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Thema: Warum überhaupt Bicalutamid??

  1. #1
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    Warum überhaupt Bicalutamid??

    Zuerst wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest.!!

    Jetzt zu meiner Frage zur Einnahme von Bicalutamid:
    Ich verstehe es so, daß der Körper weiterhin Testeron produziert, dieses aber durch die Einnahme von Bi. in Östrogene umgewandelt wird.
    Ist es dann nicht ratsamer gleich die Testeronbildung durch Spritze, bzw. durch die Entfernung der Hoden zu unterbinden??
    Oder verstehe ich es nicht richtig??

    Was ist nach Eurer Meinung besser

    Gerhard

  2. #2
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    Nein, lieber Gerhard, Du verstehst das falsch.
    Bicalutamid macht mit dem Testosteron gar nichts.

    Es bindet an die Rezeptoren der Prostatakrebszellen,
    die das Testosteron aufnehmen sollten.
    Dadurch sind diese Rezeptoren verstopft und können
    das reichlich vorhandene Hormon nicht aufnehmen.
    Ohne diese Aufnahme kann sich die Zelle nicht teilen.

    Wünsche ein gutes neues Jahr!
    Konrad
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  3. #3
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    Lieber Konrad,
    danke für Deine Anwort und "Aufklärung".

    Also bildet das Bicalutamid das Östrogen alleine. Oder nicht? Aber warum?

    Ist es denn so, daß falls das Bicalutamid irgendwann nicht mehr wirkt
    ich auf die Testeronunterrückung mittels Spritze zurückgreifen kann?
    Oder wirkt die dann nicht mehr?

    Fragen über Fragen! Danke schon mal für Deine Antwort.
    Du bist der Profi und ich der Laie!

    Gruß von Gerhard

  4. #4
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    Gerhard,

    Konrad hatte das doch gut beschrieben. Bicalutamid blockiert die Androgenrezeptoren der Tumorzellen so dass diese kein Testosteron mehr aufnehmen können. Es bildet kein Östrogen, siehe auch Seite 86-87 im Ersten Rat. Dies ist eine andere Wirkungsweise als bei einem GnRH-Antagonisten (Spritze).

    Ja, man kann auf eine Testosteronunterdrückung mittels Spritze umstellen, dies wird auch noch wirken. Wie stark dann noch kann ich nicht sagen.

    Georg

  5. #5
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    Zitat Zitat von Gerhard1 Beitrag anzeigen
    Also bildet das Bicalutamid das Östrogen alleine. Oder nicht? Aber warum?
    Du hast dich gedanklich da etwas verrannt, Gerhard.

    Mit Östrogen hat Bicalutamid nichts zu tun.
    Die Prostata(krebs)zelle hält Bicalutamid für Testosteron, es ist aber keines, bevorzugt es sogar vor Testosteron.
    Mit diesem Medikament kann man sich eine Zeit lang das zum Wohlbefinden nötige Testosteron im Körper gestatten.

    Testosteron ist unser Lebenselixier, beeinflusst nicht nur die Sexualität, sondern auch Muskelkraft, Sauerstofftransport im Blut, Knochenfestigkeit und Psyche.
    Hitzewellen sind da noch das kleinere Übel.

    Die "Spritze" senkt das Testosteron im Blut auf etwa 10%.

    Für manche wenig zu spüren, für andere - wie mich z.B. - ist/war es äusserst unangenehm und schmerzhaft (Muskeln, Knochen).

    Spritze und Bicalutamid zusammen verabreicht nennt man Maximale Andogenblockade.

    Gruß Ludwig
    Wer nichts weiß ist gezwungen zu glauben.

    PSA-Verlauf (grafisch)

  6. #6
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    Hallo zusammen,

    "Zitat von Konrad:
    Bicalutamid macht mit dem Testosteron gar nichts.
    "Zitat von LudwidS:
    Mit Östrogen hat Bicalutamid nichts zu tun.
    Ein indirekter Zusammenhang zwischen der Anwendung von Bicalutamid und der Östrogenbildung existiert schon. An dieser Stelle noch einmal der Versuch den Wirkmechanismus von Antiandrogenen (z.B. Bicalutamid) zu erklären:

    Prostatazellen besitzen einen Androgenrezeptor (AR), an den sich normalerweise das Androgen Testosteron anlagert und die Steuerung der Zellteilung und des Zelluntergangs reguliert.
    Bei Prostatakrebszellen ist diese Steuerungsfunktion in der Interaktion zwischen Testosteron und AR gestört, d.h. durch das Andocken des Testosterons wird eine ungebremste Zellteilung ausgelöst.
    Deshalb versucht man mit sogenannten Antiandrogenen (z.B. Bicalutamid) das Andocken von Testosteron am AR zu verhindern und zwar dadurch, dass sich das Antiandrogen anstatt von Testosteron am AR anlagert.
    Das angedockte Antiandrogen verhindert somit den Signalweg des Androgens zu einer weiteren Zellteilung und bremst damit das Tumorwachstum für längere Zeit aus.
    Das nun frei verfügbare und wirkungslose Testosteron – weil es keine Bindung mit dem AR eingehen kann – wird alsbald im menschlichen Organismus durch Enzymeinfluss (Aromatase) zum Teil in Östrogen (Estradiol) umgewandelt.
    Dieser Vorgang und die Tatsache, dass sich auch in anderen Geweben des menschlichen Körpers aktive AR´s befinden (z.B. in den Brustdrüsen), die ebenfalls durch den Einsatz von Bicalutamid blockiert werden,
    führt zu einem Ungleichgewicht der Geschlechtshormone und ihrer Wirkung im männlichen Körper.
    Es überwiegen nun die Östrogene und unter deren Einfluss kommt es dann zu den bei einer antiandrogenen Therapie beschriebenen Nebenwirkungen.
    Das wären: Brustwachstum, Brustschmerzen, Potenzstörungen, verminderte Libido, Hitzewallungen, schnelle Ermüdbarkeit,…,.

    Gruß
    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

  7. #7
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    Danke rolando, gut erklärt.
    Jetzt verstehe ich auch die Zusammenhänge, denn seit ich Bicalutamid nehme spüre ich Brustschmerzen und stelle ein Brustwachstum fest. Jetzt frage ich mich wie weit dieses noch geht.
    Kriege ich etwa Brüste wie eine Frau?? Hat jemand Erfahrungen??

    Gruß Gerhard

  8. #8
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    Vorab wünsche ich allen ein positives und freudiges Jahr 2017.

    Heute habe ich eine nicht lebeswichtige Frage aber doch lästige Nebenwirkung zur Bicalutamid Monotherapie bemerkt. Wie in meinem Hauptposting schon geschrieben habe nehme ich nun seit 3 Monaten Bicalutamid. Die ersten 2 Monate 50 mg und seit einem Monat 75 mg. ( halbe 150 mg Tablette). An Nebenwirkungen traten bisher Abgeschlagenheit, Müdigkeit und zeitweilige depressive Verstimmungen auf. Brustschmerzen oder Brustvergrößerungen (noch) nicht. Habe noch volles Haupthaar wenn auch schon ergraut. Nun merke ich eine zunehmende " Steifheit " oder auch Austrocknung meiner Haarpracht. Hat die Bicalutamid Therapie bzw. deren Einfluß auf den Hormonhaushalt auch Auswirkungen auf die Haarwurzeln ? Weiß wer was dazu oder hatte auch ähnliche Erfahrungen dazu gemacht ? Im Beipackzettel konnte ich nichts dazu finden.

    Liebe Grüße,
    Norbert

  9. #9
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    Hallo Norbert,

    ich habe nur zweimal kurz 50 mg Bica gegen den Flare up genommen, und was mir sofort auffiel, war dass ich plötzlich seidenweiches, dünnes Haar hatte.
    Der Zusammenhang ist sicher gegeben, auf welchem Weg auch immer.

    Detlef

  10. #10
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    Hallo Detlef,

    auf Haar, das schon gewachsen ist, hat der Körper keinen Einfluss mehr, er kann es allenfalls abstoßen. Das ist nur totes Horn (Keratin). Nur das nachwachsende Haar kann er beeinflussen.

    Ralf

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