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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage zu PSA-Wert



MarleneH
21.02.2017, 18:34
Hallo!

Hätte nur mal eine Frage... Mein Vater (metastasierter Prostatakrebs) macht jetzt seit etwas über einem halben Jahr eine Hormonentzugstherapie... Jetzt meinte der Urologe, dass der PSA-Wert auf 2,0 gesunken sei, aber er hätte weiter sinken müssen. Was heißt das? Wirkt die Behandlung nun doch nicht???

Liebe Grüße
Marlene

Hvielemi
21.02.2017, 19:23
Doch, doch, liebe Marlene,
der Hormonentzug bzw. die Androgendeprivation (ADT) wirkt!
PSA von 120ng/ml runter auf 2ng/ml ist ein guter Erfolg,
aber es sollte eben noch tiefer fallen und wird das wohl auch noch.

Das Problem bei der ADT ist, dass sie immer nur eine gewisse
Zeit wirksam ist. Je tiefer das PSA fällt, umso besser ist die
diesbezügliche Prognose. Die mit der ADT gewonnene Zeit sollte
man nutzen, um sich über das weitere Vorgehen klar zu werden.

Das tut ihr ja, denn Im Profil schreibst Du:

weitere Untersuchungen/ Beratungen stehen an (als nächstes Zahnarzt)

Das ist gut so.
Die zahnärztliche Untersuchung dient wohl der Vorbereitung eines
Knochenschutzes, der sehr gut abgewogen sein muss. Eine
Knochendichtemessung gehört da auch noch dazu.


Carpe diem!
Konrad


PS:
Bitte lest im gelben Link ganz oben das "Basiswissen".
Da steht aus Patientensicht so gut wie ALLES drin.

Urologe
22.02.2017, 07:22
Hallo!

Hätte nur mal eine Frage... Mein Vater (metastasierter Prostatakrebs) macht jetzt seit etwas über einem halben Jahr eine Hormonentzugstherapie... Jetzt meinte der Urologe, dass der PSA-Wert auf 2,0 gesunken sei, aber er hätte weiter sinken müssen. Was heißt das? Wirkt die Behandlung nun doch nicht???

Liebe Grüße
Marlene

der rasche PSA-Abfall ist in der Regel auf die positive Reaktion der Lymphknotenmetastasen zurückzuführen.
Der jetzt nur noch langsamer Abfall ist meistens dem schwächeren Ansprechen der Knochenmetastasen geschuldet, aber nicht ungewöhnlich.
Es sollte trotzdem weiter konsequent therapiert werden unter Beachtung der Testosteron-Werte (< 0.2 ng/ML).
Je tiefer der erreichte Tiefstwert (PSA-Nadir) kommt, desto besser das Langzeitergebnis.

MarleneH
14.03.2017, 18:46
Hallo,

danke für eure Antworten! Das hilft mir wirklich weiter! Die Ärzte meines Vaters sind wohl auch zufrieden mit den ersten Ergebnissen... Ich bin allerdings skeptischer... Kann es schlecht beschreiben, aber ich traue "dem Frieden" nicht... Er sieht grau und irgendwie alt aus, er ist körperlich schwächer geworden und manchmal habe ich das Gefühl, dass auch die geistigen Fähigkeiten nachlassen... Es ist schwierig mit ihm darüber zu sprechen, meistens blockt er direkt ab und ich möchte ihm ja auch nicht auf die Nerven gehen und respektiere das weitestgehend... Trotzdem macht man sich ja so seine Gedanken... Und manchmal äußert er sich so, dass er selbst nicht daran glaubt, noch viele Jahre zu leben... Dann wird er z.B. ganz "gefühlsduselig", wenn es um meine Kinder geht...
Also, was ich damit sagen will, "gute" Untersuchungsergebnisse sind nur eine Seite der Medaille... Krebs ist heimtückisch und ich bin davon überzeugt, dass man selbst auch "spürt", wie es wirklich um einen steht. Es sieht nicht gut aus... Und das macht mich unendlich traurig...

Gruß