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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neubetroffener sucht Hilfe



WolfgangS
19.11.2006, 10:59
Liebe Forummitglieder,
ich bin 58 Jahre alt und habe vor kurzem erfahren, daß ich PK habe. Nun bin ich sehr verunsichert und suche auf diesem Wege Rat. Wer kann mir helfen?
Hier in kurzen Worten meine Geschichte:
PSA-Wert bei Vorsorgeuntersuchung im Januar 06 4.33
Verordnung von Antibiotika
Nachkotrolle im März 06 PSA 3,7
Kontrolle PSA im September 06 4,14
danach Biopsie 6 Proben, davon 3 linke Seite positiv (10%-40%-20%)
Diagnose: T1c Nx M0 G1 3 + 3= 6
Therapievorschlag: RPE oder Brachytherapie
Das war ein Schock!!!
In der Zwischenzeit habe ich mir noch eine Zweitmeinung eingeholt (urologische Abteilung Benjamin Franklin Krankenhaus Berlin), die mir das gleiche empfehlen.
Bei einem Besuch der Selbsthilfegruppe PK Berlin und der Vorstellung meines Problems wurde mir dagegen gesagt, daß ich erstmal viel Zeit habe und mich gründlich informieren soll.
Was ist nun richtig?
Wie gehe ich weiter vor?
Wer kann mir helfen???
Ich freue mich über jeden Rat. Dafür im voraus schon vielen Dank!

herzliche Grüße WolfgangS

RalfDm
19.11.2006, 11:42
Hallo Wolfgang,

es ist richtig, dass Du durchaus einige Wochen Zeit dafür hast, Dich kundig zu machen und etwas zur Ruhe zu kommen und jetzt keine überstürzte panische Entscheidung treffen solltest.
Alles, was ich Dir und jedem anderen Neudiagnostizierten sagen und raten kann, habe ich in einem Text zusammengefasst, den Du auf der KISP-Seite (http://www.prostatakrebse.de) unter dem Button "Erster Rat" findest. Lade Dir den Text herunter, drucke ihn aus und lies ihn in Ruhe durch. Nach meinem Eindruck wird er im allgemeinen als ganz brauchbar empfunden.

Ralf

Patrick
19.11.2006, 11:59
Hallo Wolfgang,

so groß wie der Schock bestimmt auch war, aber gerate jetzt nicht in Panik denn aufgrund deiner Werte hast du sehr große Chancen vollständig geheilt zu werden denn der Tumor wurde wohl noch Rechtzeitig entdeckt.

Welche Behandlungsform du am Ende wählst obliegt letztlich deiner eigenen
Entscheidung aber mit deinen Werten hast du alle Optionen offen, sei es nun
die OP oder aber beide Formen der Brachytherapie ( Seeds oder HDR-Afterloading )

Viel Glück, es wird schon wieder !!!

P.

Schorschel
19.11.2006, 12:42
...aber mit deinen Werten hast du alle Optionen offen, sei es nun
die OP oder aber beide Formen der Brachytherapie ( Seeds oder HDR-Afterloading )



Lieber Wolfgang,

nur der guten Ordnung halber möchte ich darauf hinweisen, dass es bzgl. "alle Therapien" neben den von Patrick genannten Therapien noch einige andere gibt, u.a. die sog. Dreifache Hormonblockade oder auch die "Aktive Überwachung", die ich seit zwei Jahren praktiziere (siehe meine PK-Historie).

Du sprichst von "Zweitmeinung", aber ich habe den Eindruck, dass Du einfach nur andere Urologen zu denselben Befunden gefragt hast. Unter "Zweitmeinung" verstehen wir hier im allgemeinen die zweite Untersuchung der Biopsie-Proben, z.B. bei Prof. Bonkhoff in Berlin.

Weiterhin solltest Du m.E. - nachdem Bonkhoff oder jemand anderes die Proben nochmals begutachtet hat - diese Proben dann zur DNA-Zytometrie nach Düsseldorf zu Prof. Böcking schicken.

Wenn Dir diese Daten vorliegen, dann hast Du einen halbwegs guten Überblick über Deinen speziellen PK, und dann kannst Du eine fundiertere Therapieentscheidung treffen als jetzt.

Dabei spielt auch Dein spezielles psychisches Strickmuster eine wichtige Rolle. Einige Mitstreiter konnten in keinem Fall mit dem Gedanken leben, Krebs in sich zu haben, und deshalb war die OP ihre fast zwangsläufige Wahl. Mich hat der Gedanke, einen malignen Untermieter in mir zu haben, nicht so massiv gestört, dass ich mich einer OP unterzogen hätte. Meine Ängste bzgl. OP-Folgen wie Impotenz, Inkontinenz etc. waren deutlich größer. Auch das muss jeder Betroffene für sich ganz alleine entscheiden.

Ich würde, wie gesagt, die oben erwähnten Dinge tun, in der Zwischenzeit in Ruhe den PSA beobachten und vor allem den von Ralf erwaähnten Artikel lesen (am besten mind 3x!!). In den nächsten Wochen dürfte bei Deinen Ausgangswerten (die meinen übrigens recht ähnlich sind; auch was das Lebensalter betrifft) abwarten, wie sich Dein PSA entwickelt und dann nochmal hier im Forum alles zur Diskussion stellen.

In jedem Falle erst mal "Kopf hoch"!!

Herzliche Grüße

Schorschel

Hajoke
19.11.2006, 12:48
Hallo Wolfgang,
ich stand vor fast 3 Jahren vor der gleichen Entscheidung und hatte mit 69 Jahren etwas schlechtere Ausgangswerte. Habe damals die Seedsimplantation gewählt und diese bisher nicht bereut. Mache Dich erst einmal schlau unter www.IFAP.tv (http://www.IFAP.tv) und wenn Du willst, kann ich Dir mehr per E-mail erzählen.
Viele Grüße
Hajoke

Hans (GL)
19.11.2006, 13:23
Hallo Wolfgang,

zur weiteren Einschätzung der Lage ist es wichtig zu wissen, wie hoch die PSAVZ (PSA-Verdopplungszeiten) sind. Hierzu sollten wenigstens Drei Messungen vorliegen.

Das Berechnungsprogramm ist auf folgender Startseite zu finden:http://www.prostatakrebse.de/

Unter der Annahme, daß die Untersuchungstermine geweils der 1. des Monats waren, beträgt Deine VZ 37,31 Monate.

Alle Gute
Hans

ruggero1
19.11.2006, 14:17
Hallo WolfgangS,
es ist eigentlich alles Wesentliche gesagt. Meine Empfehlung wäre lediglich, auf jeden Fall (wie auch schon von Schorchel erwähnt) die Stanzen deiner Biopsie einer DNA-Bild-Zytometrie unterziehen zu lassen, damit du weißt, wie gefährlich die Krebszellen sind. Danach kannst du dann abwägen, welche Therapie dir am sinnvollsten erscheint. Es gibt übrigens noch mehr Labors, die so etwas machen, nicht nur Düsseldorf.
Zur weiteren Information empfehle ich dir die Broschüre der Gmündener Ersatzkasse zu diesem Thema, die auch sonst noch viele nützliche Hinweise enthält. Du findest sie unter folgendem Link:
http://media.gek.de/downloads/broschueren/GEK-Broschuere_Prostatakrebs.pdf
Ich wünsche dir, dass du die richtige Entscheidung triffst.
Ruggero

Charly
22.11.2006, 13:02
Wolfgang

1. Rat - keine Panik!!! Pr.-Krebs ist heilbar!!!!!!
2. Rat - keine Panik-Entscheidung. "G1" ist rel. frühes Stadium.
3. Weitere Untersuchung durch Prof. Bonkhoff (Pathologe) Berlin SEHR ratsam. Bonkhoff gibt auch, auf Wunsch, Ratschläge aus seiner Erfahrung.
4. Eine weitere Verifizierungsmögl. ist die sog. USPIO-Untersuchung durch
Prof. Barentsz in Holland. Ich halte diese für excellent, wird aber bislang m.W. nur (meine machte das) v. Privatkassen übernommen.
CHOLIN-PET ist m.E. nach weniger genau.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
5. Sog. "Weltmeister" unter den Ur.-Chirurgen sollen Prof. Huland, Hamburg + Prof. Stief, München sein. Weitere siehe auch "Die große Ärzteliste" v. FOCUS-Verlag.

6. Vorsicht vor laparoskopischen OP-Vorschlägen, falls erforderlich!! Auf diesem Wege ist je nach Fall nicht alles sichtbar/erfassbar. Auch wenn die evtl. Aussicht einer späteren Narbe nicht verlockend ist.
Auch an vermeidbare Inkontinenz/Impotenz denken.

Für fachl. Rat hier durch den Urologen: u%84931.9f071fc8197597@carookee.com

Charité, Berlin ist ja bekannt.

Grins 'mal wieder - so schnell stirbt man nicht an Pr.-Krebs.
(Muss einfach 'mal ausgesprochen werden)

Charly

Hajoke
22.11.2006, 16:21
Hallo @ruggero1 und @Charly,
Euere gut gemeinten Ratschläge an Wolfgang könnt Ihr Euch sparen und gehen am Thema vorbei. Wolfgang hat bereits nachweislich Krebs und sich schon zur Vorstellung bei Dr.med.Kahmann angemeldet.
Gruß
Hajoke

Charly
22.11.2006, 17:02
DAS war mir (uns) bekannt.
Villeicht solltest Du alles noch einmal lesen und dann an Deiner Sachkenntnis
etwas arbeiten, bevor Du hier den Marshal mimst.

ruggero1
22.11.2006, 22:26
Hallo Hajoke,
es ist mir bekannt, dass Wolfgang Prostata-Krebs hat; gerade deshalb erachte ich es als für ihn wichtig, in Erfahrung zu bringen, wie gefährlich die Krebszellen sind, und dazu ist die DNA-Zytometrie bestens geeignet. Im Übrigen war ich auch bereits bei Herrn Dr. Kahmann angemeldet (den ich als sehr kompetent einschätze); alles Weitere dazu findest du in meiner PK-Historie.
ruggero