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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer kann mir weiterhelfen?



Wolfgang A.
11.10.2006, 14:21
Bei mir wurde am 01.03.2006 endoskopisch eine radikale nervschonende Prostataoperation durchgeführt. Anschließend kam ich in AHB nach Durbach.
Mitte Mai 2006 war ich bereits kontinent. Nach Krankenhausentlassung wurde mir Viagra verordnet. Einige Wochen später habe ich Levitra probiert und seit 3 Monaten nehme ich Cialis. (alle 3 Tage 20 mg) Die Potenz hat sich noch nicht eingestellt, jedoch habe ich nunmehr folgendes Problem:
Bei Erregung bekomme ich Stiche in meinen Schließmuskel am Gesäß.
Schlimmer sind jedoch die Schmerzen , wenn ich zum Orgasmus komme. Dann kriege ich eine Art von "brennen" in den Unterleib, welches sich auch wieder bis zum Schließmuskel fortsetzt. (hält ca. 1-2 Minuten an)
Weder der von mir befragte Arzt in meiner AHB noch mein Urologe können mir hier weiterhelfen und haben von einem solchen Problem noch nie gehört. Hat jemand aus dem Kreis der Betroffenen ähnliche Erfahrungen gemacht?

DieterS
11.10.2006, 17:42
Hallo, ich kann Dir berichten, daß ich nach der RPC beím Orgasmus( mässig gut, kein Vergleich zu früher ) kurzfristig recht starke Schmerzen im Unterbauch hatte.
Das hat meine versuchten Aktivitäten noch mehr eingeschränkt.
Aber, dieser Schmerz hat sich irgendwenn verloren.
MfG D.

Wolfgang A.
11.10.2006, 19:51
Danke an DieterS. für Deine Antwort. Kannst Du noch etwa sagen, nach welcher Zeit die Schmerzen aufgehört haben? Meine Hoffnung ist ja auch, dass es sich vielleicht um ein positives Signal handelt und die Potenz sich wieder einstellt, schließlich bin ich nervenschonend operiert worden und erst 56 Jahre.

Gruß

Wolfgang A.

Urologe
11.10.2006, 21:47
Hallo Wolfgang,

diese Schmerzen/Empfindungen sind durch die veränderte Anatomie im kleinen Becken nach der RP bedingt.
Der Körper (viele Muskeln und Faszien im kleinen Becken greifen ineinander) muss sein Gleichgewicht wiederfinden.

Bei starken Problemen kann die Osteopathie helfen oder ich auch mal eine Neuraltherapie mit Kaudalanaesthesie und Infiltration des Ganglion Impa.

Gruss
fs

Wolfgang A.
12.10.2006, 09:16
Vielen Dank an fs/Urologe. Die ausgebildete Osteopathin meiner Frau hat nach der Schilderung der Beschwerden die gleiche Meinung (Faszien und Muskeln sind das Problem). Ich werde unverzüglich mit der Behandlung bei dieser Osteopathin beginnen. Nochmals vielen Dank für diese Info. Der Grund warum weder mein Urologe noch mein Kurarzt mir diese Frage beantworten konnten, liegt wahrscheinlich darin, dass betroffene Männer über dieses Problem nicht sprechen wollen.


Gruß


Wolfgang A.

Urologe
12.10.2006, 11:30
Hallo Wolfgang,


... und dann berichten Sie bitte über Erfolg/Misserfolg

Gruss
fs

Wolfgang A.
14.02.2007, 13:42
Am 11.10.2006 hat mir Urologe fs eine hervorragende Empfehlung gegeben, wofür ich mich hier recht herzlich bedanken möchte. Er führte meine Orgasmusschmerzen auf verklebte Muskel und Faszien im kleinen Becken zurück. Seinen Rat, diese durch osteopathische Behandlung in den Griff zu bekommen, habe ich befolgt. Mit großem Erfolg. Ich habe dies meinem behandelnden Urologen mitgeteilt, damit er in ähnlich gelagerten Fällen entsprechend reagieren kann. Ich denke aber, dass ich für die Schmerzen selbst verantwortlich war, weil ich neben dem Beckenbodentraining noch Übungen im Bereich der Bauchmuskulatur gemacht habe die zum damaligen Zeitpunkt noch verfrüht waren.
Wie dem auch sei, vorerst bin ich sehr zufrieden und bilde mir ein, dass ich auch im Bereich der Potenz langsam etwas verspüre. Hier habe ich aber noch Geduld. Ich weiß von Kollegen bei denen es 2 Jahre gedauert hat.
Also nochmals herzlichen Dank an unseren äußerst fähigen Urolgen fs.


Gruß

Wolfgang A.

spertel
15.02.2007, 09:13
Hallo Wolfgang A.

Ich wurde im Juli 2005 per Bauchschnitt radikal operiert (siehe öffentliches Profil). Inkontinenz war eigentlich nie ein erstes Problem gewesen.
Bis April 2006 war bei mir was Potenz angeht die "Hose so tot, wie eine tote Hose nur tot sein kann."
Allerdings habe ich die Angelegenheit etwas schleifen lassen, da mir trotz beidseitiger Nervenschonung nur geringe Hoffnung auf völlige Wiederkehr der Potenz gemacht wurde. Daher habe ich auch nur sporadisch, so max. 1-2 Mal pro Woche, manchmal auch 10 Tage gar nichts, Viagra oder ähnliches Zeug (50 mg) eingenommen, da dies bei mir heftige Kopfschmerzen ausgelöst hatte und ich von Hause aus eine ausgeprägte Abneigung gegen (überflüssige) Medikamente jeglicher Art habe.
Seit April 2006 war dann eine deutlich merkbare, stetig zunehmende Besserung der Erektionsfähigkeit zu erkennen, die sich weiter in "bedrohlichen Ausmaß" ursprünglichen Möglichkeiten annähert.
Ich denke, dass Du nur Geduld haben mußt und die geschädigten Nerven eine gewisse Zeit brauchen, sich in ausreichenden Maße zu regenerieren.
Der Zeitraum von -2- Jahren halte ich nach meinen Recherchen auch für normal und der ist bei Dir ja noch nicht ausgeschöpft.
Du solltest jedoch versuchen, durch "Training" eine Schädigung (Austrocknung ?) der Schwellkörper zu verhindern.

Ich wünsche Dir Geduld und nochmals Geduld !!!

PS : Selten eine so ungewöhnliche Pk-Historie gelesen; diese Angelegenheit dürfte sich für Dich erledigt haben. Glückwunsch !!!

Spertel