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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bin neu hier und völlig am Ende



Reinhard020758
27.12.2015, 04:22
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und völlig am Ende. Ich habe wie jedes Jahr meine Vorsorge gemacht. Mein Vater ist 2006 an Prostatakrebs gestorben. Keine Auffälligkeiten. Dann PSA Messung 12. 3 Wochen später 16. Dann Antibiotika PSA-Wert 14 Dann wieder 3 Wochen später 18. Dann Biopsie. Diagnose Krebs. Mein Urologe will nun durch Kernspin und MT feststellen ob Metastasen. ZU 95 % soll die Gewebeprobe darauf deuten, das der Krebs noch gekappselt ist. Mal sehen was am 30.12. und 07.01. rauskommt. Kann kaum noch schlafen. Bin Jahrgang 58. Wenn du die jährliche Untersuchung nicht machst, merkst du garnicht was da in dir wächst. Ich habe Angst, daß die Verkappselung einfach aufbricht. Die Wartezeit über die Feiertage ist einfach unerträglich.
Gruss Reinhard

reini99
27.12.2015, 09:14
Wie war denn das Biopsieergebnis? Gleasonscore und wieviele Proben positiv? Mit MRT Metastasen feststellen zu wollen ist sehr mutig. Aber mach dich nicht verrückt, ich hatte auch die ersten Wochen eine unruhige Zeit.
Gruss eben falls
Reinhard

Reinhard020758
27.12.2015, 09:21
Hallo Reinhard

ich habe nur das Ergebnis bekommen. Dann gingen bei mir die Rolladen runter. Ich werde nächste Woche den Bericht holen.

Gruss Reinhard

skipper
27.12.2015, 09:29
Hallo Reinhard,
lass dir grundsätzlich ab jetzt immer alle Untersuchungsbefunde ( Blut/Radiologie/Histologie...) in Kopie aushändigen und hefte sie in einen Ordner und /oder trage sie bei myprostate ein.
Gruß Skipper

Reinhard020758
27.12.2015, 09:33
Danke skipper für den Tip

Snoopy1958
27.12.2015, 10:44
Hallo Reinhard,
mein Mann ist ebenfalls Baujahr 1958 und war brav seit Jahren immer zur Vorsorge (inkl. Ultraschall). Im November 2014 dann ein erhöhter PSA, sowie bedenkliche Bildwiedergabe beim Ultraschall. Am 01.12. dann MRT, am 02.12. dann MRT-unterstützte Biopsie in Gütersloh und die Gewissheit eines Prostatakrebses. Noch kein Kapseldurchbruch, aber dringend die Total-OP empfohlen, die dann am 06. Feb. 2015 in Berlin vorgenommen wurde (via Da Vinci).
Der Vater meines Mannes hat ebenfalls Prostatakrebs, wurde Ende der '90'er Jahre operiert. In 2010 dann eine OP wegen Leberkrebs, einige Bestrahlungen, er lebt immer noch.
Also ein ähnliches Bild wie bei Dir.
Das Du nun erst einmal 'am Ende' bist, kann hier wohl jeder verstehen. Ich hoffe und wünsche Dir jemanden an Deiner Seite, der Dich ein wenig aufzufangen weiß. Und für Dich gibt es jetzt nur einen Weg - den nach vorn. Alles Glück für Dich!

Reinhard020758
27.12.2015, 11:05
Hallo snoopy1958

vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Es ist einfach ein riesen Schock. 57 das ist doch kein Alter. Mit 52 hatte ich einen Schlaganfall. Habe mich da raus gekämpft. Ich hoffe mithilfe meiner Frau noch ein paar Jahre zu leben. Wie erzähle ich das meinen gottseidank schon erwachsenen Kindern ? Ich habe tierische Angst, das ich vor der Untersuchung einen Kapseldurchbruch erleide.
Gruss und vielen Dank
Reinhard

highlander
27.12.2015, 11:27
jetzt schreibe ich mal was mir schon oft geschrieben wurde auch wenn es mir persönlich nicht wirklich hilft.Der Prostakrebs ist sehr gut behandelbar und man kann noch viele Jahre leben auch wenn er die Kapsel durchbrochen hat.
Ich weiss nicht ob Dir das hilft aber versuche Dich abzulenken.Leider schaffe ich das auch nicht immer.

spertel
27.12.2015, 11:59
@Reinhard

Ich denke mal, das auf Grund des Befundes und Deines Alter die Empfehlung Deines Urologen zu einer Op tendieren dürfte. Daran werden auch die Erkenntnisse aus der bildgebenen Diagnostik nichts ändern.

Die Prostata bricht übrigens nicht auf wie eine Kastanie, sondern einzelne, in der Regel kapselnahwachsende Ausläufer von multifokalen Tumorherden durchbrechen sehr langsam die Faszie (Kapsel).

Damit musst Du allerdings bei Deinem festgestellten PSA von 18 rechnen, wenn der Hauptanteil davon dem Krebsgeschehen zuzuordnen ist; Genaueres würde postoperativ der patologische Befund zeigen.

Das wäre nach heutigem Stand auch kein Drama mehr, da es weitere Therapieoptionen gibt, die ein Langzeitüberleben oder eine Heilung möglich machen.

Ich würde in Parallelthreads, die ähnliche Fragestellungen aufweisen, genauestens recherchieren und mir geeignet erscheinende Kliniken notieren, da es, wie gesagt auf eine OP hinauslaufen dürfte und auch sollte.

Die Befunde solltest Du schnellstmöglich in Dein Profil einstellen; danach wird sich der mögliche Therapieverlauf ergeben, der hier zu Deiner Entscheidungsfindung diskutiert werden kann

Gruss

Reinhard

Reinhard020758
27.12.2015, 12:16
Hallo highlander,

vielen Dank für deine wahren Worte. Highlander es kann nur einen geben.

Gruss Reinhard

Reinhard020758
27.12.2015, 12:19
Danke spertel

silver dollar
27.12.2015, 13:27
Moin,
bei dem Wert wird zwischen heute und dem 7.1. nichts Wesentliches passieren, seh zu, dass Du alle Informationen zeitnah bekommst und stelle oDich auf eine Therapireentscheidung von Dir im Januar / Februar ein, die sollte auf einer ausreichendern Basis falls notwendig mit einer Zweitmeinung geschehen.

Reinhard020758
28.12.2015, 16:31
Und dann sitzt man da und wartet und wartet und wartet auf die Kernspin und das CT. In der Zwischenzeit streut der Krebs. Und das in diesem Land. Was für ein Skandal.

Reinhard020758
28.12.2015, 16:39
Und mein Urologe sagt, wenn du die Jahresfrist der Vorsorgeuntersuchung einhälst, kann nichts passieren. Falls da was gefunden wird, sind wir frühzeitig dran. Ja Ja und so weiter

rembert
28.12.2015, 16:57
Hallo Reinhard,
nutze die Zeit jetzt sinnvoll. Halte es für ratsam, dir vorab schon Termine in einer geeigneten Klinik zum Gespräch zu besorgen.
Weiß aus meinen Erfahrungen, dass ich zum Beispiel in der Martini.Klinik auch nicht sofort einen Beratungstermin bekommen habe.
Ein evtl. OP hat ja dann auch noch eine Vorlaufzeit..
Die Warterei auf die Untersuchungen, die wahrscheinlich eh nichts konkretes bringen werden, sollte also nicht eine auf jeden Fall nötige Behandlung
nach hinten verschieben.
In den guten Zentren beraten sie dich ja auch über die verschiedenen Möglichkeiten und es hilft dir auch definitiv besser mit dem ganzen umzugehen, wenn du da einen Arzt triffst, der dir mal ein wenig die Ängste reduziert.. und zwar aus Erfahrung.
Gruß
Rembert

Reinhard020758
28.12.2015, 17:21
Hallo rembert,

du hast ja recht, es tut mir leid.

Gruss Reinhard

rembert
28.12.2015, 17:24
Dir muss hier nichts leid tun, aber vielleicht tut es dir ganz gut wenn du einen Schritt nach vorne machst und schon mal etwas unternimmst ?!?

Frank43
28.12.2015, 17:39
Hallo Reinhard,

habe heute selbst mit der Martiniklinik gesprochen. Nächster Gesprächstermin in ca. drei Wochen.
Ich drücke Dir die Daumen!!
Halt die Ohren steif.

LG,
Frank

Reinhard020758
28.12.2015, 18:28
Hallo Frank,

ich habe kontakt zur Klinik am Bodensee. Ich drücke dir auch die Daumen.

Gruss Reinhard

spertel
28.12.2015, 19:11
@Reinhard

Mich überrascht immer wieder, dass nahezu bei allen Betroffenen erhöhter Gesprächsbedarf besteht. Bei mir bestand dieses Bedürfnis nicht.

Zwischen Biopsie und Op lagen ca. 18 Tage; auch bei mir bestand ähnlicher seelischer Ausnahmezustand, ohne allerdings komplett einzubrechen.

Noch am Tag der Diagnose habe ich mein Fall kurz in einem anderen Forum geschildert und sofort eine Antwort erhalten. Ein Betroffener schilderte mir dann in einem kurzen Gespräch seine positiven Erfahrungen. Ich habe unverzüglich die Seite der Missio-Klinik in Würzburg aufgerufen, die urologische Abteilung und den Werdegang des Chefarztes studiert und mich anhand der dargelegten Erfahrungen unverzüglich entschieden.

Ein Terminvereinbarung erfolgte noch am gleichen Tag, ein Vorgespräch hat es erst einen Tag vor der Op stattgefunden. Ein Befund wurde nicht angefordert.

Was hätte auch besprochen werden sollen, zumal ich eine objektive Entscheidung gar nicht hätte treffen können.

Diese Begegnung mit dem Chefarzt Dr. Georg S. war neben der Existenz meiner Großmutter wohl das Beste was mir je passiert ist; sowohl in fachlicher als auch in menschlicher Hinsicht.

Mein Gefühl, hier an der richtigen Adresse zu sein, hatte mich nicht getäuscht !

Dieses Forum war mir damals 2005 nicht bekannt; trotzdem würde ich alles wieder so anstellen, da Zweit- und Drittmeinungen mich nicht unbedingt schlauer machen.

Selbst heute könnte ich trotz umfangreicher Informationen keine objektive Aussage treffen, ob Starnberg, Kiel, Köln oder Magdeburg die beste Adresse ist. Wer die Wahl hat, der hat dann auch die Qual.

Die Entscheidung zur Op hat übrigens mein Urologe getroffen und kurz begründet. Dafür ist er fachärztlich ausgebildet. Welche albernen Diskussionen hätte ich in meiner Situation führen sollen ?

An Deiner Stelle wäre ich Ende Januar bereits operiert.....auch ohne MRT und CT.

Guten Abend......

PS : Jeder hat das Recht, alles ganz anders zu machen.....