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Thema: Rpe, gs9,ht

  1. #1
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    Rpe, gs9,ht

    Hallo an die Forumsteilnehmer,
    ich wurde im Dez. 2015 mit einem zuletzt gemessenen PSA von 22 prostatektomiert. Die Histologie des Präparates sah dann folgendermassen aus: pT3b, pN1, (2/8), L1, V0, Pn1, R1 (Samenblase rechts), GS 4 + 5. Postoperatives PSA nach 10 Wochen 0,16. Schon ziemlich hoch, stieg dann rasch weiter an. Aufgrund nach Monaten noch bestehender Inkontinenz und nach der OP gehabter Heilungsprobleme der Anastomose lehnten die Strahlenärzte eine Bestrahlung der Loge bzw. der Lymphabflusswege ab. Daraufhin erhielt ich ab Juli 16 dann (mit PSA 0,65) eine Hormontherapie mit Pamorelin-3-Monats-Spritze, bis heute. Momentan ist das PSA bei unter 0,02 und das Testosteron bei 0,17 ng/ml (nach vorher 0,03). Was mir sehr zu schaffen macht sind die Hitzewallungen, die alle 35 Minuten sehr heftig kommen und über die letzten Monate - durch Dauer und Häufigkeit - sehr belastend geworden sind. Ich habe viele der hier im Forum angeführten Mittel (einschl. Remifimin, hochdosiertes Salbei etc.) ausprobiert mit nahezu null Erfolg. Was mir etwas Entlastung gebracht hat, waren Vagantin-Tabletten - leider mit heftigen Nebenwirkungen. Die Intensität ist unter Tabletteneinahme etwas gesunken, aber die Intervalle haben sich nicht verlängert. Der Urologe empfiehlt Cyproteronacetat.
    Meine Frage dazu an die Forumsteilnehmer, ob dies nicht evtl. kontraproduktiv sein könnte (......"kein Bicalutamid in der Hormontherapie.."). Ist nicht Cyproteronacetat auch ein Antiandrogen wie Bicalutamid oder hat es eine andere Wirkungsweise? Oder habe ich was falsch verstanden? Vielleicht könnt ihr mir hierzu Auskunft geben.
    Meine zweite Frage betrifft - unter dem Gesichtspunkt des hohen GS von 9 bzw. des postoperativ sehr schnell gestiegenen PSA-Wertes - eine evtl. Unterbrechung der Hormontherapie mit anschließender PSMA-PET-CT, um evtl. befallene Stellen zu lokalisieren und evtl. behandeln zu können. Macht es in meinem Falle Sinn, wenn ja, wann sollte man es machen oder sollte man ohne Unterbrechnung mit der HT fortfahren?
    (Verlauf unter mintabe48 in meinem Profil)
    Vielen Dank im voraus für eure Ratschläge

    Thomas

  2. #2
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    Thomas,

    vereinfacht gesagt, die Hormontherapie senkt den PSA Wert aber nicht den PSMA Wert. Ich habe ein PSMA PET/MRT bei einem PSA Wert von 0,09 gemacht und es hat praktisch die gleichen Ergebnisse gezeigt wie das PSMA PET/CT vor der Hormontherapie. Also nach meiner Erfahrung kannst Du ein PSMA PET während der Hormontherapie machen. Die Frage ist nur, was macht man mit den lokalisierten Herden? Der Urologe wird wahrscheinlich sagen, interessant dass man sie sieht, machen Sie weiter Hormontherapie. Ich selbst versuche diese Herde mit CyberKnife Bestrahlung zu bekämpfen, es ist aber schwierig die Ärzte davon zu überzeugen. Sie sehen in der Regel keinen Sinn darin.

    Die Hormontherapie solltest Du bei Gleason 9 ohne Unterbrechung weitermachen. Die Herde könnte man auch unter Hormontherapie bestrahlen, vielleicht sogar besser.

    Um die Nebenwirkungen zu reduzieren, würde ich das Medikament wechseln. Statt Pamorelin(Wirkstoff: Triptorelin) könnte man Degarelix nehmen, aber das kennen viele Urologen aber nicht. Oder aber ein anderer Wirkstoff z.B.: Enantone®, Trenantone®, Eligard® (Wirkstoff: Leuprorelinacetat), Zoladex® (Goserelinacetat), Decapeptyl®, Profact®, Metrelef®, Suprecor®, Suprefact® (Buserelin). (Dies ist aus dem "Ersten Rat" zitiert, siehe gelber Link oben)

    Um die Stimmung zu verbessern vielleicht diese Studie . Dort starben nur 2,3% der Patienten mit höherem Risiko nach Operation und ohne Bestrahlung innerhalb von zehn Jahren nach der OP wenn sie nach der Operation zwei Jahre Hormontherapie machten. Also Deine Aussichten sind nicht so schlecht.

    Georg

  3. #3
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    Hallo Georg,
    danke für deine Informationen und deine Einschätzung. Ich werde als erstes dann versuchen die Nebenwirkungen mittels eines anderen Wirkstoffes/Präparates evtl. zu minimieren. Vielleicht bringt dies mich weiter - durch die vielen Hitzewallungen leidet natürlich auch die ansonsten mal gut gewesene Resilienz.
    Später werde ich auch versuchen eine PSMA-PET-CT zu bekommen - die von dir angeschnittene Antwort habe ich bei meinem Urologen schon mal im Vorfeld ganz zu Anfang gehört.
    Weiter hab Dank für die Übermittlung der Studie - ist doch dann nicht alles nur negativ.

  4. #4
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    Moin Thomas,

    seit ich Estradiol-Pflaster nehme habe ich nur noch selten Hitzewallungen.

    Horst Günter
    Some days it's hard to find motivation .....
    some days motivation finds you!

  5. #5
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    Hallo Horst Günter,
    danke auch für deinen Rat; hoffe daß mir das Pflaster oder ein Wechsel des Präparates weiterhelfen wird.

    Thomas

  6. #6
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    Thomas,

    LowRoad verwendet wohl auch diese Pflaster und hatte im Forum darüber berichtet: Estradiol-Pflaster

    Georg

  7. #7
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    Hallo Georg,
    danke für den Link. Für mich hochinteressantes Thema, kümmere mich drum.

    Thomas

  8. #8
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    Zitat Zitat von mintabe48 Beitrag anzeigen
    Hallo Horst Günter,
    danke auch für deinen Rat; hoffe daß mir das Pflaster oder ein Wechsel des Präparates weiterhelfen wird.

    Thomas
    Das Wechseln des Präparates dürfte kaum was bringen.
    Die Probleme entstehen durch das fehlende Testosteron, entstehen auch bei Orchiektomie (Hodenentfernung)
    Bei uns Männern hängen unsere weiblichen Hormone von der Testosteronerzeugung ab und die gehen mit dem Kastratniveau des Testosterons auch in den Keller.
    Der Effekt ist wie bei den Frauen im Klimakterium.
    Auch da spüren es die Frauen unterschiedlich stark.
    Ich habe vor 15 Jahren in dem reichlichen Jahr sehr gelitten, manche merken fast nichts.
    Erleichterung kann nach meinem Wissen nur ein Anheben des weiblichen Hormonspiegels bringen.
    Ludwig
    Wer nichts weiss ist gezwungen zu glauben.

    PSA-Verlauf (grafisch)

  9. #9
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    Hallo Ludwig,
    danke für deine Info. Dann wäre wohl Estradiol das Mittel der Wahl. Warum aber empfiehlt der Urologe Cyproteronacetat/Androcur? (s. meinen Eingangsbeitrag)
    Ich würde mir das am wenigsten belastende (oder "schadende") Mittel natürlich gerne aussuchen, da ich ja anscheindend immer dabei bin wenn es um Nebenwirkungen bzw. Nachwirkungen von Maßnahmen geht. (Infektion nach Biopsie, Schwierigkeiten mit Anastomose, Inkontinenz und Hitzewallungen)
    Thomas

  10. #10
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    Hallo Thomas, die in den letzten 15-20 Jahre eingesetzten Antiandrogene Flutamid (Proscar) und Casodex (Bicalutamid) sind nichtsteroidale Antiandrogene.
    Sie habe keine hormonelle Wirkung.
    Anders das viel ältere Androcur (Cyproteronacetat).
    Es ist ein synthetisches Progesteronderivat und damit ein steroidales - also hormonell wirkendes - Antiandrogen.
    Ludwig
    Wer nichts weiss ist gezwungen zu glauben.

    PSA-Verlauf (grafisch)

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