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Thema: Unterschiede in der Wirksamkeit verschiedener ADT-Wirkstoffe

  1. #11
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    Ich hatte kein ganzes Jahr ADT gemacht und erst vier Monate nach der letzten Firmagon Spritze wieder 0,21 ng/dl erreicht.

    Eine testosteron-geführte ADT macht wohl nur Sinn, wenn man die monatlichen Einstichstellen vermeiden will. Solange man mit dem Testosteron unter 0,2 liegt fühlt man sich nicht gut, mit oder ohne Spritze.

    Georg

  2. #12
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    Ich habe Firmagon® wieder aufgeben müssen, da die Nebenwirkungen extrem waren. Trotz diverser Injektionsverfahren hat sich eine stark juckende Hautrötung nicht vermeiden lassen, die erst etwa 1 Woche nach der Injektion abgeklungen ist. Unter der Haut entwickelte sich eine Kartoffel große Verhärtung… Bin dann wieder zu Pamorelin gewechselt. Mit etwas Ergänzung bekomme ich mein Testosteron damit auch unter 0.1ng/ml. Im nächsten iADt Zyklus werde ich eher Pamorelin/Abiraterone eine Chance geben, als mich wieder mit Firmagon zu quälen – das scheint noch besser zu sein (Stampede/Latitude).
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  3. #13
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    Lieber Georg,

    zunächst einmal danke für deinen Hinweis.
    Aber den Versuch das Testosteron ansteigen lassen - auch wenn es nur auf niedrigem Niveau passiert - werde ich sicherlich nicht unternehmen. Ich möchte den PCa-Zellen keinesfalls auch nur die geringste Chance geben wieder aktiv zu werden. Die kontinuierliche ADT funktioniert beim mir bislang gut, auch wenn ich mir aufgrund des PSA-negativen Tumorgeschehens nicht wirklich sicher er sein kann, ob da nicht völlig im Verborgenen, ohne entspechenden PSA-Anstieg, etwas vor sich geht. Mein absolut tiefer Testosteronspiegel von 0,03 ng/ml durch Firmagon ist für mich die beste Gewähr für eine möglichst lang wirkende ADT-Erstlinientherapie. So sehen es wohl auch einige neuere Studien zum Hormonentzug.

    Ich handle hier nach dem Motto: "never change a running system". Falls tatsächlich keine Stellen mehr für die Injektionen zu finden wären oder auch meine Toleranzgrenze gegenüber den Nebenwirkungen der Firmagon-Spritze überschritten werden sollte, neige ich eher noch dazu, mich einer Orchiektomie zu unterziehen. Ob chemische oder chirurgische Kastration, der Unterschied liegt ohnehin nur in der psychischen Verarbeitung der unumkehrbarer Situation beim chirurgischen Eingriff.

    Gruß
    Roland
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  4. #14
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    Zitat Georg: "Solange man mit dem Testosteron unter 0,2 liegt fühlt man sich nicht gut, mit oder ohne Spritze."
    Ich glaube, man kann sich irgendwie auch an den Zustand gewöhnen. Der Wechsel zwischen einem höheren und einem tiefen Testosteronspiegel, wie bei der iADT, lässt einen den Unterschied deutlich empfinden.

    Ich vergleiche die Situation mit einem Menschen der immer in Armut leben muss und diesen Umstand gar nicht als extrem schlimm empfindet, mit einer anderen Person, die öfter zwischen Armut und Reichtum wechselt und dadurch den Zustand des Armseins als besonders unerträglich wahrnimmt. Ein ähnliches Beispiel kann ich noch aus eigenem Erleben anfügen. Ich leide unter einem Verlust des Geruchssinn, d.h. ich rieche wegen Verlegung des Riechepithels durch Schleimhautwucherungen nichts. Durch eine zeitweilige, hochdosierte Kortisontherapie kann ich Verhältnisse schaffen, bei denen ich über ein kurzes Zeitintervall hinweg tatsächlich wieder Gerüche wahrnehme. Leider verschwindet der Effekt nach Reduktion der Kortisontherapie sehr rasch wieder. Diese Phase empfinde ich als deutlich schlimmer, als einfach ständig ohne Geruchssinn zu sein.

    Gruß
    Roland
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  5. #15
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Ich habe Firmagon® wieder aufgeben müssen, da die Nebenwirkungen extrem waren. Trotz diverser Injektionsverfahren hat sich eine stark juckende Hautrötung nicht vermeiden lassen, die erst etwa 1 Woche nach der Injektion abgeklungen ist. Unter der Haut entwickelte sich eine Kartoffel große Verhärtung… Bin dann wieder zu Pamorelin gewechselt. Mit etwas Ergänzung bekomme ich mein Testosteron damit auch unter 0.1ng/ml. Im nächsten iADt Zyklus werde ich eher Pamorelin/Abiraterone eine Chance geben, als mich wieder mit Firmagon zu quälen – das scheint noch besser zu sein.
    Die Nebenwirkungen von Firmagon sind bei mir, in der von dir hier beschrieben Weise, ebenfalls grenzwertig. Ich kann sie eigentlich nur aus der festen Überzeugung heraus tolerieren, dass Firmagon das PCa-Geschehen in meinem Fall am besten in Schach hält.

    Roland
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  6. #16
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    Hauptsache die Therapie, die man sich ausgesucht hat, wirkt gut.

    Ich habe wenig Probleme mit der Einstichstelle gehabt, aber mein Dorfarzt hatte auch Zeit dafür, die Spritze zu geben. Allerdings hat er wohl auch nicht langsam 30 Sekunden lang den Spritzeninhalt hineingedrückt und dann nach der Spritze weiter die Haut an der Einstichstelle 15 Sekunden zusammengedrückt damit sich die Einstichstelle wieder schließt. Letztlich ist das Verfahren für die übliche Praxishektik zu aufwändig.

    Ansonsten fand ich die Nebenwirkungen nicht so schlimm, entsprachen denen, die im Ersten Rat geschildert werden.

    Georg

  7. #17
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Hauptsache die Therapie, die man sich ausgesucht hat, wirkt gut.
    Das Spektrum der Therapiewahl ist leider häufig kein Wunschkonzert, sondern es unterliegt, je nach vorliegendem Krankheitstadium, einer mehr oder weniger starken Limitierung. Man sollte dann eben versuchen, das Beste daraus zu machen. Manchmal muss man evtl. eintretende Nebenwirkungen zugunsten von deutlich längerer Rezidivfreiheit oder einer kurativen Behandlung einfach akzeptieren.

    Diese Einsicht vermisse ich beim einen oder anderen Betroffenen im Forum.

    Roland
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  8. #18
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    Zitat Zitat von LowRoad
    Im nächsten iADt Zyklus werde ich eher Pamorelin/Abiraterone eine Chance geben
    Himisha Beltram von Weill Cornell Medicine hat auf der Prosca in Lissabon hinter den Einsatz von Abiraterone und Enzalutamid ein Fragezeichen gesetzt. Unser Tumor ist ja eine Krankheit die um ihr Leben kämpft und immer wieder neue Resistenzen bildet. Offenbar ist ein neuroendokriner Tumor eine nicht ganz seltene Form der Resistenz auf Abiraterone:






    Bei Auftreten von neuroendokrinem Tumor ist die Überlebenszeit stark reduziert. Beltram berichtet, dass beim Lungenkrebs als Resistenz in 15-20% der Fälle "Small Cell Lung Cancer", also kleinzelliger Lungenkrebs, auftritt, der dem neuroendokrinen Tumor sehr ähnelt.

    Georg

    Hier der ganze Vortrag (ziemlich anspruchsvoll) "Neuroendocrine prostate cancer: what does it mean?"

  9. #19
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Solange man mit dem Testosteron unter 0,2 liegt fühlt man sich nicht gut, mit oder ohne Spritze.
    Georg
    Moins,
    mein Testosteron ist < 0,03 und ich fühle mich sauwohl, nicht anders als vor der Krebs Diagnose . . .

    das Liebesleben das war vorher anders . . . aber sonst . . .

    oder ist das mit meiner Therapie was anderes ?

  10. #20
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    Stefan,

    fühlen ist subjektiv, das hätte ich wohl anders formulieren sollen. Ich meinte man leidet mehr oder weniger unter den Nebenwirkungen der Hormontherapie.

    Ich freue mich aber für Dich, wenn Du Dich sauwohl fühlst!

    Georg

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