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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA-Wert innerhalb von 14 Monaten von 5,5 auf 1,6 abgesunken,trotzdem Biopsie??



Dietmar S.
23.04.2014, 13:03
Hallo zusammen,
bei mir wurde vor 14 Monaten aufgrund eines PSA-Wertes von 5,5 eine Biopsie durchgeführt.
Ergebnis:Von 16 Stanzen enthielt eine Krebszellen ( Tumorvolumen 20 % ),eine Stanze konnte nicht beurteilt werden.
Gleason-Score war 3+3.
Da ich mich für Active Surveillance enschieden habe wurde alle 3 Monate der PSA-Wert bestimmt,er fiel ständig
und liegt jetzt bei 1,6!!
Ist trotzdem eine erneute Biopsie notwendig?

Herzlichen Dank im Voraus für die Beantwortung!

Dietmar

Urologe
23.04.2014, 13:15
Ich würde noch warten, aber nach 2-3 Jahren sollte dann doch eine Biopsie durchgeführt werden,
da es auch PSA-negative Prostatakarzinomzellen geben kann, die dann unbemerkt weiter wachsen
würden.

Jacekw
30.04.2014, 19:37
Leider die Aussagen von Pathologen über den Gleason Score sind sehr subjektiv.

Es kann sein, dass zwei Pathologen bei der Beurteilung desselben Präparates nicht immer zum gleichen Ergebnis kommen.
Gerade bei Gleason Score von 3+3 (das ist die niedrigste Gleason Score die es geben kann) kommt manchmal zur fehlerhafter Aussage.

Eine gute Möglichkeit wäre zusätzlich noch eine DNA-Zytometrie durchzuführen, die als gesetzliche Leistung der Krankenkassen angeboten wird.

Um zu dieser Untersuchung zu kommen, brauchen Sie:


eine Überweisung vom Urologen an einen Pathologen für eine DNA-Zytometrie
Der Urologe sollte veranlassen, dass das Biopsie-Material oder OP-Material an das richtige Institut für die DNA-Zytometrie verschickt wird.
Bei dem Auftrag an den Pathologen des Erstbefundes für die Übersendung der Gewebeproben sollte darauf hingewiesen werden, dass eine Kopie des Zweitbefundes direkt an die Adresse des Betroffenen gesendet wird.



Außerdem anstatt Active Surveillance würde ich empfehlen Abwarten und Beobachten – Watchful waiting

Harald_1933
01.05.2014, 15:07
Leider die Aussagen von Pathologen über den Gleason Score sind sehr subjektiv.

Ein Gleason-Score ist immer subjektiv.


Es kann sein, dass zwei Pathologen bei der Beurteilung desselben Präparates nicht immer zum gleichen Ergebnis kommen. Gerade bei Gleason Score von 3+3 (das ist die niedrigste Gleason Score die es geben kann) kommt manchmal zur fehlerhafter Aussage.

Nicht nur bei 3 + 3 kommt es zu abweichender Beurteilung. Hier im Forum sehr bekannte Pathologen, die für eine Zweitbefundung gern in Anspruch genommen werden, kommen meist zu einer höheren Einstufung versus des Erstbefundes. Man sollte aber auch den Hinweis von fs beachten, dass es eben auch PSA-negative PCa-Zellen geben kann, wie z. B. endokrine Tumore, die allerdings höchstens 10 Prozent aller erfassten Tumore ausmachen.


Eine gute Möglichkeit wäre zusätzlich noch eine DNA-Zytometrie durchzuführen, die als gesetzliche Leistung der Krankenkassen angeboten wird.

Wie wahr wohl!!

DNA-Zytometrie: Bitte, hier (http://www.prostata-shg.de/Aktuelles/DNA%20Text.pdf) und hier (http://www.prostata-shg.de/Aktuelles/Befund-DNA-Bildzytometrie.pdf) lesen.

Muster eines Überweisungsscheines hier.
(http://www.prostata-shg.de/Aktuelles/Ueberweisung.jpg)
Weitere ausführliche Infos zum PCa-Geschehen noch hier.

(http://www.prostata-shg.de/Aktuelles/Prostatakarzinoms%20DNA-Grading%20Bonn.pdf)
Außerdem anstatt Active Surveillance würde ich empfehlen Abwarten und Beobachten – Watchful waiting

Das erschliesst sich mir nicht unbedingt, ist aber wohl manchmal auch Ansichtssache.

Hier (http://www.knittkuhl.com/pdf/Schostak_active_surveillance.pdf) die Meinung eines urologischen Experten.

"Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln"
(Otto von Bismarck)

Gruß Harald