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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hab ich mich richtig entschieden?



xbernd
17.10.2006, 17:41
Bei einer Ausschabung vor acht Wochen wurden in 25% der Gewebeteile Krebs gefunden. Bei einem Wert von 1,7 und allen vorangeg. Untersuchungen ein niederschmetterndes Ergebnis. Am Dienstag soll die Nerverhaltende Entfernung der Prostata erfolgen, da in diesem Frühstadium beste Heilungschancen bestehen.(Durch Bauchschnitt). Beim lesen des Forums bekam ich nun Bedenken, ob ich zu früh zugestimmt habe.
Ist dem so ?
Liebe Grüße Bernd

Wolfgang A.
17.10.2006, 19:40
Hallo Bernd,

aus meiner Erfahrung heraus hast Du richtig entschieden. Bei mir wurde am 15.02.06 bei einer von 10 Proben ein 0,5 mm großesProstatakarzinom fest-gestellt. Am 01.03.06 wurde ich operiert. Am 10.03.06 wurde ich als geheilt entlassen. Vom 23.03. bis 12.04.06 war ich in Anschlussheilbehandlung (unbedingt machen) . Ab Mitte Mai war ich trocken (Kontinenz wieder her-gestellt). Ich habe den Entschluss bis heute nicht bereut und weiß, dass die tickende Zeitbombe Prostata mir keine Probleme mehr macht.


Gruß Wolfgang A.

ruggero1
17.10.2006, 22:37
Hallo Bernd,
deine Angaben sind etwas spärlich - was heißt denn "Wert von 1,7"? Ist das der PSA-Wert? Und welchen Gleason-Wert hast du? Was wurde dir denn sonst noch bezüglich deines Karzinoms mitgeteilt? Wäre gegebenenfalls nicht auch noch eine DNA-Bild-Zytometrie sinnvoll, bzw. weitere Untersuchungen, um genauere Kenntnisse über deine Krankheit und mögliche Therapien zu erhalten? Du hast bestimmt schon den "Ersten Rat" hier gelesen; falls nicht, würde ich dir dringend ans Herz legen, dies zu tun.
Es gibt natürlich Menschen, die ohne Umschweife sagen: Weg mit dem Ding! Nun, ich habe nicht dazu gehört und bin auch sehr froh darüber, dass ich mich nicht sofort habe operieren lassen, denn mein Krebs gehört (bisher jedenfalls) anscheinend zu den "Haustierchen", wie die DNA-Zytometrie ergeben hat. Die letzte Entscheidung kann dir zwar niemand abnehmen, aber das sollte dich nicht davon abhalten, dich umfassend zu informieren.
Alles Gute!
ruggero1

PeterP
17.10.2006, 22:49
Hallo Bernd,
ein klein wenig Vorsicht wäre schon angebracht. Die rel. große Menge PCA-Gewebe von der Ausschabung korreliert im Prinzip nicht mit dem noch kleinen PSA-Wert. (Oder wurde da nur so wenig ausgeschabt, ich kann das Laie nicht beurteilen). Ein großteil der PCA´s wächst von innen nach außen, so daß bei Dir wahrscheinlich schon das meiste "erwischt" wurde. Es gibt allerdings auch seltene Prostatakrebs-Varianten, die kein oder nur wenig PSA produzieren. Daher mein Rat zur Vorsicht. Es hat ja wahrscheinlich bei Dir auch schon eine Schwellung oder Entzündung der Prostata vorgelegen, die für sich schon PSA produziert.
Welche Voruntersuchungen waren das bei Dir?
Hat man zumindest eine TRUS (Ultraschall mit rektaler Spule) gemacht, die suspekte Bereiche innerhalb der Prostata oder Organüberschreitung sichtbar machen kann?
Wie ist der PSA-Wert jetzt?
Eine Alternative zur OP wäre die Hormonblockade. Damit ersparst Du Dir die u.U. heftigen Neben- und Folgeschäden der OP - ob diese wirklich nervenerhaltend war erfährst Du erst hinterher! Aber die HB dauert natürlich länger, muß sachgemäß durchgeführt werden und erfordert auch später in der Erhaltungsphase eine Beobachtung.
Nicht zuletzt ist es auch eine Frage des Alters.
Dann wünsche ich Dir eine glückliche Hand für Deine Entscheidung.
Gruß PeterP

xbernd
18.10.2006, 07:46
Ursprünglich war ich wegen einer stark vergrößerten Blase, Restharn bis 1200ml ohne Harndrang, in Behandlung. Die Prostata war nur leicht vergrößert und nicht auffällig. Untersuchungen, Blasenspiegelung, MRT Schädel,neurogene Untersuchung, MRT Körper Röntgen u.s.w. ohne Befund und es wurde ein PSA Wert von 1,7 ermittelt. Bei der Ausschabung, um den Harnablauf zu verbessern, wurde dann der Krebs festgestellt. Im Diagnosegespräch mit Prof.Goepel (Klinikum Niederberg) wurden die verschiedenen Behandlungmöglichkeiten angesprochen und zur kompl. Entfernung durch Bauchschnitt geraten. Glasonwerte u.s.w kenne ich nicht, da ich bisher nichts davon wusste und nicht gefragt habe.
Ich bin 49 und mußte Anfang des Jahres miterleben wie mein Schwiegervater mit 67 an einem Plasmazytom nach quälender Chemo und Bestrahlung gestorben ist, daher wollte ich mir das nicht antuen und habe der OP zugestimmt. Nur die Angst vor Impotenz lässt mich nun zweifeln ob meine Entscheidung richtig war. Ich hoffe ja,!!
Gruß Bernd

Schorschel
18.10.2006, 08:26
Hallo Bernd!

Wenn ich Du wäre, dann würde ich erst noch versuchen, meinen Krebs wirklich kennenzulernen. Dazu gehört u.a. der Gleason-Score. Frag' doch Deinen Arzt einmal, ob der festgestellt wurde.

Du kannst Deinen OP-Termin verschieben, wenn Du Dir nicht ganz sicher bist, ob eine OP die richtige Entscheidung ist. Letzteres weißt Du vorher nie zu 100%, aber ohne Informationen über Deinen Krebs ist das Ganze schon eine recht willkürliche Therapieentscheidung (wobei eine OP für viele Mitstreiter sicher eine gute Entscheidung war).

Ich habe Deine Unsicherheit jetzt wahrscheinlich noch verstärkt, aber eine Prostata-OP-Entscheidung trifft man halt nur ein Mal im Leben.

Alles Gute wünscht Dir

Schorschel

P.S.: Hast Du eigentlich den "Ersten Rat" mal gelesen? Siehe Kasten auf der Startseite des KISP.

Wolfgang A.
18.10.2006, 13:11
Hallo Bernd,

sicherlich bist Du durch die Stellungnahmen von Ruggero, PeterP und Schorschel jetzt verunsichert. Ich habe mir die Profile der 3 angeschaut. Um so glücklicher bin ich mit meiner Entscheidung. Mit der drohenden Gefahr der Impotenz musst Du allerdings leben. Ich bin seit 7 Monaten nervschonend operiert und auch noch nicht potent. Mir waren aber die Tatsache, dass mein Krebs aus dem Körper ist und ich wieder trocken bin wichtiger. Prostataoperationen sind keine Schönheitsoperationen. Es stirbt kaum jemand an Prostatakrebs aber sehr viele mit, will sagen unbehandelt, nicht erkannt oder nicht richtig eingeschätzt. Der Pfleger im Krankenhaus, welcher mit mir die ersten Kontinenzübungen gemacht hat, sagte mir: "Wenn ich mir einen Krebs aussuchen dürfte, dann diesen". Zuerst dachte ich er 15.2.06 wäre mein Unglückstag (Ergebnis der Biopsie). Heute denke ich es war mein Glückstag. Wenn man schon das Glück hat, den Krebs in diesem frühen Stadium zu erkennen, muss man diese Chance auch nutzen und ihn entfernen lassen. Hör auf Deinen Urologen. Frag einen zweiten Urologen, aber zieh die Sache durch. Viel Glück wünscht Dir


Wolfgang A.

Schorschel
18.10.2006, 18:35
Hallo Bernd,
sicherlich bist Du durch die Stellungnahmen von Ruggero, PeterP und Schorschel jetzt verunsichert. Ich habe mir die Profile der 3 angeschaut. Um so glücklicher bin ich mit meiner Entscheidung....
Wolfgang A.

Hallo Wolfgang,

es wäre schön, wenn auch Du Dein Profil eingeben würdest. Dann könnte ich Deine Aussage besser verstehen, zumal ich mit meiner Entwicklung ohne Operation sehr zufrieden bin.

Herzliche Grüße

Schorschel

wassermann
18.10.2006, 18:53
Hallo Wolfgang,
dem Wunsch Schorschels kann ich mich nur anschließen. Ohne solche Angaben kann man den Beitrag nur schwer nachvollziehen.
Mich wundert angesichts der circa 10000 PK-Toten im Jahr in Deutschland auch etwas die Aussage, fast niemand sterbe an diesem Krebs. Verstehe ich da irgendetwas falsch?
Auf alle Fälle alles Gute!
Wassermann

Wolfgang A.
19.10.2006, 12:03
Hallo Schorschel - Hallo Wassermann,


zwischenzeitlich habe ich mein Profil eingegeben.

Die Aussage: Man stirbt nicht "an" Prostatakrebs sondern "mit" stammt nicht von mir, sondern einem Dozenten in der AHB. Wie ich schon aus-führte, muss man "an" diesem Krebs nicht mehr sterben, wenn er frühzeitig erkannt wird. Die meisten der mehr als 10.000 Toten jährlich sterben "mit" diesem Krebs, weil er nicht erkannt bzw. nicht behandelt wird. In meinem Bundesland (Saarland) nutzen nur 15 % der Männer die Vorsorgeuntersuch-ungen. Ich lasse den PSA-Wert seit meinem 40. Lebensjahr überprüfen.
Der Hinweis "Schützt Eure Söhne" stammt ebenfalls aus der AHB. Hier gibt man den Tip, dass bereits ab dem 4. Lebensjahrzehnt PSA-Untersuchungen sinnvoll sind. Ich hoffe hiermit die Unklarheiten beseitigt zu haben und wünsche Euch alles Gute vor allem Gesundheit. Vor allem aber wünsche ich Bernd, denn um den geht es hier, dass wir ihn nicht zu sehr verunsichert haben. Falls er sein Vorhaben durchzieht, möge er seine Entscheidung nicht bereuen. Ich drücke ihm am Dienstag jedenfalls fest die Daumen.


Gruß

Wolfgang A.

Schorschel
19.10.2006, 21:05
Hallo Wolfgang,

danke für die Infos...

Ich hoffe nach wie vor, dass ich durch meine Maßnahmen - basierend auf einer hoffentlich relativ friedfertigen Ausprägung unserer Krankheit - ohne OP auskommen werde!

Dir wünsche ich weiterhin gute Fortschritte bei Deiner Genesung, und Deinen Wünschen für Bernd schließe ich mich vollinhaltlich an.

Viele Grüße

Schorschel

xbernd
19.10.2006, 21:57
Hallo Leute, danke erst mal für die Antworten und guten Wünsche. Ich habe mich nochmal mit einem neutralen Urologen unterhalten, da meiner natürlich gerade jetzt Urlaub macht. Fakt ist=-Ich kann nicht mit dem Gedanken leben Krebs im Körper zu haben und mal abwarten was passiert.+ In diesem Stadium der Früherkennung sind die Chancen einer Heilung ohne Rückfall am größten. -Einmal bestrahlt und ich kann nicht mehr operiert werden. Daher werde ich die total OP wohl machen lassen. Am Montag habe ich nach der Eingangsuntersuchung noch ein Gespräch mit dem Prof. und dann wird entgültig entschieden.
Gruß Bernd

Schorschel
19.10.2006, 22:36
Fakt ist=-Ich kann nicht mit dem Gedanken leben Krebs im Körper zu haben und mal abwarten was passiert.+
Gruß Bernd

Hallo Bernd,

dies ist eine sehr wichtige Aussage...

Bei mir war dieser Gedanke nicht so stark ausgeprägt wie bei Dir. Deshalb ist mir meine Entscheidung für die "Aktive Überwachung" relativ leicht leicht gefallen.

Was immer Du letztlich entscheidest: Alles Gute!!!

Viele Grüße

Schorschel

wassermann
20.10.2006, 08:22
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für den Eintrag. Mit dem Background versteht man deine klare Aussage zur OP viel besser. Ich kan mic dem im Prinzip anschließen.

Ich wünschte mir, noch viel mehr der Forums-Autoren würden ihr Profil einstellen, auch manche der erfahrenen.
Ich denke, in einem Forum von und für Betroffene lassen sich manche Haltungn und Aussagen besser verstehen und nachvollziehen, wenn man etwas über die Krankheitsgeschichte weiß. Jemand mit einem unerfreulichen OP-Verlauf wird sich anders darüber äußern als jemand, der seit Jahren beschwerde- und rezidivfrei ist. Das gilt für andere Theapien selbstverständlich genauso.
Wer sich nur auf wissenschaftlicher Ebene einlassen möchte, kann diesen Aspekt freilich vernachlässigen, auch wenn mir in einem Forum wie diesem, der persönliche Aspekt des Betrofenseins schon wichtig ist.

Dir, Wolfgang, wünsche ich weiterhin so viel Erfolg mit der Therapie!
Gruß
Wassermann

wassermann
20.10.2006, 08:33
Hallo Bernd,
in unserem Alter sollte man in der Tat das Ziel der Heilung verfolgen. Dass die OP Nachwirkungen haben kann, weiß man. Darüber kannst du im Forum viel lesen. Aus Angst einen eventuell lebensrettenden oder zumindest Lebensqualität erhaltenden Versuch zu unterlassen, hielte ich für ungeschickt. Dass du den Tumor zuerst einmal loswerden willst, verstehe ich nur zu gut. Mir ging es da ganz ähnlich. Allerdings würde ich jetzt durch spez. Untersuchungen in Erfahrung bringen wollen, ob das überhaupt noch möglich ist.
Infos über die OP findest du natürlich auf fast allen Websites von Krankenhäusern. Nicht schlecht, wenn auch mit starker Werbetendenz, ist folgende: www.salk.at/lkaurologie/SALKUrologie.htm (http://www.salk.at/lkaurologie/SALKUrologie.htm)

Wie auch immer, alles Gute
Wassermann

GeorgS
20.10.2006, 10:46
Hallo Wolfgang,

ich wünsche Dir, dass sich Deine Hoffnungen „wurde ich als geheilt entlassen“ und „die tickende Zeitbombe Prostata mir keine Probleme mehr macht“ erfüllen.

Die kontinenzerhaltende Operation ist ein Grund zur Freude . Das ist leider nicht immer so, wie wir von anderen Mitbetroffenen wissen. Wenn Deine Potenz nach nun 7 Monaten wieder kommen würde, hast Du bei der Arztwahl ein glückliches Händchen gehabt.

Jeder PK ist anders, habe ich in den vergangenen 10 Jahren gelernt. Dein PK – „ein 0,5 mm großen Prostatakarzinom“– und Bernds PK – „in 25% der Gewebeteile Krebs gefunden.“ sind
schon vom Krebsvolumen unterschiedlich.

Bernd setzt mit 49 Jahren auf die „Chancen einer Heilung“ durch die OP. Das kann ich gut nachvollziehen,
Die Vernachlässigung der PSA-Verdoppelungszeit, als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Aggressivität des PKs, kann ich hingegen nur im Kontext seiner Feststellung „Ich kann nicht mit dem Gedanken leben Krebs im Körper zu haben und mal abwarten was passiert.“ verstehen. Der Gleason-Score würde mich auch dringend interessieren.

Zitat: „Man stirbt nicht "an" Prostatakrebs sondern "mit" stammt nicht von mir, sondern einem Dozenten in der AHB.“

Auch Dozenten reden zuweilen Unsinn. Auf welche Studie stützt er seine forsche Aussage?

Prof. Stamay 2004 gelangte nach einer Langzeitstudie über 20 Jahre zu anderen Erkenntnissen:

„Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Männer früher oder später alle Prostatakrebs bekommen. Das fängt schon in jungen Jahren an... bei acht Prozent der 20-jährigen wurde Krebs festgestellt. Unter den 70-jährigen waren es gar 70 Prozent.“

„Wir können diese Krankheit nicht verstehen ohne
- erstens zu wissen, dass wir Männer alle sie bekommen, und
- zweitens, dass wir sehr wahrscheinlich nicht daran sterben werden.“

„Wenn ein Mann einer Biopsie zustimmt, hat er auch mit einem positiven Resultat zu rechnen. Aber, wenn wir dem nicht das Wissen gegenüberstellen, wie niedrig die Todesrate ist, überschätzen wir die Signifikanz einer positiven Biopsie.“

Denn: 80 % der 80-jährigen Männer haben bei Autopsie Prostatakrebs-Zellen, 7% entwickeln Prostatakrebs, 3 % sterben an ihm (Kerbel & Folkman 2002).

Es ist wunderbar, wenn Mann nicht zu den 3% gehört, das
wünscht uns allen

GeorgS

Bernhard A.
20.10.2006, 12:07
Hallo Georg !

Deine 3%-Angabe ist richtig, da Sie sich auf die gesamte männliche Bevölkerung der BRD bezieht.

Man kann die Zahlen auch anders sehen:
Jedes Jahr werden 40.000 Männer mit PK entdeckt.
Jedes Jahr sterben aber 10.000 Männer an PK.
Das heißt doch, daß jeder 4. der entdeckten Männer über kurz oder lang an Pk stirbt ?

Gruß
Bernhard A.

wowinke
20.10.2006, 12:48
Hallo Berhard,
lässt denn deine Datenquellen eine weitergehende Differenzierung nach Altersklassen zu.

Im Sinne x% der 50 ig jährigen bei denen PK entdeckt wird versterben an PK.


Gruß
Wofgang

Bernhard A.
20.10.2006, 13:06
Hallo Wolfgang !

Dass es in Deutschland p/a 40.000 neu entdeckte PK-Fälle und 10.000 PK-Todesfälle gibt, kann man überall nachlesen.
Ich vermute, dass von Jahr zu Jahr immer weniger an PK sterben werden, da immer mehr Männer früher entdeckt werden und auch die Behandlungen immer besser werden.
Hier im Forum wurde vor ca. einem halben Jahr von einer Studie berichtet, die aussagte, daß der PK in allen Altersklassen im Mittel gleich aggressiv ist. Nur die Wahrscheinlichkeit daran zu sterben ist naturgemäß für junge Männer höher, da Sie ja länger mit dem PK leben müssen.
Trotzdem kann ich mir vorstellen, daß die Männer die erst spät den PK bekommen, ein intakteres Immunsystem haben und deshalb auch in Regel weniger Probleme damit haben.

Gruß
Bernhard A.

GeorgS
20.10.2006, 13:35
Hallo Bernhard,

So ist es. Und das sind 10.000 zu viel. Jeder Betroffene ist einer zu viel.
Darunter war auch mein Nachbar. Er starb etliche Jahre nach der RPE an seinen Metastasen im gesegneten Alter von 82 Jahren. Mit solcher Perspektive könnte ich mich anfreunden, zumal sein Hausarzt sich mit effektiver Schmerztherapie auskannte.

Gruss

GeorgS

spertel
20.10.2006, 13:45
Hallo Bernhard

Es ist in meinem Alter von nun 45 Jahren ja sehr beruhigend zu wissen, dass junge Männer eher an Prostatakrebs versterben als ältere. Diese Studie hat mir zunächst auch Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Mir will aber bis heute nicht in mein Gehirn, worin sich ein potentielles Frühstadium (mit anschließender OP) eines 50 jährigen von dem eines 75 jährigen unterscheiden soll.
Ich meine dabei nicht die Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors; diese dürfte bei jüngeren ungleich höher sein, als bei älteren. Aber ist es nicht möglich, so meine Vermutung, dass die Sterberate bei Jüngeren nur deshalb höher liegt, weil diese sich seltener Vorsorgeuntersuchungen unterziehen und erst bei Beschwerden einen Urologen aufsuchen, zumal Pk ja als Krankheit der älteren Generation dargestellt wird ? Mein Urologe hatte, außer mir, niemanden in seinem Patientenkollektiv, der mit 40 Jahren seine Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nahm.
Oder kann ich in meiner Situation davon ausgehen (exakt -4- Jahre vor der OP ein PSA-Wert von 0,6), die Sache nun los zu sein, nur weil ich diesen Krebs maximal 4 Jahre in mir hatte? Das angebliche kurative Zeitfenster soll ja länger sein als bei anderen Tumorerkrankungen.
Ich denke, dies sind alles mehr oder weniger Spekulationen, aber interssant sind diese Überlegungen allemal.

Schönes Wochenende

spertel

WinfriedW
20.10.2006, 14:03
...
Denn: 80 % der 80-jährigen Männer haben bei Autopsie Prostatakrebs-Zellen, 7% entwickeln Prostatakrebs, 3 % sterben an ihm (Kerbel & Folkman 2002).
...


Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Es sterben nicht nur 80-jährige Männer an Prostatakrebs.

Uwe Peters (http://www.prostatakrebse.de/wir_ueber_uns/homepage.html), der Gründer dieser KISP-Seiten, verstarb mit 62 Jahren an Prostatakrebs.

Dieter Domenik (http://forum.prostatakrebs-bps.de/member.php?u=22) ist ganze 500 Tage nach seiner Erstdiagnose im Alter von 57 Jahren gestorben (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=2698).

Es gibt hier einige Mitstreiter, die im Alter von knapp über 50 Jahren zeitenweise gegen PSA-Werte > 200ng/ml und Verdoppelungszeiten < 3 Wochen kämpfen!

Vielleicht sollte ich hier mal ein paar Ausschnitte aus den Gesprächen veröffentlichen, die ich so mit meinen Ärzten führe. Das ist wirklich nichts für schwache Nerven!

Winfried (aPSA=239,3ng/ml, 51 Jahre bei Diagnose)

Bernhard A.
20.10.2006, 16:16
Hallo Spertel !

Ich glaube Du hast mich nicht ganz richtig verstanden. Die Studie von der ich gehört hatte, sagte aus, daß im Mittel die Aggressivität des PK bei Älteren und Jüngeren gleich ist. Nur die jüngeren müssen biologisch bedingt eben länger mit dem PK leben und geraten deshalb zwangsläufig eher in die Sterbestatistik.

Gruß
Bernhard A.

spertel
20.10.2006, 17:42
Hallo Bernhard

Ist ja alles o. k., was du schreibst. Ich kenne alle diese Studien und Berichte und zweifle nichts an. Und richtig verstanden habe ich dich ja auch. Meine Sorge in Verbindung mit meinem Alter war ja auch nicht ganz ernst gemeint.

Sei gegrüßt und ein schönes Wochenende

spertel

Wolfgang A.
20.10.2006, 17:47
Hallo Bernd,

ich finde es ausserordentlich bedauerlich, dass Dir außer mir keiner Mut zugesprochen hat. Wer zwischen den Zeilen lesen konnte hat gemerkt, dass Du Deine Entscheidung im Herzen getroffen hattest und nur noch auf positive Erfahrungen anderer Teilnehmer gehofft hattest . Ich bin heilfroh, dieses Forum nicht vor meiner Operation besucht zu haben. Wenn ich die Profile der Skeptiker anschaue, sind es meistens Krebskranke die sich nicht haben operieren lassen. (bei Winfried W. der bereits 212 Beiträge eingebracht hat würde mich sein Profil interessieren) Wie Du hätte auch ich nicht mit Krebs in meinem Körper leben können. Ähnlich wie Du, habe ich meinen Schwiegervater qualvoll an Krebs sterben sehen. Wie alle Teilnehmer wünsche ich Dir für die nächste Woche alles Gute und schließe mit den Worten von Oscar Wilde "Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten"


Wolfgang A.

wassermann
20.10.2006, 20:25
Hallo liebe Mitstreiter,

seht ihr, genau auf Grund ähnlicher Gedanken und Gespräche habe ich vor einiger Zeit den Thread "Prognosen nur für Ältere" angefangen. Mit äußerst mäßiger Resonanz. Ein Mann hat sich via Privatnachricht gemeldet. Er hat allerdings jetzt nach 12 Jahren oder so ein Rezidiv,
So ist es, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, oder so ähnlich hieß das doch!
Schönen Abend!
Wassermann

WinfriedW
20.10.2006, 21:41
...
(bei Winfried W. der bereits 212 Beiträge eingebracht hat würde mich sein Profil interessieren)
...


Hallo Wolfgang,

ich wollte mich, nachdem ich mich über dieses Forum etwas geärgert hatte, eigentlich ganz zurück ziehen. In diesem Zusammenhang habe ich dann auch mein Profil gelöscht.

Ich zähle mich bezügl. RPE nicht zu den Skeptikern, ganz im Gegenteil. Bei mir war die Erkrankung schon bei Diagnosestellung sehr weit fortgeschritten. In diesem Stadium ist es unklar, ob der Patient von der RPE profitiert. Ich habe mich dennoch dazu entschieden, weil die mich beratenden Ärzte glauben, dass prostatektomierte Männer besonders lange auf die medikamentöse Therapie ansprechen. Natürlich gab auch Ärzte, die mir davon abrieten und hier im Forum sowieso.

Gruß Winfried

wassermann
20.10.2006, 23:13
Hallo Bernd,
du hast nach Rat gefragt, viele haben versucht auf deine Fragen zu antworten. Ich auch, und ich wollte dir durchaus Mut zusprechen, auch auf Grund meiner Erfahrung!
Warum Wolfgang A. das anders verstanden hat, verstehe ich nicht. Habe ich mich falsch ausgedrückt? Siehst du auch bei meinen bescheidenen Beiträgen eine über das vernünftige Maß hinausgehende Skepsis, Bernd? Man kann doch nicht jedem so einfach zur OP raten, nur weil man es selbst so gemacht hat!

Gute Nacht und alles Gute
Wassermann

herbertina
21.10.2006, 07:17
liebe mitstreiter,liest man dieses thema,vom 17.10/18,41 uhr bis 21.10/00,13 uhr,dann könnte man sagen "viele köche verderben den brei " !
jeder meint es gut,geht aber von seiner vitae aus.
nur eines bitte nicht:werft euch nicht gegenseitig vor,der andere läge falsch mit seiner meinung.bleibt fair zueinander.!
mit meinen 84 und psa-20,00 seit 2 jahren sagen mir von 5 urologen/onkologen jeder was anderes.
ich halte mich daran,nichts zu unternehmen,solange der psa-wert bleibt,wie er ist.dies im wissen,dass ich mich mit 50 oder 60 lebensjahren anders verhalten würde.als meinpsa-wert 2001 über die 4,00 stieg,blieb ich ruhig und das war gut so,bis heute.
bei euch viel jüngeren ,auch bei xbernd,sieht alles anders aus und so ergeben sich die divergenzen in der meinung ,die aber doch freundschaftlich gemeint waren.
letztlich kann keiner dir lieber xbernd deine entscheidung abnehmen.
alles gute für dich.
herbertina
ps:und wenn über 80-jährige gerade lesen würden,könnte man sich doch mal unter älteren unterhalten??!!

xbernd
21.10.2006, 09:33
Liebe Mitbetroffenen, ich bin dankbar für alle Antworten, egal ob für oder gegen eine OP. Jeder der "seine Behandlungsmethode" überlebt hat und mehr oder weniger gut damit weiterlebt, wird sie auch für richtig halten. Ich habe hier im Forum einige Beiträge gelesen die mir sagen "du bist ein Glückskind unter den Betroffenen" denn noch leide ich nicht an Schmerzen und anderen Folgen. Natürlich habe ich die positiven Berichte einer OP lieber gelesen als alle anderen, aber jetzt weiß ich wenigstens was ich nicht will , warten.
Gruß Bernd