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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage an die Experten - Multikinasehemmer, Antiangionesehemmer



WinfriedW
16.11.2006, 09:48
Es gibt hier im Forum und auf den KISP-Seiten den reflexartigen Ruf nach einem pathologischen Zweitgutachten, mögl. Bonkhoff.

Meine wiederholt vorgetragene Kritik daran ist, dass man doch bitteschön erst mal die Fragestellung klären und sich möglichen therapeutischen Konsequenzen überlegen soll, bevor man eine Antwort anfordert. Nur den Gleason Score bestätigen zu lassen, macht in den meisten Fällen keinen Sinn.

Ich habe jetzt Fragen, die ich durch den Pathologen klären lassen will. Ob der dann Bonkhoff heißt, weiß ich noch nicht.

Meine Fragen beziehen sich auf die Wachstumsfaktoren: EGF, EGFR, VEGF, ?...

Abhängig vom Ergebnis dieser Untersuchung könnte man dann experimentell mit (Multi-) Kinasehemmern drauf gehen. Da fällt mir an erster Stelle das (nicht bei PK) zugelassene Medikament Nexavar (Sorafenib) ein.

Hat hier schon mal jemand entsprechende Erfahrungen gesammelt?

Weitere Frage: Hat sich schon mal jemand an dem Antiangionesehemmer Avastin versucht?

Hierzu:
http://www.tumorbio.uni-freiburg.de/01_klinik/pdf/01_03_01_artikel_brueckenschlag48.pdf

http://www.tumorbio.uni-freiburg.de/01_klinik/01_03_01.html

WW

WinfriedW
16.11.2006, 15:29
Ich sehe schon, da habe ich eine rege Diskussion vom Zaume gebrochen. Vielleicht bin ich auch einfach zu ungeduldig - nur zu!

Hat denn überhaupt schon mal jemand Wachstumsfaktoren bestimmen lassen?

EGF, EGFR, VEGF, ?...

WW

BurgerH
16.11.2006, 18:35
Hallo Winfried,

wir waren mit unserer Gruppe erst am vergangenen Montag zu Besuch in der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg und haben uns von Prof. Unger einen kurzen Vortrag über den hormonrefraktären Krebs und seine Behandlung angehört.

Er äußerte sich auch zu den von Dir aufgeführten molekularen Therapien, den sogenannten "targeted" ode zielgerichteten Therapien. Nach seiner Ansicht wird es leider noch Jahre daueren, bis die Wirksamkeit bei Prostatakrebs geprüft ist und eine Zulassung der Mittel für Prostatkrebs in Deutschland erreicht wird.

Am vergangenen Freitag und Samstag waren wir auf der ATO-Tagung in Tübingen, die unter dem Leitmotiv stand:

"Innovationen in der Onkologie – Ist der Fortschritt bezahlbar?"

Ich habe da so meine Zweifel, wenn ich an die teueren Diagnosemethoden mit Genchips und Expressionsanalysen und an die sündhaft teueren Medikamente aus der Molekularbiologie denke.

Mit Krankenkassenbeiträgen bestimmt nicht!

Gruß

Hansjörg Burger
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar

WinfriedW
16.11.2006, 19:21
...Ich habe da so meine Zweifel, wenn ich an die teueren Diagnosemethoden mit Genchips und Expressionsanalysen und an die sündhaft teueren Medikamente aus der Molekularbiologie denke.
...

Na ja, die Bestimmung der Wachstumsfaktoren: EGF, EGFR, VEGF wird bei anderen Tumoren von der Kasse übernommen und ist auch nicht sündhaft teuer. Dazu braucht man ein paar Antikörper.

Sorafenib ist sehr teuer aber beim Nierenkarzinom zugelassen. Dort zahlt auch die Kasse! Ob Sorafenib wirklich so teuer sein muss oder ob der Hersteller erst mal richtig zulangt, das steht auf einem anderen Blatt.

Aber ich gebe dir Recht, dass ein 83jähriger Mann mit PSAVZ von 5 Jahren Sorafenib erhält, ist vorerst nicht zu erwarten.

Dass aber ein 53jähriger mit PSAVZ von 3 Wochen Sorafenib erhält, ist schon eher realistisch. Der kann das möglicherweise sogar bei der Kasse einklagen, wenn er gute Argumente hat.

Ganz sicher ist aber, dass Bayer das Medikament entwickelt hat, um es zu verkaufen.

WW