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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schneller PSA-Anstieg nach Wechsel der Therapie



Karlheinz
14.10.2006, 13:01
Hallo liebe Mitstreiter,
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Mein PSA-Wert ist seit Jan. 2005 von 0,14 unter Zoladex-Dreimonatsdepot bis Juli 2006 auf 0,78 gestiegen. Auf Grund des stetigen Anstiegs erfolgte im Juli 2006 der Wechsel des Medikamentes von ZOLADEX auf TRENATONE.
Nach drei Monaten erhielt ich die zweite TRENATONE. Gleichzeitig erfolgte die Blutabnahme für PSA und Testosteron. Der PSA-Wert ist jetzt (04.10.06) 1,6; Testosteron noch nicht bekannt.
Meine Frage, ob der PSA-Anstieg von Juli 06 bis Okt. 06 auch durch einen Grippalen Infekt mit starkem Husten zum Zeitpunkt der Blutabnahme verursacht sein könnte, wurde vom Urologen verneint.

Obwohl ich von Jan. 2002 bis Oktober 2004 CASODEX 150 mg als Monotherapie erhalten habe, der PSA-Wert im Oktober 2003 mit 0,04 den niedrigsten Stand hatte und danach mit 0,32 im Oktober 2004 den Höchststand erreichte, wurde mir nun wieder CASODEX 50 mg zu der Therapie mit TRENATONE verordnet.
Ich bin nun verunsichert und stelle mir die Frage, ob eine Therapie mit CASODEX 50 mg zu der TRENATONE die richtige Kombination ist?


Für eine Antwort wäre ich dankbar.
Schöne Wochenendgrüße Karlheinz

cligensa
16.10.2006, 23:02
Hallo liebe Mitstreiter,
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Mein PSA-Wert ist seit Jan. 2005 von 0,14 unter Zoladex-Dreimonatsdepot bis Juli 2006 auf 0,78 gestiegen. Auf Grund des stetigen Anstiegs erfolgte im Juli 2006 der Wechsel des Medikamentes von ZOLADEX auf TRENATONE.
Nach drei Monaten erhielt ich die zweite TRENATONE. Gleichzeitig erfolgte die Blutabnahme für PSA und Testosteron. Der PSA-Wert ist jetzt (04.10.06) 1,6; Testosteron noch nicht bekannt.
Meine Frage, ob der PSA-Anstieg von Juli 06 bis Okt. 06 auch durch einen Grippalen Infekt mit starkem Husten zum Zeitpunkt der Blutabnahme verursacht sein könnte, wurde vom Urologen verneint.

Obwohl ich von Jan. 2002 bis Oktober 2004 CASODEX 150 mg als Monotherapie erhalten habe, der PSA-Wert im Oktober 2003 mit 0,04 den niedrigsten Stand hatte und danach mit 0,32 im Oktober 2004 den Höchststand erreichte, wurde mir nun wieder CASODEX 50 mg zu der Therapie mit TRENATONE verordnet.
Ich bin nun verunsichert und stelle mir die Frage, ob eine Therapie mit CASODEX 50 mg zu der TRENATONE die richtige Kombination ist?


Für eine Antwort wäre ich dankbar.
Schöne Wochenendgrüße Karlheinz
Lieber Karlheinz,
Deine gesamte Prostatakrebshistorie zu überblicken ist gar nicht so einfach. Aus Deinen PSA-Werten während der verschiedenen Hormonblockaden scheinen folgende Schlußfolgerungen gezogen werden zu können:
1. Deine Hormonsensitivität war ursprünglich recht gut ausgeprägt.
2. Eine hohe Agressivität scheint bei Dir nicht vorzuliegen
3. Deine Hormonblockaden haben Dich eine ganze Menge Jahre durchgeschleppt, allerdings lag diesen Verabreichungen keinerlei Langzeit- oder Gesamtkonzept zugrunde, es wurde immer nur der PSA-Wert behandelt mit den "aus dem Bauch heraus" möglichst wirksamen Medikamenten.
4. Jetzt scheint aber bei allen bisher verabreichten Hormonblockadepräparaten (nichtsteroidale Antiandrogene fast 3 Jahre mit Flutamid und Casodex, LH-RH Analoga etwa 2 Jahre mit Zoladex und Trenantone) eine langsam zunehmende Resistenz sich abzuzeichnen.
5. Wenn Du jetzt Enantone und 50mg Casodex erhältst, dürfte mit einiger Wahrscheinlichkeit keine wesentliche Änderung des PSA-Anstiegs die Folge sein, vielleicht nur ein kurzer Abfall, denn der PSA-Anstieg zwischen Jan 05 (0,14) bis Okt 06 (1,6) folgt trotz HB in etwa einer exponentiellen Kurve und auch bei der Gabe von nichtsteroidalen Antiandrogenen ist vorher schon ein Anstieg bereits festgestellt worden. Zellen merken sich ihr Leben lang, wenn sie mit Hormonen behandelt worden sind. Dein Urologe hat sicher recht, wenn er meint, dass andere entzündliche Vorgänge im Körper nicht unbedingt diesen Anstieg zur Folge hatte (obwohl das auch beitragen könnte).
5. Mögliche Konzepte wären gewesen (meine Annahme, dass diese Doktoren so empfohlen hätten): durch eine starke frühzeitige systemische Therapie mit einer kompletten oder besser einer dreifachen Hormonblockade (9 bis 13 Monate) möglichst noch in Kombination mit einer gering dosierten Chemotherapie (12 bis 15 Zyklen) den Krebs so lange zu behandeln bis ein Maximun an Apoptose (Zelltod) erfolgt ist und dann durch eine Erhaltungstherapie diese nunmehr chronische Erkrankung so gut wie möglich unter Kontrolle zu halten (Leibowitz/Strum), oder durch begrenzte Zyklen der Hormonblockade insbesondere mit einem LH-RH Analogon das Therapiekonzept der intermittierenden HB (Prof. Tunn) anzuwenden um so die Zeiten einer guten Lebensqualität möglichst auszudehnen.

Die Frage ist, wieviel jetzt noch von diesen Konzepten angewendet werden kann.
Die stärkste verfügbare Waffe zum frühest möglichen Zeitpunkt scheint immer noch ein Langzeitkonzept zu ermöglichen. Also Chemotherapie mit Taxotere (s.oben) mit HB3 und antiangiogenen Medikamenten. Das ist schwierig umzusetzen und wenn dann mehr als 3 Jahre ein LH-RH Analogon verabreicht wurde, besteht die Gefahr der permanenten Schädigung der Testosteronproduktion in den Hoden - vergleichbar mit chirurgischer Kastration. So bleiben viele Fragen offen, die Du aber entscheiden mußt ohne eine Garantie für Erfolg. Aber das ist ja bei den Therapien des Prostatakrebses nicht ungewöhnlich. Da Du Dich im Gesundheitswesen auskennst, ist das sicher nichts Neues für Dich.

Was ich Dir hier erzähle ist lediglich das, was ich als Vorschläge oder Empfehlungen der oben genannten Doktores annehmen würde. Hier in Deutschland gibt es inzwischen einige wenige Ärzte, die sich mit solchen oder ähnlichen Konzepten befassen. Namen möchte ich hier nicht ins Internet setzen. Da müßtest Du direkt Kontakt mit mir aufnehmen.
Grüße
Christian