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Thema: Hilfe für Angehörigen in F benötigt

  1. #1
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    Hilfe für Angehörigen in F benötigt

    Guten Morgen, Hvielmi, ich bin ganz neu in diesem Forum und bitte daher im Voraus um Entschuldigung, wenn ich mich nicht ganz konform verhalte....Es ist tatsächlich mein erstes Forum - nicht das erste, das ich mir ansehe, aber das erste, in dem ich einen eigenen Beitrag schreibe....Jetzt zu meinem Problem - bei dem du mir - bei deiner Erfahrung - bestimmt einen Rat geben kannst. Ich bin Angehörige eines Betroffenen - RPS vor 5 Wochen - aber im Ausland. Und hier beginnen meine "Verständnisschwierigkeiten" - mein Lebensgefährte lebt in F, wir sehen uns nur sporadisch und es ist leider auch nicht meine Muttersprache... Nachdem was ich verstanden habe, hat er Gleason 2+2 oder 2+1, der Krebs hatte die Kapsel nicht verlassen (Besprechung nach histologischer Untersuchung nach 4 Wochen), zur Zeit ist eine weitere Behandlung nicht erforderlich. Jetzt zu den Folgen: eine Inkontinenz ist nur ganz leicht sporadisch (nach zuviel Flüssigkeit) vorhanden, "Sorgen" mach die Erektion. Die ist so gut wie nicht vorhanden - ich glaube, 2 Situationen, in denen man ansatzweise davon hat sprechen können. Er ist nervenerhaltend operiert worden, beidseitig. Bei der Besprechung in der Klinik nach 4 Wochen wurde Viagra 50 mg verschrieben, ist aber auch ohne Wirkung geblieben....der nächste Termin in der Klinik ist im Oktober...Der Arzt meinte, er müsse jetzt erst mal 3-6 oder mehr Monate Geduld haben und abwarten, aber einfach passiv abwarten erscheint mir nicht sinnvoll.....Jetzt meine Frage: Soll Viagra regelmäßig, d.h. täglich angewendet werden, oder nur bei Bedarf? (Ob sich nächtens etwas tut, kann ich nicht beurteilen, glaube aber eher nicht). 2.) Sollte man nicht umgehend mit dem Schwellkörpertraining beginnen. d.h. mit einer Vakuumpupe bzw. sollte mach sich Spritzen (SKAT) verschreiben lassen? Gibt es eine Empfehlung, was "besser" ist oder ist das "ledglich eine Frage des Preises"? Ich habe gelesen, dass das rechtzeitige Schwellkörpertraining sehr wichtig ist, um eine irreversible Veränderung des Gewebes wegen mangelnder Durchblutung zu verhindern......Ich bedanke mich im Voraus für deine Hilfe. Bluechen
    Geändert von RalfDm (27.07.2017 um 11:11 Uhr) Grund: Zeichenfonds korrigiert

  2. #2
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    Liebe Bluechen,
    schön, dass die Operation erfolgreich verlief und ohne eine
    allzuheftige Inkontinenz zu hinterlassen.

    Was die Erektionsprobleme angeht, gilt erst mal Entwarnung:
    Wenn es gelegentlich mal Regungen gibt, heisst das, dass die
    Nervenbahnen funktionieren. Das ist die Basis für den weiteren
    Aufbau. Beim "Üben" werdet ihr auch Formen der Erotik finden,
    die ohne oder mit kurzen und schwächlichen Erektionen schön
    sind. Der Aufbau dauert wohl mehr als nur ein paar Monate.

    Zu Viagra wissen andere Forenmitglieder bestimmt mehr zu
    sagen als ich. Ich hab mal von meinem Urologen eine 4er-
    Probepackung bekommen. Die liegt unberührt im Medikamenten-
    schrank, derweil das Verfalldatum längst abgelaufen ist.


    Carpe diem!
    Konrad

  3. #3
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    Erst mal vielen Dank - ich sehe, ich habe erfolgreich gechattet!! Ja, das ist mir auch klar. Meine Frage - unabhängig von anderen Formen der sexuellen Befriedigung - zielt darau ab, wann er richtige Zeitpunkt des Trainings ist. Wenn Viagra ohne Wirkung bleibt, heißt das für mich Plan B - also SKAT oder Pumpe...Nur weiß ich nicht, ob man sich Zeit lasen sollte - z.B. 6 Monate - oder umgehend mit dem Schwellkörpertraining beginnen sollte. Da anderweitig - wenn da das gewebe längere Zeit - ein sehr dehnbarer - Begriff - nicht trainiert wird, sich irreversibel verändert....D.H. sollten die Nerven evtl. nach 1 Jahr wieder funktionieren könnte ein Teil des Gewebes "unbrauchbar" geworden sein... Kann mir jemand etwa über die Zeit sagen? Ich meine, das Pumpentraining könnte ja nicht schaden, da es ohne Chemie auskommt oder???

  4. #4
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    Nach dem 'klassischen' Kieler Konzept sollte man baldmöglichst mit dem Schwellkörpertraining beginnen, es gibt auch amerikanische Untersuchungen, die das nahe legen.
    Die Pumpe kann man sich verschreiben lassen (und bezahlt bekommen), SKAT muss man zwar auch verschreiben lassen, aber bekommt es nicht bezahlt. Es gibt zum Caverject eine wesentlich günstigere Alternative, aber die hat ein etwas höheres Priapismus-Risiko (schmerzhafte und gefährliche Dauererektion). Letzteres ist auch vom Lebensalter abhängig, wie alt ist denn dein Lebensgefährte?
    Die Pumpe kann bei sachgemäßer Anwendung keinen Schaden anrichten, ist aber auch etwas weniger wirksam, weil in erster Linie venöses Blut angezogen wird. SKAT führt zu kräftigen Erektionen, die eher den natürlichen 'Trainingseinheiten' entsprechen. Mit der Pumpe sollte man schon täglich wenigstens 10 Minuten trainieren (was eher nervig als lustvoll sein kann), bei SKAT reichen zwei Injektionen in der Woche. Falls ihr die auch gleich einschlägig nutzen wollt: es sind auch nur drei erlaubt.
    Aber bevor ihr so rangeht: Ist denn die geschilderte Wirkungslosigkeit von Viagra und Co. nur auf die 'Verkehrstüchtigkeit' bezogen oder regt sich gar nichts? Der herkömmliche Rat ist eher, das langsam, aber länger wirkende Cialis niedrig dosiert anzuwenden und abzuwarten, ob sich nächtliche Erektionen oder die bekannte Morgenlatte wieder einstellen. Wenn er nicht gleich super standfest wird, sondern nur anschwillt, sollte das zum Erhalt der Schwellkörper schon reichen. Cialis ist zwar teuer, es soll aber m.W. im Herbst auch das Patent auslaufen, so dass Generika möglich werden.

  5. #5
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    Hallo nomade, herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Der Reihe nach: Partner ist 58 Jahre. Viagra hatte momentan (leider) gar keine Wirkung gezeigt - wir, äh, er, hat es im Urlaub unterschiedlich genommen, mal abends, mal morgens....eine Erektion hat sich trotz Stimulation nicht gezeigt. Daher weiß ich nicht, ob er es erst einmal mit Cialis versuchen sollte, oder besser gleich Plan B. Das wäre für mich die Pumpe....aber kannst du mit den die günstigere Alternative zum Caverject nennen? Und wenn Pumpe: kann jemand einen Hersteller und/oder Modell empfehlen? Ich muss erst einmal in ERfahrung bringen, wie die Urologen in Frankreich verschreiben......

  6. #6
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    Da ich gar keine Lust hatte, mir ein teures medizinisches Modell vom Urologen verschreiben zu lassen, das dann nur im Schrank rumliegt, habe ich ein einfaches Sex-Toy über Amazon bestellt: You2Toys Penis Pump, aber mit You2Toys Universal Silikon Sleeve (die Originaldichtung war Mist). Geht auch. Als gute, medizinische Produkte gelten hier in Deutschland Osbon Erec Aid von der Firma Heise oder AVP 1000 von tic Medizintechnik.

    Wenn Viagra gar nichts bewirkt, wird Cialis auch nichts nützen. Ich bin in der gleichen Situation, trotz beidseitiger Nervschonung. Mein Urologe, der kompetent und geduldig ist, sagt auch, das sei normal. Solange sich die Nerven nicht regeneriert haben, wirken PDE-5 Hemmer nicht. Da habe ich mir dann auf Anraten von Günter aus der Selbsthilfegruppe Erektion das SKAT Duomix von der Cosmos Apotheke aus Mannheim verschreiben lassen ( coapo.de ). Es entspricht dem früher auch in Deutschland erhältlichen Androskat, das aber hier völlig von den teuren Injektionen mit Alprostadil verdrängt wurde.

    Vielleicht gibt es das in Frankreich noch? Die beiden Wirkstoffe sind Papaverin und Phentolamin. Es bietet zwar ein geringfügig höheres Risiko von Priapismus, welches aber praktisch nur Jüngere betrifft – wenn man sich den 60 nähert, sinkt das gegen Null. Mein Urologe kannte es übrigens gar nicht, hat es mir aber auf der Grundlage der Apothekeninformationen gleich verschrieben und die Anwendung genau erklärt. Das erste mal findet in der Regel sowieso unter ärztlicher Aufsicht statt. Man muss sich vorsichtig von unten an seine persönliche Dosis herantasten, bis es zufriedenstellend wirkt. Bei der Apotheke gibt es sehr genaue Anweisungen und Erklärungen, auch online.

    Uns beiden hat es nicht (hoffentlich) nur bei der Gesunderhaltung des Gewebes geholfen, sondern auch bei der Freude am Sex. Meine sehr liebe und geduldige Frau hat mir erst gestanden, dass es ihr neben den anderen Formen der Erotik doch sehr gefehlt hat, als es mit den Injektionen wieder gut funktionierte (ich wurde vor gut einem halben Jahr operiert). Nun hoffen wir weiter auf Regeneration, denn kleine Regungen sind da, aber bis dahin hilft uns das Zeug. Klar, es kostet etwas Überwindung bei der Injektion, aber wirklich schmerzhaft ist es nicht, die Nadeln sind sehr dünn. Ich hoffe, es hilft auch euch.

  7. #7
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    Sali Bluechen

    Als bei meinem Partner PK diagnostiziert wurde, war ich noch keine 40 (und unser jüngster noch keine 2). Auch wenn ich den Geist meines Mannes sehr viel mehr liebe als seinen errigierten Penis, hat mich der potentielle Verlust der klassischen sexuellen Interaktion doch etwas gestresst. Als Resultat hatten wir dann eine Diskussion, die mir eine Carte Blanche gegeben hat. Wenn das mit dem "Sex" nicht mehr klappen sollte, dürfte ich mich anderweitig umschauen, so es denn nötig sei.
    Gemacht (und gewollt) habe ich das nicht, aber das Wissen, dass ich eine Wahl habe, hat mir, und ich denke auch meinem Mann, etwas Stress genommen. Das hat dann auch das mit dem Sex verbessert.
    Wenn ich das richtig gelesen habe, ist die OP 5 Wochen her. Das ist noch nicht lang und noch viel zu früh, um Aussagen über die Potenz zu machen. Wie empfindet er es denn? Spürt er mit/ohne PDE-5 Hemmer Leben? Dann stehen die Zeichen für die Zukunft (6 Monate/1 Jahr) ganz gut. Wenn nicht, bleiben ggf die schon oben angesprochenen Methoden.

    Wie auch immer, bitte redet miteinander und traut euch auch andere Formen der Sexualität in Betracht zu ziehen. Diese Krankheit ist Scheisse und macht keinen Spass und wenn als Nebenwirkung der OP das Rein-Raus Geschichte ist, ist das noch mehr Scheisse und mehr doof, aber nicht zu ändern. Alternativen anzudenken kann helfen.

    Noch etwas zu Viagra. Wenn ich mich nicht täusche, ist Viagra 100mg eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr einzunehmen. Damit ist es als Dauermedikation nicht geeignet. Sinn macht die Einnahme nur, wenn es ca. 1 h nach Einnahme zur sexuellen Stimulation kommt. Eine Alternative ist:
    "Im Gegensatz zu den anderen Wirkstoffen kann Tadalafil (Cialis) in der niedrigen 5-mg-Dosierung auch täglich eingenommen werden. Diese sogenannte Konstanztherapie sorgt zusammen mit einer langen Wirkdauer dafür, dass der Wirkstoff rund um die Uhr im Körper verbleibt und damit auch spontane sexuelle Aktivität möglich ist. Bei den höheren Dosierungen 10 mg und 20 mg wird eine tägliche Einnahme über einen längeren Zeitraum nicht empfohlen."

  8. #8
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    Alles völlig richtig, aber Bluechen ging es auch um die Erhaltung der Schwellkörper.
    (Obwohl, das mit der "Carte Blanche" könnte eine Beziehung auch mächtig in Frage stellen – für beide. Selbst wenn Lars von Trier das mal so schön in "Breaking the Waves" illustriert hat.)

    Die Schwellkörper können leider verkümmern (fibrosieren), wenn es keine Erektionen mehr gibt. Da die Nerven sich tatsächlich nach bis zu zwei (!) Jahren noch regenerieren können, wäre es dann schon sehr bitter, wenn die 'Software' wieder funktioniert, aber die 'Hardware' kaputt ist. Das ist dann nämlich auch weitgehend irreversibel. Darauf zielt sowohl die Dauertherapie mit niedrig dosiertem Cialis (falls sich was regt), die Pumpe und schließlich SKAT. Wenn Letzteres gut funktioniert, hat man auch schon vorab die herkömmlichen Freuden wieder…

    Das wurde mir übrigens auf Nachfrage alles kompetent von meinem Arzt in der Reha erklärt, den Rest habe ich von Günter aus der anderen Selbsthilfegruppe, wie oben erwähnt.

  9. #9
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    @nomade
    Ich sag gar nichts gegen "Schwellkörper-training" (nur gegen die Dauermedikation Viagra, was durch einen anderen PDE Hemmer, mit besser passendem Wirkprofil gut zu ersetzen ist).

    Und dass mein/unser Vorgehen nicht weit akzeptiert ist und nicht per se zum nachmachen einläd, ist mir auch bewusst. Ich wollte nur alternative Denkmodelle ansprechen und den Blick weiten, was ggf nötig sein kann. Denn ja, PK kann eine Beziehung in Frage stellen.

  10. #10
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    Viagra-Nutzer sollten mal die Studie der Martini-Klinik über den Zusammenhang von Viagra und Rezidiv durchlesen.
    R.

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