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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fortgeschrittener Prostatakrebs mit Paraparese beider Beine



Steffi82
29.07.2014, 13:26
Hallo Zusammen,

nach der Diagnose fortgeschrittener Prostatakrebs und Tomorentfernung am Rückenmark wurde bei meinem VAti eine Paraparese beider Beine diagnositiziert. Die Beine sind nicht komplett gelähmt, es kann diese auch anheben, jedoch fehlt die Kraft um selbst zu laufen oder stehen zu können.
Seit drei Wochen ist er nun in der Reha, und man versucht mit Physio-, Ergotherapie und weitereren Behandlungen die vorhandenen Funktionen zu aktivieren- bisher leider ohne sichtbaren Erfolg.
Nun frage ich mich
a) wie lange bleibt man bei solch einem Verlauf in der Reha?
b) ws passiert, wenn er plötzlich entlassen wird?- weder meine Mutter noch ich können Umgang mit Kathetern, Darmentleerung etc.. Zudem ist unsere Wohnung nicht barrierefrei. Wie läuft es, wenn mein VAti im Rollstuhl bleibt- wie werden wir vorbereitet (an wenn kann ich mich wenden?)
Termin mit dem Arzt steht kommende Woche aus...

Günter55
29.07.2014, 13:54
Hallo Steffi,

zu a) kann ich gar nichts sagen. Normal erfolgt eine Entlassung aus der REHA, wenn keine Verbesserungen mehr erzielt werden können und auch nicht mehr zu erwarten ist.
zu b) hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Pflege zuhause mittels Pflegedienst, ev. Umbau der Wohnung. Oder aber Pflegeheim. Dazu solltet ihr schon in der REHA die Pflegestufe feststellen lassen. Wird er ohne Pflegestufe entlassen, kann der Hausarzt die Übergangszeit ev. mit Rezepten für den Pflegedienst überbrücken.

Auskunft gibt dir die Krankenkasse deines Vaters. Hier in Mannheim ist auch eine Beratungsstelle für Pflegefälle im Sozialamt.
Auch das Bundesministerium für Gesundheit kann dir Beratungsstellen nennen, siehe hier (http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegeberatung/pflegeberaterinnen-und-berater.html)

Es ist gut, wenn ihr euch jetzt schon darum kümmert. Vielleicht kannst du deinen Vater auch für 1-2 Wochen in die Palliativstation einer Klinik bringen. Darüber informiert auch die Krankenkasse.

Liebe Grüße
Günter

W.Rellok
29.07.2014, 13:54
Hallo Steffi,


Nun frage ich mich
a) wie lange bleibt man bei solch einem Verlauf in der Reha?
b) ws passiert, wenn er plötzlich entlassen wird?- weder meine Mutter noch ich können Umgang mit Kathetern, Darmentleerung etc.. Zudem ist unsere Wohnung nicht barrierefrei. Wie läuft es, wenn mein VAti im Rollstuhl bleibt- wie werden wir vorbereitet (an wenn kann ich mich wenden?)
Termin mit dem Arzt steht kommende Woche aus...

Die Soforthilfe ist hier vordringlich eine Aufgabe der ambulanten Pflege:

- Hausarzt löchern, er wird helfen bei der Organisation der häuslichen Pflege
- nicht erst warten bis nächste Woche
- Hausarzt kann Kontakt aufnehmen mit der Praxis des Urologen
- Sozialdienst in der REHA löchern: wie läuft das bei anderen Patienten etc.
- die Mitarbeiter dort wissen, wie man die ambulante Pflege einleitet
- Ambulanten Pflegedienst im Umfeld der Wohnung aussuchen: Tipp Caritas oder Diakonie der evangelischen Kirche
- Die Mitarbeiter kennen sich aus, sie wissen welche Grundausstattung ins Haus bzw. Wohnung gehört: Pflegebett, Nachtstuhl usw.
- in der REHA-Klinik bereits v o r der Entlassung einen Medikamentenplan besorgen (damit nicht am Tag der Entlassung - vorzugsweise am Freitag - das notwenidge Rezept nicht mehr organisiert werden kann


Eure Familie ist zunächst völlig überfordert. Alles muß auf Null gesetzt werden. Und erfahrungsgemäß widersetzt sich der Patient selbst vielen Vorschlägen. Es ist für den Vater eine Demütigung, sich nun plötzlich wie ein Kleinkind gegängelt zu fühlen. Aber es hilft nichts.

Winfried

Heribert
29.07.2014, 15:37
Hallo Steffi,

wenn auch Winfried Dir schon eine ganze Reihe von Hilfen aufgezählt hat, so bin ich sehr positiv überrascht worden von der privaten Pflegeberatung "Comass" (http://www.compass-pflegeberatung.de/), die erste Beratungen nicht nur für privat Versicherte macht. Außerdem erfährt man auf deren Seiten, viele, für Pflegebedürftige und deren Angehörigen, Verfahrensabläufe, die in Zukunft von Bedeutung sein werden/können.

Alles Gute und beste Grüße
Heribert

Steffi82
30.07.2014, 10:26
Vielen Dank für eure Antworten!