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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wiederholte Harnröhren-Verengung, kann Cortison helfen?



rene11
28.11.2016, 11:38
hallo an alle,
vielleicht kann mir jemand mit einem Tipp helfen.
ich habe Probleme mit Wasserlassen, bei mir wurde eine narbige, subtotale Harnröhrenstriktur festgestellt. Es wurden schon 2 Schlitzungen (Urethrotomia interna nach Sachse und Urethrotomia nach Otis) durchgeführt – im April und Juli 2016. Nach beiden OP´s war alles in Ordnung, nach ca. 4 – 6 Wochen ging es wieder rückwärts.

Uroflowmetrie postoperativ November 2016:
Durschnittl. Flow 1,1 ml , max. Flow 1,5 ml/s, Volumen 202 ml, Flow Zeit 65 s (sehr flacher Kurvenverlauf), Restharn 370 ml

Wer kennt einen Spezialisten oder hat selbst Erfahrung mit anderen Methoden, wie man diese Striktur beheben kann?
Einige von euch haben eine gute Erfahrung mit Cortison gemacht, da es die Narbenbildung reduziert. Wie lange und wie viel muss ich einnehmen?
Ist in meinem Fall Bougieren sinnvoll?
Welche Untersuchungen soll man machen lassen, damit man weiß, wie die Engstelle aussieht und wo genau befindet es sich? Ausscheidungsurographie?
Kann das auch mit der Grösse meiner Prostata zusammenhängen – momentan ca. 12 – 15,5 ccm, nach der Bestrahlung ca. 20 ccm.
Für jede Antwort bin ich sehr dankbar.

Meine Vorgeschichte:
Im Jahr 2011 hatte ich Prostatakarzinom cT2c Gleason-Sore 3 + 3 = 6, G2, Bestrahlung hat im Jahr 2011 stattgefunden.
Im Februar 2016 wurde bei mir eine Untersuchung (flexible Zystoskopie und Urethrographie) durchgeführt.
Dg.: Narbige, subtotale Harnröhrenstriktur von präsphinktär bis intravesikal

Bei mir wurde im April 2016 Urethrotomia interna nach Sachse durchgeführt.
Ohne Komplikationen, es zeigte sich bulbär eine subtotale filiforme Harnröhrenstriktur von präsphinktär bis intravesikal, narbige subtotale Stenose Nach 2 Tagen wurde der Katheter entfernt.

Uroflowmetrie präoperativ April 2016: max. Flow 3,5 ml/s, Volumen 169 ml, Flow Zeit 150 s.
Uroflowmetrie postoperativ April 2016: max. Flow 21,7 ml/s, Volumen 237 ml, Flow Zeit 36 s.

Schon 1 Monat nach dem OP bekam ich wieder Probleme mit dem Wasserlasen.
Juli 2016 - max. Flow 4,1 ml/s. Prostatavolumen nur 12 ccm, vorher 19 – 21 ccm

Bei mir wurde dann im Juli 2016 nächste OP. Bougierung des Meatus, Urethrotomia interna nach Sachse und Urethrotomia nach Otis durchgeführt.

OP Bericht: Meatusenge und Rezidiv einer narbigen, subtotalen Harnröhrenstriktur von präsphinktär bis intravesikal langstreckige Enge im bulbären Harnröhrenbereich.

Sphinkter intakt. Blasenhals intakt und weit offen. Komplikationslose Durchführung des o.g. Eingriffes. Postoperativ unauffälliger Verlauf.

Prostatavolumen 08.11.2010 21 ccm
Prostatavolumen 04.05.2011 23 ccm
Prostatavolumen 26.03.2013 21 ccm
Prostatavolumen 20.09.2013 21 ccm
Prostatavolumen 26.03.2014 20 ccm
Prostatavolumen 25.06.2014 20 ccm
Prostatavolumen 16.10.2014 17 ccm
Prostatavolumen 29.06.2015 19 ccm
Prostatavolumen 07.07.2016 12 ccm
Prostatavolumen 23.11.2016 15,5 ccm

Urologe
28.11.2016, 12:47
Früher hat mat gerne "geschlitzt", heute aber weiss man(n),
dass mit jeder Schlitzung die Striktur 1-2 cm weiter in das gesunde
Gewebe getragen wird (es muss immer über die Narbe hinaus geschnitten werden bis in das gesunde Gewebe) ...

Deswegen fordern Harnröhrenstriktur-Spezialisten, dass MAXIMAL einmalig geschlitzt werden darf, ansonsten sollte eine
offene Rekonstruktion mit Patch u.ä., je nach Lokalisation und Befund, erfolgen

Großhadern wäre dafür geeignet