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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nervenschaden nach Prostata OP



wolfgang1953
30.04.2015, 16:15
Hallo und herzliche Grüße an alle hier im Forum

Zuletzt war ich im vergangenen Jahr in diesem Forum,als ich die Krebsdiagnose bekam.

Habe lange mit mir gerungen,ob ich mich überhaupt,und wenn ja wie ich mich behandeln lasse.

Schließlich habe ich mich für die offene Prostatektomie entschlossen,welche am 13.04.2015 stattfand.

Die onkologischen Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend.Das Karzinom war auf die Prostata begrenzt,Entfernung im Gesunden,saubere Schnittränder und keiner der 17 entnommenen Lymphknoten war positiev.

Urologisch:Anastomose ist dicht,Wasserlassen funktioniert,Wasserhaltefähigkeit bis jetzt im akzeptablen bereich.

Bis die Schmerzen und Iritationen im Unterleib vollkommen verschwunden sind wird es wohl noch eine Weile dauern.


Aber jetzt zum eigentlichen Problem:

Nach der OP musste ich feststellen,dass die ober und Außenseite meines rechten Oberschenkels taub ist.Mittlerweise hat sich darauß so ein Mischsyndrom entwickelt,(Taubheit,brennen,zwicken,stechen usw.)ist nicht immer gleich,aber manchmal ziemlich nervend.
Die Ärzte sagten:Wäre eine Nervenkomression entstanden durch falsche Lagerung oder durch Haltehaken bei der OP,oder durch den Periduralkatheder.Wenn ich Glück hätte,würde es sich mit der Zeit wieder zurückbilden.

Wenn jemand ähnliches erfahren oder eine Meinung dazu hat,der schreibe mir bitte!

Übrigens scheint dieses Problem gar nicht so selten zu sein.Mein Zimmergenosse der einen Tag später operiert wurde hatte fasst das gleiche Problem.

Viele Grüße

Wolfgang

Heribert
30.04.2015, 17:03
Hallo Wolfgang,

was hältst Du denn von einer AHB? In einer guten Reha-Klinik werden solche Beschwerden bestens behandelt. Die wahrscheinlichste Variante der Ursache dürfte eine Spinalkanaleinengung durch die Lagerung bei der OP sein. Physiotherapeuten bringen solche Ursachen relativ schnell durch manuelle Therapie wieder in Ordnung.

Ein Reha Antrag kann auch jetzt noch gestellt werden. Ansonsten würde ich mir ein Rezept für manuelle Therapie geben lassen.

Gruß Heribert

wolfgang1953
02.05.2015, 08:46
Danke Heribert für dein Schreiben (bist leider der einzigste)

Ich denke auch,das die Ursache durch die Lagerung bei der OP zu suchen ist.Nur ist es sehr fraglich ob sich dieser durch vier Stunden OP traktierte Nerv wieder erhohlen kann.

Übrigens können Physiotherapeuten dieses Problem leider nicht beheben,das sage ich ,weil ich selber als einer in dieser Berufsgruppe tätig war.

Ich hoffe,daß dieses Problem sich nach längerer Zeit wieder auflöst,wenn nicht werde ich damit leben müssen,weil es meines wissens keine Therapie für so etwas giebt.


Gruß Wolfgang



Schade das es so wenig Reaktion auf meine Anfrage in diesem Forum gab!

uwes2403
02.05.2015, 09:57
Hallo Wolfgang,

vielleicht kommen so wenige Antworten, weil niemand in vergleichbarer Situation war ? Auch meine ist nicht vergleichbar...ich habe einige Wochen nach der OP immer noch ein - leichtes - Taubheitsgefühl auf den Oberschenkeln gehabt...aber nie Brennen, Zwicken o.ä. Das hat sich dann im Laufe der Zeit völlig gegeben. Nun ist Deine OP erst rund 14 Tage her...insofern besteht ja die Möglichkeit, dass diese Nervenirritationen auch bei Dir wieder abklingen.

Beste Grüße und Wünsche

Uwe

Hvielemi
02.05.2015, 11:19
Schade das es so wenig Reaktion auf meine Anfrage in diesem Forum gab!

Lieber Wolfgang

Manchen Nebenwirkungen, Diagnosen, Geschehnissen steht man als
Forennutzer mit beschränkter eigener Erfahrung und begrenztem Wissen
hilflos gegenüber.

Mehr als die Platitüden kann man dann nicht beitragen. Tut mir leid,
dennoch die besten Wünsche für eine baldige Besserung!

Ich kann Dir nicht mal Blumen schicken, weil mein Bilderhoster
ausgestiegen ist.

Carpe diem!
Konrad

Reinhold2
02.05.2015, 13:59
Nach der Lagerung während der OP, hat sich meine Hüftgelenkarthrose um 100% verschlechtert!

Snoopy1958
02.05.2015, 15:16
Hallo Wolfgang,

mein Mann wurde am 06.02.2015 via Da Vinci operiert.
Nach der OP waren seine Beine erst einmal komplett taub. Nach 2 Tagen konnte er (sehr wackelig) stehen. Die hinzugezogenen Neurologen fanden erst mal nichts, wird alles wieder. Liegt auch an seiner chronischen Grunderkrankung Rheuma (Morbus Reiter).
Mein Mann war nach Ziehen des Katheters kontinent, OP Verlauf so in etwa wie bei Dir. Zu Hause ging es dann los: Schmerzen in den Beinen, Brennen, Taubheitsgefühle. Dann wieder quasi 'Blitzeinschläge' in den unteren Extremitäten Er konnte kaum die Bettdecke auf den Beinen ertragen. Geschlafen hat er in dieser Zeit max. 2 Stunden am Stück. Gehen war nur sehr mühselig möglich. Sitzen, Stehen, Liegen, alles eine Qual! Exorbitant viel Wasser im Bauch. Die Nervenschmerzen waren kaum auszuhalten, wir mussten erneut einen Neurologen konsultieren. Messung der Nervenleitbahnen war i.O., keine Verletzungen, dafür aber eben eine ganz heftige Überdehnung/ Überreizung der Nerven (was an der Position bei Da Vinci liegt). Er hat dann eine Zeit Valoron bekommen, um wenigsten nachts etwas schlafen zu können. Wärme war besser als Kühle/ Kälte.
Probleme sind noch immer da, auch nach fast 3 Monaten nach OP. Es wird langsam besser. Er zwingt sich, jeden Tag spazieren zu gehen, fährt auch ab und an wieder 2 oder 3 Kilometer Fahrrad. Dazu Lymphdrainage und etwas Krankengymnastik.
Diese postoperativen Probleme empfindet er mittlerweile als wesentlich unerträglicher und schlimmer, als die OP selbst.

Bisher dachten wir, er sei mal wieder eine 'Ausnahme' mit diesem Thema, scheinbar nicht.
Nein - Du bist mit dem Thema nicht allein!!!

wolfgang1953
02.05.2015, 17:04
Hallo snoopy,

erst malDanke für deine Beitrag.

Was dein Mann nach dem was du schilderst postoperativ erlebt hat und noch erlebt,ist ja an scheußlichkeit kaum zu überbieten.Ich vermute das die Probleme mit meinem Oberschenkel dagegen ins Bagatelle abrutschen,obwohl es für mich persönlich schlimm genug ist.

Zum Thema Ausnahme:Ich bin davon überzeugt das die Anzahl dieser oder ähnlicher postoperativen Probleme sehr groß ist.Ich habe erlebt wie von seiten der Ärzte mit meinem Problem umgegangen wurde nach dem ich dies ansprach.Es wurde kleingeredet,bagatelisiert und einer meinte sogar das es ein prima Andenken an die Prostata OP wäre.

Das Problem wurde noch nicht einmal im Entlassungsbericht erwähnt.

Liebe snoopy,ich hoffe das es deinem Mann bald besser geht und er wieder vollkommen genesen wird!



Viele Grüße

Wolfgang

Snoopy1958
02.05.2015, 17:31
Hallo Wolfgang,
Du triffst den Hagel auf den Kopf: es wird bagatellisiert! Uns beschleicht irgendwie das Gefühl, dass leider der Patient nicht 'ganzheitlich' gesehen wird, sondern eben nur der Aspekt der Prostataentfernung. Auch mein Mann hatte Mitpatienten, die alle irgendwie ziemlich nach der Da Vinci OP lädiert waren. Nur reden die wenigsten darüber...
Seit 25 Jahren ist mein Mann bei einem Mediziner in Behandlung, der vorwiegend im Naturheilverfahren arbeitet und das Rhemathema bestens im Griff hat (Ohne Cortison, ohne Betainterferone, ohne die üblichen, leberschädigenden Medikamente). Er bemüht sich nun eben auch um die postoperativen Probleme, auch bereits mit gutem Erfolg.
Lieber Wolfgang, ich wünsche Dir ebenfalls eine vollständige Ausheilung und alles, alles erdenklich Gute!

PeterWo
06.05.2015, 23:57
Hallo Wolfgang,

Ich wurde am 07.10.2013 mit DaVinci operiert, die Beschwerden wie Du sie beschreibst waren, auch bei mir vorhanden.
Hinzu kam eine Hernie oberhalb vom Bauchnabel, diese kann man bei Beschwerden mit einen Netz behandeln.

Das rechte Bein die Innenseite war völlig Gefühlstaub und pelzig. Noch heute ist eine Handbreite über dem Knie, eine lange Falte am rechten Oberschenkel zusehen. Ähnlich auch am linken Oberschenkel, dort weniger. Es stört aber nicht, sieht nur kosmetisch komisch aus.
Wahrscheinlich von den Riemen. Im OP Bericht steht nichts Unregelmäßigkeiten auch nicht die Dauer der OP.
Kann mich an 7:30 Uhr auf der Uhr im OP erinnern, meine Frau stand gegen 18:00 Uhr im Aufwachraum.

Diese Probleme traten durch die 100% Inkontinenz , der später persistierende bzw steigende PSA-Wert in den Hintergrund.
In der AHB ist man mit der Inkontinenz beschäftigt gewesen, erfolglos. Gleich im Anschluß folgte eine ADT für einhalbes Jahr , diese wirkt nach über 9 Monaten immer noch.
35 Bestrahlungen bescherten mir bei heutiger Diagnose eine Schrumpfblase aber nach der Implantation eines artifiziellen Sphinkters.
Das Bein: das wurde dabei vergessen, heute immer noch Schmerzen beim laufen, Beine übereinander schlagen geht nicht, ins Auto ein oder aussteigen wie ein alter Greis.

Der PSA ist im nicht nachweisbaren Bereich, Testosteron vermutlich auch noch, die neuen Werte sind in Arbeit.
Der AMS 800 funktioniert leider auch nicht richtig und benötige 3-4 Vorlagen täglich.
Soviel zu dem Patientenfreundlichen DaVinci System.
Mein Urologe , was soll er machen? Wie heisst es , die Zeit heilt.....nächste Termin in einen viertel Jahr oder .. ?

Das war meine rechte Beingeschichte.

Viele Grüße Peter

PeterWo
08.05.2015, 15:49
Mmmm , schon selbst vergessen, ich hatte mit meiner Frau mal einen Termin beim Operateur , wegen der Inkontinenz , der Bauchhernie und dem Bein.

Diesen Termin wollte ich haben , damit auch etwas geschriebenes davon gibt.

Wegen der Inkontinenz , wollte er mich zur zweiten Reha nach Durbach schicken, die Bauchhernie wird bei Bedarf geflickt.

Das Taube Gefühl am Oberschenkel sei vom DaVinci Werkzeug, wenn während dem Lymphknoten ziehen Gefäße bluten und diese Elektrisch geschlossen werden.

Dieses Taub und Pelzige verschwindet irgendwann von allein oder auch nicht. So hab ich es Laienhaft verstanden und jetzt so geschrieben.

Allen schönes WE

Gruss Peter

airburner60
07.12.2017, 12:11
Danke Heribert für dein Schreiben (bist leider der einzigste)

Ich denke auch,das die Ursache durch die Lagerung bei der OP zu suchen ist.Nur ist es sehr fraglich ob sich dieser durch vier Stunden OP traktierte Nerv wieder erhohlen kann.

Übrigens können Physiotherapeuten dieses Problem leider nicht beheben,das sage ich ,weil ich selber als einer in dieser Berufsgruppe tätig war.

Ich hoffe,daß dieses Problem sich nach längerer Zeit wieder auflöst,wenn nicht werde ich damit leben müssen,weil es meines wissens keine Therapie für so etwas giebt.


Gruß Wolfgang



Schade das es so wenig Reaktion auf meine Anfrage in diesem Forum gab!


Guten Tag,
liest hier noch jemand mit?

Hvielemi
07.12.2017, 13:26
Guten Tag,
liest hier noch jemand mit?
Ja.

Siehe Beitrag #5

Stefan1
07.12.2017, 16:43
. . . ich auch.

PartnerundZuhörer
12.12.2017, 03:38
Meralgia paraesthetica?

carloso
12.12.2017, 09:09
Danke Heribert für dein Schreiben (bist leider der einzigste)


Leider wohl nicht der einzigste, bei mir ist es nun fast nun 2 Jahre her das ich die offene OP hatte und immer noch habe ich das Taubheitsgefühl in den Oberschenkeln und mittlerweile Fußsole und Zehen.
Habe nächstes Jahr im Januar einen Termin beim Neurologen und werde dann berichten.

Gruß Karl