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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA Wert 13 - mein Papa



Happiness
12.03.2013, 13:54
Guten Tag zusammen!

Ich versuche mal alles geordnet zusammenzufassen.

Meine Mutter teilte mir gestern mit,das mein Papa (55J)schlechte PSA Werte hätte.
Für mich ist das total neu und eigentlich hätte sie mir das nicht sagen dürfen.
Er möchte mich schonen, da ich vor 5 Wochen Mutter geworden bin.
Ausserdem ist er ein Mensch, der nie jemanden zur Last fallen möchte.
Alle Infos die ich habe sind also aus 2.Hand meiner Mutter.

1. Untersuchung vor einem Jahr Wert bei 11, es erfolgte keine weiter Untersuchung
2. untersuchung vor kurzem. Wert bei 13, Tastuntersuchung und Ultraschall (welchen Aussagekraft hat das?) ohne Befund.
Am Montag wird nun eine Prostatabiopsie vorgenommen mit 12 Stanzen.

Ich habe nun seid gestern das Internet durchforstet auf der Suche nach Informationen und habe schon viel erfahren.
Es sind jedoch noch einige Fragen für mich offen, die ich hier gerne stellen möchte.

- Ich weiß schon, das es kein Karzinom sein muss, aber hat die Werthöhe eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit bzw. über die Größe oder die Möglichkeit der Streuung auf andere Areale?
-Könnte bei einem solchen Wert von 13 immernoch eine Prostatavergrößerung die Ursache sein?
- Ich habe gelesen, die Mortalitätsrate liegt bei 3 %. Gilt dies nur für Krebs wenn er noch nicht gestreut hat?
- Zu guter Letzt: die Behandlungsmethoden bei einem Karzinom scheinen ja sehr umfangreich zu sein. Wie ist es mit der Lebensqualität, welche Erfahrungen haben Betroffene gemacht, wie geht es euch mit der Behandlung?


Sorry für die Fragenflut, aber ich denke Informationen sammeln ist derzeit das beste was ich tun kann. Natürlich werde ich auch in kürze mit ihm persönlich sprechen. Diese Schweigerei macht doch keinen Sinn!

Vielen Dank für eure Hilfe!

Diogenes_57
12.03.2013, 15:38
Liebe Happiness, ich bin mit meinem angelesenen Halbwissen und persönlichen Erfahrungen fest davon überzeugt, Du hast Dir genau das richtige Pseudonym gegeben. Ich hoffe, bei Dir sind Mutter und Kind wohlauf und der Vater (Deines Kindes) erholt sich auch langsam von der Geburt. Bei Opa bin ich ziemlich sicher, dass er mit seinem Enkel noch zum Tanzen geht. Wenn er dies nicht tut, dann wahrscheinlich nicht wegen Tod an Prostatakrebs.

Zu Deinen Fragen meine wenig fundierte Einschätzung:
- PSA 13 sagt nichts über mögliche Metastasen. Erste Info dazu liefert die ausstehende Biopsie. Sag Deinem Vater, er soll sich unter Narkose begeben, und nicht den starken Mann markieren. Den braucht er später evtl noch.
- Keine Ahnung zur Prostatavergrößerung. Es kann aber sicher auch eine gutartige Erkrankung vorliegen.
- Die Zahl 3% Mortalitätsrate alleine sagt nichts aus. Mach Dir vorläufig keine ernsthaften Sorgen.
- Du kennst inzwischen die gängigen Behandlungsmethoden. Ich habe zu den Optionen Deines Vaters keine Erfahrung.

Und nun gehst Du mit Vater mal ein gemütliches Bier trinken. Du erzählst von Deinem Baby und vom Stillen und von den zugehörigen Eheproblemen. Und irgendwann beim 5. Bier fragst Du mal nach dem Erl(g)ebnis der Biopsie.

Dann geht das schon. Gruß, D.

Hvielemi
12.03.2013, 18:17
1. Untersuchung vor einem Jahr Wert bei 11, es erfolgte keine weiter Untersuchung
2. untersuchung vor kurzem. Wert bei 13, Tastuntersuchung und Ultraschall (welchen Aussagekraft hat das?) ohne Befund.
Am Montag wird nun eine Prostatabiopsie vorgenommen mit 12 Stanzen.

Liebe Happiness

Diogenes hat schon fast alles gesagt, was man bei der gegenwärtigen Datenlage sagen kann.
Zwei Hinweise möchte ich aber noch zufügen:


Die Tastuntersuchung und der Utraschall haben keine Aussagekraft, wenn sie negativ sind. Man kann damit einen Tumor nicht ausschliessen. Deshalb soll ja nun eine Biopsie gemacht werden.


Ein wichtiger Indikator zur Beurteilung des PSA-Wertes ist die Geschwindigkeit des Anstieges, ausgedrückt in der Verdoppelungszeit (VZ), also der Zeit, die es bei der gegenwärtigen Anstiegsgeschwindigkeit brauchen würde, bis der PSA verdoppelt, also von 11 auf 22 gestiegen wäre.
Dein Vater hatte vor etwa einem Jahr einen PSA-Wert von 11 ng/ml, nun 13 ng/ml.
Daraus ergibt sich rechnerisch eine Verdoppelungszeit von über vier Jahren, was sehr lange ist und überhaupt nicht auf ein aggressives Krebsgeschehen hinweist.
(Zum Vergleich: Ich hatte eine VZ von 8 Wochen.)
Das ist zwar keine Entwarnung, aber doch immerhin ein gewichtiger Hinweis auf die Möglichkeit einer Prostatavergrösserung oder -entzündung, oder allenfalls auf eine sehr langsam fortschreitenden Krankheit.

Für irgendwelche Prognosen ist es viel zu früh, denn es liegt ja bei sehr schwacher Datenlage nur ein Verdacht vor. Der wird jetzt erst mal abgeklärt. Ich nehme mal an, dass nach der ersten Messung schon mal versucht wurde, ob der PSA-Wert auf ein Antibiotikum anspreche.
Diesenfalls wäre die Biopsie schon der richtige nächste Schritt. Diogenes' Vorschlag, diese in Narkose durchführen zu lassen, ist durchaus zweckmässig, es ist nämlich ein recht peinlicher Vorgang und kann dazu auch noch schmerzhaft sein, trotz Lokalanästhesie.
Ganz wichtig: Zuvor einen Schirm gegen Infektionen aufbauen mit einem geeigneten Antibiotikum. Soll ja immer noch Ärzte geben, die das unnötig finden.

Und dann unmittelbar VOR der Biopsie nochmal Blut entnehmen für 'nen PSA.

Carpe diem!
Hvielemi


Passende Lektüre:
http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/Patientenleitlinie_Prostatakrebs_1_01.pdf

Happiness
13.03.2013, 17:58
Liebe Antworter :)

DANKE! Jetzt gehts mir schon etwas besser. Eure Informationen und Worte machen Mut und geben Kraft.
Ich denke das ist das wichtigste was man in so einer Situation haben kann : Mut und Kraft zum weitergeben.

Ich werde berichten.
Viele Grüße
Happiness