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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kritisches zum Geschäftsbericht der Deutschen Krebshilfe 2011



Reinardo
13.05.2013, 13:07
Hallo:

Der letzte im Internet einsehbare Geschäftsbericht betrifft das Jahr 2011.</SPAN>

Wie alle Geschäftsberichte von Spenden sammelnden Vereinen ist auch der Geschäftsbericht der Deutschen Krebshilfe mehr Werbeschrift in eigener Sache denn Geschäftsbericht nach kaufmännischen Regeln. Allerdings ist die Transparenz des veröffentlichten Zahlenwerks der Deutschen Krebshilfe recht gut, viel besser als z. B im Geschäftsbericht des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe BPS, in welchem, wie an anderer Stelle beschrieben, mehr Zahlen verschwiegen als veröffentlicht worden sind. .</SPAN>

Sehen wir uns die Kapitel im Geschäftsbericht im Einzelnen an:</SPAN>

Vorwort des Vorstandes Hans-Peter Krömer</SPAN>
Eine Rede mit viel Werbung in eigener Sache.</SPAN>

Grußwort des Präsidenten</SPAN>
Dr.h.c. Fritz Pleitgen. Wie vor, aber ein eindrucksvolles Plädoyer für Prävention und gegen das Rauchen.</SPAN>

Mittelherkunft, Mittelverwendung</SPAN>
Einzelspenden von 22,2 Mill.Euro, aus Erbschaften und Vermächtnissen 38,3 und 13,4 Mill. Euro aus Zins-/Wertpapier-Erträgen, das sind die wesentlichen Einzelposten aus einem Gesamtaufkommen von 88,2 Mill. Euro.. </SPAN>
Dieser Betrag steht also für Werbe-/Verwaltungskosten und zur Verteilung an von der Deutschen Krebshilfe als förderungswürdig erachtete Organisationen und Projekte zur Verfügung.</SPAN>

Es wurden nach einer Zuführung zum Stiftungsvermögen und für Rücklagen 86,6 Mill. Euro im Geschäftsjahr ausgegeben für</SPAN>

Projekte 67,0 Mill. Euro</SPAN>
Härtefonds 4,8 „ „</SPAN>
Information 5,7 „ „</SPAN>
Werbung 5,4 „ „</SPAN>
Verwaltung 2,4 „ „</SPAN>
Zinsen u.a. 1,3 „ „</SPAN>

Das sind beachtliche Summen</SPAN>
. </SPAN>
Auffällig ist zunächst der im Verhältnis geringe Betrag von 4,8 Mill Euro für den Härtefonds, der ja insbesondere jene Verwendungszwecke bedient, mit denen die Werbung betrieben wird. </SPAN>

Die Ausgaben für Verwaltung liegen im Rahmen des für Spendenorganisationen Akzeptablen. Auch die Ausgaben für Information und Werbung geben nichts her für Kritik. Eine Organisation wie die Deutsche Krebshilfe braucht eine professionell gestaltete Werbung, und die ist teuer.</SPAN>

Die Ausgaben für „Projekte“ wollen wir uns weiter unten näher ansehen.</SPAN>

Engagement für die Menschen - gegen den Krebs</SPAN>
Kommentar zu einzelnen Positionen der Mittelherkunft</SPAN>

Im Mittelpunkt der Mensch</SPAN>
Lesenswerte Erläuterungen zu einigen der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projekte, insbes. zu Hilfen für krebskranke Kinder</SPAN>

Patientenversorgung verbessern</SPAN>
Hier werden hehre Ziele formuliert: „Ziel der Deutschen Krebshilfe ist es, jedem Patienten Zugang zu einer optimalen Diagnostik und einer qualitätsgesicherten, individuell auf ihn abgestimmten Therapie anzubieten.“</SPAN>

Die von der Deutschen Krebshilfe mit einem Betrag von 832.425 Euro geförderte Entwicklung von onkologischen Leitlinien verfolgt das Ziel, Empfehlungen zu erarbeiten mit dem Zweck, Ärzte und Patienten bei der Orientierung und Entscheidung über Maßnahmen der Prävention, Früherkennung, Diagnostik Therapie und Nachsorge einer Krebskrankheit zu unterstützen. In der Realität stellen sie aber eine Barriere dar für medizinischen Fortschritt und innovatives ärztliches Handeln. Die Leitlinien werden von Ärzten und Patienten nicht als Empfehlungen sondern als Vorschriften empfunden, gegen die man tunlichst nicht verstoßen sollte</SPAN>

Patientenbeteiligung unverzichtbar</SPAN>
„Patientenbeteiligung ist kein Gnadenakt des Staates oder von Einrichtungen des Gesundheitssystems. Es ist dringend notwendig, sie weiterzuentwickeln und auf eine stabile Finanzgrundlage zu stellen“.</SPAN>

Das klingt phantastisch, bedeutet aber in der Praxis, dass die Selbsthilfeorganisationen durch Geldzuwendungen seitens der Deutschen Krebshilfe in die ausschließliche Abhängigkeit von der Deutschen Krebshilfe gebracht werden. So sind Selbsthilfeorganisationen gehalten, die Patienten nur leitlinienkonform zu beraten und ihre Publizistik für Verlautbarungen der Fachgesellschaft zu öffnen. Alternative Therapieansätze werden diskreditiert. Es erfolgt eine „Gleichschaltung.“</SPAN>

Selbsthilfeorganisationen, welche uns Patienten .wirklich und wirksam vertreten sollen, müssen mitgliederfinanziert sein.</SPAN>

Forschung ist Fortschritt</SPAN>
Hier findet man beschrieben, was man in der Forschung tun w i l l, nicht aber, welche Ergebnisse in Jahrzehnten finanzieller Förderung durch die Deutsche Krebshilfe erreicht worden sind. Wer setzt in der Forschung Ziele? Wer kontrolliert in der Forschung Fortschritte? Wer liefert in der Forschung Ergebnisse, die uns Krebskranken etwas bringen? Zu diesen Fragen finden wir im Geschäftsbericht keine Antworten.</SPAN>

Mit Wissen gegen den Krebs</SPAN>
Ein lesenswerter Aufsatz zur Krebsprävention. </SPAN>

Zielgerichtete Förderung - die Projekte – </SPAN>
Dieses Kapitel ist das Herzstück des Geschäftsberichts. Auf 12 Seiten werden alle von der Deutschen Krebshilfe im Jahr 2011 geförderten Projekte in grober Gliederung nach Orten der Förderung aufgelistet. Die Namen der Projekte sind teils allgemein verständlich, teils jedoch in medizinisch-pathologischem Jargon formuliert </SPAN>
Es werden genannt der Empfänger der Förderung, der Name des Projektes und der Förderbetrag. .Das ist höchst unbefriedigend, weil dies die Projekte nicht ausführlicher erklärt, weil oft kein Bezug zu Krebsarten erkennbar ist, weil keine Angaben über Erfolgsaussichten und hinsichtlich der Patienten-Nähe gemacht werden. Der Patient fragt sich oft: „Was bringt mir das?“ .</SPAN>

Ich habe nun versucht, die Projekte in drei Gruppen zu ordnen:</SPAN>

I. Projekte der Soforthilfen. Hier den Härtefonds sowie den Fonds für kleinere, kurzfristig zu realisierende örtliche Fördermaßnahmen</SPAN>

II. Projekte, die eine Nähe zum Patienten und einen kurzfristig erkennbaren Nutzen versprechen. Hier die Förderung von Selbsthilfegruppen, Maßnahmen zur Leukämie, zu Krebs bei Kindern, zu laufenden sinnvoll erscheinenden Studien, Baumaßnahmen für Krankenhäuser und Palliativstationen, und dgl. Auch im Zweifelsfall habe ich ein Projekt dieser Gruppe zugeordnet.</SPAN>

II. Alle sonstigen Projekte, bei denen, wenn überhaupt, nur ein zeitlich ferner Nutzen zu erwarten ist. . Hierunter fällt auch die PREFERE Studie.</SPAN>

Ordnet man die jeweiligen Förderbeträge diesen Gruppen zu, dann ergibt sich folgendes Bild.</SPAN>

Bei einem Gesamtvolumen von 71,8 Mill. Euro = 100% entfallen auf</SPAN>

Gruppe 1 Euro 8,8 Mill. = 12,2 %</SPAN>
Gruppe II. „ 11,4 „ = 15,9 %</SPAN>
Gruppe III“ 51,6 „ = 71,9 %</SPAN>

Das heißt, dass das Gros der Förderung nicht an Projekte geht, die den Krebskranken unmittelbar oder mittelbar in naher Zeit zugute kommen, sondern an Projekte, die man im Geschäftsbericht nicht ausreichend erklärt und deren Sinngehalt strittig ist. Es besteht der Verdacht, dass es sich um als Forschungsgelder deklarierte Zuwendungen. an Großkliniken handeln könnte, zumal Chefärzte dieser Kliniken auch in den Fachausschüssen der Deutschen Krebshilfe vertreten sind, also Interessenkonflikte bestehen könnten. . Eine von mir vorgenommene Stichprobe bei drei Professoren hat in allen drei Fällen dies auch bestätigt. </SPAN>
Zu ähnlich kritischen Ergebnissen kommt aus anderer Perspektive der Verfasser eines am 11. Januar 2012 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verfassten Artikels mit der Überschrift „Die Deutsche Krebshilfe stranguliert sich selbst“. Es fällt hier das Wort von der „Selbstbedienungsmentalität“. </SPAN>

Mindestens darf aber gesagt werden, dass die Spendengelder zum überwiegenden Teil nicht in der Weise verteilt werden, wie dies in den Werbesendungen im Fernsehen den Zuschauern und Spendern vermittelt wird.</SPAN>

Wie könnte die Deutsche Krebshilfe reformiert werden?</SPAN>

Zuvorderst wäre zu sagen, dass die Professoren, die dort wie Mullahs das System beherrschen, alle weg müssten. Die Professoren gehören auf die Nehmer-Seite, nicht auf die Geber-Seite. Auf Geber-Seite kann auf deren Fachkompetenz verzichtet werden, da Antragsteller ihre Projekte ohnehin hinreichend begründen und zur Prüfung der Patientennähe normaler, kritischer Sachverstand ausreicht. </SPAN>
Die Geschäftsführung wäre zu modernisieren, indem eine mit Vollmachten ausgestattete Persönlichkeit (Manager, Reformer, Sanierer, nicht korrumpierbar) die Verteilungspraxis reformiert. </SPAN>

Finden sich in Deutschland keine für eine Förderung geeigneten Projekte, könnte die Deutsche Krebshilfe auch im Ausland aktiv werden. So könnte (nur ein Beispiel) die Errichtung und Ausstattung eines Krankenhauses in Namibia für an Leukämie erkrankte Kinder sogar politische Furore machen, als eine Geste der Wiedergutmachung für die am Hererovolk verübten Verbrechen während der deutschen Kolonialzeit. </SPAN>
Förderungswürdig könnten auch Projekte in Russland sein.</SPAN>

Die deutsche Krebshilfe und ihre Tochterorganisationen</SPAN>
Es handelt sich hier um die Deutsche Krebshilfe e.V., die Stiftung Deutsche Kinderkrebshilfe, die Mildred Scheel-Krebs e.V., die Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung und die Dr. Mildred Scheel Akademie für Forschung und Bildung gGmbH.</SPAN>

Die Organisation ist wahrscheinlich historisch so gewachsen oder hat steuerliche Gründe. Die Aktivitäten könnten auch unter einem Dach zusammengeführt werden.</SPAN>

Vorstände, Geschäftsführung</SPAN>
Hier ist mit Vorständen, Erweitertem Vorstand, Geschäftsführung und Besetzung diverser Fachausschüsse ein richtiger administrativer Wasserkopf entstanden, der sich aus einer Vielzahl von Professoren zusammensetzt, die z. T. doppelte Funktionen haben..</SPAN>

Umgang mit Spenden</SPAN>
Hier wird über gesetzliche Vorgaben und freiwillige Kontrollmaßnahmen berichtet und ethische Grundsätze über die Annahme von Spenden aufgestellt.</SPAN>
Das ist alles richtig und gut, findet aber wie alles Normative in der Natur des Menschen seine Grenzen.</SPAN>

Prüfung der Jahresabschlüsse</SPAN>
Man darf die Testate „unabhängiger“ Wirtschaftsprüfungsgesellschaften nicht überbewerten. Geprüft werden kann nur, was vorgelegt wird. Und jeder routinierte Buchhalter kennt die Möglichkeiten „kreativer“ Buchführung. Die in Pleite gegangenen Großbanken hatten sämtlich das Siegel renommierter Buchprüfungsgesellschaften. Und das Gesundheitswesen ist keine Insel der Redlichkeit.</SPAN>


1,4 Millionen Krebspatienten in Deutschland</SPAN>
Eine Übersicht über die jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland, unterteilt nach Männer und Frauen</SPAN>

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Es bleibt noch zu ergänzen, dass der Geschäftsbericht bei der Deutschen Krebshilfe, Buschstrasse 32, 53113 Bonn, Tel. 0228-72990-0 als Broschüre bestellt, aber auch im Internet unter http://www.krebshilfe.de/geschaeftsbericht.html heruntergeladen werden kann</SPAN>


12.5.2013 Reinardo</SPAN>










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