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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Harnröhrenverengung nach wiederholter Schlitzung



winfried45
26.05.2014, 15:06
Hallo,
ich habe seit meiner RPE im März 2008 eigentlich keine großen Probleme gehabt. Allerdings hat man bei meiner letzten Kontolluntersuchung im Feb. 2104 einen Blasentumor festgestellt, der im März und im April 2014 auch vollständig entfernt wurde.

Soweit - sogut

Bei der 1. und auch bei der 2. OP musste jeweils die Harnröhre "geschlitzt" werden, da sie für den Eingriff zu eng war. Bereits 3 Wochen nach der. 1 OP wurde der Harnstrahl wieder schwächer, sodass ich schon davon ausgehen musste, dass bei der 2. OP auch wieder geschlitzt werden musste.

Jetzt, 4 Wochen nach der 2. OP, habe ich den Eindruck, dass der Harnstrahl erneut schwächer wird. Bin schon ganz verzeifelt, denn ich habe gelesen, dass die Schlitzung nicht beliebig oft durchgeführt werden kann.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Wer kann mir hierzu Tipps geben und welche Klinik ist für eine evtl. offene Harnröhren OP geeignet?

Gruß
Winfried45

RalfDm
26.05.2014, 16:36
Hallo Winfried,

vielleicht sind Deine Fragen alle schon hier (http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/nw_hrv.html) beantwortet.

Ralf

Urologe
27.05.2014, 08:44
Hallo,
ich habe seit meiner RPE im März 2008 eigentlich keine großen Probleme gehabt. Allerdings hat man bei meiner letzten Kontolluntersuchung im Feb. 2104 einen Blasentumor festgestellt, der im März und im April 2014 auch vollständig entfernt wurde.

Soweit - sogut

Bei der 1. und auch bei der 2. OP musste jeweils die Harnröhre "geschlitzt" werden, da sie für den Eingriff zu eng war. Bereits 3 Wochen nach der. 1 OP wurde der Harnstrahl wieder schwächer, sodass ich schon davon ausgehen musste, dass bei der 2. OP auch wieder geschlitzt werden musste.

Jetzt, 4 Wochen nach der 2. OP, habe ich den Eindruck, dass der Harnstrahl erneut schwächer wird. Bin schon ganz verzeifelt, denn ich habe gelesen, dass die Schlitzung nicht beliebig oft durchgeführt werden kann.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Wer kann mir hierzu Tipps geben und welche Klinik ist für eine evtl. offene Harnröhren OP geeignet?

Gruß
Winfried45

Hallo Winfried,

nach heutigen Stand sollte eine Harnröhre nicht mehr als 2x geschlitzt werden!

Hintergrund:
Bei jeder Schlitzung muss man bis ins gesunde Gewebe schneiden um einen einigermaßen Effekt zu haben.
Damit wird jede Narbe und jeder Eingriff tiefer in das bislang gesunde Gewebe vordringen und damit
"heilende" offene Operationen schwieriger und weniger erfolgsversprechend machen.

Zunächst sollte durch eine Kontrastmitteldarstellung der Harnröhre (Urethrogramm), einer diagnostischen
Harnröhrenspiegelung (Cystoskopie) mit dünnen, flexiblen Geräten - ausserhalb einer OP-Situation und
einer Ultraschall-Untersuchung des Harnröhrenverlaufes mit dem Nahfeldkopf (Feststellung des Ausmasses der
besagten Narben) ein korrekter Ist-Status erhoben werden. Es kann ja auch sein, dass NICHT die Harnröhre,
sondern die Nahtstelle von Harnröhre und Blase (dann ganz anderes Vorgehen) für die Probleme verantwortlich
ist.
In Ihrer Region kenne ich keinen speziellen Operateur. Hier in Hamburg am UKE ist Frau Prof. Fisch und in Gießen
Prof. Weidner für sollche Eingriffe anerkannt.

Conobar
27.05.2014, 09:50
Hallo Winfried,

neben meinem PCa ist auch bei mir 2008 ein Blasencarzinom festgestellt worden. Wegen einer leichten Harnröhrenstriktur ist mir seinerzeit auch die Harnröhre zweimal geschlitzt worden, laut Urologen sei dies unumgänglich um an den Blasentumor heranzukommen.. Leider war ich damals noch so naiv den Urologen zu glauben. Blasentumore haben die "Angewohnheit" , häufig wiederzukommen. Ich habe einen Betroffenen kennengelernt , dem wegen der angeblichen Notwendigkeit die Harnröhre bis zu 15 (!) mal geschlitzt wurde. Nachdem die Harnröhre durch die Eingriffe hoffnungslos vernarbt war , blieb ihm keine andere Möglichkeit , als die Harnröhre durch Implantate aus der Mundschleimhaut reparieren zu lassen. Aufwändige Geschichte, unangenehm und nicht ungefährlich dazu, der Eingriff wurde in Hamburg-Harburg bei Frau Prof. Dr. Fisch vorgenommen. Als sich mein Tumor das 3.mal gemeldet hat, habe ich mich in dieses KKH in Hamburg begeben, und siehe da : laut Aussage des Chirurgen handelt es sich bei mir um eine leichte , angeborene "bulbäre Striktur", ein schlitzen der Harnröhre wäre absolut nicht indiziert gewesen, der Eingriff wäre problemlos mit einem 19er Chariere Resektoskop möglich. Hier wurde mir dann zum ersten mal der Tumor mit diesem Resektoskop problemlos entfernt. Da ich mir die Fahrt nach Hamburg ersparen wollte habe ich mich informiert welches KKH im Ruhrgebiet auch über ein derartiges Instrument verfügt. Gar nicht so leicht, die meisten Krankenhäuser verfügen nicht über so ein Resektoskop, schlitzen ist wohl Kostenrelevanter wegen der längeren Liegezeit des Patienten. Schließlich habe ich mich dann im Augusta KKH Bochum , die über ein entsprechendes Resektokop verfügen, behandeln lassen: Kein Schlitzen, keine Probleme, nur 4 Tagen KKH-Aufenthalt . Zuletzt wurde mir im November 2013 wieder ein Tumor aus der Blase entfernt, diesmal in einem KKH in meiner Nähe. Nach meinem Hinweis auf mein Problem wurde ein 19er CH Resektoskop von einem anderen KKH ausgeliehen, da das KKH selbst nicht über ein derartiges Instrument verfügte. Auch hier ist der Eingriff wieder problemlos verlaufen. Hätte ich nicht drauf hingewiesen wäre mir hier mit Sicherheit wieder die Harnröhre geschlitzt woren.
Nach Aufenthalten in 8 verschiedenen Krankenhäusern die letzten 10 Jahre habe ich eins gelernt: Vertrauen ist gut , Informieren ist besser.

Gruss und alles Gute