PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : So nach der 3. Biopsie hat man was gefunden



tom.riemer
05.03.2013, 13:02
Hallo,

habe seit 2009 ansteigende PSA Werte.
Gestartet bei rund 4,5 und jetzt 14,75.
Ultraschall war immer ohne Befund und die ersten 2 Biopsien waren auch bis auf je 2 suspekte Proben ok.
Jetzt bei der 3. Biopsie in der Martiniklinik in Hamburg waren von 14 Stanzen 4 positiv.
Schriftliches Ergebnis liegt mir noch nicht vor.
Ist aber wohl beschränkt auf die Kapsel und Einteilung 3+3.
Soll angeblich nicht sonderlich aggressiv sein - Aufgrund meines Alters von 52 und dem hohen PSA Wert rät man aber unbedingt zu einer OP.

Habe jetzt mal einen Termin bei Herrn Prof. Gräfen in der Martiniklinik gemacht.
Methode klassisch.
Da ich keine Vor OPs hatte und kein Übergewicht war es lt. Martini Klinik egal welche Methode ich wähle.

Hoffe das alles gut geht und ich die richtige Wahl getroffen habe.

Gruß

Tom

Olli Tho-Jo
05.03.2013, 13:11
Auch mir hatte man, unter ähnlichen "Vorbedingungen", in der Martiniklinik zur OP geraten. Jetzt, 4 Jahre nach der O,P kann ich sagen, es war für mich (!) die richtige Entscheidung. Alternativ kam die Bestrahlung in Betracht, wozu ich mich aber nicht durchringen konnte. Bei Fragen gerne PN an mich.

Jacekw
05.03.2013, 16:41
Hallo,
Nach S3-Leitlinien ist eine "aktive Überwachung" bei PSA bis 10 ng/ml anwendbar, Gleason score bis 6.
Aktive Therapie bei PSA Verdopplungszeit < 3 Jahre, oder Gleason score > 6.

Es bleibt also nichts anderes übrig, wie eine radikale Entfernung der Prostata (http://prostatakrebs-tipps.de). Schade, die negative Auswirkungen sind leider nicht so leicht zu akzeptieren: Potenzprobleme, eventuelle Probleme mit Kontinenz, verkürzte Penis, trockene Orgasmen.

Immerhin besser, als eine Bestrahlung, bei der die Nebenwirkungen mit Verspätung auftretten, sind aber manchmal noch schlimmer.

Ich finde gut, dass in der Martini Klinik mit DaVinci Roboter operieren, die Methode ist schonender für den Patient

Kopf hoch, Alles wird gut.

Gruß,
Jacek

skipper
05.03.2013, 17:51
Hallo Tom,
damals in 2009 waren wir beide in etwa genau gleicher Lage und haben uns u.a. hier schlau gemacht, da wir eine Biopsie zunächst vermeiden wollten. Leider hast du es mir nachgemacht und hast jetzt auch Gewissheit.
Mit Prof.Gräfen hast du einen der erfahrensten und besten Operateure im Lande und deine Chancen stehen gut das ohne große Komplikationen und Nebenwirkungen zu überstehen.
Das wünsche ich dir.Lass dich nicht verunsichern.
Viele Grüße
Skipper

Urologe
06.03.2013, 11:24
Hallo Herr Riemer,

mit der Martiniklinik haben Sie sicher eine gute Wahl getroffen.
Ich hätte nur leichte "Bauchschmerzen" mit der DaVinci-OP,
Grund:
Ihr auf 14 gestiegener PSA lässt unter Umständen einen
bei der OP höheren Gleason-Score (Upgrading und Upstaging)
vermuten und das würde damit ein, wenn auch mäßig erhöhtes
Risiko für Lymphknotenmetastasen bedeuten (Faktor 4). Und
was die Lymphknotenentfernung betrifft, ist diese in der Regel
beim DaVinci etwas schlechter als bei der offenen OP, nicht weil
sie es nicht könnte, sondern weil aus praktischen Gründen (OP-Dauer)
meist reduziert durchgeführt.

Hvielemi
06.03.2013, 20:52
Ich hätte nur leichte "Bauchschmerzen" mit der DaVinci-OP


Diese Bauchschmerzen können sie sich sparen, lieber fs.
Tom hatte sich schon VOR seinem Beitrag für die offene RPE entschieden:


Methode klassisch

Ist aber gut, dass er so eine Bestätigung für seinen Entscheid bekommen hat.

Carpe diem!
Puistola

tom aus lu
06.03.2013, 23:17
sondern weil aus praktischen Gründen (OP-Dauer)
meist reduziert durchgeführt

Da habe ich ein leichtes Verständnisproblem.... vielleicht können sie zur Aufklärung beitragen und diesen etwas nebulösen Satz erläutern. Danke!

Ansonsten sehe ich es so:

Des Menschen Willen ist sein Himmelreich!

Persönlich:

Wenn ich die Wahl hätte zwischen einem 10 cm langem Bauchschnitt oder 5 kleinen Inzisionen würde ich letztere vorziehen.


eine Bestätigung für seinen Entscheid

Tut mir Leid wenn ich diesen Satz so nicht unterstützen kann, da die Behauptung doch seltsam (Zeit) begründet ist. Ich kenne DaVinci und war bei mehreren OPs anwesend. Zeit hat dort genau so eine Rolle gespielt wie bei der Bauchschnitt OP auch. Jede OP ist geplant und bedeutet mehr oder weniger Akkordarbeit da der nächste Patient in der Vorbereitung bereits wartet und Herr Dr. inkl. seinem Team auch mal Feierabend haben will!

Tom

tom.riemer
07.03.2013, 12:56
Erstmals vielen Dank für die aufmunternden Worte.
Hilt mir auf alle Fälle weiter.
Zum Glück hatte ich ja genügend Zeit mich auf die Situation vorzubereiten.
Das sie irgendwann mal was finden bei ständig steigendem PSA war ja zu befürchten.

Mein Urologe und die Martini Klinik haben mir zur klassischen / offenen OP geraten.
Vorteil bei DaVinci ist wohl vor allem bei bereits durch andere OP vor geschädigten sowie übergewichtigen Patienten.
Da ich beides nicht bin war es eigentlich egal.
Bei der letzten Biopsie hat man dann noch eine Zyste nähe der Prostata festgestellt die man sich dann direkt mal mit anschauen kann.

Bin mal gespannt, wie man mit dem Dauerkatheder von Hamburg nach Bad Nauheim fahren kann.
Hoffentlich spürt man da nicht jede Bodenwelle auf der Autobahn. Fahren wird mich meine Tochter.

Ist noch irgendwas vor der OP zu beachten ?
Sonst bin ich wie immer optimistisch - wird schon schief gehen.

Lieben Gruß

Tom

Hvielemi
07.03.2013, 13:53
Bin mal gespannt, wie man mit dem Dauerkatheder von Hamburg nach Bad Nauheim fahren kann.
Hoffentlich spürt man da nicht jede Bodenwelle auf der Autobahn. Fahren wird mich meine Tochter.

Ist noch irgendwas vor der OP zu beachten ?


Mein Katheter wurde noch im Spital gezogen, und ich kann mir daher nicht vorstellen, mit so einem
Schlauch ohne herbeiklingelbares, urologisch routiniertes Pfelegepersonal auf Langstrecke spazierenzufahren.
Bin ich ein Weichei?

Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee sei, mit dem Dauerkatheter eine lange Reise zu unternehmen.
Aber nicht, weil das wegen Bodenwellen mühsam sein könnte. Man kann ja auch rumlaufen mit dem
Schlauch, und weh tut der im Grunde nicht. Dennoch wäre es gut, vermehrt auf der Überholspur zu
fahren weil die nicht so kaputtgeritten ist von den LKWs. Ein bequemer Reisewagen wär wohl besser
als ein hoppeliger Fiat Panda. Noch besser wär ein ICE ...

Aber was machst Du, wenn sich ein Koagel im Katheter festsetzt und der Urin nicht mehr abläuft?
Da brauchst Du professionelle Hilfe, und die gibt es nun mal nicht auf dem Klo der Autobahnraststätte.
Jedenfalls solltest Du nicht an einem Wochenende reisen, sondern an einem Werktag, weil sich ja
längs der Autobahn alle paar Kilometer eine Urologenpraxis findet, die man notfalls anfahren könnte.
Vielleicht einige Adressen aufschreiben oder gleich im Navi speichern?



Frage in die Runde der RPE-Veteranen:
Ist das üblich, dass man nach RPE mit Katheter entlassen wird?
Wenn Ja:
Wer ist dann zuständig für die Überwachung und für das Ziehen des Katheters?
Was könnt ihr Tom aus eigener Erfahrung für seine Rückreise empfehlen?

Hvielemi

tom aus lu
07.03.2013, 13:53
Sonst bin ich wie immer optimistisch - wird schon schief gehen.

Hallo Tom,

die Einstellung und Überzeugung ist, egal bei welcher Methode, das Wichtigste.

Diese Grundvoraussetzung scheinst du zu haben!

Alles Gute!

Tom

tom aus lu
07.03.2013, 14:00
Hallo Hvielemi,

wenn die Dichtigkeitsprüfung Anlass für eine erweiterte Tragzeit des Katheders gibt ist es durchaus üblich Patienten in die häusliche Pflege zu entlassen, sofern deren Allgemeinzustand es zulässt. Es besteht kein Grund ein Bett zu belegen.

Ich vermute aber eher, dass Tom seine OP mit kurzem Aufenthalt in Hamburg verbringt und die Anschlussbehandlung in einer anderen Klinik erfolgt. Dies ist mittlerweile auch Praxis in Klinikkooperationen.

Tom

Ergänzung: Letztere Variante ist aber zwischen Bad Nauheim und Hamburg eher unwahrscheinlich zumal dann eine Verlegung mit einem Krankentranspot erfolgen sollte....

Hvielemi
07.03.2013, 14:51
Es besteht kein Grund ein Bett zu belegen.

Ich vermute aber eher, dass Tom seine OP mit kurzem Aufenthalt in Hamburg verbringt und die Anschlussbehandlung in einer anderen Klinik erfolgt.

Ergänzung: Letztere Variante ist aber zwischen Bad Nauheim und Hamburg eher unwahrscheinlich zumal dann eine Verlegung mit einem Krankentranspot erfolgen sollte....

Statt zu fragen, hätt ich besser gegoogelt:

http://www.martini-klinik.de/fileadmin/documents/images/header/5_aufenthalt/Aufnahmemappe_2012_RRP_Martini_Einzelseitenonline. pdf
Auf Seite 12 steht, dass der Katheter üblicherweise VOR der Entlassung gezogen wird, (also nicht nur am Bethanien und bei meinem Urologen)


Bei normaler Abheilung der genähten Verbindung
zwischen der Harnröhre und der Blase (Anastomose)
kann der Katheter ab Tag 5 kurz vor der Entlassung
gezogen werden. Nach der Entfernung des Katheters
bleiben Sie in der Regel noch einen Tag stationär.
Dabei wird überprüft, ob Sie die Blase schon ausreichend
entleeren können. Bei wenigen Patienten
besteht aber nach der Katheterentfernung noch eine
Schwellung der Anastomose, so dass ein selbstständiges
Wasserlassen noch nicht möglich ist. In diesem
Fall muss erneut ein Katheter eingelegt werden. Dies
geschieht nach lokaler Betäubung der Harnröhre und
ist wenig belastend. Die Katheterentfernung wird
dann einige Tage später geplant, wenn die Schwellung
abgeklungen ist. Eventuell ist die Heilung der
Anastomose während des stationären Aufenthalts
noch nicht abgeschlossen. Auch in diesem Fall wird
die Entfernung des Katheters ambulant nach der Entlassung
aus der Klinik vorgenommen. Ihr Operateur
wird das Vorgehen individuell während des stationären
Aufenthalts mit Ihnen besprechen.
Falls der Katheter erst nach dem stationären
Aufenthalt entfernt wird, werden Sie einen ambulanten
Termin in unserer Klinik erhalten, bei dem
der Katheter – eventuell nach einer Ultraschallkontrolle
– entfernt werden soll. Wir werden den Termin
hierfür vor Ihrer Entlassung gemeinsam festlegen.
Selbstverständlich können Sie den Katheter auch bei
Ihrem niedergelassenen Urologen entfernen lassen;
beispielsweise wenn Sie eine weite Anreise zu unserer
Klinik haben.

"Anschlussbehandlung"?
Ich hab so eine teure Zusatzrunde nicht gebraucht, und ich geh mal davon
aus, dass Toms Chancen gut sind, dass auch er dicht sei, denn er hat ja
die Martini-Klinik gewählt, gerade weil die über so viel Erfahrung verfügen.

Carpe diem!
Hvielemi





(http://www.martini-klinik.de/fileadmin/documents/images/header/5_aufenthalt/Aufnahmemappe_2012_RRP_Martini_Einzelseitenonline. pdf)

tom aus lu
07.03.2013, 15:30
dass Toms Chancen gut sind, dass auch er dicht sei, denn er hat ja
die Martini-Klinik gewählt, gerade weil die über so viel Erfahrung verfügen.

Mit Verlaub, das hat weniger was mit der Erfahrung der Klinik zu tun als mit seiner eigenen Fähigkeit der Wundheilung.

Eine Wundheilungsstörung aufgrund Stoffwechselerkrankungen oder sonstigen Begebenheiten ist keine Seltenheit im klinischen Alltag, da kann die Klinik noch so gut sein, hierauf hat sie keinen Einfluss.



Tom

Diogenes_57
07.03.2013, 16:51
Bin mal gespannt, wie man mit dem Dauerkatheder von Hamburg nach Bad Nauheim fahren kann.
Hoffentlich spürt man da nicht jede Bodenwelle auf der Autobahn. Fahren wird mich meine Tochter.

Ist noch irgendwas vor der OP zu beachten ?
Sonst bin ich wie immer optimistisch - wird schon schief gehen.Hallo Tom,

ich stimme Hvielmi zu... bei mir war's wie bei ihm. Genauer:

Nach OP fand ich mich im Bett mit zwei(!) Kathetern wieder. Einer ging durch die Bauchdecke und einer durch den Penis in die Blase. Später wusste ich, warum es zwei waren: Zunächst wurde der Katheter durch den Penis gezogen. Erst nachdem ich dann Wasser lassen konnte, kam der Bauchkatheter 'raus. Er war so eine Art Backup, um aus mir keinen vorprogrammierten Notfall zu machen, könnte ich nicht selber ....

Sonst noch zu beachten?
- Bring Dich in gute körperliche Form vorher. Gute Kondition und Muskulatur helfen bei und nach OP.
- Bleib optimistisch, Du wirst es schon schaffen.

Toitoitoi, D.

skipper
07.03.2013, 17:06
Hallo Tom,
bin am 4. Tag Postoperativ ( klassische OP ) von meiner Frau von HH bis kurz vor Karlsruhe gefahren worden, mit Katheter. War zwar keine Spazierfahrt , aber ohne Komplikation machbar. Ein Pfleger der Martiniklinik hat mich vorher instruiert, was im Falle einer Verstopfung des Katheters zu tun ist. Nach 10 Tagen bin ich mit dem Zug zurück nach Hamburg gefahren, da ich ihn gerne dort loswerden wollte wo er rein kam. Zudem wollte ich noch einige Fragen besprechen.
Die wichtigsten Tipps hat Diogenes schon geliefert.
Gruß Skipper

rembert
07.03.2013, 18:14
Kann mich Skipper nur anschliessen. Nach meiner OP in der Martini-Klinik bin ich auch mit Katheter entlassen worden. Die Fahrt nach Hannover hat überhaupt keine Probleme gemacht. Habe dann zuhause beim Hausurologen den Katheter ziehen lassen.
Gruss Rembert

Hvielemi
07.03.2013, 18:42
Mit Verlaub, das hat weniger was mit der Erfahrung der Klinik zu tun als mit seiner eigenen Fähigkeit der Wundheilung

Mit Verlaub, die Erfahrung des operierenden Urologen oder Chirurgen und die angewendeten Verfahren haben sehr viel mit der resultierenden Kontinenz zu tun.
Mein Urologe ist zwar nicht in Hamburg zuhause, sondern niedergelassen in Zürich, aber er verfügt über eine umfassende Erfahrung und eine gute Statistik.
Klar, dass weder er, noch die Martini-Leute Jeden dicht bekommen.

Rembert und Skipper wurden, wie ich grad sehe, mitsamt Katheter entlassen.
Das sollte eigentlich der Ausnahmefall sein gemäss oben zitierten Patienteninfo der Martiniklinik.
10 Tage mit dem Schlauch (Warum sooo lange?!) sind wahrlich keine schöne Perspektive.
Ich hoffe für Tom, das sei die Ausnahme!

Carpe diem
Hvielemi

uwes2403
07.03.2013, 20:37
Moin,

zur Dauer des Kathetertragens: Die MArtiniklinik schreibt zwar auf der Website "i.d.R. am 5. Tag nach OP" (klar, die Website hat ja auch eine Werbefunktion...), im Aufklärungsgespräch (und auch im Aufklärungsbogen) ist hingegen von ca. 10 Tagen die Rede.

Ich habe beides kennengelernt: 5 Tage bei mir und ohne Katheter entlassen, andere Patienten wurden mit Katheter entlassen - ist ja auch nicht so ganz abwegig, da die Wundheilung bei jedem unterschiedlich schnell voranschreitet.

Den Schlauch (Drainage) in der Bauchdecke hatte ich auch - der war allerdings zum Abfluß des Wundsekretes und am 2. Tag draußen.

Ähm Tom und Konrad ? Kann es sein, dass einer von Kontinenz schreibt und der andere über die Abheilung der Anastomose ?

Grüße

Uwe

tom aus lu
07.03.2013, 22:50
Also ich habe über die Dichtigkeit der Anastomose geschrieben... die spätere Kontinenz ist sicherlich durch die Ausdehnung des Karzinoms und natürlich dem Können des Operateurs bestimmt.

Der Bauchschlauch (Drainage) dient im Unterdruckverfahren zum Abfluss der Lymphe (Wundsekret) und wird i.d.R. nach 2 Tagen entfernt.

Tom

Heribert
08.03.2013, 09:58
Es geht hier eher wohl nicht um die Sekretdrainage sondern um einen suprapubischen Blasenkatheter, der zusätzlich zum Harnröhrenkatheter vor Harnstau bei Verlegung (Verstopfung) des Harnröhrenkatheter schützen soll und um Restharn zu messen.

Heribert

tom aus lu
08.03.2013, 10:10
Ein suprapubischer Blasenkatheter ist i.d.R aber kein Standard. Wenn ausreichend gespült wurde sollte es auch kein Grund geben warum ein Harnröhrenkatheter verstopfen sollte.

Dagegen wird eine Drainage, bei jeglicher Art von OP, immer für 1 bis 2 Tage angelegt.

Tom

meisje
08.03.2013, 10:21
Guten Tag Forum!
Nach meiner OP in Eppendorf 2007 hat meine Frau mich an den Niederrhein kutschiert. Auf Höhe
Cloppenburg war der Katheter auf der Autobahn zu. Das war eine unerträgliche Situation. Wir sind dann
ein Krankenhaus angefahren, dort die Situation eindringlich beschrieben. Ein netter Doc hat dann das Ding freigespült,
auf Formalien wurde verzichtet nachdem ich der Ambulanz 20 € in die Kaffeekasse gepackt habe. Bis zum Ziehen des
Katheters saß dieser noch insgesamt 2 x zu und erforderte nächtliche Besuche in der Urologie eines nahegelegenen
Krankenhauses. War unangenehm!
Lieben Gruß
Christian

Heribert
08.03.2013, 10:26
Hallo Tom aus Lu

Erst lesen, dann nachdenken, dann versteht man auch!

Nach OP fand ich mich im Bett mit zwei(!) Kathetern wieder. Einer ging durch die Bauchdecke und einer durch den Penis in die Blase. Später wusste ich, warum es zwei waren: Zunächst wurde der Katheter durch den Penis gezogen. Erst nachdem ich dann Wasser lassen konnte, kam der Bauchkatheter 'raus. Er war so eine Art Backup, um aus mir keinen vorprogrammierten Notfall zu machen, könnte ich nicht selber ....

tom aus lu
08.03.2013, 10:57
Hallo Heribert,

vielen Dank für deinen Tipp.

Allerdings haben sich meine Aussagen nicht speziell auf dein Zitat von Diogenes bezogen sondern sind globaler Natur.

Wie gesagt ein suprapubischer Katheter zusammen mit einem Harnröhrenkatheter ist eher die Ausnahme als die Regel.

Und noch ein Tipp für diejenigen die mit Katheter eine weitere Heimreise antreten sollten. Vor verlassen der Klinik einfach noch einmal den Foley-Katheter mit steriler Kochsalzlösung spülen lassen. Dann dürfte in den nächsten Stunden definitiv keine Probleme auftauchen.

Tom

Schorschel
08.03.2013, 11:28
Ein suprapubischer Blasenkatheter ist i.d.R aber kein Standard. Wenn ausreichend gespült wurde sollte es auch kein Grund geben warum ein Harnröhrenkatheter verstopfen sollte.

Dagegen wird eine Drainage, bei jeglicher Art von OP, immer für 1 bis 2 Tage angelegt.

Tom

Hallo Tom,

nach meiner TURP hatte ich beide Katheter 5 Tage lang, und meine malträtierte Prostata wurde mit gefühlten Hektolitern durchgespült. Das schien dort das normale Procedere zu sein.

Den Bauchkatheter habe ich dann nach 5 Tagen mit nach Hause genommen, weil das mit den Miktionsreflexen und dem Harnlassen sich recht langsam eingespielt hat. Nach ein paar Tagen war aber alles ok, und der Katheter wurde bei meinem Uro ambulant gezogen. Seither alles bestens - kräftiger Strahl und alles dicht. :-))

Viele Grüße

Schorschel

tom aus lu
08.03.2013, 11:53
Anscheinend wird dies je nach Begebenheit unterschiedlich gehandhabt. Aus meiner langjährigen postoperativen, intensivmedizinschen, Zeit kenne ich den suprapubischen Katheter nur als "Langzeitanwendung", wenn von vorne herein ersichtlich ist, das die Tragezeit eines transurethralen Katheters überschritten wird. Dies war z.B. bei Patienten mir urologischer Vorgeschichte, palliativ, oder erkennbarer Langzeitpflege der Fall.

Der Vorteil in einem suprapubischen Katheter besteht in der geringeren Infektionsgefahr und der Entlastung des Schließmuskels. Beim Foley Katheter gilt der Grundsatz so kurz wie nötig da bei längerer Tragezeit ein erhebliches Infektionsrisiko besteht und nach längerer Tragezeit bei entfernen des Katheters der Schließmuskel sich erst wieder an seine Funktion "erinnern" muss (ähnlich den Problemen bei einer Langzeitbeatmung). Oftmals wird dann von einem transurethralen Katheter auf einen suprapubischen Katheter umgestellt.

Ich denke das Thema ist aus meiner Sicht erschöpfend beantwortet.

Schönes Wochenende

Tom

Heribert
08.03.2013, 11:57
Allerdings haben sich meine Aussagen nicht speziell auf dein Zitat von Diogenes bezogen sondern sind globaler Natur.

Wie gesagt ein suprapubischer Katheter zusammen mit einem Harnröhrenkatheter ist eher die Ausnahme als die Regel.

Ich bin mir nicht sicher aus welchen Häusern Du Deine perönlichen Erfahrungen hier einbringst. Meine Erfahrungen bei Bauchschnitt-OP, auch aus jüngster Zeit, sind anders. Bei TUR-P, wie Schorschel schrieb sowieso. Warum sollte man auch bei einer vorübergehenden Anastomoseschwellung und daraus resultierendem Harnverhalt dem Betroffenen eine erneute Analgesie zumuten?

Heribert

tom aus lu
08.03.2013, 12:25
Hallo Heribert,

dann sollten wir doch einfach mal eine Umfrage starten:

Also Liebe Forumsteilnehmer, wer hatte nach seiner RPE

a.) einen transurethralen Blasenkatheter zusammen mit einem suprapubischen Blasenkatheter (nicht zu Verwechseln mit der Drainage!) und einer Drainage?

b.) ausschließlich einen transurethralen Blasenkatheter und einer Drainage?

Auf das Ergebnis bin ich gespannt? Da es doch unterschiedliche Standards zu geben scheint.

Tom

PS: @ Ralf, falls das jetzt den Rahmen des Threads sprengen sollte, einfach in eine neue Rubrik verschieben.

Diogenes_57
08.03.2013, 13:38
Hallo Tom,

Deine Umfrage ist ja ganz nett. Ich wollte hier keinen Standard hinschreiben sondern nur das ganz einzelne Vorgehen bei mir und mir genannte Gründe für den Bauchkatheter. Das ist vielleicht hilfreich für den Fragesteller hier. Standards findet man in Medizinbüchern.

Gruß, D.

tom aus lu
08.03.2013, 13:57
Hallo Diogenes,

du hast recht
Standards findet man in Medizinbüchern.

Zu mindestens in meinen Büchern habe ich hier aber keine Doppelkatheterisierung gefunden. Gut ich gebe zu, sie sind schon etwas angestaubt.

Nein, ich brauche mein Ego hier nicht zu befriedigen also lassen wir die Umfrage, würde sowieso das Thema der Eingangsfrage sprengen. Aber rein praktikabel würde es sich mit einem suprapubischen Katheter besser Auto fahren lassen, wenn er nicht gerade dort angelegt ist wo der Gurt drüber liegt.

So, aber jetzt verabschiede ich mich ins Wochenende, wünsche eine schönes selbiges, mein Tablett PC lechzt nach Strom und ich nach Erholung.

Tom