therapieoption schlägt die Therapie bei einigen an, bei anderen eben nicht.
(s. g. Responser).

Für die Misteltherapie (Iscador) sind entsprechende Immunmodalitäten erforderlich, um ein Ansprechen zu garantieren. (Wie bei einer AHT. Wenn keine Androgenrezeptoren vorhanden sind, bringt die Hormontherapie auch nichts, siehe Androgenresistenz.)
Diese sind aus einer erweiterten Immunanalyse zu bestimmen. Ich selbst habe mich dafür mal interessiert gehabt, und mein damaliger Arzt, Therapuet, lies diese Marker vorher bestimmen.
Da ich im Moment im Büro bin, und meine Analysen zu Hause sind, werde ich diese heute Abend heraussuchen, und Dir die besagten Marker mitteilen. Bei mir hätte, laut dem Arzt, die Misteltherapie angeschlagen. Ich habe sie trotzdem unterlassen.

Gruß Helmut

helmut.a.g.
08.08.2013, 08:36
@Rudik:


In der Tumor-Killing-Aktivitätsanalyse wird u.a. die Grundaktivität der natürlichen Killerzellen (NK) extrahiert. Bei Tumorerkrankten liegt diese unter 30%. ( Bei mir 16%) Erreicht werden sollte durch div. Subtitutionsmaßnahmen über 30%. Die Aktivitätsrate nimmt mit zunehmenden Alter ab. D.h. die über 30%`tige Norm gilt ab 60 Jahre.<o:p></o:p>
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Die natürlichen Killerzellen spielen eine bedeutende Rolle bei der Zerstörung transformierter oder virusinfizierter Zellen, sowie Krebszellen, und unterliegen nicht der Regulation der T-Helferzellen. Sie gehören, obwohl morphologisch Lymphozyten, funktional stärker dem spontanen, antigen-unspezifischen Abwehrsystem an.<o:p></o:p>
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Im speziellen spielt das Interleukin 2, Helixor- A, -M,- P, Iscador- P, -M, Echinacin, Zink, und Lektinol einer der wichtigsten Rollen für diese Grundaktivität.<o:p></o:p>
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Voraussetzung für eine erfolgsversprechende Mistelsubstitution ist zum einen, dass Iscador M selbst reguliert wird, und zum anderen das Interleukin 2eine Aktivität von über 60% haben sollte. (bei mir waren es 71%.)<o:p></o:p>
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Wichtig bleibt zu erwähnen, dass die Misteltherapie keine Antikrebstherapie selbst darstellt, sondern nur das geschwächte Immunsystem, d. h. die Grundaktivität der NK, aktiviert, und potenzieren soll.<o:p></o:p>
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Dies ist die damalige Aussage des konsultierten Arztes. (Hatte mir dies notiert gehabt)<o:p></o:p>
Gruß Helmut<o:p></o:p>

PeterP
20.08.2013, 00:02
Hallo Helmut,
wie werden den diese Aktivitätsanalysen der NK und Interleukin 2 durchgeführt? Ist das Standard-Labordiagnostk oder nur bei spezillen Labors zu bekommen?
Grüße,
Peter

helmut.a.g.
20.08.2013, 10:49
@PeterP:

Ich denke das diese Analyse nur in speziell Labors durch geführt werden. Ich werde Dir das Labor benennen, wo meine Analyse durch geführt wurde. Muß nachsehen.

Gruß helmut

Gertrud
21.08.2013, 20:56
@Rudik:





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Wichtig bleibt zu erwähnen, dass die Misteltherapie keine Antikrebstherapie selbst darstellt, sondern nur das geschwächte Immunsystem, d. h. die Grundaktivität der NK, aktiviert, und potenzieren soll.<o:p></o:p>
<o:p></o:p>
Dies ist die damalige Aussage des konsultierten Arztes. (Hatte mir dies notiert gehabt)<o:p></o:p>


Das stimmt. Als ich einen Tierarzt bezüglich eines an Krebs erkrankten Hundes bezüglich der Misteltherapie befragte, sagte dieser:
Ach wissen Sie, die Misteltherapie beruhigt den Halter.
Das Immunsystem kann man auch auf andere Weise stärken.
Die Misteltherapie besteht aus Spritzen und die, vom Tierarzt verabreicht, gehen ganz schön ins Geld.

Nun gut, Hund ist Hund, Mensch ist Mensch.
Gruss
Gertrud

helmut.a.g.
23.08.2013, 08:09
@PeterP:

Etwas verspätet, hier das besagte Labor, welches die Tumor-Killing-Aktivitätsanalyse durchführt.

"Biovis Diagnostic MVZ GmdH; Limburg/Lahn; info@biovis.de; http//www.biovis.de."


Gruß Helmut

Hans-J.
23.08.2013, 09:45
Hallo Peter, Helmut und Interessierte

das benannte Labor von Helmut ist richtig und auch sehr schnell in der Bearbeitung.
Jedoch die NK = natürliche Killerzellen sind noch lange kein Garant dafür dass das Immunsystem auch funktioniert. Hierzu habe ich dann direkt den Funktionstest machen lassen, aber alles weitere im nachfolgenden Link, welcher auch die Zusammenhänge etwas beleuchtet.

Und selbst, wenn alle derzeitigen Parameter des Immunsystems in Funktion sind, ist es noch nicht sichergestellt, dass auch die Apoptosemechanismen greifen.
P 53 und Gluthation sind da die wichtigsten Marker.

Aber hier der Link nun, wobei nicht alles auf die NK und LAK Zellen übertragbar ist.

http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?7874-Immunsystem-wieder-aktivieren-und-Apoptose-herbeiführen-durch-das-Immunsystem

Gruss
Hans-J.

PeterP
28.08.2013, 01:19
Hallo Hans u. Helmut,
vielen Dank für die Antworten. Im Moment tendiere ich auch dazu, es mit einer Hyperthermie in Verbindung mit DCA und Immunstimulierung zu versuchen.
Viele Grüße,
Peter