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Thema: PCa seit 2011 und PSA-Wert nun bei 1000 - Alternativen, Ärzteempfehlung, Methadon?

  1. #21
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    Hallo Konrad,

    das ist ja interessant, das wusste ich nicht, dass die Chemotherapie verstärkende Wirkung von Methadon bereits seit 12 Jahren bekannt ist. Hast du eventuell eine Quelle zum Nachlesen? Ich dachte immer, dass Fr. Dr. Friesen da im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit, die sich mit einem ganz anderen Thema befasste, per Zufall drauf gestoßen ist.

    Mein Papa würde es auch nicht einfach nur so nehmen wollen sondern schon als Begleitung zur Chemo. Ich kann ihn da sehr gut verstehen. Er hat doch nichts zu verlieren und jeder Strohhalm ist ein Quäntchen Hoffnung!

    Gruß
    Claudia

  2. #22
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    Ja, liebe Claudia, Dr. Friesen ist da per Zufall draufgestossen, vor einem Jahrzehnt etwa,
    in Petrischalen und mit Zellen des Glioblastoms, das mit PCa wenig gemeinsam hat.
    Wenn es der Seele gut tut, mag Methadon eine Hilfe sein, und wenn es dann gar noch
    die Chemo gegen Prostatakrebs unterstützen würde, wär das auch gut.
    Nur macht bitte keine Therapien von der Methadon-Geschichte abhängig.
    Ihr werdet keinen Onkologen oder anderen Facharzt finden der einfach so Rezepte
    schreibt, nur um die Patienten bei Laune zu halten.

    Dein Vater bedarf nicht der Strohhalme, sondern handfester Therapien.
    Es ist keine gute Idee, das Vertrauen in die Ärzte zu untergraben mit der Forderung
    nach einer unbewiesenen Therapie, die es eben mal in die Schlagzeilen gebracht hat.

    Konrad

  3. #23
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    Da wirst du sicher Recht haben Konrad, mein Vater ist ein sehr rational denkender, vernünftiger Mensch. Nie würde er eine seiner Therapien von der "Methadon-Geschichte" abhängig machen. Den weiteren Therapieplan (alles handfeste Therapien) hatte ich ja weiter zuvor schon mitgeteilt, daran wird sich auch nichts ändern. Ich habe das Gefühl, dass ich mich falsch ausgedrückt habe.

    Es ist so, dass er mit Mitte 70, unheilbar krank auch nichts mehr zu verlieren hat. Methadon ist ein anerkanntes Schmerzmittel wie bspw. Morphium. Und Schmerzen hat er zu genüge, so nebenbei. Irgendwann wird der Moment kommen, wo er mit Morphiumpflastern vollgeklebt versucht die Treppe hochzuklettern. Ich sehe daher überhaupt keinen Nachteil für ihn, wenn er statt Morphium nun Methadon nehmen würde. Dann nimmt er es gegen die Schmerzen, so what. Handfeste Therapien haben ihren Sinn genauso wie Strohhalme. Ohne die sprichwörtlichen Strohhalme, welche einem Hoffnung und Mut schenken, hätten sich vielleicht schon viele Menschen aufgegeben. Mein Vater sitzt jetzt nicht weinend in der Ecke weil er das Methadon nicht bekommt. Es ist nur einfach schade, weil er das "Risiko" gerne eingehen möchte und bis dato eben nur an den Ärzten scheitert. Das frustriert. Dass hier ein Arzt das Methadon "einfach so verschreiben soll um ihn bei Laune zu halten" trifft in dem Falle meines Vaters auch überhaupt nicht zu. Es sprechen m. M. n. mehrere Gründe dafür, warum das bei ihm einen Nutzen bringen könnte.

    Ich möchte nicht, dass es hier zu Missverständnissen oder falschen Eindrücken kommt. Mein Vater hat NICHT vor, sich mit dem Methadon vollzudröhnen oder sich das aus Jux und Dallerei verschreiben zu lassen. Er möchte es als Begleitung zu seiner Chemotherapie, die er gerade macht, nehmen. Wissenschaftliche Studien hin oder her, das interessiert hier in unserem Falle niemanden. Er ist unheilbar krank. Für Homöopathie gibt es zumeist auch keine wissenschaftlichen Studien oder Beweise und trotzdem hat sie ihre Berechtigung und Wirkung, genauso wie Heilmittel aus der Apotheke der Natur. Darüber will ich auch gar nicht diskutieren.

    Fr. Dr. Friesen ist eine anerkannte Ärztin genau so wie Dr. Hans-Jörg Hilscher. Beide sind von der Wirkung von Methadon überzeugt. Andere Ärzte wiederum nicht. Das ist eben so bei den Menschen. Der eine hat die Meinung, der andere hat eine andere Meinung. Man wird nie einen gemeinsamen Konsens finden und jeder muss sich seine eigene Meinung bilden.

    Die beiden o. g. Herrschaften sind übrigens auch davon überzeugt, dass Methadon bei jeder Art von Krebs helfen kann, nicht nur bei dem sog. Glioblastom.

    http://www.stern.de/tv/experten-antworten-und-rat-zu-methadon-in-der-krebs-therapie-7505434.html


    Claudia

  4. #24
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    Liebe Claudia

    Es ist gut, dass dein Vater weiss, was er tut und was auf ihn zukommt.
    Unter diesen Umständen kann der selbst beurteilen, was er von Methadon
    erwarte, und er wird auch ein "nein" seitens der Ärzte verkraften.
    Als Schmerzmittel ist wohl ebensowenig gegen Methadon einzuwenden,
    wie gegen andere Morphine.

    Carpe diem!
    Konrad


    PS:
    Dr. Friesen ist nicht Ärztin, sondern Chemikerin. Ihre Entdeckung hat
    sie daher im Labor gemacht, wo Ärzte kaum je hinkommen.

  5. #25
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    Das Uni-Klinikum Ulm, wo Frau Dr. Friesen arbeitet, teilt ihre Meinung zu Methadon nicht:

    Methadon in der Krebstherapie – Klinikum stellt Forscherin kalt

    und

    Stellungnahme zur Tumortherapie mit Methadon

    Dort heißt es: "Daher halten wir den unkritischen Einsatz von Methadon außerhalb klinischer Studien für nicht gerechtfertigt."

    Das spricht meiner Meinung nach nicht für eine Therapie mit Methadon. Normalerweise gehen Kliniken gern mit ihren Neuentwicklungen an die Presse.

    Georg

  6. #26
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    Vielen Dank Georg,

    die Links sind mir bekannt.

    Dass hier immer eine gewisse Skepsis angebracht ist, ist natürlich klar. Seitens meines Vaters wird hier auch bei weitem kein Wundereffekt erwartet. Man sollte das ganze objektiv und sachlich betrachten und einfach mal auf sich wirken lassen unabhängig davon, ob es nun eine wissenschaftliche Studie gibt oder nicht. Meine Mutti nimmt zur Zeit auch an einer Studie zur Erprobung eines neuen Antikörper-Medikaments bei der Krebsbekämpfung teil. Da es so wenig Leute in Deutschland gibt, die an dieser seltenen Krebsart leiden, die meine Mutter hat, hat es diese Studie noch nicht mal in Phase III geschafft, sondern wird nun als Phase IIb als Pivotstudie deklariert. In diesem Sinne ist meine Mutti Versuchskaninchen vom feinsten und interessiert das jemanden? Die Hoffnung, es könnte den durchschlagenden Erfolg bringen bleibt, sonst würde nie einer bei einer solchen Studie mitmachen.

    Hier mal ein paar Links, die informieren und auch für den Einsatz von Methadon in der Krebstherapie sprechen:

    Einsatz von Methadon in der Krebstherapie


    Was kann Methadon

    Patienteninfo

    Experimentell: Mit Methadon gegen Metastasen

    Methadon zur Krebsbehandlung

    Methadon Wirkung

    The Oncologist 2016

    Claudia

  7. #27
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    Methadon Thematik

    Moin,
    ich würde mich einfach mal an die offizielle Stellungnahme der DGHO halten statt zu spekulieren
    https://www.dgho.de/informationen/st...n_Methadon.pdf
    Gruss aus Tornesch
    Guenther
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  8. #28
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    Moin Claudia, Moin silver, Conrad u a!
    Klinik mit Methadon, s veramed, Klinik am wendelstein. S mein Posting unter Therapie...
    Gruß dschonnie

  9. #29
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    Methadon die 2.

    Moin. ja, es gibt jede Menge Hinweise und / oder Informationen, nur mit der Evidenz hapert es
    a)es gibt 2 geschlossene Gruppen mit zusammen über 7000 Mitgliedern im sozialen Netzwerk die berichten real time über jeweils das Einzelschicksal, überweigend Glioblastom Mamma Karzinom und Lungenkarzinom
    b)es gibt eine Petition an den Bundestag, derzeit ca 15000 Unterschriften in wenigen Tagen mit dem Ziel eine evidenzbasierte Studie zu initiieren kann sich jeder dran beteiligen
    c)es gibt mittlerweile die neue Stellungnahme der DGHO die die Thematik Schmerzmittel gem BTMN Verordnung nicht mehr in Frage stellt aber auf fehlende Evidenz zur Chemo verstärkenden Wirkung und zur Krebsbekämpfung hinweist
    d)es gibt Adressenlisten bundesweit welche Ärzte Methadon unter welcher Bedingungen verordnen
    e)es gibt Listen welche Apotheken BTM Lösungen wie die 1%ige Methadonlösung herstellen
    f)es gibt erste Tumorzentren, die Methadon neben der Chemo tolerieren
    nur hilft halt alles nichts solange da Evidenz fehlt. Andererseits es ist keinem Betroffenen zu verwehren den letzten seiner Meinung nach verfügbaren Strohhalm zu nutzen. Nach Chemo / und /oder PRLT ist an sich alles weitere experimentell und das muss der schwer Betroffene mit seinen behandelnden Ärzten aushandeln.
    Gruss aus Tornesch
    Guenther
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  10. #30
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    Warum hält Friesen dennoch so an ihrer Idee fest? Ein möglicher Grund ist, dass sie zusammen mit zwei Kollegen ein Patent auf die Anwendung von Methadon bei Krebserkrankungen hält (Methadon als Krebsmedikament war also sehr wohl patentierbar). Dieses wurde 2008, also bereits vor 9 Jahren, angemeldet und wird voraussichtlich 2028 auslaufen. Das Patent wurde außer in Europa auch in mehreren Ländern angemeldet und die Gebühren hierfür werden mit der Zeit immer höher...
    Aus: Methadon, Krebs und das Spiel mit der Hoffnung; FAZ 16. August 2017
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