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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachbehandlung Bestrahlung?



condin
24.10.2006, 15:51
Hallo liebe Forumteilnehmer,

heute! (OP 01.06.2006) habe ich nach eigener Anforderung
eine Kopie von der Pathologie - meines eingesandten Prostata-
gewurschtel - zur Abklärung wegen Bestrahlung oder Hormon-
resistenz bekommen. Hier die Daten:


Diagnose und Begutachtung:
<o></o>
Mäßig differenziertes, kleinacinäres Prostatacarcinom,
abschnittsweise mit nur noch frustraner Drüsenbildung

Lokalisation und Ausdehnung: In beiden Prostatalappen, rechtsseitig
mit Infiltration der Prostatakapsel bis sehr nahe an die Silbernitrat-markierte
Weichteilresektionslinie heran (RR < 0.1 cm) und mit beginnender Infiltration der Apex.<o></o><o></o>

Ductusampullen und Samenblasen beidseits, Harnblasenabsetzung
sowie getrennt eingesandter Blasenabsetzungsrand rechts,
Prostatapfeiler rechts und Prostatapfeiler links tumorfrei

<o></o>Lymphknotenstatus: 12 tumorfreie Lymphknotenanschnitte rechts.
10 tumorfreie Lymphknotenanschnitte links. <o>

</o> Tumorklassifikation: pT2c, R0 (RR rechts radiär < 0,1 cm),
pN0. Gleason-Score 3 + 4 = 7. Helpap-Grading IIb.


Somit ist für mich klar, daß es eine ziemlich wackelige Sache ist
was die Aussage "geheilt" betrifft.

Wer von Euch wurde wann nach der Radikalen OP bestrahlt
oder wie wird das überwiegend gehandhabt?

Ich bin aus logischen Gründen für eine Bestrahlung der Ränder
mein Hausarzt empfiehlt jedoch wegen Narbenbildung und
Heilung im innern erst nach 6 Monaten (also Dezember 06)
mit der Bestrahlung anzufangen.

Und wer kann was zu den Arten der Bestrahlungen sagen.

Viele liebe Grüsse
Josef Condin

Michael
24.10.2006, 16:10
Zitat von Josef:
Ich bin aus logischen Gründen für eine Bestrahlung der Ränder
mein Hausarzt empfiehlt jedoch wegen Narbenbildung und
Heilung im innern erst nach 6 Monaten (also Dezember 06)
mit der Bestrahlung anzufangen.
Zitatende



Hallo Josef,
bei sauberen OP-Rändern und freien LK`s sehe ich eigentlich keine Notwendigkeit einer Bestrahlung der Prostataloge.
Alles Gute
Michael

WinfriedW
24.10.2006, 16:57
...
mein Hausarzt empfiehlt jedoch ...


Du bist dir sicher, dass der Hausarzt der richtige Fachmann ist ??

spertel
24.10.2006, 17:10
Hallo Condin
Mein Befund nach RPE (siehe mein Profil) sieht ähnlich aus. Mein PSA ist sehr schnell unter die Nachweisgrenze gefallen und bis heute dort verblieben. Also besteht kein Anlass irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen. Ich kann mich daher den Empfehlungen der anderen nur anschließen.

spertel

condin
24.10.2006, 19:42
Zwischenbericht,

ich sehe unter den ersten Antworten Einigkeit - habe jedoch
vergessen zu erwähnen warum ich Bedenken habe.

Aber warum ich so denke: In meiner AHB in Triberg war ein
ca. 65jähriger der vor 5 Jahren nach einer Radikalen OP
als geheilt entlassen wurde. Dieses Jahr im Frühjahr stieg
sein PSA-Wert von !!! 0,01 auf 0,016 und stetig weiter bis
0,019 - worauf sein Urologe auf Bestrahlung geraten hatte.
Sind das nicht sehr geringe Werte?

Also denke ich, bei dem Patienten war irgendwas im gesunden
Gewebe - was sich weiterentwickelt hat. Und ist nicht damit
eine Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß sich diese kranken Zellen
im Körper verstreut haben?

Um dem vorzubeugen, ist es nicht sinnvoll rechtzeitig zu handeln?

Grüsse
Josef Condin

Hans (GL)
24.10.2006, 19:46
Hallo Condin,

eine Bestrahlung ist indiziert, wenn
- Ränder positiv sind
- Der PSA Wert in Folge dreimal angestiegen ist.

Dies scheint bei Dir nicht der Fall zu sein.

Viele Grüße
Hans

Hans (GL)
24.10.2006, 19:53
Hallo Josef,

dummerweise können Mikrometastasen Jahre zur Entwicklung brauchen.

Deinem Bekannten aus der AHB hätte sicher nicht nur ich geraten:
- Warten bis der Krebs durch bildgebende Verfahren lokalisierbar ist
- Dann gezielt behandeln, und nicht auf Verdacht losbestrahlen.

Viele Grüße
Hans

Urologe
24.10.2006, 20:24
Zwischenbericht,

ich sehe unter den ersten Antworten Einigkeit - habe jedoch
vergessen zu erwähnen warum ich Bedenken habe.

Aber warum ich so denke: In meiner AHB in Triberg war ein
ca. 65jähriger der vor 5 Jahren nach einer Radikalen OP
als geheilt entlassen wurde. Dieses Jahr im Frühjahr stieg
sein PSA-Wert von !!! 0,01 auf 0,016 und stetig weiter bis
0,019 - worauf sein Urologe auf Bestrahlung geraten hatte.
Sind das nicht sehr geringe Werte?

Also denke ich, bei dem Patienten war irgendwas im gesunden
Gewebe - was sich weiterentwickelt hat. Und ist nicht damit
eine Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß sich diese kranken Zellen
im Körper verstreut haben?

Um dem vorzubeugen, ist es nicht sinnvoll rechtzeitig zu handeln?

Grüsse
Josef Condin

... unter PSA 0.2 ist ein Rezidiv kein Rezidiv - und hier wurde das Messverfahren gewechselt (von 2 zu 3-stellige Nachkomma-Werte), sieht das denn keiner?.
Über die Problematik der verschiedenen PSA-Essays wurde hier schon mehrfach diskutiert. Da verschiedene Testverfahren miteinander verglichen werden, ist bisher kein echter Anstieg nachweisbar und damit die Empfehlung des Kollegen falsch.
Wichtig ist auch, in welchem Zeitraum die Kontrollen erfolgt sind.
Und von 0.016 nach 0.019 ist innerhalb der Messtoleranz - unter 0.1 sind alle PSA-Werte mit sehr viel Vorsicht zu bewerten, auch wenn einem Labors und Kithersteller gerne anderes Weismachen wollen.

Gruss
fs