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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rezediv nach RPE



Kater23
15.02.2013, 16:10
Hallo allerseits,
wieder einmal möchte ich mich recht herzlich für die nettenKommentare bedanken.
Habe bezüglich meiner eigenen Situation noch ein paar Fragenan euch alle.
Wer kann mir etwas in Bezug, auf eine Bestrahlung mittelsIMRT - oder der Protonentherapie
sagen.
Welche Bestrahlungsform ist die bessere Wahl?? Und welche führtzu einem besseren Ergebnis, ohne grössere Nebenwirkungen???
Auch würde mich interessieren, ob man eine Untersuchungmittels Fluoretyl–Cholin-, oder besser mit Gallium 68 Ganzkörper- PET- CT-durchführen lassen sollte.
Freue mich schon jetzt, auf zahlreiche Rückmeldungen.
Besten Dank und liebe Grüsse
Armin

RalfDm
15.02.2013, 16:26
Welche Bestrahlungsform ist die bessere Wahl?? Und welche führtzu einem besseren Ergebnis, ohne grössere Nebenwirkungen???
Hallo Armin,

eine Antwort hierauf (http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=852&Itemid=260) findest Du auf der Startseite der BPS-Präsenz.

"Ergebnisse: Es wurden die Daten von insgesamt 27.647 Patienten analysiert. Hiervon wurden 553 (2 Prozent) mittels PB und 27.094 (98 Prozent) mittels IMRT behandelt. Die Patienten der PB-Gruppe waren jünger, gesünder und lebten in wohlhabenderen Gegenden als die Patienten der IMRT-Gruppe. Die mediane Medicare-Kostenerstattung betrug 32.428 $ in der PB- und 18.575 $ in der IMRT-Gruppe. Obwohl die urogenitale Toxizität sechs Monate nach der Therapie statistisch signifikant niedriger in der PB-Gruppe war (5,9 versus 9,5 Prozent; OR = 0,60; 95 Prozent CI 0,38-0,94; p-Wert = 0,03), ließ sich zwölf Monate nach der Therapie kein Unterschied bezüglich der urogenitalen Toxizität zwischen den beiden Gruppen verzeichnen (18,8 versus 17,5 Prozent; OR = 0,76; 95 Prozent CI 0,76-1,54; p-Wert = 0,7). Zudem zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen bezüglich der gastrointestinalen sowie anderweitigen Toxizität sechs bzw. zwölf Monate nach der Behandlung.

Schlussfolgerung: Obwohl die PB substantiell teurer als die IMRT ist, ließen sich zwölf Monate nach Abschluss der Behandlung keine Unterschiede in den Toxizitätsraten zwischen den beiden Gruppen feststellen. "


Ralf

Diogenes_57
15.02.2013, 16:32
Hallo, ohne nun jetzt schon bei Ralf genauer nachgelesen zu haben, fand ich grad dieses hier von der US-Amerikanischen Yale Universität. (http://news.yale.edu/2012/12/14/despite-hype-costly-prostate-cancer-treatment-offers-little-relief-side-effects) Zur Schlussfolgerung siehe Ralf.
Gruß, D.

Harald_1933
15.02.2013, 16:37
Hallo Armin,

bitte verfolge auch die folgenden Threads, um noch Meinungen aus anderer Quelle kennenzulernen.

http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?7669-Aufruf-Beteiligung-Akte2013-Protonentherapie-Kostenübernahme&p=67024#post67024

http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?6797-Planegg-Patiententag-2011-22-Oktober&p=62995#post62995

Gruß Harald.

Kater23
17.02.2013, 12:32
Hallo allerseits,
auch würde mich interessieren, ob man eine Untersuchung mittels Fluoretyl–Cholin-, oder besser mit Gallium 68 Ganzkörper- PET- CT-durchführen lassen sollte.
Freue mich schon jetzt, auf zahlreiche Rückmeldungen.
Besten Dank und liebe Grüsse
Armin
Leider bis jetzt keine Rückmeldung erhalten. Schade, eigentlich. Ich dachte es gäbe Gleichgesinnte, die Erfahrungwerte mitteilen könnten.
gruss Armin

Harald_1933
17.02.2013, 12:57
Hallo Armin,

als nur Betroffener, nicht Gleichgesinnter, habe ich mir eine Cholin-11 PET/CT angedeihen lassen, mit der ich sehr zufrieden war. Hier (http://nuk.klinikum.uni-muenchen.de/files/Nuklearmedizin_Vorlesung_2.pdf) magst Du nun nachlesen oder anschauen, was man so an Kontrastmitteln zur Verfügung hat. Was für Dich die beste Variante ist, sollte Dein Dich behandelnder Onkologe wohl beurteilen können, weil es auch davon abhängt, welche Körperareale intensiv überprüft werden sollen.

Gruß Harald.

Diogenes_57
17.02.2013, 16:32
Hallo Armin, ich bekam ein Cholin PET und war zufrieden - aber rein ergebnisorientiert (kein Befund). Wie Harald kenn würde ich das dem Nuklearmediziner überlassen. Und weil ich ansonsten keinen Erfahrungsbericht beisteuern konnte, hatte ich vorher dazu nicht Stellung genommen.

Ich habe mir grad mal Dein "Über Mich" durchgelesen. Darf ich fragen, warum Du nach Erstdiagnose noch 3 Monate bis zur OP wartetest und jetzt wieder trotz R1 (Positive Schnittränder der OP) wieder neun Monate bis zur Bestrahlung wartest? Hast Du keine begleitende Hormonbehandlung laufen???

Gruß, D.

Hvielemi
17.02.2013, 18:56
ob man eine Untersuchung mittels Fluoretyl–Cholin-, oder besser mit Gallium 68 Ganzkörper- PET- CT-durchführen lassen sollte.


Das ist auch eine Frage der technischen Ausrüstung.
Wenn ein Zyklotron zur Herstellung von Fluor18 zur Verfügung steht, wird das F18 mit Cholin komplexiert.
Gallium68 hingegen entsteht in einem langlebigen Generator beim Zerfall von Germanium68, wodurch die aufwändige Herstellung des Radionuklides zu einem zentralen Hersteller in Russland ausgelagert werden kann. Ga68 wird vor allem in Verbindung mit DOTATOC verwendet.

F18-Cholin ist wohl der Standardtracer in der Prostatadiagnostik.

In Heidelberg wird in der Forschung auch ein Ga68-PSMA-Ligand als Tracer verwendet. Der zeigt nicht einfach Zellaktivität an, sondern bindet spezifisch an Prostatakrebszellen.
Ich hab so ein Bild machen lassen: http://thumbs.picr.de/11078359bm.jpg (http://show.picr.de/11078359bm.jpg.html) In Grautönen: CT, Bunt: PET
Siehe auch:

[68Ga]Gallium-labelled PSMA ligand as superior PET tracer for the diagnosis of prostate cancer: comparison with 18F-FECH. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22310854)
Afshar-Oromieh A, Haberkorn U, Eder M, Eisenhut M, Zechmann CM.
Eur J Nucl Med Mol Imaging. 2012 Jun;39(6):1085-6. doi: 10.1007/s00259-012-2069-0. Epub 2012 Feb 4. No abstract available.(Kann das jemand öffnen, bitte? Ich würde das gerne lesen.)

Die Bildqualität hängt auch stark von der verwendeten PET-Maschine ab. Wichtig ist, ein PET/CT-Kombigerät zu verwenden, das die diffus erscheinenden PET-Signale präzise mit einem CT-Bild fusionieren kann.


Hvielemi

RolandHO
18.02.2013, 14:55
Die Diskussion ums PET verstehe ich nicht ganz: Armin hat im Moment ein PSA unter 0,6ng/ml (18.1. jetzt wahrscheinlich schon mehr)
Ich habe es bisher so verstanden, dass bei diesen niedrigen PSA Werten eine aussagekräftige Bildgebung noch nicht möglich ist, oder ist dies bei Einsatz von Cholin oder Gallium anders?

Würde mich sehr interessieren, da ich auch vor Rezidiv (im Moment mit PSA 0,20ng/ml) stehe.

Gruß
Roland

W.Rellok
18.02.2013, 17:29
Hallo Hvielemi,

mehr konnte ich über meinen Onkologen in der Familie nicht erreichen.




Gallium-labelled PSMA ligand as superior PET tracer for the diagnosis of prostate
cancer: comparison with 18F-FECH
bei dem Artikel scheint es sich um einen Kommentar zu handeln,
zumindest habe ich keinen Zugriff drauf. Habe aber vom
selben Autor ein Abstract zum Thema gefunden, vielleicht hilft er dir ja weiter:





PET imaging with a [68Ga]gallium-labelled PSMA ligand for the diagnosis of prostate cancer: biodistribution in humans and first evaluation of tumour lesions
Abstract

Purpose

Prostate-specific membrane antigen (PSMA) is a cell surface protein with high expression in prostate carcinoma (PC) cells. Recently, procedures have been developed to label PSMA ligands with 68Ga, 99mTc and 123/124/131I. Our initial experience with Glu-NH-CO-NH-Lys-(Ahx)-[68Ga(HBED-CC)](68Ga-PSMA) suggests that this novel tracer can detect PC relapses and metastases with high contrast. The aim of this study was to investigate its biodistribution in normal tissues and tumour lesions.

Methods

A total of 37 patients with PC and rising prostate-specific antigen (PSA) levels were subjected to 68Ga-PSMA positron emission tomography (PET)/CT. Quantitative assessment of tracer uptake was performed 1 and 3 h post-injection (p.i.) by analysis of mean and maximum standardized uptake values (SUVmean/max) of several organs and 65 tumour lesions. Subsequently, tumour to background ratios were calculated.

Results

The PET/CT images showed intense tracer uptake in both kidneys and salivary glands. Moderate uptake was seen in lacrimal glands, liver, spleen and in small and large bowel. Quantitative assessment revealed excellent contrast between tumour lesions and most normal tissues. Of 37 patients, 31 (83.8 %) showed at least one lesion suspicious for cancer at a detection rate of 60 % at PSA <2.2 ng/ml and 100 % at PSA >2.2 ng/ml. Median tumour to background ratios were 18.8 (2.4–158.3) in early images and 28.3 (2.9–224.0) in late images.

Conclusion

The biodistribution of the novel 68Ga-PSMA tracer and its ability to detect PC lesions was analysed in 37 patients. Within healthy organs, kidneys and salivary glands demonstrated the highest radiotracer uptake. Lesions suspicious for PC presented with excellent contrast as early as 1 h p.i. with high detection rates even at low PSA levels.


Winfried

Daniel Schmidt
19.02.2013, 07:39
Ich habe es bisher so verstanden, dass bei diesen niedrigen PSA Werten eine aussagekräftige Bildgebung noch nicht möglich ist...?

Das ist richtig.

Hvielemi
19.02.2013, 19:18
Hallo Hvielemi,

mehr konnte ich über meinen Onkologen in der Familie nicht erreichen.


Quantitative assessment revealed excellent contrast between tumour lesions and most normal tissues. Of 37 patients, 31 (83.8 %) showed at least one lesion suspicious for cancer at a detection rate of 60 % at PSA <2.2 ng/ml and 100 % at PSA >2.2 ng/ml.



Hallo Winfried

Vielen Dank für dieses Abstract.
Daraus werden auch gleich Rolands und Armins Fragen nach den PSA-Werten beantwortet, die es für ein klares Bildergebnis bei einem PET braucht:

Bei Prof. Haberkorn in Heidelberg hat man für das PSMA-PET ab 2.2 ng/ml sehr gute Ergebnisse erhalten, darunter sinkt die Qualität rasch. Bei 0.6ng/ml dürfte die Ausbeute nur gering sein.
Dies trifft umsomehr auf Cholin als Liganden zu, da dieses ja nicht tumorspezifisch bindet, wie dies der PSMA-Ligand tut.

Ob als Tracer C14, F18 oder Ga58 verwendet werde, ist egal. Das Zeug zerfällteben und hinterlässt seine Spuren in den Detektoren. Die Wahl hängt von der Verfügbarkeit ab und von der Chemie, d.h. ob der Tracer in den Liganden eingebunden werden kann.

Fazit: Deutlich unter 2ng/ml braucht man gar sich nicht in die Röhre schieben zu lassen, bei 4ng/ml wird, egal mit welchem Liganden und welchem Tracer ein aussagekräftiges PET-Bild erhalten.
Jenes mit dem PSMA-Liganden zeigt ausschliesslich Prostatakrebs, bei Cholin braucht es einen sehr erfahrenen Radiologen, insbesondere, was die Knochenläsionen betrifft, um die Anreicherungen richtig zu deuten.

Carpe diem!
Hvielemi

RolandHO
19.02.2013, 20:12
Danke Daniel und Hvielemi,

dann habe ich ja richtig gehandelt, bei meinen Werten noch keine weitere Bildgebung zu "kaufen"

Roland