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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Noch ein Neubetroffener sucht Rat



Volker2006
19.11.2006, 16:42
Hallo!
Ich gehöre zu den hoffentlich Glücklichen, bei denen die Vorsorgeuntersuchung noch rechtzeitig durchgeführt worden ist.
Hier erst einmal meine Daten: Ich bin 55 Jahre alt, und die pathologische Begutachtung hat bei 3 von 6 Stanzzylindern den Score-Wert von 7 ergeben. Die Ct hat kein organüberschreitenes Wachstum des Carcinoms ergeben. Ich war schon zu einem Beratungsgespräch in der Medizinischen Hochschule Hannover, weil ich angenommen hatte, daß man dort mir mit der Seed-Methode helfen könnte. Doch leider scheidet das schon wegen dem hohen PSA-Wert von 17 aus. Dieser Wert ist innerhalb von 5 Jahren von 7 auf 17 gestiegen. Nun ist guter Rat teuer! Soll ich mich unters Messer legen? Und dann wo? Wo ist das Risiko von Folgeschäden gering? Wer hat große Erfahrung damit? Ist das wirklich der einzige Weg? Eine sehr schwere Entscheidung! Vielleicht kann mir jemand hier im Forum mit Rat zur Seite stehen.
Gruß
Volker

Schorschel
19.11.2006, 16:50
Hallo Volker!

Lies' als Erstes mal den heutigen Thread von WolfgangS. Da steht schon viel drin, vor allem auch der Hinweis auf den sehr informativen Artikel "Erster Rat" von Ralf Damm.

Du gibst den Gleason-Score mit "7" an. War das "3+4" oder "4+3"? Das ist ein nicht unwichtiger Unterschied!

Viele Grüße

Schorschel

WinfriedW
19.11.2006, 17:39
Hallo Volker,

der Unterschied zu WolfgangS ist halt, dass dein PSA ca. viermal so hoch ist. Damit steigt das Risiko, dass die RPE letztendlich nicht kurativ ist. Dennoch würde ich mich an deiner Stelle zeitnah zur RPE entscheiden und über adjuvante Therapien nachdenken.

Übrigens, ein Wert von 7ng/ml vor 5 Jahren war auch schon verdächtig!

WW

ruggero1
20.11.2006, 11:10
Hallo Volker 2006,
es ist immer gut, auch eine Zweitmeinung zu hören. So ist WinfriedW ein Befürworter von RPE und ich eher nicht. Allerdings hat er unbedingt Recht, wenn er sagt, dass der PSA-Wert von 7 vor 5 Jahren auch schon ganz schön hoch war. Nun, der gegenwärtige Zustand ist ein anderer, und von dem musst du jetzt ausgehen. Ich würde bei deinem Gleason Score noch eine DNA-Zytometrie machen lassen, einfach um festzustellen, wie aggressiv deine Tumorzellen sind. Der entsprechende Link ist: http://media.gek.de/downloads/broschueren/GEK-Broschuere_Prostatakrebs.pdf

Hast du schon einmal von der Nano-Therapie gehört? Ich bin mir nicht sicher, ob du dafür in Frage kommst, aber es wäre bestimmt eine Anfrage wert, wenn du dich über Therapien informieren willst. Es handelt sich dabei um eine Methode, die erst im Einführungsstadium, aber sehr viel versprechend ist: Kleinste Eisenkristalle werden in die Tumorzellen geschleust, von außen erhitzt und zerstören so die Krebszellen, die anschließend auf natürlichem wege aus dem Körper entfernt werden. Ich konnte das leider nicht machen, da ich ein Hüftimplantat habe, das ebenfalls mit erhitzt worden wäre. Aber frag mal bei der Charité nach; der Link ist http://www.strahlenklinik.charite.de/patinfo/nanoprostata/index.php.
Ich hoffe für dich, dass du die richtige Entscheidung triffst!
Ruggero

Patrick
20.11.2006, 11:49
3 von 6 Stanzzylindern den Score-Wert von 7 ergeben. Die Ct hat kein organüberschreitenes Wachstum des Carcinoms ergeben. Ich war schon zu einem Beratungsgespräch in der Medizinischen Hochschule Hannover, weil ich angenommen hatte, daß man dort mir mit der Seed-Methode helfen könnte. Doch leider scheidet das schon wegen dem hohen PSA-Wert von 17 aus. Volker

Hallo Volker,

das Positive an deinem Befund ist auf jeden Fall, das der Tumor scheinbar noch auf die Prostata beschränkt ist, d.h. die Kapsel noch nicht durchbrochen hat.
Wenn SEEDS aufgrund des hohen PSA nicht möglich sind solltest du dich
einmal erkundigen ob ggf. noch ein HDR-Afterloading in Frage kommen würde. Ich habe mehrfach gelesen das dort mittlerweile Behandlungen auch bei PSA-Werten über 10 durchgeführt wurden.
Ich selber habe diese Behandlung hinter mir, mein PSA lag zwar erheblich
unter deinem aber bei mir hatte sich der Tumor schon über die gesamte
Prostata ausgedehnt ( alle Stanzen befallen )
Ich habe die Behandlung gut vertragen ( siehe Profil ) und so wie es momentan aussieht war sie auch erfolgreich. Musst dich halt mal erkundigen ob dir diese Möglichkeit bleibt.

Gruss

P.

Urologe
20.11.2006, 12:17
Hallo!
Ich gehöre zu den hoffentlich Glücklichen, bei denen die Vorsorgeuntersuchung noch rechtzeitig durchgeführt worden ist.
Hier erst einmal meine Daten: Ich bin 55 Jahre alt, und die pathologische Begutachtung hat bei 3 von 6 Stanzzylindern den Score-Wert von 7 ergeben. Die Ct hat kein organüberschreitenes Wachstum des Carcinoms ergeben. Ich war schon zu einem Beratungsgespräch in der Medizinischen Hochschule Hannover, weil ich angenommen hatte, daß man dort mir mit der Seed-Methode helfen könnte. Doch leider scheidet das schon wegen dem hohen PSA-Wert von 17 aus. Dieser Wert ist innerhalb von 5 Jahren von 7 auf 17 gestiegen. Nun ist guter Rat teuer! Soll ich mich unters Messer legen? Und dann wo? Wo ist das Risiko von Folgeschäden gering? Wer hat große Erfahrung damit? Ist das wirklich der einzige Weg? Eine sehr schwere Entscheidung! Vielleicht kann mir jemand hier im Forum mit Rat zur Seite stehen.
Gruß
Volker

Hallo Volker,

PSA 17 und Gleason 7 ist leider doch schon sehr grenzwertig - vor 5 Jahren wäre die Vorsorge (fast) rechtzeitig gewesen, jetzt sieht es folgender Massen aus:

Wahrscheinlichkeit der Organbegrenzung: 35% (49% vor 5 Jahren)
Samenblasenbefall 12% (8% vor 5 Jahren)
Lymphknotenbefall 8% (3% vor 5 Jahren)
und, die Hälfte der Gewebeproben war positiv.
5Jahres-Heilung durch OP: 61% (82% vor 5 Jahren)
5Jahres-Heilung durch Bestrahlung: 81% (91% vor 5 Jahren)

Das Alles muss bei der Wahl der Therapie berücksichtigt werden.

Aus der Statistik sehen Sie, dass in IHREM Falle die Bestrahlung immer die Nase vorn hat. Zu empfehlen ist bei Ihrem Risiko und dem Alter eine Kombination aus Afterloading und externer Bestrahlung (HDR + EBRT) - eine begleitende einfache Hormontherapie für 6-9 Monate bringt nochmal 3-4% bessere Endergebnisse.
Mit am meisten Erfahrung hat hierin die Uniklinik Kiel (Jünemann/Kimmig).
Wenn OP, dann mit exzellenter Lymphknoten-OP (z.B. Sentinel-Technik)

Gruss
fs

@ruggero: Eine Nano-Therapie ist nur bei Begrenzung auf die Prostata geeignet - da die Lymphknoten nicht mit markiert werden ist die Wahrscheinlichkeit eines Therapieversagers hier gegeben.

Charly
22.11.2006, 13:10
Der Urologe hat schon 1a Rat erteilt.
Vielleicht als Ergänzung:
1. wenni rgendwelche Zweifel bestehen, dann 2. Gwebeuntersuchung beim Pathologen Prof. Bonkhoff, Berlin - ich halte viel von seinem Rat -

2. Wie vom U. schon angesprochen, die OP-Methode ist sehr wichtig, und
zwar wegen der Gründlichkeit und der mögl. Folgen (u.a. I + I).

ruggero1
22.11.2006, 22:10
Gruss
fs

@ruggero: Eine Nano-Therapie ist nur bei Begrenzung auf die Prostata geeignet - da die Lymphknoten nicht mit markiert werden ist die Wahrscheinlichkeit eines Therapieversagers hier gegeben.

Hallo fs,
ich habe mir noch einmal die HP von Thermo Health Care angesehen, die diese Nanotechnologie fördert. Dort klingt alles sehr optimistsich - Beispiel: "Solide Tumore sind in praktisch jeder Körperregion erreichbar und die neue Therapie hat nur wenig – zum Teil sogar keine – Nebenwirkungen. Dies sind Eigenschaften, die keine andere Therapieform zu bieten hat." Und weiter:" Und die Forschung geht weiter: in den kommenden vier bis fünf Jahren werden die Nanopartikel schrittweise in der Lage sein, auch einzelne Tumorzellen zu finden und zu zerstören, beispielsweise in Lymphknoten, so dass die bisher noch direkt in den Tumor einzubringenden Nanopartikel später über Gefäße ihren Zielort erreichen werden. " Auch bei bestimmten Rezidiven soll die Nanotechnologie angeblich bereits wirken; also ich würde zumindest mal nachfragen.
Der genaue Link ist übrigens http://www.thermo-health-care.de/thermo-health-care.html
Schöne Grüße von
ruggero