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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Inkontinenz nach OP



palzbu
09.09.2013, 09:40
Hallo,
ich habe eine Frage an Betroffene. Ich wurde am 2. Juli also vor ca. 10 Wochen operiert. War dann 3 Wochen in Reha, mache 2 x am Tage meine Beckenbodenübungen genau wie gelernt. Beim Liegen und Sitzen ist der Harnverhalt o.k. (war schon zu Anfang so). Beim Stehen und Gehen läuft mir alles weg. Ich kann NULL zurückhalten. Ich brauche am Tag 10 Vorlagen und sitze doch im "Wasser". Ich habe mir jetzt Kondomurinale mit Beinbeutel besorgt. Jetzt meine Frage: Wird das mal besser mit der Kontinenz? Ich kanns nicht glauben.

Horst1949
09.09.2013, 10:31
Hallo Palzbub,
das ist offensichtlich sehr unterschiedlich mit der Kontinenz bei den Operierten. Bei mir wurde es nach der OP kontinuierlich besser, nach einigen Wochen konnte ich wieder 7 Stunden durchschlafen, bei sportlichen Betätigungen kam es aber auch noch durchaus zu einigen Tropfen und das bis ins 3. postoperative Jahr. Danach bin ich "trocken" geworden, trinke jedoch meine tägliche Flüssigkeitsmenge so, dass ich nach 2,3 Stunden immer eine Toilette in der Nähe weiß (oder mich in die Büsche schlagen kann).
Vielleicht hat es mir geholfen, dass ich die Beckenbodengymnastik mehrere Monate lang konsequent täglich 30 Minuten durchgeführt habe.
Ich würde an Deiner Stelle mit dem Operateur in Kontakt treten, ob eine "Nachbesserung" möglich ist.
Dir alles Gute
Horst1949

palzbu
16.09.2013, 12:07
Hallo Horst1949,
vielen Dank für die Antwort. Das war doch schon sehr aufschlussreich. Vor der Operation sagte man mir: „Ein paar Wochen hast du wohl Probleme mit dem Urin halten aber nach einem halben Jahr ist wieder alles so wie vorher“. In der Reha begegnet man ja allen möglichen Aussagen. Von „sofort trocken“, (auf intensivere Nachfrage ist es dann doch nicht so), bis „alles läuft weg“. Allgemein sagt man, nach einem Jahr sind 95% der Betroffenen trocken. Scheint mir sehr hoch gegriffen und viele lügen sich wohl selbst an. Ich bin ja nicht alleine mit dem Problem, darum würde ich mir wünschen, dass man vor der Operation von Seiten der Ärzte ein Stück ehrlicher wäre. Mein jetziger Kenntnisstand: Ständiges Training über Jahre (auch mental) muss wohl sein und so wie es war, wird es wohl nie mehr. Schließlich werden wir ja auch älter und die Muskelspannung lässt nach, dann wird es wohl wieder schlechter. Mein Uro hat auf Nachfrage nur die Antwort: Geduld und üben – üben – üben. Na ja. Vielleicht hilft uns die Medizin-Technik eines Tages weiter und entwickelt ein Ventil das man in die Harnröhre „einbauen“ kann. Danke und Alles Gute!

Urologe
16.09.2013, 12:22
Hallo,
ich habe eine Frage an Betroffene. Ich wurde am 2. Juli also vor ca. 10 Wochen operiert. War dann 3 Wochen in Reha, mache 2 x am Tage meine Beckenbodenübungen genau wie gelernt. Beim Liegen und Sitzen ist der Harnverhalt o.k. (war schon zu Anfang so). Beim Stehen und Gehen läuft mir alles weg. Ich kann NULL zurückhalten. Ich brauche am Tag 10 Vorlagen und sitze doch im "Wasser". Ich habe mir jetzt Kondomurinale mit Beinbeutel besorgt. Jetzt meine Frage: Wird das mal besser mit der Kontinenz? Ich kanns nicht glauben.

Hallo,
bei einer doch so starken Inkontinenz sollte der Kollege eine Blasenspiegelung machen, um zu sehen, ob der Schliessmuskel funktioniert oder nicht (kann man mit leichen Stromstößen testen) oder die Blase vielleicht überläuft.
Hat der Schliessmuskel eine sichtbare Funktion, dann kommt es darauf an, ob 360° rundum funktionieren oder ein Segment ausgefallen ist (manchmal liegt auch einfach versehentlich ein Faden durch den Schliessmuskel).
Wenn GAR KEINE Funktion vorhanden ist, dann braucht man auch nicht lang zu warten sondern sollte bald einen künstlichen Schliessmuskel einbauen (Band-OPs reichen bei einer so ausgeprägten Inkontinenz nie).
Funktioniert der Schliessmuskel kann eine Kombination von Yentreve-Tabletten und Magnetstuhltherapie helfen (haben hierunter schon Urinverlust von 800 ml/Tag innerhalb von 4 Wochen nach 20 ml bekommen)