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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 6 Monate nach PE PSA Anstieg von 0,07 auf 0,2



Billy-willy
29.12.2014, 19:29
Hallo zusammen,

im März wurde nach einem PSA Wert von 10,4 und anschließender Biopsie ein PK diagnostiziert. Im Juli wurden Prostata und Samenblase über den Damm entfernt. Da der behandelnde und operierende Urologe nach der Biopsie von einem lokal begrenzten Tumor ausging, wurden keine Lymphen untersucht.

Der PSA Wert im September lag unter 0,07, war jetzt im Dezember auf 0,2 angestiegen.

die pathologischen Ergebnisse sind nicht gut: Stadium III, ICD-0, Topo: 185.9. Morpho: 8140/3

pT3b. pL1. Pn1. R1. G3.

Muss von einer Metastasierung ausgegangen werden? Ist Bestrahlung dann das Mittel der Wahl? Oder sollte man jetzt erst mal die Lymphen untersuchen bzw eine Untersuchung auf Knochenmetastasen machen?

Vielen Dank für jeden Ratschlag !

herzlich
Billy-Willy

RalfDm
29.12.2014, 20:00
Hallo Billy-Willy,

alles ist in dieser Situation möglich. Leider hast Du Deinen Gleason-Score nicht genannt, so dass wir nicht wissen, wie aggressiv Dein Krebs war/ist.
Die nächstliegende Erklärung für den PSA-Wiederanstieg wäre für mich ein Rezidiv in der Prostataloge. Dagegen kann man nur auf Verdacht die Loge extern bestrahlen (IMRT), und zwar, bevor der PSA-Wert die 0,5 ng/ml erreicht! Die Adressen von Strahlenkliniken findest Du hier (http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/IMRT-Kliniken.pdf).
Herkömmliche bildgebende Verfahren (MRT, PET/CT) zeigen bei derart niedrigen PSA-Werten nichts an, darum das Bestrahlen auf Verdacht. Vielleicht kann es das neue PSMA-PET/CT. Dafür müsstest Du Dich in einer der bisher noch wenigen Kliniken erkundigen, die es anbieten. Dasselbe gilt für etwaige befallene Lymphknoten. Adressen solcher Kliniken findest Du hier (http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/PSMA-Kliniken.pdf).
Bezüglich Knochenmetastasen solltest Du einmal den Spiegel der Alkalischen Phosphatase in Deinem Blut bestimmen lassen (kann auch der Hausarzt machen). Liegt er über 129 ng/ml, so ist das ein Hinweis darauf, dass sich in den Knochen etwas tut, was sich nicht tun sollte. Es gilt aber:


Das Fehlen eines Beweises ist kein Beweis für das Fehlen



Ralf

Billy-willy
29.12.2014, 20:04
Sorry, 4+3=7 war er!
Und danke für die schnelle Antwort!

LG Billy-Willy

Urologe
01.01.2015, 13:15
Hallo Billy,

bei der OP über den perinatalen Zugang (Dammschnitt) werden nur minimal Lymphknoten entfernt und sind damit als Risiko einzustufen.

Vor einer - möglicherweise unnötigen und ineffektiven - Strahlentherapie sollte unbedingt eine Ga68-PET-CT erfolgen und ggf.
besser Nach-Lymphadenektomiert und danach dann bestrahlt werden!
Trotzdem schönes neues Jahr

uwes2403
01.01.2015, 21:01
Vor einer - möglicherweise unnötigen und ineffektiven - Strahlentherapie sollte unbedingt eine Ga68-PET-CT erfolgen.....


Ebenfalls ein gutes neues Jahr.

ist aber nicht die Crux dabei, dass eine adjuvante RT möglichst unter PSA 0,5 einsetzen soll, die Entdeckungsrate einer PET -CT bei diesem Wert aber nicht allzu hoch ist ?
(Rein interessehalber....da die adjuvante RT bei mir nur kurzfristig einen PSA Rückgang bewirkte, demnach wohl etwas getroffen wurde, während ein anderer Herd vermutlich außerhalb des Bestrahlungsgebietes liegt, die PSMA PET CT wird's zeigen...)

Gruß

Uwe

Hvielemi
02.01.2015, 09:56
Der PSA Wert im September lag unter 0,07, war jetzt im Dezember auf 0,2 angestiegen.

Ach, Billy, jetzt wird es spekulativ:
Mal angenommen, beide Werte wären jeweils am 15. des Monats bestimmt worden,
und die 0.07ng/ml des Ersten wären nicht weit unterschritten worden, wäre die
Verdoppelungszeit (VZ) (http://www.labor-limbach.de/PSA-Verdopplungszeit.355.0.html) deines PSA zwei Monate. Aufgrund der wenig präzisen
Angaben könnte es aber auch kürzer sein oder auch länger, etwa 3 statt 2 Monate ...
Da wird niemand widersprechen, wenn ich empfehle, nach einem Monat, also
zur halben letztbestimmten VZ nachzumessen, dann wiederum zur halben VZ.

Erweist sich die VZ als deutlich länger, wäre das vereinbar mit einem
Lokalrezidiv, bleibt sie bei 2 Monaten oder kürzer, könnten Lymphknoten-
Metastasen mit im Spiele sein.

Nun, im ersten Fall wäre die 'blinde' Bestrahlung wohl einen Versuch wert,
im zweiten Fall vielleicht doch eher ein Abwarten, bis ein PSMA-PET/CT
bei etwa 2 ng/ml deutliche Ergebnisse liefern könnte. Das wäre dann in
einem halben Jahr der Fall.
Man könnte sehen, woher diese PSA-Ausschüttung stammt, und diese
vielleicht gezielt bestrahlen oder gar operativ entfernen.

Bitte beachte:
Beide Varianten sind spekulativ, so wie deine Ärzte warum auch
immer spekulierten, dass eine Lymphknotenentfernung unnötig sei.
Wir wissen einfach nicht, was da in deinem Inneren vor sich gehe.
Auch ein PSMA-PET kann nur zeigen, was es sieht.

Erst das PSA-Signal nach der unzweifelhaft anstehenden Therapie wird
dich dann mehr wissen lassen.
Willkommen im Casino ...

Carpe diem!
Konrad