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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anmeldung zur Teilnahme an DHB-Studie



RalfDm
17.10.2006, 18:28
Liebe Mitstreiter,

schon vor längerer Zeit wurde berichtet, dass eine Studie über die Wirksamkeit/Unwirksamkeit der Dreifachen Hormonblockade (DHB) in Vorbereitung ist (die Studie ist ergebnisoffen). Zur Durchführung dieser Studie hat sich die Uniklinik in Homburg/Saar (Prof. Wullich / Dr. Kamradt) bereiterklärt. Auf Seiten des BPS beteiligt sich die überregionale Gruppe "Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Information - Dreifache Hormonblockade" (PSI-DHB), die im wesentlichen aus Christian Ligensa und mir besteht.
Das Vorbereiten einer solchen Studie ist ein viel zäheres Geschäft, als wir einmal gedacht hatten. Immerhin haben wir uns schon vor geraumer Zeit mit den Herren in Homburg auf die Gestaltung der Erhebungsbögen geeinigt. Jetzt können wir den nächsten Schritt tun: Wer sich an der Studie beteiligen möchte, der kann hier (http://www.prostatakrebse.de/docs/Anmeldeformular.pdf) das Formblatt für das Anfordern der eigentlichen Erhebungsbögen herunterladen. Es muss ausgefüllt und per Post oder Fax an die Geschäftsstelle des BPS in Bonn geschickt werden (Adresse und Faxnummer sind auf dem Blatt angegeben).
Die SHG-Leiter bitten wir, in ihren Gruppen auf die Aktion aufmerksam zu machen und Interessierten, die an der STudie teilnehmen möchten, aber keinen Internet-Zugang haben, eine Kopie zu fertigen. Die Betreffenden müssen natürlich die DHB durchgeführt haben oder sich aktuell in ihr befinden.
Wir hoffen auf große Resonanz, den an dem Ergebnis der Studie sollten wir alle interessiert sein.

Ralf-Rainer Damm
PSI-DHB

Michael
17.10.2006, 18:36
Mich würden die Asschlußkriterien interessieren. Operierte und andersartig behandelte können wahrscheinlich an dieser Studie nicht teilnehmen.
Gruß
Michael

RalfDm
17.10.2006, 20:18
Hallo Michael,

es gibt keine Ausschlusskriterien. Auch Männer, die sich zunächst einer anderen Therapie unterzogen haben, bevor sie zur DHB kamen, können teilnehmen. Etwaige Vortherapien sind im Fragebogen berücksichtigt.
In der Praxis ist es so, dass nur eine Minderheit derer, die nach der DHB behandelt werden, diese als Ersttherapie gewählt haben. Bei der Datenauswertung wird man natürlich unterscheiden zwischen denen mit und denen ohne vorangegangene Therapie.

Ralf

P.S.: Ich habe den thread hierher verschoben, wo er hingehört. Er war mir versehentlich in die falsche Baustelle gerutscht.

Michael
17.10.2006, 20:43
Also ich soll am 30.10.06 mit der dreiwöchigen Chemo anfangen, insgesamt 4 Zyklen Taxotere. Je nachdem, wie ich sie überstehe bzw. wie sie anschlägt, wäre ich bereit auch an der DHB-Studie teilzunehmen, da ich sowieso nichts zu verlieren habe, wie ich meine.
Gruß
Michael

RalfDm
18.10.2006, 07:54
Es handelt sich nach meinem Wissensstand nicht um eine Studie der Pharmaindustrie, sodaß auch keine Bereitstellung von Medikamenten erfolgen dürfte.


Das ist richtig. Es handelt sich um eine rein retrospektive Studie, bei der einmal eine Statistik darüber erstellt werden soll, wie es bei DHB-Patienten so gelaufen ist bzw. läuft. Es ist in keiner Weise eine randomisierte Doppelblind-Studie, bei der die Hälfte der Patienten nur Placebos bekäme oder anders therapiert würde. Auch wer jetzt erst die DHB beginnt oder gerade begonnen hat kann teilnehmen, vorausgesetzt, er ist bereit, in regelmäßigen Abständen Fragen zum Therapieverlauf und -erfolg/-misserfolg zu beantworten.
Es gab und gibt immer wieder Beschwerden darüber, dass es überhaupt keine wissenschaftliche Statistik zur DHB gäbe, obwohl Leibowitz/Tucker eine solche (http://www.prostateweb.com/pdfs/TripleAndrogenBlockade.pdf) in The Oncologist vorgelegt und im März 2004 noch einmal aktualisiert haben (siehe KISP-"Texte" Nr. 48).

Ralf

DieterV
19.10.2006, 08:35
Hallo Michael,
es gibt sehr gute kombinierte Therapiekonzepte auch bei hormonunabhängigem PK!
es gibt auch sehr grosse Unterschiede bei Chemotherapien in der Wirkung und in den Nebenwirkungen.
Ich kann dir einige Info zukommen lassen,
sende mir eine Forum-mail mit Angabe deiner persönlichen email-adresse, dann kann ich dir mailen.
(über emails im Forum kann ich keine Dokumente anhängen)
Lasse den Kopf nicht hängen!!!

Alles Gute - bis bald
Gruss
Dieter

Friedhelm
05.11.2006, 22:27
Hallo Ralf,

was sind die Kriterien für das Ende der Studie? Zeit oder Anzahl der Teilnehmer oder?
Kann man irgendwo eine Beschreibung der Studie finden?

vG
Friedhelm

Klaus (A)
06.11.2006, 14:05
Hallo Ralf,

Eure Absichten sind löblich, aber ich finde die Bezeichnung "DHB-Studie" nicht zutreffend für das, was hierunter geplant ist.
Ein solcher Titel ist daher vollkommen irreführend.

Was hier unternommen wird, hat mit einer "Studie" nicht das geringste zu tun. Jeder der eine DHB/ADT3 gemacht hat wird eingeladen, seine Erfahrungen auf einem Fragebogen zu dokumentieren.
Die Ergebnisse einer solchen "Umfrage" mögen durchaus interessant sein, können aber keinerlei Aussage beinhalten über Erfolgs- oder Versagerquoten der DHB/ADT3.

Das folgende kleine Gedankenspiel:
Es haben 1000 Leute eine DHB/ADT3 gemacht, davon nehmen 500 an der Umfrage teil.
Von den 500 Nichtteilnehmern habe 250 kein Interesse und 250 können nicht teilnehmen, weil sie inzwischen verstorben sind.
Von den 500 Teilnehmern haben 450 sehr gute Erbnisse zu melden, 50 haben negative Erfahrungen gemacht.
Das "Studien"-Ergebnis wäre dann:
90% Erfolgsquote bei der DHB/ADT3 !!

Nichts für ungut - aber der Sinn dieses ganzen Aufwandes ist mir nicht klar!

Gruss -- Klaus

RalfDm
06.11.2006, 22:00
Hallo Friedhelm und Klaus,

Ihr habt natürlich recht, was wir vorhaben ist keine Studie gemäß wissenschaftlichen Grundsätzen, sondern eine Bestandsaufnahme darüber, wie an PK erkrankte Männer mit der DHB fahren bzw. gefahren sind. In der besten aller Welten - gibt es natürlich erst gar keinen Prostatakrebs. In der zweitbesten würde man randomisierte Gruppen bilden; die Mitglieder der einen Gruppe werden z. B. prostatektomiert, die der zweiten erhalten Seeds, und die der dritten führen die DHB durch. Nach z. B. fünf und zehn Jahren (wenn die Patienten und die Ärzte solange durchhalten) wird jeweils Bilanz gezogen, wie es den Probanden aus den drei Gruppen ergangen ist.

Wir leben weder in der besten noch der zweitbesten aller Welten und müssen uns darum mit dem bescheiden, was machbar ist. Das ist das Sammeln und Vergleichen der Daten von DHB-Patienten. Eine randomisierte Studie wie vorstehend angerissen ist personell und finanziell nicht machbar. Eine gewisse Randomiserung ergibt sich allenfalls dadurch, dass in die Studie auch Männer mit lokalen Vorbehandlungen aufgenommen, aber natürlich nicht mit den Männern in einen Topf geworfen werden, die die DHB als Ersttherapie gewählt haben. Wenn die Studie - oder nennt es meinetwegen Untersuchung - eine einigermaßen brauchbare Aussagekraft haben soll, müssen die Probanden über mindestens fünf Jahre ab Ende der DHB beobachtet werden. Einige Männer haben das heute schon hinter sich, andere fangen gerade erst mit der DHB an.

Das ist das beste, was wir unter den gegebenen Umständen auf die Beine stellen können. Die Alternative wäre, nichts zu tun und sich weiter die Klagen wegen der fehlenden Datenlage anzuhören.

Ralf

Friedhelm
07.11.2006, 10:06
Hallo Ralf,

meine Frage sollte Eure Aktivitäten nicht kritisieren. Ich finde es gut, dass da was gemacht wird. Ich wollte nur wissen, welches die Kriterien sind, bei denen man mit der ersten Auswertung beginnen will.

vG

Friedhelm

RalfDm
07.11.2006, 10:45
Hallo Friedhelm,

es sollte auch kein Vorwurf sein, sondern nur Klarheit darüber schaffen, was machbar ist und was nicht.

Ralf

Reinardo
10.11.2006, 19:21
Da KlausA und Ralf die Perfektion so sehr lieben, sei nur ergaenzt, dass die Idee von der " besten aller Welten " von Leibnitz (nicht von Ralf) stammt, der damit unsere Welt meinte. Scharf kritisiert von Schopenhauer, der vom Elend auf dieser Welt ausgehend zu einer gegenteiligen Sichtweise gelangte.
Interessant finde ich, dass Prostatakrebs in den alten Schriften als Todesursache nicht vorkommt. Wenn ich wieder Zugang zu Literaur habe, will ich einmal herauszufinden versuchen, wann der Begriff zum erstenmal vorkommt. Die Menschen starben alle viel frueher, oft schon mit 30 bis 40 Jahren. Das ist wohl einer der Gruende.
Den Erfassungsbogen habe ich heute auch angefordert. Ich bin ueberzeugt, dass nach Publikation der Ergebnisse es mindestens einen Kritiker der DHB weniger geben wird.
Gruss, Reinardo