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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich brauche einen Rat betr. Krebsvorsorge- PSA-Bestimmung



besorgte ehefrau
19.02.2014, 16:08
Zunächst kurz etwas zu uns, d. h. es geht eigentlich um meinen Mann, 65 Jahre alt, aber er hält selbst nicht viel vom Schreiben, deshalb tue ich das. Vor ca. 3 Jahren ließ mein Mann erstmals seinen PSA-Wert bestimmen, dieser stieg in den 3 Jahren von 3,5 auf momentan 5,8, Tastbefund ist ohne Ergebnisse, die Prostata altersgerecht leicht vergrößert. Sein Urologe einschl. Hausarzt drängen auf eine Biopsie. Mein Mann u. ich haben uns dagegen entschieden, denn eine Biopsie ist ja nicht so ganz ohne und so möchte mein Mann zunächst eine engmaschige Kontrolle seines PSA-Wertes. Nun weiß ich sehr wohl, dass mir keiner der Erfahrenen hier sagen kann, ob dies ein Carcinom sein könnte oder nicht. Das ist auch nicht meine Frage, ich habe bei allen meinen Recherchen gelesen, dass die Blutabnahme für den PSA-Wert unbedingt vor der Tastuntersuchung stattfinden muss. Deshalb verstehe ich das Gebaren des Urologen, der eigentlich einen guten Ruf hat, überhaupt nicht, er nimmt jedes Mal erst eine sehr gründliche Abtastung der Prostata vor und nimmt anschl. Blut ab. Gibt es Erfahrungen hier im Forum, ob dadurch tatsächlich der PSA-Wert beträchtlich höher sein kann, was natürlich trotzdem die Steigerung nicht erklären könnte. Meine zweite Frage ist, ob durch sehr viel Sport (es wird immer nur das Radfahren angesprochen) auch der PSA-Wert höher ausfallen kann. Mein Mann ist Ausdauersportler und ist ca. 14 Std. vor der Blutabnahme 30 km gelaufen. Es wäre schön, wenn mir jemand seine Erfahrungen hier mitteilen könnte, dafür im voraus herzlichen Dank.

BurgerH
19.02.2014, 16:28
Hallo,

ich würde trotz Radfahren, Dauerlaufen etc. eine Biopsie machen lassen, um mehr Klarheit zu gewinnen.

Die Biopsie ist nicht so schlimm, wenn Sie leitliniengerecht durchgeführt wird, wie sie oft hingestellt wird.

Das Schmerzempfinden ist sehr unterschiedlich das geht von nichts gespürt bis zu Höllenqualen. Deshalb eine örtliche Beträubung oder sogar Vollnarkose.

Ein Risiko ist eine Infektkion durch Darmbakterien, deshalb sollte vor dem Eingriff ein Antibiotikum genommen werden.

Einer amerikansichen Studie nach traten bei 7 von 1000 Männern Komplikationen nach der Biopsie auf wie Infektionen, Blutungen und Probleme beim Wasserlassen.

Für das immer wieder behauptete Gerücht, dass durch die Biopsie Tumorzellen gestreut werden können, gibt es keinen wissenschatlichen Hinweis.

Also für mein Dafürhalten ist ein zu spät entdeckter Prostatakrebs, schlimmer als das Risiko einer Biopsie.

Und wenn ein harmloser "Haustierkrebs" entdeckt wird, kann man sich durch Active Surveillance (Aufmerksames Beobachten) vor einer Übertherapie mit ihren Nebenwirkungen schützen.

Hier können Sie selbst mehr über die Früherkennung in dieser leitlinengerechten Broschüre nachlesen:

Patienten-Ratgeber:
Früherkennung von Prostatakrebs
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Broschueren-diverse/187_LL_Prostata_Frueherkennung.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Hansjörg Burger

helmut.a.g.
19.02.2014, 16:38
@besorgte ehefrau:

In der Tat ist es so, dass eine mechanische Manipulation der Prostata (Palpation, Prostatamassage, Radfahren und Geschlechtsverkehr, Sex überhaupt ) das Gesamt-PSA ansteigen lässt. Deshalb soll ca. 3 Tage vor PSA-Messungen diese Einflüsse vermieden werden.
Anzumerken ist allerdings, dass das tPSA (Gesamt PSA) sich aus dem freien (das "Gute") und dem gebundenen, komplexen (das "Böse") PSA zusammensetzt. Nur das "freie" PSA ist unstabil und steigt durch die o. g. Manipulationen an. Das komplexe PSA ist dagegen stabil und bleibt von Manipulationen unberührt. D.h. Dein Mann sollte zudem das freie PSA mitbestimmen lassen. Der Quotient freies versus tPSA ist aussagekräftiger ob eher ein maligner (bösartig) oder beningner (gutartig) Prozess vorliegt. ( das tPSA wird durch das freie PSA geteilt) Ist nun der Quotient < 0,15, oder 15 %, handelt es sich eher um einen bösartigen Prozess, liegt er dageghen über 0,25 oder 25% ist eher von einem gutartigen Geschehen auszugehen.
Weiterhin ist die Anstiegsgeschwindigkeit und die Verdopplungszeiten (PSA-VZ) im Verlaufe der Zeit relevant, Messungen alle 3 Monate durchführen. Nach der dritten Messung kann eine Vorab-Aussage getroffen werden. PSA-VZ über 3 Jahre sind vorerst nicht behandlungsbedürftig, unter 3 Jahre schon.

Aus dem "Extrakt Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS" gibt es eigens dafür eine Exeltabelle in welcher sämtliche PSA-Parameter etc. eingetragen werden können. Die relevanten Parameter können dann abgelesen werden.
Gruß Helmut

RalfDm
19.02.2014, 17:19
Aus dem "Extrakt Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS" gibt es eigens dafür eine Exeltabelle in welcher sämtliche PSA-Parameter etc. eingetragen werden können. Die relevanten Parameter können dann abgelesen werden.
Das heißt hier (http://www.prostatakrebse.de/informationen/tabellen/PSA-Uebersicht.xls) und hier (http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/PSA-Ableitungen.pdf).

Ralf

tomblr
20.02.2014, 00:37
eine Biopsie machen lassen, um mehr Klarheit zu gewinnen.


Hallo Hansjörg,

der Ehrlichkeit halber sollte erwähnt werden, dass eine Biopsie nur Klarheit bringt wenn sie positiv ausfällt, d.h. ein Karzinom zweifelsfrei nachgewiesen wurde. Andernfalls hat sie keinerlei Aussagekraft und von Klarheit kann keine Rede sein.

Leider wird die Biopsie unter dem Deckmantel der "Klarheit" gerne immer wieder verkauft. Aber eine Trefferquote von 30-40% einer Standartbiopsie ist bei negativem Ergebnis auch nicht mehr als ein schlechtes Orakel.

Hört doch bitte auf Patienten unter dem Deckmantel der "Sicherheit" oder "Klarheit" eine Biopsie als Königsweg anzubieten. Und wenn, dann aber immer mit der ganzen Wahrheit. Sie ist und bleibt ein triviales diagnostisches Mittel mit Aussagekraft über einen getroffenen "Hotspot".

Und zu guter Schluss, nehmt (Gerade in den Beratungen) endlich das Thema der steigenden Sepsen ernst! Jeder Patient auf der Intensivstation den ein Multiorganversagen wegen einer Sepsis dahinrafft ist einer zu viel. Die Studie hierzu sind zu alt um heute noch aussagefähig zu sein. Die Dunkelziffer ist weit aus höher!

Tom

LudwigS
20.02.2014, 07:13
Anzumerken ist allerdings, dass das tPSA (Gesamt PSA) sich aus dem freien (das "Gute") und dem gebundenen, komplexen (das "Böse") PSA zusammensetzt. Nur das "freie" PSA ist unstabil und steigt durch die o. g. Manipulationen an. Das komplexe PSA ist dagegen stabil und bleibt von Manipulationen unberührt. D.h. Dein Mann sollte zudem das freie PSA mitbestimmen lassen. Der Quotient freies versus tPSA ist aussagekräftiger ob eher ein maligner (bösartig) oder beningner (gutartig) Prozess vorliegt. ( das tPSA wird durch das freie PSA geteilt) Ist nun der Quotient < 0,15, oder 15 %, handelt es sich eher um einen bösartigen Prozess, liegt er dageghen über 0,25 oder 25% ist eher von einem gutartigen Geschehen auszugehen.

Der Vollständigkeit wegen sei noch erwähnt, dass das Absenken des Anteils an freiem PSA die Prostataentzündung - ob bakteriell oder abakteriell - auch beherrscht.
Ich hatte vor 13 Jahren bei PSA 15 und fPSA <10 mit Sicherheit eine Prostatitis mit dabei.
Wäre das hohe PSA ausschliesslich karzinombedingt gewesen, ich glaube kaum, dass meine seeds-bestrahlte Prostata mich nach den vielen Jahren mit einem derzeitigen PSA von 0,01 ng/ml beglücken würde.



der Ehrlichkeit halber sollte erwähnt werden, dass eine Biopsie nur Klarheit bringt wenn sie positiv ausfällt, d.h. ein Karzinom zweifelsfrei nachgewiesen wurde. Andernfalls hat sie keinerlei Aussagekraft und von Klarheit kann keine Rede sein.

Der Ehrlichkeit halber sollte auch erwähnt werden, dass eine Biopsie auch Licht ins Dunkel bringen kann, wenn sie - einen guten Pathologen vorausgesetzt - eine Entzündung ans Tageslicht bringt.
Denn auch die Entzündung kann das sekretorische Epithel beschädigen (anfressen) und so für eine erhöhte PSA-Leckage ins Blut sorgen.
Da eine Antibiotikabehandlung nur bei bakteriellen Entzündungen wirksam werden kann, bleibt für den Nachweisversuch einer abakteriellen Entzündung nur die Biopsie.

Gruß Ludwig

tomblr
20.02.2014, 07:50
Der Ehrlichkeit halber sollte auch erwähnt werden, dass eine Biopsie auch Licht ins Dunkel bringen kann, wenn sie - einen guten Pathologen vorausgesetzt - eine Entzündung ans Tageslicht bringt.
Denn auch die Entzündung kann das sekretorische Epithel beschädigen (anfressen) und so für eine erhöhte PSA-Leckage ins Blut sorgen.
Da eine Antibiotikabehandlung nur bei bakteriellen Entzündungen wirksam werden kann, bleibt für den Nachweisversuch einer abakteriellen Entzündung nur die Biopsie.


Dies kann ohne Zweifel ein Vorteil sein. Allerdings wird in der Regel zwar eine Entzündung bei der Gewebeprobe festgestellt, aber eine bakteriologische Aufbereitung ist dann im weiteren Auftrag des Pathologen nicht enthalten. Im Klartext, es kann festgestellt werden ob eine Entzündung vorliegt, was sie aber auslöst ist aber immer noch nicht bekannt.

Tom

tomblr
20.02.2014, 10:32
Noch ergänzend hier ein Artikel vom 14.01.2014 aus der Ärztezeitung zum Rektalabstrich vor einer Biopsie: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/prostatakrebs/article/853143/prostatabiopsie-rektalabstrich-deckt-resistenzen.html

Diesen Artikel sollte jeden Interessieren der in Zukunft eine Biopsie vor sich hat.

Auch wenn das Thema in den Praxen immer noch nicht angekommen ist, die Lage ist ernst. Da nutzen auch keine amerikanischen Studien zum Biopsierisiko die gerne zitiert werden, da das Problem der Resistenzen jeweils ein länderspezifisches ist und nicht auf andere Länder übertragen werden kann. Holland hat z.B. sehr geringe Probleme in diesem Bereich, da es wesentlich auf das Handling mit infizierten Patienten in den Kliniken und Praxen ankommt.

Wer heute eine Biopsie arglos über sich ergehen lässt spielt in meinen Augen russisches Roulette (sorry ein anderer Vergleich ist mir nicht eingefallen).

Tom

Nachtrag: Es ist heute davon auszugehen, dass jeder Mensch in Deutschland (insbesondere dann wenn er schon in einer deutchen Klinik war) Träger resistenter Erreger ist. MRSA z.B. ist bei den meisten Menschen in Deutschland heutiger Bestandteil der Nasenflora!

Kurtka
20.02.2014, 12:35
Hallo besorgte Ehefrau,
ich zitiere Prof. Schostak aus seinem Beitrag vom 23.12.2011 zum Thema Übertherapie reduzieren:


Eine der wichtigsten und meistzitierten Studien zur Therapie des lokal begrenzten Prostatakrebses vergleicht die Radikale Prostatektomie mit WW (695 Pat zw. 1989 und 1999 eingeschlossen und 15 Jahre nachbobachtet; Anna Bill-Axelson et al. NEJM 2011).
Zwei sehr wichtige Ergebnisse:


Bei Männern bis 65 erzielt die Radikaloperation ein sign. besseres Überleben als WW,
über 65 Jahre nicht (und das, obwohl noch nicht mal das PSA eingeflossen ist).



In die gleiche Richtung aber mit PSA geht die Studie von Prof. Studer bei 1000 Patienten. Die Frage war: Sofort behandeln oder erst bei Beschwerden?
das Ergebnis:


Im Alter unter 70 zeigte sich erst ein Unterschied ab einem PSA von 20 ng/ml bei Diagnose,
im Alter über 70 sogar erst ab einem PSA von über 50 ng/ml bei Diagnose (Studer et al., JCO 2006)



Sehr interessant wäre es von Prof. Schostak zu hören, ob es zu diesem Thema neuere Erkenntnisse gibt?

Viele Grüße
Kurtka

tomblr
20.02.2014, 14:56
Bei den Chirurgen ist anscheinend die Wirklichkeit mitterweile angekommen. Hier ein aktueller Artikel zum Thema resistente Keime http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57415/Chirurgen-fordern-mehr-Engagement-gegen-resistente-Keime . Ich hoffe auch die niedergelassenen Kollegen aller "Couleur" werden wach. Leider fehlen aber gerade in den Praxen Fachkräfte die Hygienemaßnahmen initiieren, kontrollieren und überwachen. Dort heißt die Basis oftmals nur Vertrauen!

@ Kurtka: Schön das du das Thema Übertherapie angesprochen hast. Ein Thema das in Deutchland leider immer wieder übersehen wird da es dem Mainstream nicht entspricht. Statt dessen wird Therapie bis zum bitteren Ende betrieben und dafür ein hoher Preis bezahlt. Ob dies in einigen Fällen immer noch mit Lebenqualität einhergeht muss jeder für sich beantworten.

Tom

Nachtrag: Hier der ganze Text des BDC http://www.bdc.de/index_level3.jsp?documentid=6929DB045AC6175AC1257C 820030831A&form=Dokumente

Harald_1933
20.02.2014, 18:27
Wer heute eine Biopsie arglos über sich ergehen lässt spielt in meinen Augen russisches Roulette (sorry ein anderer Vergleich ist mir nicht eingefallen).

Hallo Tom,

wer viel Zeit und Interesse hat, mag meine PKH hier (http://de.myprostate.eu/?req=user&id=112&page=report) vollständig einsehen.

Aber dieser: "9. März 2006 - Prof. Müller, der Nachfolger von Prof. Stockamp, händigt mir endlich den Originalbefund der Pathologie des Klinikums Ludwigshafen am Rhein (Biopsiebericht vom 26.10.2001) aus, nachdem er erst in der Pathologie angefordert werden mußte, weil er den vorliegenden Dokumenten der Urologie nicht oder nie beilag.

Diesem mir von Prof. Stockamp vorenthaltenen Bericht konnte ich erstmals den Hinweis auf eine chronische Prostatitis im linken Lappen der Prostata entnehmen"

Ausschnitt aus meiner PCa-Historie verdeutlicht einmal mehr, was heute immer mehr offenkundig wird, dass eben die Befunderstellungen der Pathologen schlicht nur minimal oder sogar eher überhaupt nicht für eine Therapie-Entscheidung zu Rate gezogen werden.


Allerdings wird in der Regel zwar eine Entzündung bei der Gewebeprobe festgestellt, aber eine bakteriologische Aufbereitung ist dann im weiteren Auftrag des Pathologen nicht enthalten. Im Klartext, es kann festgestellt werden ob eine Entzündung vorliegt, was sie aber auslöst ist aber immer noch nicht bekannt.

Leider war mein Wissen um Prostatakrebs im Jahre 2000/2001 bei Null, sonst hätte ich mich wohl nicht so rasch breitbeinig und rücklings auf die Bank gelegt, um ohne Betäubung eine Oktantenstanzbiopsie über mich ergehen zu lassen. Was hätte man damals schon vorher noch alles abklären lassen können, wenn man das "know how" von heute gehabt hätte.

Es ist gut Tom, dass Du einmal mehr hier einer der Rufer bist, die von einer vorschnellen Biopsie abraten.


Hier ein aktueller Artikel zum Thema resistente Keime http://www.aerzteblatt.de/nachrichte...sistente-Keime . Ich hoffe auch die niedergelassenen Kollegen aller "Couleur" werden wach. Leider fehlen aber gerade in den Praxen Fachkräfte die Hygienemaßnahmen initiieren, kontrollieren und überwachen. Dort heißt die Basis oftmals nur Vertrauen!

Am 17.2.2014 war ich im Klinikum Mannheim in der orthopädisch-chirurgischen-Klinik für ein Gespräch zur Überprüfung der HWS wegen akuter Schwindelprobleme. Es war erfreulich feststellen zu können, dass auf den großen Glastüren zur Ambulanz deutlich lesbare Hinweisschilder angebracht waren, die zum Desinfizieren der Hände vor Betreten der dahinter liegenden Räume aufforderten. Und die dazu notwendigen Vorrichtungen ermöglichten eine einwandfreie Desinfektion.

Es geht also voran.

"Wenn kein Wind weht, dann rudern"
(Polnisches Sprichwort)


Gruß Harald

knut.krueger
20.02.2014, 21:59
Hallo Kurtka,
bevor man zitiert, sollte man sich auch überzeugen bzw. prüfen, ob das Gesagte überhaupt möglich sein kann. Der zweite Absatz (Prof. Studer) kam mir in dem gestellten Zusammenhang so unwahrscheinlich vor, dass ich erst einmal recherchiert habe.
Es ist wie mit den Plagiaten bei den Doktorarbeiten. Gott sei Dank gibt es Google, und ich habe nur „Studer et al., JCO 2006“ eingegeben und siehe da

http://jco.ascopubs.org/content/24/12/1868.full

Dies hat nun wirklich nichts mit dem zu tun, was Du hier versuchst zu oktroyieren.
Die USA haben es uns vorgemacht und mit PSA-Screening und kurativen Therapien deutlich die Sterberate im Vergleich zu Europa/Deutschland, auf die Bevölkerung bezogen bzw. auf die Zahl der positiv Diagnostizierten, gesenkt und insbesondere die schweren Fälle mit Knochenmetastasen drastisch reduziert.
Es ist jedem frei gestellt, seine Überzeugung mit AS oder WW auszuleben aber bitte ohne Sendungsbewusstsein bzw. Irreführung in diesem Forum.
Gruß Knut.

P.S. Heute Abend habe ich passend zur Thematik diesen Artikel

http://www.cancernetwork.com/oncology-journal/new-biomarkers-prostate-cancer?GUID=1B556DCE-78D5-413B-85AC-562DA43221BA&rememberme=1&ts=20022014

hereinbekommen. Es wird zwar klangvoll von Biomarkern gesprochen- für jede Situation ist etwas dabei- aber die regelmäßige PSA-Messung mit Grafikdarstellung in Excel und paralleler Erfassung der Verdopplungszeiten ist meiner Meinung nach immer noch die bessere und aussagefähigere und einfachere Methode, womit der Kreis zu der eigentlichen Frage der Threadverfasserin geschlossen wäre.

LowRoad
21.02.2014, 09:31
...Es wird zwar klangvoll von Biomarkern gesprochen- für jede Situation ist etwas dabei- aber die regelmäßige PSA-Messung mit Grafikdarstellung in Excel und paralleler Erfassung der Verdopplungszeiten ist meiner Meinung nach immer noch die bessere und aussagefähigere und einfachere Methode,...


Knut,
ja, das darf deine Meinung sein, aber ob es tatsächlich so ist - wer weiß?
Sicher ist eine langfristige Verfolgung des PSA-Wertes, mit entsprechender graphischer Aufbereitung, ein probates Mittel der Früherkennung. Sie geht aber an den Realitäten vorbei, denn nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Männer macht so etwas. Die Praxis sieht doch so aus, dass ein 50+ Jahre alter Mann mit einem PSA von vielleicht ~5ng/ml beim Urologen erscheint. Was nun? Biopsie - sie haben Krebs - Ohgottohgott - raus damit. So war's bisher, aber zunehmend rückt AS ins Blickfeld und da benötigen wir einfach mehr prognostische Hinweise auf den zukünftigen Verlauf, bzw. das Risikopotential. Überall in onkologischen Kreisen wird vom aufkommenden Zeitalter der Biomarker gesprochen, kaum vergeht eine Woche ohne neue Daten dazu, wie z.B. heute in der BBC (http://www.bbc.co.uk/news/health-26274475).

Meine Meinung: wird kommen, braucht aber noch etwas Zeit zum reifen.

tomblr
21.02.2014, 10:16
Genauso sehe ich das auch,

auf dem Bereich der Biomarker und Gendiagnostik tut sich tatsächlich einiges. Wer hier den Durchbruch schafft hat die Lizenz zum Gelddrucken.

In ca. 10-15 Jahren, wage ich zu behaupten, wird sich in der Primärdiagnostik einiges bewegt haben, ich gehe sogar soweit zu vermuten, dass selbst Biopsien nicht mehr zwingend erfoderlich sind. Gerade hier tut sich derzeit einiges und auch der bildgebende Sektor bringt immer wieder inovative Ansätze und sicherlich dann auch den Durchbruch. Über AS wird nach diesem Zeitraum auch keiner mehr diskutieren sondern sicherlich im Low-Risk Bereich zum Goldstandart deklariert. Dies alles auch im Bezug auf die evidenzbasierte Therapien die zukünftig wieder mehr personalisiert und individuell ablaufen werden.

All dies sind u.A. auch gesundheitsökonomische Notwendigkeiten die wir dem demographischen Wandel schulden. Wenn auch noch in unseren Köpfen das Prinzip "weniger ist manchmal mehr" ankommt und generell die Bereitschaft besteht alte Zöpfe abzuschneiden wird das Thema Prostatakrebs in den nächsten Generationen hier ganz anders diskutiert.

Tom

helmut.a.g.
21.02.2014, 11:47
@knut.krueger:

"Es ist jedem frei gestellt, seine Überzeugung mit AS oder WW auszuleben aber bitte ohne Sendungsbewusstsein bzw. Irreführung in diesem Forum.
Gruß Knut."

Lieber Knut,

Dir dürfte wohl entgangen sein, dass mittlerweile selbst die S3-Leitlinie, deren "Autorität auch Du nicht anzweifelst, bei einem "Low Risk" Tumor die AS-Strategie empfiehlt. Was Dir ebenfalls bekannt sein dürfte, dass die Uro-Pathologie mittlerweile unabhängig vom PSA und dem GS auf relevante Biomarker hinweist, welche eine Aussage über Hormonsensitivität, Strahlensensibilität usw. und sofort treffen.
Mittlerweile wird in etlichen Abschlußbefundungen, durch bekannte Professoren, u.a. das DKFZ-HD, beim vorliegen eines indolenten Tumors auf eine AS hingewiesen und empfohlen.

Mit dem oben zitierten Spruch von Dir liegst Du aber mal voll daneben. Die Wissenschaft ist etwas weiter als Du glauben machen willst.

Gruß Helmut

besorgte ehefrau
21.02.2014, 14:13
Ich möchte mich bei allen für die vielen vielen Infos herzlich bedanken. Die Diskussion Biopsie ja oder nein wollte ich eigentlich nicht los treten. Ich denke, jeder muss selbst entscheiden, wann für ihn der Zeitpunkt gekommen ist, wo er dies tun will. Mein Mann, denn letztendlich betrifft es ja ihn, hat für sich entschieden, zunächst im April den PSA-Wert mit Untersuchung freies u. geb. PSA neu messen zu lassen, diesmal dann von seiner Hausärztin, die ja vorher keine Tastuntersuchung vornimmt und der Wert dadurch auch nicht ev. verfälscht werden kann. Meine eigentliche Frage war ja, ob jemand Erfahrungen gemacht hat, dass der PSA durch vorheriges Abtasten oder intensiven Sport erhöht gewesen ist, aber das scheint leider nicht der Fall zu sein. Also trotzdem nochmal danke an alle und ich werde mich, falls es im April neue Erkenntnisse geben sollte und der PSA weiter steigt wieder im Forum melden. Bis dahin allen eine gute, möglichst gesunde Zeit und herzliche Grüße von Bärbel

W. Werner
21.02.2014, 15:20
Meine eigentliche Frage war ja, ob jemand Erfahrungen gemacht hat, dass der PSA durch vorheriges Abtasten oder intensiven Sport erhöht gewesen ist Wenn da keine Antwort drauf gekommen ist: Das ist eine allseits be- und anerkannte Tatsache. Allenfalls strittig ist die Frage, um wieviel rektal digitale Untersuchung, Sex oder Radfahren etc. den PSA erhöht. Folgendes habe ich dazu in meiner Sammlung gefunden:

Präanalytik – Man achte und meide folgende störende Einflüsse:

- Man vergleicht nur Ergebnisse derselben Methode, bestimmt im demselben Laboratorium.
- Das Blut sollte immer morgens nüchtern abgenommen werden.
- Die Abstände von der Blutentnahme bis zur Probenverarbeitung und Bestimmung sollten konstant gehalten werden (jeweils Montag – Donnerstag = 24 Std.; Freitag = 72 Std.; Samstag = 48 Std.).
- Jede Kompression der Prostata, ob physiologisch (Ejakulation), artefiziell (Velofahren, digitale rektale Untersuchung, Rekto-Sigmoidoskopie) oder pathologisch (Kathetrisierung, liegender Urinkatheter) kann durch Übertritt von PSA ins Blut temporär erhöhte Werte verursachen.
Die Halbwertzeit, mit der PSA aus dem Blut eliminiert wird, beträgt ca. 3 Tage. Daher sollte mit der PSA-Bestimmung in solchen Fällen bis zu einer Woche gewartet werden.
- Auch Operationen ausserhalb des kleinen Beckens (z. B. Herz) können zum Übertritt von PSA ins Blut führen.
- Harnverhalten, Entzündungen der Harnblase und Prostata können den PSA-Wert wesentlich erhöhen. Der PSA-Wert sollte frühestens 4 Wochen nach einer sicheren Abheilung der Entzündung oder nach Operation bestimmt werden.
- Interaktion mit Medikamenten: Nicht nur Prostatamedikamente (Finasterid, alfa-Reduktase-Hemmer) und Geschlechtshormone, sondern z.B. auch Vitaminpräparate (Vitamin D3) und manche pflanzliche Medikamente vermindern den PSA-Wert im Blut.
- Änderungen des Ernährungsstills (Vegetarismus) können sich auf das PSA auswirken.
- Saisonale Änderungen: Im Sommer und Herbst steigt PSA, was einen 25%-Anstieg von unnötigen Biopsien verursachen kann (2).

Viel Glück - Wolfgang

helmut.a.g.
21.02.2014, 15:38
@besorgte ehefrau:

Hallo Bärbel,

Prof. Dr. med. A. Semjonow von der Uni-Klinik Münster gilt als "PSA" Papst. er hat etliche Forschungsarbeiten darüber bupliziert. Auch die Mengenangaben, PSA Erhöhungen durch div. Manipulationen der Drüse etc. Es gibt eine Kurzfassung von ihm darüber, habe diese, die Quellenangabe, nicht zur Hand. Einfach mal "googeln"

Ausserdem gibt es einschlägige Angaben dazu vom DKFZ-Heidelberg. Das DKFZ-HD hat eine Service Rufnummer, dort kannst Du deine Fragen stellen. Entweder können diese sofort beantwortet werden, oder Du wirst zu einem späteren Zeitpunkt zurückgerufen. Funktioniert hervorragend. Auch Auskünfte über sämtliche wissentschaftl. Publikationen, Infos, etc. in Sachen Krebs können dort eingeholt werden.

Gruß Helmut

Eheweib
21.02.2014, 19:25
Männer, hätte man die gwünschte Antwort von Ehefrau nicht gleich an den Anfang stellen können, Bärbel ist doch ganz verwirrt, was die Diskussion Biopsie etc. angeht..... Denkt doch bitte daran, dass ein jeder, der sich hier erstmals anmeldet keine Erfahrung oder medizinische Ahnung haben könnte und zu viele Antworten mit vielen Links einfach irreführend sind.....
Erst Wolfgang hat in kurzen Worten idealerweise die Punkte aufgenommen.
Wobei es sich immer wieder lohnt zu lesen, denn auch ich habe in dem Thread etwas neues gefunden, welches ich gleich nachforschen möchte....

Das Zitat Die Wissenschaft ist etwas weiter als Du glauben machen willst ist gut, aber leider kommt vieles der "NEUEN Wissenschaft" nicht unbedingt an die richtigen Empfänger.
@ Bärbel auch bei meinem Mann war der PSA nach der rektalen Untersuchung abgenommen worden, somit haben wir bei dem Staging keinen initialen korrekten Wert und müssen immer wieder von dem bekannten Laborwert ausgehen. Heute achten wir bei der jeweiligen Kontrolle immer auf die gleichen Bedingungen vorab. Kein Sport, kein Radfahren, kein Sattelstuhl, kein GV, usw. Das Labor befindet sich un unmittelbarer Nähe der Arztpraxis, de ert wird nur ab einem bestimmten Tag bestimmt, der Laborfahrer kommt pünktlich etc..... Mir wären Schwankungen in relativer Grösse ja nicht ganz so beduetend, aber manchen Männern irritieren schon 0,01ng.....

Schönes WE
carmen

knut.krueger
21.02.2014, 20:14
Hallo,
ich freue mich über die Reaktionen zu meinem Beitrag, aber weniger freut mich die mangelhafte Sorgfalt der Stellungnahmen oder vielleicht ist es ja auch ein bewusstes Herauspicken aus dem Zusammenhang meines Beitrages gewollt?

@ helmut.a.g.

Lieber Helmut,
Meine Aussage war eine Kritik an dem von mir beanstandeten Zitat und hat nichts mit meiner Einstellung zu AS/WW zu tun. Ich habe in diesem Forum schon AS/WW vertreten als Du Deine ersten PSA-Messungen im Rahmen der Vorsorge gemacht hast, und zwar auch deshalb, weil ich die Ploidie mit FNAB als ein sehr geeignetes Mittel/Verfahren zur Beurteilungseignung und laufender Überwachung angesehen habe. Aber letzteres kannst Du bzw. musst Du ja auch nicht gewusst haben.
Gruß Knut

@tomblr

Hallo Tom,
das hoffen wir wohl alle, dass es wissenschaftlichen Fortschritt bei den Tumorerkrankungen gibt, der dann auch bei den Patienten ankommt. In diesem Thread ging es aber um konkrete, akute Fragen und Vorgehensweisen, und deshalb habe ich den von der besorgten Ehefrau eingeschlagenen Weg der weiteren PSA-Kontrolle als den richtigen empfohlen, da die Empfehlung, 10 – 15 Jahre bis zum Start der Lizenz zum Gelddrucken zu warten, wohl kaum vermittelbar sein dürfte.

Zum Abschluss noch eine Orientierungsfrage, da ich längere Zeit nicht im Forum präsent war, und zwar bist Du der frühere „Tom aus Lumpehafe“ unter neuem Benutzernamen?
Gruß Knut

@ Low Road

Hallo LR,
es liegt schon etwas länger zurück, dass wir die Klingen gekreuzt haben. Das Schema ist aber dasselbe geblieben. Zuerst wird versucht, den anderen mit Halbwahrheiten zu stigmatisieren

http://imagizer.imageshack.us/v2/1280x1024q90/703/waw2.jpg

Gesagt habe ich aber


P.S. Heute Abend habe ich passend zur Thematik diesen Artikel

http://www.cancernetwork.com/oncolog...=1&ts=20022014 (http://www.cancernetwork.com/oncology-journal/new-biomarkers-prostate-cancer?GUID=1B556DCE-78D5-413B-85AC-562DA43221BA&rememberme=1&ts=20022014)

hereinbekommen. Es wird zwar klangvoll von Biomarkern gesprochen- für jede Situation ist etwas dabei- aber die regelmäßige PSA-Messung mit Grafikdarstellung in Excel und paralleler Erfassung der Verdopplungszeiten ist meiner Meinung nach immer noch die bessere und aussagefähigere und einfachere Methode, womit der Kreis zu der eigentlichen Frage der Threadverfasserin geschlossen wäre.

Ich habe also nicht ausgeschlossen, dass es einmal bessere Diagnosemöglichkeiten geben könnte. Die heutige Situation lässt sich treffend mit einem Satz darstellen: Man hat die Taube in der Hand und versucht den Spatz auf dem Dach zu fangen!
Und dazu wünsche ich viel Erfolg und Vergnügen! (http://www.youtube.com/watch?v=surqIDhpjoA)
Gruß Knut

P.S. Und wie der Zufall so spielt, habe ich auch heute wieder von Cancer Network zwei passende Beiträge per Mail erhalten
http://www.cancernetwork.com/oncology-journal/baseline-psa-testing-men-their-40s-currently-available-evidence-strongly-supports-baseline-psa?GUID=1B556DCE-78D5-413B-85AC-562DA43221BA&rememberme=1&ts=21022014
und
http://www.cancernetwork.com/oncology-journal/baseline-psa-testing-men-their-40s-testing-average-risk-men-aged-40-50-years-should-not-be-routinely?GUID=1B556DCE-78D5-413B-85AC-562DA43221BA&rememberme=1&ts=21022014
Mir gefällt der „PRO“ Beitrag besser, da die Darstellung klarer und überzeugender ist.
Und noch eine letzte Anmerkung: Auch Deine Biomarker können Ihre Wirksamkeit nur bei einem klaren Ja zum (PSA)-Screenen entfalten, und werden sie dann überhaupt noch gebraucht? Und wie passt dies zu Deiner Bejubelung der PIVOT Studie?

W. Werner
21.02.2014, 21:12
Zuhören (oder -Lesen) ist nicht unbedingt eine "männliche" Stärke. Da geht leicht die eigentliche Fragestellung unter und die erwartete Antwort bleibt auf der Strecke der losgetretenen Fachdiskussionen - da will ich mich nicht ausschließen. Kennzeichnend für den Geschlechterunterschied ergreifen hier auch immer mehr "betroffene" Partnerinnen das Wort bzw. die Tastatur. Es gibt Themen im Zusammenhang mit PCa, die in diesem naturgemäß (noch) von Männern dominierten Forum "kein Thema" sind - was sich auch wieder aus dem männlichen Selbstverständnis erklärt, aber nichts desto trotz bedauerlich ist. cu - Wolfgang

Eheweib
23.02.2014, 06:57
Hallo Wolfgang,
wie soll ich den zweitletzten Satz verstehen? Schliesst Du damit uns/eure Partnerinnen aus? Oder ging es um Themen, bei denen wir nicht mit sprechen können/dürfen?
Carmen

besorgte ehefrau
23.02.2014, 09:55
Nun will ich mich nochmal kurz zu Wort melden, ich wollte hier auch keine Diskussion, ob das "Thema" nur von den Männern, also Betroffenen, diskutiert werden soll. Ich habe aber Wolfgang, denke ich richtig verstanden, dass er es nicht gut findet, falls das so sein sollte. Meiner Meinung nach ist jede schwere Krankheit des Partners oder der Partnerin für beide ein tiefer Einschnitt ins Leben, vollkommen egal, um welche Krankheit es sich handelt und halte es deshalb für vollkommene Normalität, wenn sich derjenige von den beiden, der sich im Internet besser auskennt oder auch schriftlich mehr versiert ist, schlau macht, um bei den Ärzten ein Wort mitreden zu können auch wenn dies vielen Medizinern bis heute nicht gefällt und diese solche Foren u. ä. verfluchen (mein persönlicher Eindruck).
Liebe Grüße Bärbel

W. Werner
23.02.2014, 23:50
Hallo Wolfgang,
wie soll ich den zweitletzten Satz verstehen? Schliesst Du damit uns/eure Partnerinnen aus? Oder ging es um Themen, bei denen wir nicht mit sprechen können/dürfen?
Carmen

Ganz im Gegenteil: meine Geschlechtsgenossen sind in der Regel bei solch "intimen" Themen wie PCa eher verschlossen. Nun berührt der PCa aber darüber hinaus oft "männliche Domänen", die noch viel weniger thematisiert werden, was nicht nur ich, sondern auch die beste Ehefrau von allen (nämlich meine) bedauern.
Das Forum zur erektilen Dysfunktion (http://www.impotenz-selbsthilfe.de/) - oft Folge der RPE - ist zwar ein mutiger Ansatz , aber läßt noch vieles offen. Aber davon seid Ihr auch betroffen - also warum sollten die betroffenen Partnerinnen nicht mitreden oder auch das Wort ergreifen - anstelle des primär vom PCa Betroffenen? Nur gemeinsam läßt sich da ein für beide "Parteien" einigermaßen "befriedigender" Ansatz finden.
LG - Wolfgang

@Bärbel: Du sagst bzw. schreibst es!

helmut.a.g.
24.02.2014, 11:08
Um mal einiges "Klar zu stellen"

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Zitat aus posting # 16:

[I]"Meine eigentliche Frage war ja, ob jemand Erfahrungen gemacht hat, dass der PSA durch vorheriges Abtasten oder intensiven Sport erhöht gewesen ist, aber das scheint leider nicht der Fall zu sein."

@Eheweib,

Zitat in posting # 19:

"Männer, hätte man die gwünschte Antwort von Ehefrau nicht gleich an den Anfang stellen können, Bärbel ist doch ganz verwirrt, was die Diskussion Biopsie etc. angeht"

Ich dachte dies in meinem posting # 3 getan zu haben.

Dein weiterer Hinweis Eheweib in posting # 19:

"Wobei es sich immer wieder lohnt zu lesen, …"

Genau, dem sollte auch nachgekommen werden.

Gruß Helmut
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besorgte ehefrau
27.06.2014, 09:25
ich hatte hier schon mal vor einigen Monaten geschrieben, der Betroffene ist natürlich mein Mann. Er hat jetzt einen erneuten PSA-Wert messen lassen, diesmal aufgrund des Anratens durch den Hausarzt von einem anderen Urologen. Meine Frage in die versierten "Betroffenen" ist folgende: Wenn ein Patient eine Biopsie ablehnt, wird er dann überhaupt ordentlich behandelt? Nachdem der PSA-Wert geringfügig angestiegen ist (von 6,05 im Jan. auf jetzt 6,4), ich weiß aber nicht, da zwei verschiedene Urologen, ob es das gleiche Labor u. das gleiche Messverfahren war, hat der Urologe nur eine Unterschrift von meinem Mann verlangt, dass der die Biopsie weiterhin ablehnt. Als mein Mann die Frage stellte, ob es nicht sinnvoll wäre, das freie PSA mit bestimmen zu lassen, sagte der Urologe, davon würde er nichts halten, wäre nicht aussagekräftig, obwohl er es auf seiner Homepage als Leistung anbietet. Was soll man von einem solchen Arzt halten, will er nur Geld verdienen und sich absichern? Aber erneut den Arzt wechseln, ist das wirklich sinnvoll. Der Hauptgrund für den Wechsel war, dass dieser Urologe eine DRUS machen kann, hat er auch getan, das Prostatavolumen beträgt 31 ???(denke mal g), ansonsten war die DRUS unauffällig, allerdings hat er wieder ein kleines Knötchen getastet, was bei den vorangegangenen Untersuchungen mal da und mal weg war. Mein Mann hat sowieso für sich beschlossen vorläufig außer PSA-Wert KOntrolle nichts machen zu lassen, seine Nerven lassen das zu, meine nur ganz schwer. Ich konnte ihn wenigstens dazu überreden regelmäßig Granaprostan einzunehmen und Tomatensaft zu trinken. Wie kann man denn einen Urologen finden, der trotz verweigerter Biopsie den Patienten ernst nimmt und auch entsprechend behandelt? Meine Bitte ist nun noch an euch, nicht wieder eine Grundsatzdiskussion zu starten, ob die Haltung meines Mann richtig oder falsch ist, sie ist ganz einfach nicht zu verändern, nicht einmal von mir.

LowRoad
27.06.2014, 09:35
Liebe Ehefrau,
wie würdest du ihn denn behandelt sehen wollen, wenn gar keine definitive Diagnose Vorliegt? Therapie ohne Diagnose gibt es im onkologischen Bereich eigentlich nicht.

Hvielemi
27.06.2014, 10:03
Liebe Bärbel

Mit dem Wechsel des Urologen ist ja Deine Eingangsfrage beantwortet:

Nein, die verkehrte Reihenfolge von DRU (Digitale rektale Untersuchung oder 'Fingern') und Blutabnahme scheint das PSA-Ergebnis nicht verfälscht zu haben. Dein Mann hat nun mal schon länger einen PSA um 6 ng/ml. Ob das konstant sei oder, wie die Zahlen vermuten lassen, steige, kann aufgrund des Laborwechsels vorerst nicht beurteilt werden. Eine weitere Messung in einiger Zeit wird da kKlarheit schaffen.

Dass der neue Urologe nun eine TRUS (Trans Rektale Untra-Schall Untersuchung) durchführte und dabei nichts auffälliges fand, sagt nichts darüber, ob nicht doch etwas Ungutes da sei, was Ursache für den erhöhten PSA-Wert sei.

Ohne Stanzbiopsie oder meinetwegen auch Feinnadelaspirationsbiopsie weiss der gute Mann ganz einfach nicht, was Sache sei. Wie bitte sollte er nun Deinen Mann "entsprechend behandeln". Dein Mann kann nicht die Augen verschliessen und zugleich erwarten, dass der Urologe sehe, obwohl ihm die gleiche Augenbinde umgebunden ist.

Wie es scheint, steigt der PSA langsam, also könnte man das vielleicht weiter beobachten und bei einem zuvor definierten Wert, sagen wir mal 8 ng/ ml, eben doch eine Biopsie durchführen. Zu spät vielleicht? Naja, wer gern pokert...
Jedenfalls bleibt genügend Zeit, sich zu informieren über all die verschiedenen Biopsie-Angebote mit oder ohne Narkose, Transrektal oder durch den Damm, gestanzt oder aspiriert etc. Hier im Forum und in den KISP-Texten steht jede Menge Information drin.
Aber ohne ein aussagekräftiges Biopsieergebnis wird ein Urologe, der seinen Patienten 'ernst nimmt', keine Therapie einleiten.
Wie denn auch, wenn er nicht sieht, woran der Patient leide ...

Carpe diem!
Hvielemi

tomblr
27.06.2014, 10:19
Mein Mann hat sowieso für sich beschlossen vorläufig außer PSA-Wert KOntrolle nichts machen zu lassen, seine Nerven lassen das zu

Das sollte dann auch so akzeptiert werden. Ich vermute je mehr du drängst desto stärker blockiert er... ist doch schon gut wenn er seinen PSA wenigstens kontrollieren lässt.


Ich konnte ihn wenigstens dazu überreden regelmäßig Granaprostan einzunehmen und Tomatensaft zu trinken.

Wenn man den Placeboeffekt berücksichtigt kann da erst mal nichts falsch sein.

Bitte verstehe mich nicht falsch, aber gut gemeint muss nicht zwangsläufig auch gut gemacht sein!

Tom

PS: Ich mag auch keinen Tomatensaft und meiner Frau zu Liebe würde ich das Zeug auch nicht drinken!

Nachtrag: @ Konrad - Was machst du aber wenn er halt nicht will... zwangsbiopsieren? Bis zu einem gewissen Grad verstehe ich Partnerschaft auch mit Beratung und Einflussnahme, darüber hinaus aber auch Akzeptanz. Das Problem ist hier doch eher ein zwischenmenschliches als ein konsultarisches....

skipper
27.06.2014, 10:29
Liebe besorgte Ehefrau,
die Fakten( PSA zu hoch, Tastbefund ) sollten zu einer weiteren Diagnostik führen . Das Verhältnis Freies PSA zu gebundenem PSA ist ein weiterer Baustein der weitere Informationen liefern kann.
LowRoad und Hvielemi haben den Kern bereits genannt. Was soll behandelt werden ohne Diagnose?
Welche Optionen hat dein Mann:
1. Er macht gar nichts und hofft darauf das alles gut ist/wird ? Warum dann PSA messen! Kann gutgehen- aber auch grausam enden.
2. Er nutzt eine umfangreiche nichtinvasive Diagnostik ( Mrt/Histoscan/Anna - Verfahren ….) und ermittelt weiterhin PSA und freie PSA um dann bei vorliegen festgelegter Interventionspunkte eine Biopsie anzugehen.
3.Er entschließt sich zu einer gut vorbereiteten Biopsie in einem Prostatazentrum mit professioneller Antibiotikabegleitung - Danach weiß er meist mehr - leider nicht immer.
Viel Glück bei der Entscheidung
Gruß Skipper

besorgte ehefrau
27.06.2014, 11:01
Zunächst danke ich allen für die Meinungen. Wie SKipper schreibt, wäre ja evtl. eine nichtinvasive bessere Diagnostik möglich, vielleicht würde mein Mann dann einsehen, dass eine Biopsie nötig ist, nur ist sein derzeitiger Urologe nur bereit, das gesamte PSA zu messen, er lässt ja nicht einmal das freie PSA bestimmen. Mein Gefühl ist, dass er eine Biopsie erzwingen will. Wenn ein Mensch die Meinung hat wie mein Mann, nichts machen zu lassen bzw. erst dann, wenn Beschwerden auftreten also palliativ, sollte er nicht zur Vorsorge gehen und schon gar nicht den PSA bestimmen lassen. Nur dafür ist es inzwischen zu spät, er wurde leider von seinem ersten Urologen auch nicht über die Konsequenzen aufgeklärt, die sich zwangsläufig durch die PSA Bestimmung ergeben. Hinzu kommt, dass er sich nun auch selbst etwas mit der Problematik beschäftig hat und in allen einschlägigen Büchern steht, dass eine Biopsie eine nicht zuverlässige Sache ist und zudem, wenn ein Krebsherd vorhanden ist, Zellen dabei verschleppt werden können, das Gegenteil ist leider nicht bewiesen. Ich hatte gehofft, Tipps zu bekommen, einen Urologen zu finden, der zu einer nichtinvasiven Diagnostik ohne Biopsie bereit ist, um damit entsprechende Argumente zu haben. Leider ist es so, dass mich die Ungewissheit stark belastet, ich aber nichts tun kann. Gibt es hier noch mehr Männer im Forum, die eine Biopsie abgelehnt haben (einen habe ich gefunden, ich glaube GeorgS), die Erfahrungen dieser Betroffenen würde mich sehr interessieren. Ich wünsche allen noch einen schönen Tag, ein sonniges Wochenende und sende herzliche Grüße von der besorgten Ehefrau Bärbel

helmut.a.g.
27.06.2014, 11:05
Wenn ein Mensch die Meinung hat wie mein Mann, nichts machen zu lassen bzw. erst dann, wenn Beschwerden auftreten also palliativ, sollte er nicht zur Vorsorge gehen und schon gar nicht den PSA bestimmen lassen.

So sehe ich das auch.

Gruß Helmut

LudwigS
27.06.2014, 11:21
nur ist sein derzeitiger Urologe nur bereit, das gesamte PSA zu messen, er lässt ja nicht einmal das freie PSA bestimmen. Mein Gefühl ist, dass er eine Biopsie erzwingen will.

Man braucht zur Bestimmung diverser Blutparameter wie tPSA, fPSA usw. nicht zwingend einen Urologen.
Verschiedene Labors, in denen die Hausärzte ihre Blutentnahmen analysieren lassen, nehmen auch selbst Blut und analysieren es gegen Entgelt (IGEL-Leistung).

Gruß Ludwig

tomblr
27.06.2014, 11:30
Bärbel,

glaube mir, ich habe schon genügend besorgte Angehörige kennengelernt die nur das Beste wollten aber die Wünsche und Bedürfnisse des Betroffenen ignorierten. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, alle Betroffenen hatten den richtigen Weg gefunden, ganz von alleine, hierzu trägt schon der Selbsterhaltungstrieb bei.

Dein Mann hat angfangen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ein Anfang ist gemacht, auch wenn er derzeit die Dinge noch anders sieht. Wenn er den PSA Wert regelmäßig kontrollieren lässt und dieser ständig steigt wird er an seinem Verhalten schon früher oder später zweifeln.


Tom

besorgte ehefrau
27.06.2014, 12:02
Hallo tombir, der PSA-Wert steigt seit 4 Jahren ständig von anfangs 3,5 auf jetzt 6,4, du hast vollkommen Recht, mit dem, was du schreibst, es ist natürlich die Sache von meinem Mann, denn es ist ja sein Leben, nur ist man als Partner immer mit betroffen. Bei deinem zweiten Satz hege ich allerdings Zweifel, denn du kennst meinen Mann nicht und seine Einstellung zum Leben überhaupt. Als "eingefleischter Atheist" hat er trotzdem die Meinung, dass im Leben alles vorbestimmt ist und man seinem Schicksal nicht entfliehen kann. Ich werde wohl weiter damit leben müssen.
Lieber LudwigS, wenn der Urologe keine weiteren Blutuntersuchungen vorschlägt, ich kann meinen Mann sicher nicht überzeugen, dies in Eigeninitiative zu tun.
In meinem ersten heutigen Beitrag hatte ich mich wahrscheinlich etwas falsch ausgedrückt, ich meinte natürlich nicht: keine Biopsie = keine Therapie, sondern keine Biopsie auch keine weiterführenden Untersuchungen. Mir ist schon klar, dass ohne Befund nicht behandelt werden kann. Ich denke aber ein Arzt könnte durch Untersuchungen die Meinung des Patienten beeinflussen, doch etwas tun zu müssen, also den Krebsverdacht zu erhärten und dies erreicht er sicher nicht mit einer Unterschrift, dass der Patient die Biopsie ablehnt. Lieben Dank an euch alle. Ich muss nun die nächste PSA-Wert Messung in einigen Monaten abwarten. Es tat gut, sich seinen Kummer mal von der Seele schreiben zu können, denn ich bin mir von meinem Gefühl her ziemlich sicher, nachdem ich mich umfassend informiert habe, dass ein Krebsherd vorhanden ist, ich kann nur hoffen, dass es ein "Haustierkrebs" ist. Ich wünsche allen Betroffenen eine möglichst beschwerdefreie Zeit, wer gerade in Therapie ist, viel Kraft und gute Ergebnisse und natürlich allen einen schönen Sommer. Vielleicht melde ich mich zum Jahresende nochmal, wenns Veränderungen gibt.
Liebe Grüße Bärbel

tomblr
27.06.2014, 12:25
Bärbel,

die Situation ist sicherlich nicht einfach.

Aber
Ich muss nun die nächste PSA-Wert Messung in einigen Monaten abwarten. ist definitv der falsche Ansatz. Richtig ist Er muss nun den nächsen PSA Wert abwarten.

Auch wenn bei deinem Mann noch keine Diagnose vorhanden ist, der Blaue Ratgeber für Angehörige der deutschen Krebshilfe ist an sich nicht schlecht und in meinen Augen lesenswert bzw. auch auf andere Erkrankungen übertragbar. Für dich vielleicht derzeit interessant das Kapitel "Grenzen respektieren".

http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/042_hilfen_fuer_angehoerige_neu.pdf

Dein Mann braucht dich als Unterstützung aber nicht als dessen Vormund.

Alles Gute für euch beide!

Tom

helmut.a.g.
27.06.2014, 12:35
der PSA-Wert steigt seit 4 Jahren ständig von anfangs 3,5 auf jetzt 6...
denn ich bin mir von meinem Gefühl her ziemlich sicher, nachdem ich mich umfassend informiert habe, dass ein Krebsherd vorhanden ist, ich kann nur hoffen, dass es ein "Haustierkrebs" ist.

Hallo Bärbel,

Der PSA-Wert Deines Mannes ist innert 4 Jahren von 3,5 auf 6,4 ng/ml angestiegen. Dies entspricht in etwa eine PSA-Verdopplungszeit (PSA-VZ) von 3,5 bis 4 Jahren.

Handlungsbedarf ist erst angezeigt, wenn die PSA-VZ unter 3 Jahren liegt. Betrachtet man nur die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit bei Deinem Mann liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein "Haustierkrebs" vor, wenn überhaupt. Das freie PSA kann dazu eine weitere Einschätzung und Prognose darstellen.
Mein erster Urologe 2008 (Dr. med. Bieber, Offenbach/Main) klärte mich bei meiner Erstkonsulation mit den Worten auf,

"Uns Urologen interessiert nicht das Gesamt-PSA (tPSA) sondern das freie PSA (fPSA) und der daraus resultierende Quotient zum tPSA."

Ich war beeindruckt von diesen Mann.


Gruß Helmut