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Harald_1933
12.11.2016, 18:37
übrigens.....

...wird am Sonntag der 1000.
"Tatort" ausgestrahlt. Und den
dürften auch viele Mannheimer
verfolgen. Wer das gerade er-
schienene Sachbuch "Sind Tote
immer leichenblass?" gelesen
hat, erwartet zumindest eine Lei-
che mit bläulich-violettem Teint.
Denn so weiß wie das legendäre
Leichentuch sind nur Lebende,
die dem Tod gefährlich nahe
kommen. Michael Tsokos, realer
Kollege von Professor Karl-Fried-
rich Boerne aus dem Münstera-
ner Tatort, "meuchelt" Tarort-
Mythen: Über Szenen, bei denen
Angehörige einen aufgebahrten
Toten identifizieren sollen und
schon mal der Ausruf "Nein, das
ist nicht mein Mann!" erfolgt,
kann der Forensik-Experte allen-
falls milde lächeln. Solche Situa-
tionen seien so selten wie Serien-
killer, die gleichwohl in Krimis
den Alltag von Rechtsmedizinern
bestimmen. Dass diese häufig als
Pathologen bezeichnet werden,
nervt den echten Professor:Denn
Rechtsmediziner und Pathologen
hätten so viel gemeinsam wie Au-
genarzt und Gynäkologe. Und
ach wie wunderbar, wenn wäh-
rend der Obduktion eine Wagner-
Arie sterile Kachel-Atmosphäre
übertönt. Professor Boerne
schwingt dann gern sein Sezierin-
strument im Takt. Aber von we-
gen Musik im Sektions-Saal- die
gibt es nur im Operations-Saal!
Übrigens war es der Mannheimer
Michael Trede, der schon vor
Jahrzehnten als einer der ersten
Chirurgen im OP bei Klaviersona-
ten zum Skalpell gegriffen hat.

(von Waltraud Kirsch-Mayer)

P.S.: Bin schon seit Jahren nur gelegentlich für die Tagesschau oder bei sportlichen Großveranstaltungen am Fernseher. Den letzten Tatort habe ich wohl vor 10 Jahren angeschaut. Aber nach diesem launigen ..übrigens.... Kommentar werde ich morgen dabei sein.

Gruß Harald

Harald_1933
19.11.2016, 11:24
übrigens.....

...feiert die von kleinen Fernseh-
zuschauern heiß geliebte Tiger-
ente am Sonntag beim tausends-
ten TV-Auftritt (wie berichtet)
auch gleich ihren 20. Geburtstag.
Da drängt sich auf, eine mindes-
tens so bekannte, aber viel, viel,
ältere Medien-Quakerin vorzu-
stellen: die Zeitungsente. Klar,
jeder weiß, dass dieser Schwimm-
vogel sprichwörtlich Falschmel-
dungen beflügelt. Allerdings
plustert sich das legendäre Sym-
boltier mit Herkunftstheorien
auf, die so bunt wie sein Gefieder
sind. Beispielsweise taucht
immer wieder die Erklärung auf,
der im frühen Journalismus bei
nicht überprüfbaren Zeitungs-
meldungen übliche Hinweis
"non testatum" habe verbal Pate
gestanden - weil das gängige Kür-
zel "nt" phonetisch der Ente
ähnelt. Weit mehr Sprachwissen-
schaftler sehen einen Zusam-
menhang mit dem eigenwilligen
französischen Ausdruck für
lügen: "donner des canards"/
"Enten geben" - ein Sprachbild,
das mit der unrühmlichen
Behauptung zu tun hat, Enten
seien zuverlässige Brüter. Im
Lutherjahr soll nicht unerwähnt
bleiben, dass die Brüder Grimm
in ihrem Wörterbuch belegen:
Der Reformator verwendete in
seinen Schriften "blaue Enten"
als Sinnbild für Irrlehre. Bei so viel
linguistischem "Gequake" bleibt
den Lesern überlassen, herauszu-
finden, welche der Geschichten
zur Entstehung der Zeitungsente
sie ihrerseits für eine Zeitungs-
ente halten - und welcher sie das
Testat glaubwürdig geben.

(Waltraud Kirsch-Mayer)

Gruß Harald

Frank1958
19.11.2016, 11:32
Na dann wollen wir mal schauen.........Lg

Harald_1933
19.11.2016, 12:32
Moin Frank,

bei drei eigenen Kindern sind wohl für die Tigerenten auch etliche Enkel auf dem Schoß von Marion sitzend dabei.

Beste Grüße ins Frankenland, dem Land der Scholaren: https://www.youtube.com/watch?v=50hHqWdbxlg

Harald

Frank1958
19.11.2016, 17:25
;) ;) Gruß an Peggy.

Harald_1933
23.11.2016, 08:35
übrigens....

....kann es bei einer leidenschaft-
lichen Kaffeetrinkerin vorkom-
men, dass sie ihre Tee-Vorräte
vernachlässigt und sich die Gäste mit
Aufgussbeuteln begnügen müs-
sen. Was Liebhaber von losem
"Earl Grey", "Pu-Erh" oder "Dar-
jeeling" als Zumutung empfin-
den. Und wenn oberdrein
gebrauchte Tee-Säckchen acht-
los entsorgt werden, ist die Ver-
fehlung komplett. Die pflanzliche
Füllung der eigentlich verpönten
Fertigbeutelchen, so lernt die Kaf-
feetrinkerin, eignen sich getrock-
net prima als "Deo" mit zusätzli-
chem Entfeuchtungseffekt.
Natürlich nicht für den Tee-trin
ker an sich, sondern für dessen
müffelnden Kühlschrank oder
miefendes Schuhwerk. Auch lose
aufgebrühte Reste - ob von Mate
oder Melisse - seien wandlungs-
fähig wieder verwertbar,
schwärmt eine Teebegeisterte
und klärt auf, dass sich Aufguss-
Überbleibsel müllsparend als
Dünger im Topf oder Beet anbie-
ten. Der Anhängerin dunklen
Koffein-Gebräus dämmert, dass
sie nicht die Bohne Ahnung, von
dem "T-Tausendsassa" hat. Tage
später liest sie, dass sich auch Kaf-
feesatz als Geruchstilger wie
Bodennährstoffgeber eignet.
Dies wird natürlich befreundeten
Teetrinkeern bei nächster Gele-
genheit genüsslich unter die Nase
gerieben. Vorher wäre eine Probe
aufs Exempel nicht schlecht. Aber
wie das so ist: Allzu gern hält sich
auch ein Kaffee-Fan bei Vorsät-
zen an das Tee-entlehnte Motto:
Abwarten und Cappuccino trin-
ken.

(Waltraud Kirsch-Mayer)

Gruß Harald

Harald_1933
24.11.2016, 09:45
übrigens....

...bietet sich angesichts der ges-
tern eröffneten Mannheimer
Weihnachtsmärkte ein Blick auf
den kommenden Sonntag an -
und damit auf den ersten Advent,
an dem das erste Lichtlein ange-
zündet werden darf. Wie jedes
Kind weiß, brennen auf dem
Symbolkranz aus Tannengrün
vier Kerzen. Gleichwohl dauert
die Adventszeit diesmal fast fünf
Wochen. Die Zeit der Vorberei-
tung auf Heiligabend beginnt
nämlich anno 2016 schon am
27. November und damit am frü-
hestmöglichen Termin. Erstaun-
licherweise verhält es sich nächs-
tes Jahr gerade umgekehrt: Dann
wird die erste Kerze am 3. Dezem-
ber angezündet - und damit am
letztmöglichen Termin. Wer
nachrechnet, stellt fest: Diesmal
währt die Adventszeit 28 Tage,
während sie sich 2017 mit 22 Ta-
gen begnügt. Und das hat alle Jah-
re wieder mit den vier Advents-
sonntagen zu tun, von denen der
vierte spätestens auf den 24. De-
zember fällt - weshalb sich
manchmal der Heilige Abend und
der vierte Advent vereinen. Aber
genug mit Daten und Zahlen.
Schließlich geht es in diesen be-
sonderen Wochen nicht um an-
gewandte Mathematik. In einer
Aphorismen-Sammlung taucht
die schöne Definition einer Lyri-
kerin namens Gudrun Kropp auf:
"Die Adventszeit ist eine Zeit, in
der man Zeit hat, darüber nach-
zudenken, wofür es lohnt, sich
Zeit zu nehmen." Und dazu gibt
uns der diesjährige Advent mehr
Zeit als in anderen Jahren.

(Waltraud Kirsch-Mayer)

Gruß Harald