Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Methadon

  1. #1
    Registriert seit
    25.09.2009
    Ort
    Schorndorf bei Stuttgart
    Beiträge
    82

    Methadon

    Da der Einsatz von Methadon derzeit häufig diskutiert wird, möchte ich mal meine eigenen Erfahrungen damit beschreiben.

    Seit einem Jahr habe ich Knochenschmerzen bekommen, die von bekannten Metastasen herrühren. Diese habe ich dann mit 2 Bestrahlungen behandelt und die waren auch erfolgreich. Allerdings haben sich gleich nach der letzten Bestrahlung an anderer Stelle wieder Schmerzen aufgetan und so war die Frage, was ich jetzt dagegen tun soll. Infrage kam eine erneute Bestrahlung oder die Xofigo Therapie. Die Empfehlungen hierzu waren nicht eindeutig und da ich auch etliche Lymphknotenmetastasen habe, bin ich auf die bereits bereits früher empfohlene Chemotherapie gekommen.
    Aufgrund von Berichten im TV und in der Presse habe ich mir dann vorgenommen, die Chemotherapie auf jeden Fall zusammen mit Methadon zu machen.

    Seit ca. 1 Monat nehme ich nun Methadon und ich muss sagen: Ich bin begeistert. Meine Schmerzen sind total weg.
    Und nicht nur das, mein Wohlbefinden hat sich deutlich verbessert. Während ich in den letzten Monaten meine Aktivitäten wie Kegeln, Fahrradfahren, Wandern schon deutlich zurückgefahren hatte, kann ich nun wieder alles machen. Ich fühle mich wieder voll leistungsfähig und eigentlich nicht krank. Auch mein Schlaf ist wieder deutlich besser und länger.
    Aus meiner Sicht wirkt Methadon deutlich über die Schmerzreduzierung hinaus und auch gegen das Krebsgeschehen.
    Ob es auch die Chemotherapie verstärkt, kann ich derzeit noch nicht beurteilen, da ich erst eine Infusion mit Docetaxel erhalten habe. Die habe ich jedoch ausgezeichnet vertragen, ohne weitere Nebenwirkungen.
    Jedem, der auch Schmerzen durch den Krebs hat würde ich Methadon auf jeden Fall sofort empfehlen.

    Warum Methadon, trotzdem von vielen Ärzten nicht empfohlen wird, kann ich nicht nachvollziehen.
    Vielleicht ist es doch Unwissenheit und manche sehen ihre Felle davon schwimmen. Aber ich halte es für einen Skandal, wenn Patienten Methadon verweigert wird.

    Hier noch ein paar Infos über Methadon:
    Methadon ist nichts Neues und auch nichts gefährliches. Die blauen Ratgeber "Schmerzen bei Krebs" haben Methadon schon immer als wirksames Mittel gegen Schmerzen aufgeführt.
    Methadon kann im Prinzip jeder Arzt verordnen, der "Betäubungsmittel-Rezepte" ausstellen darf.
    Und Methadon ist kein Fertigarzneimittel, sondern eine Mixtur die wie folgt aussehen kann:
    DL Methadon HCL 1,0 g
    Kaliumsorbat 0,14g
    Citronensäure 0,07g
    Auqua purif. ad 100ml , 0ml
    2x20°/d

    Begonnen werden soll mit 2X5 Tropfen, mit langsamer Steigerung auf 2X20 Tropfen pro Tag.
    Nebenwirkungen sind bei mir, bis auf Verstopfung, keine aufgetreten.
    Verwechseln sollte man aber Methadon nicht mit Canabis. Denn damit sind positive Wirkungen auf den Krebs, meiner Meinung nach, bisher nicht berichtet worden.

    Klaus

  2. #2
    Registriert seit
    01.06.2008
    Ort
    Mannheim Maulbeerinsel östlich der Schafweide
    Beiträge
    134
    Danke, Klaus, für den ENorm aufschlussreichen Erfahrungsbericht!

    Gruss,
    WJ

  3. #3
    Registriert seit
    03.01.2015
    Ort
    Südwesten
    Beiträge
    52
    Hallo Klaus!
    Berichte wie der Deine habe ich unter
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...rungen-gesucht
    bisher hier im Forum vergeblich gesucht. Schön, dass das bei Dir so gut angeschlagen hat. Der Chefarzt (!) meiner Klinik, wo ich 3-wöchentlich meine Chemo abhole, erlaubte sich zu sagen: "Wenn Sie METHADON nehmen, kriegen Sie hier keine Chemotherapie mehr". Peng!
    Darf der das? Hat -Dein- Arzt gezickt, als Du ihn nach "Methadon gegen Krebs" angebohrt hat? Kannst ihn ja mal bei Gelegenheit nach seiner Einschätzung des "Methadon-Verbots" durch meinen Chefarzt fragen. Dabei: Du kannst Dich natürlich auch, so wie ich, an der online-Petition zum Thema beteiligen:
    https://www.openpetition.de/petition...r-krebsmedizin
    -
    Alles Gute und - Gruß - Hans

  4. #4
    Registriert seit
    25.09.2009
    Ort
    Schorndorf bei Stuttgart
    Beiträge
    82
    Hallo Hans,

    deinem Chefarzt hätte ich mit einer Veröffentlichung in der Presse gedroht. Am besten mit der Bild-Zeitung.
    Aber man sieht daran, dass die Herren ihre Felle davon schwimmen sehen. Und Ihre Kompetenz gleich mit.
    Eigentlich ist das schon skandalös.

    Weil ich eine gewisse Vorahnung hatte bin ich anders an das Problem herangegangen.
    Und zwar habe ich meinen Hausarzt (Allgemeinmediziner) gebeten mir das Methadon gegen Schmerzen zu verschreiben.
    Was ja auch stimmte. Tilidin, Novalgin u.a. haben bei mir nicht viel genützt. Ibuprofen hat noch relativ gut geholfen. Aber das ging langsam auf den Magen und musste ich dann alle paar Stunden einnehmen.

    Mein Hausarzt meinte nur, ich solle den Onkologen bei der bevorstehenden Chemo auch informieren.
    Dies habe ich auch getan. Er ist darüber hinweg gegangen und das war mir auch recht. Der Reaktion nach habe ich entnommen, dass er wohl keine positive Meinung dazu hat.

    Bei mir in der Selbsthilfegruppe ist übrigens auch ein Betroffener, der von einem nahmhaften Professor aus der Gegend eine ähnliche Auskunft wie du erhalten hat. Wenn die Therapie mal offiziell bestätigt ist, könnte man diese Herren ohne weiteres verklagen.

    Klaus

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •