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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Brachytherapie



Wolf13
08.11.2013, 09:44
Hallo und guten Tag,

bei meinen Recherchen bin ich auf die Brachytherapie (LDR) als Alternative zur Prostatenfernung gestoßen, da aber bei mir die Restharnmenge relativ hoch müsste vorher eine Hobelung vorgenommen werden.
Hat jemand Erfahrung mit dieser Therapie und deren Nebenwirkung?

Alter 64
PSA 4,29
Gleason Score 3+3=6 bei 2 von 12 Stanzen
Prostatagröße 80ml
Restharnmenge 160 ml
Häufiger Harndrang besonders in der Nacht
Manchmal trotz voller Blase kein Harnfluß

Liebe Grüße Wolfgang

LowRoad
08.11.2013, 10:12
Wolfgang,
unser Forumsurologe FS hat Dir ja schon an anderer Stelle seinen Vorschlag unterbreitet:

AS und ADT3 zur Verkleinerung der Prostata.

Prinzipiell stimme ich dem zu, würde aber selbst nur ein 5ARI, z.B. Dutasteride einsetzen. Das hat nicht so viele Nebenwirkungen wie eine ADT3 und dürfte die Prostata auch deutlich verkleinern. Außerdem könnte man aus dem Verlauf des PSA Wertes auf die Aggressivität schließen. Sollte der PSA Wert nach dem Erreichend des NADIRs relativ konstant bleiben, alles gut, AS beibehalten. Steigt der PSA Wert kontinuierlich an, eher schlecht. Eine LDR Brachy könnte dann eine valide Option sein. Momentan, d.h. bei 80ccm Prostata eher nicht.

Wolf13
08.11.2013, 10:36
Vielen Dank für den Hinweis,
was mich aber abschreckte, waren die möglichen Nebenwirkungungen der Hormonbehandlung und die Tatsache, dass der beratende Urologe meiner Krankenkasse mir davon abriet.
Ich bin halt auf der Suche nach der Tharapie mit möglichst geringen Nebenwirkungen und bestmöglichen Heilungschancen.
Nachem Motto: "Wasch mich aber mach mich nicht naß".
Schade, dass es nicht nur eine Meinung gibt, dann wäre diie Entscheidung einfacher.

Ich habe jetzt schon drei mögliche Therapien empfohlen bekommen.

Gruß Wolfgang

Urologe
11.11.2013, 09:46
Wolfgang,
unser Forumsurologe FS hat Dir ja schon an anderer Stelle seinen Vorschlag unterbreitet:

AS und ADT3 zur Verkleinerung der Prostata.

Prinzipiell stimme ich dem zu, würde aber selbst nur ein 5ARI, z.B. Dutasteride einsetzen. Das hat nicht so viele Nebenwirkungen wie eine ADT3 und dürfte die Prostata auch deutlich verkleinern. Außerdem könnte man aus dem Verlauf des PSA Wertes auf die Aggressivität schließen. Sollte der PSA Wert nach dem Erreichend des NADIRs relativ konstant bleiben, alles gut, AS beibehalten. Steigt der PSA Wert kontinuierlich an, eher schlecht. Eine LDR Brachy könnte dann eine valide Option sein. Momentan, d.h. bei 80ccm Prostata eher nicht.

Dutasterid alleine schafft erfahrungsgemäß maximal eine Halbierung der Prostatagröße (meistens aber nur 30%) - eigene Erfahrung an ca. 500 Patienten - damit ist Wolfgangs Prostata aber immer noch 2 bis 3 fach vergrößert.
Das wird allein eher nicht ausreichen. Brachytherapie ist bei Restharn und Prostatavolumen über 50 ml kontraindiziert.

LowRoad
11.11.2013, 10:58
Dutasteride Therapie würde ich auch eher unter diagnostischen Aspekten durchführen. Wenn der PSA Wert nach NADIR, der durchaus auch von 50% abweichen kann (http://askdrmyers.wordpress.com/2013/11/05/avodart-active-surveillance/)(!), wieder ansteigt muss neu entschieden werden. Ob dann eine LDR Brachy noch indiziert ist wird sich zeigen...

henrik40
12.11.2013, 12:30
Hallo Wolfgang,

ich habe mich in einer ähnlichen Situation wie Du (PSA allerdings >17 ng/ml) im Alter von 70 Jahren für die HOLEP entschieden. Als Laie würde ich das mit "Entkernung der Prostata mittels Holmium-Laser" übersetzen. Es gibt auch noch andere Methoden der Entkernung, über die hier im Forum schon berichtet wurde. Mit dem Ergebnis bin ich nach knapp 2,5 Jahren sehr zufrieden. HOLEP ist keine anerkannte Therapie bei Prostatakrebs. Da habe ich mich für AS entschieden. Bei einem PSA-Wert von zuletzt 0,8 ng/ml besteht hier aber zur Zeit kein Anlass, etwas zu unternehmen. Mach Dich schlau, ob das etwas für Dich ist. Einzelheiten findest Du in meinem Profil. Ich will Dir aber als medizinischer Laie nichts empfehlen, nur etwas sagen.

Es grüßt

Henrik