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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA Wert > 80



DerMarco
27.11.2006, 17:39
Hallo Forum,
ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und Rat geben. Mein Vater (59) lässt regelmäßig seinen PSA Wert überprüfen. Dieser lag über Jahre hinweg bei ~4. Vor ca. 2 Jahren gab es einen Anstieg auf ~7. Daraufhin wurde eine Biopsie gemacht. Es wurden 6 A-Typische (?) Zellen entdeckt. Was laut Arzt aber nicht weitere Schritte wie Operation oder ähnliches rechtfertigt. In den letzten 2 Jahren ist der Wert wieder gesunken und lag im März bei ~5. Bei der letzten Messung wurde letzte Woche nun ein PSA Wert von >80 festgestellt. Daraufhin hat er sich so aufgeregt, das er eine kleine Hirnblutung erlitt und ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Zum Glück geht es ihm schon wieder recht gut und es werden keine bleibenden Schäden zurückbleiben. Da der hohe PSA Wert für fehlerhaft gehalten wurde, wurde eine zweite Blutabnahme durchgeführt. Leider mit dem gleichen Ergebnis. Ultraschall und Abtastungen sind bisher immer stehs ohne jeden Befund gewesen. Der behandelnde Urologe ist auch geschockt und kann sich diese Verschlechterung nicht erklären. Ich kenne mich mit der Thematik viel zu wenig aus. Kann es wirklich sein das Wert seit März so stark angestiegen ist ? Ich hoffe ihr könnt mich etwas beruhigen :(

Urologe
27.11.2006, 17:42
Hallo,

hier liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Krebs sondern eine Prostataentzündung vor (auch die kann Werte bis über 1000 machen!)

Vier Wochen Ciprofloxacin 500 mg 2 x tgl. danach PSA-Kontrolle.

Gruss
fs

DerMarco
27.11.2006, 18:00
Ich hoffe du hast Recht. Allerdings hatte mein Vater vor Jahren schon eine Prostataentzündung dort lag der Wert bei ~7 und er hatte Schmerzen beim urinieren. Jetzt hat er keinerlei Schmerzen. Der Urologe ist in den Jahren immer der gleiche geblieben und kennt somit den Krankheitsverlauf. Kann es sich trotzdem um eine Prostataentzündung handeln der Urologe hat davon nichts erwähnt.

LudwigS
27.11.2006, 20:30
Wenn man jahrelang beim gleichen Urologen ist und er regelmässig PSA gemessen hat, weiss man ob das PSA hüpft ( Entzündung) oder kontinuierlich in diese Höhen gestiegen ist ( Krebs).
Wenn man allerdings 3 Jahre nichts gemacht hat, weiss man aufgrund des einmaligen Wertes nichts.

DerMarco
27.11.2006, 20:41
Das ist ja genau das was mich verunsichert. Es wurde ja kontinuierlich geprüft. Der Wert ist zwischen zwei Messungen, innerhalb weniger Monate, von 5 auf 80 gestiegen. Wird sowas als sprunghaft bezeichnet ? Welcher Zeitraum muss zwischen zwei Messungen liegen damit man es als sprunghaft einstuft ? Warum hat der Urloge nicht von einer möglichen Entzündung gesprochen ?

LudwigS
27.11.2006, 20:50
Wer weiss, was der Urologe mehr weiss.

Wenn er alle Werte hergibt und sie auch stimmen, lohnt sich mal die grafische Darstellung in der Art:

http://hometown.aol.de/Ludwig2GER/DHB_Seeds_Ludwig7.jpg

Dann kriegt man eher ein Gefühl für die Sache.

Urologe
27.11.2006, 21:12
Das ist ja genau das was mich verunsichert. Es wurde ja kontinuierlich geprüft. Der Wert ist zwischen zwei Messungen, innerhalb weniger Monate, von 5 auf 80 gestiegen. Wird sowas als sprunghaft bezeichnet ? Welcher Zeitraum muss zwischen zwei Messungen liegen damit man es als sprunghaft einstuft ? Warum hat der Urloge nicht von einer möglichen Entzündung gesprochen ?

. so rasche Anstiege bei Ausgangswert 5 habe ich bei PK noch nie gesehen, bei Prostatitis aber sehr wohl.

... was nicht heisst, dass nicht bei einer Biopsie auch ein PK-Herd gefunden werden könnte - dieser macht aber definitiv NICHT den PSA-Anstieg.
Gruss
fs

DerMarco
28.11.2006, 17:57
Ich melde mich nochmal. Der Urologe geht davon aus, das es PK ist. Er schließt eine Entzündung aus. Er sagt es gäbe keine Zeit mehr zu verlieren. Gleich morgen soll wieder mit Ultraschall untersucht werden. Eine Biopsie ist für Freitag angesetzt. Falls es wirklich PK sein sollte, was ist von einem PSA Wert von 80 zu halten ? Wie sind die heilungschancen ?

LudwigS
28.11.2006, 20:03
Man kann aus einem sprunghaften PSA-Wert keinen Krebs ablesen.
Selbst wenn der Urologe was getastet hat, muss es nicht Krebs sein.
Auch gutartige Erkrankungen wie granulomatöse Prostatitis und postatrophische Hyperplasie können Krebs vortäuschen.
Klarheit kann nur eine Biopsie bringen.

DerMarco
06.12.2006, 17:09
Hallo,
gestern wurde eine Sklettzintigrafie gemacht. Es wurde eine auffällige Stelle gefunden. Sie wurde heute durch eine Röntgenaufnahme als Metasthase identifiziert. Die Biopsie ist auch positiv. Die Ärzte wollen nicht mehr operieren. SCHEISSE ! :( Was wird denn nur ?

Hans-W.
06.12.2006, 18:41
Hallo Marco,
Ihr habt jetzt Gewissheit, leider nicht die erhoffte. Jetzt muss man über die geeignetste Therapie nachdenken und relativ schnell handeln. Wenn Dr.F.S. schreibt, dass er noch nie einen solchen schnellen Anstieg bei Ausgangswert 5 bei PK gesehen hat wird es wohl ein sehr aggresiver Krebs sein. Wie hoch war denn der Gleason Wert? Bei einer systemischen Erkrankung wird man wohl nicht mehr kurativ therapieren können und entweder über 2HB, DHB, und/oder eine Kombination mit einer frühen Chemo/Bestrahlung nachdenken müssen. Wie auch immer, jetzt ist die Zeit, sich nochmals hier über alle Möglichkeiten zu informieren, dem Vater mit einem kühlen Kopf zur Seite zu stehen und bei dieser wichtigen Entscheidung eine Hilfe zu sein. Viele von uns waren schon in dieser Situation und haben unseren Weg gefunden. Auch in einer solch ernsten Lage gibt es Hoffnung.
Alles Gute für Deinen Vater und Dich,
Hans-W.

jürgvw
06.12.2006, 21:22
Hallo Marco

In der Regel pflege ich vorzuschlagen, sich für die Diagnose und Therapiewahl genügend Zeit zu lassen, da PK meistens langsam wächst.

Im Fall Deines Vaters scheint nun aber unnötiger Zeitverlust kaum zu verantworten. Obwohl wir die Gleason-Werte noch nicht kennen ist, wie das schon geschrieben wurde, mit einem aggressiven PK zu rechnen (ist es er nicht: Um so besser!). Ich würde Dir aus diesem Grunde vorschlagen, Deinem Vater zu empfehlen, ohne Verzug auch einen guten Onkologen beizuziehen.

Bei seinem Urologen scheint Dein Vater bisher gut aufgehoben gewesen zu sein; das würde es nahelegen, die weitere Behandlung im Team Uro/Onko anzustreben. Vielleicht kennt der Uro einen Onkologen, den er zur Zusammenarbeit empfehlen würde.

Alles Gute wünscht Deinem Vater

Jürg

Schorschel
06.12.2006, 23:15
Was wird denn nur ?

Hallo Marco,

in welcher Gegend Deutschlands wohnt Ihr?

Gruß

Schorschel

brandis5
07.12.2006, 01:32
dreifacher hormonentzug, wie in den usa üblich, der besiegt hormonabhängigen krebs und metastasen , mein mann hat nach dem entzug einen psa unter 3 und das seit 5 jahren