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Thema: Chemo nach Ende Lokaltherapie

  1. #1
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    Chemo nach Ende Lokaltherapie

    Tach zusammen,

    nach längerer Pause, was schon mal sein soll, melde ich mich mit einem klassischen Problem.

    Wie vertragt Ihr Chemo mit Docetaxel???

    Nebenfrage: Vor der OP im März 2017 hatte ich ein PSA Verdopplungszeit von 2-3 Monaten. Im gewesenen Sommer war die Verdopplungszeit 3-4 Wochen. Woher dieser gewaltige Beschleunigung des PSA Anstieges??

    Meine PCa Geschichte steht auf meiner Benutzerseite. Das Wichtigste nochmal kurz hier:

    1. Prostata OP in Nov 11. T3B..., Gleason 9
    2. ADT bis Sommer 13.
    3. Lymphknotenrezidiv in Sommer 14 - Bestrahlung
    4. 2 Jahre therapiefrei. ;-)
    5. Erneutes Lymphknotenrezidiv, OP in Mar 17 bei PSA 1,5
    6. Sep 17: PSA = 20. Bildgebung siehe Benutzerseite.

    Nun soll ich wohl die genannte Chemo bekommen. Sie dauert dann bis zum Frühling. Ich glaube, der Winter ist die beste Jahreszeit für solche Grausamkeiten.

    Viele Grüße, Hermes,...

  2. #2
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    Lieber Hermes,
    denke auch, dass der Winter die beste Option für so eine Rosskur darstellt. Berichte mal, wie es Dir damit geht! Ich muss da ja auch irgendwann mal ran…

    Streng genommen ist das was Du machen willst eine experimentelle Therapie, denn ob Docetaxel in hormonsensitiven Stadien nach Primärtherapie und ADT hilft ist nicht erforscht. Es gibt gute Ergebnisse Docetaxel und/oder Abiraterone UpFront, also als Ersttherapie, einzusetzen, aber nicht bei hormonsensitiven Rezidiv Situationen. Weiterhin konnte man zeigen, dass Abiraterone (Zytiga®) UpFront eigentlich noch besser wirkt als Docetaxel. Ich persönlich würde das, wegen der nicht so ausgeprägten Nebenwirkungen, vorziehen – Abiraterone mit 0.5mg Dexamethason (statt 10mg Prednison). Ist aber kostspieliger.

    Wünsche gutes Gelingen.
    if nothing's fails, it's not real life

  3. #3
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    Lieber Hermes,

    hier ist ein Patientenbericht über den Ablauf einer Chemo. Ich habe auch gelesen, dass man vor der Chemo auf einen Brüstenhaarschnitt umstellen sollte, dann fällt die Umstellung auf eine Glatze leichter.

    LowRoad hat Recht, dass Abiraterone wohl weniger Nebenwirkungen verursacht. Aber dies muss man dann langfristig nehmen während die Chemo nach den vorgesehenen Zyklen beendet ist. Ohne Nebenwirkungen ist Abiraterone auch nicht.

    Georg

  4. #4
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    Danke für die Antworten,

    @LowRoad: Die Studienergebenisse aus Chaarted, Stampede und Getfug... sind seit einigen Jahren veröffentlicht. Die kombinierte Chemo mit ADT ist seit Dezember 2016 Standard für metastasierten PCa, egal ob als Erstdiagnose oder Rezidiv, siehe S3 Leitlinie... (für Ärzte).

    Was ich vorher hatte, die Bestrahlung und OP der Lymphknotenmetastasen, war kein Standard. Diese "Metastases Directed Therapy" dürfte auch kaum standardisierbar sein. Sind doch Metastasen derart vielfältig, und ist doch die Zahl der für Studien geeigneten Männer eher klein, um zur Entwicklung von Standards belastbare Statistiken bekommen zu können.

    Ich hatte in 2012/13 zunächst eine doppelte ADT mit Trenantone und Bicatulamid. Von Bicatulamid bekam ich 10x erhöhte Leberwerte. Nach Absetzen normalisierten sie sich wieder. Es war also nicht das Bier und die Leber. Von daher sehe ich dem Abiraterone erst mal mit Schrecken entgegen.

    Den Patientenbericht von Georg lese ich mir nach durch.

    Gruß, Hermes

  5. #5
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    Zitat Zitat von Hermes_53 Beitrag anzeigen
    ...egal ob als Erstdiagnose oder Rezidiv, siehe S3 Leitlinie... (für Ärzte)...
    Bist Du Dir da sicher?

    S3:
    6.17:
    Die Möglichkeiten der kombinierten Hormon-Therapie mit Docetaxel oder mit Abirateron (plus Prednison / Prednisolon) haben die Erstlinienbehandlung des metastasierten (M1), hormonsensitiven Prostatakarzinoms bei Erstdiagnose grundlegend verändert.



    6.29:
    Da es keine Evidenz zur Therapie eines reinen PSA-Rezidivs mit Abirateron oder Docetaxel gibt, wird ein abwartendes Vorgehen empfohlen...
    if nothing's fails, it's not real life

  6. #6
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    Hallo Hermes,

    ich denke statt Chemo würde eine Lu177 Therapie besser wirken. Ich weiß aber nicht ob Du eine Klinik findest, die diese Therapie in Deinem Fall anbietet, da meist eine vorhergehende Chemo erwartet wird.

    Diesen Text hatte ich über "Metastases Directed Therapy" geschrieben. Allerdings bezieht sich das meiste auf wenige Metastasen, also Oligometastasierung.

    Georg

  7. #7
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Hallo Hermes,

    Diesen Text hatte ich über "Metastases Directed Therapy" geschrieben. Allerdings bezieht sich das meiste auf wenige Metastasen, also Oligometastasierung.

    Georg
    Von mir ein Danke dafür.

    BG
    Christine

  8. #8
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Hallo Hermes,

    ich denke statt Chemo würde eine Lu177 Therapie besser wirken. Ich weiß aber nicht ob Du eine Klinik findest, die diese Therapie in Deinem Fall anbietet, da meist eine vorhergehende Chemo erwartet wird.

    Diesen Text hatte ich über "Metastases Directed Therapy" geschrieben. Allerdings bezieht sich das meiste auf wenige Metastasen, also Oligometastasierung.
    Zu PSMA Liganden: Sie wurde vom Radiologen beim Arztgespräch zum PSMA-PET auch angesprochen. Klar, Radiotherapie vom Radiologen. Das wird z.B. in HD gemacht, wo ich auch am NCT zur Zweitmeinung war. Dort sagte man mir, diese Therapien werden nach allen bisherigen Standards durchgeführt. Sie hat extreme Nebenwirkungen. Z.B. werden wohl auch die Speicheldrüsen vom PSMA "angesteuert", weshalb sie dabei zerstört werden, und die Speichelbildung im Mund fällt weg. Viel Spaß also bei den letzten Lebenswochen!

    Das wird auch bestätigt zB in
    Fendler et al., 177Lu-PSMA Radioligand Therapy for Prostate Cancer, THE JOURNAL OF NUCLEAR MEDICINE, Vol. 58, No. 8, August 2017.

    MDT ist bei mir vorbei. Ich habe viel zu viele Metastasen im Bauchraum Da kann ich mich gleich im Brennraum in Fukushima unter die Gammadusche stellen.

    zu LowRoad:
    6.17 Erstlinienbehandlung bedeutet nicht Behandlung nach Erstdiagnose sondern immer schon Behandlung nach PSA Rezidiv oder festgestellter Metastasierung. Im gesamten Dokument gibt es keinen Unterschied bei den Therapieempfehlungen zum metastasierten PCa zwischen Erstdiagnose und Rezidivfall. Daher ist die Empfehlung 6.18 und 6.19 für beide Fälle anzuwenden. Da Erläuterungen dazu unterstützen klar diese Lesart.

    Wer hat Ideen zu meiner Nebenfrage und dem nun rasanten PSA Anstieg im Sommer???

  9. #9
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    Hermes,

    mit zwei bis drei Lu177 Spritzen müsstest Du schon eine erhebliche Reduzierung Deiner Metastasen errreichen können. Wenn Du dann Hormontherapie machst, wachsen so schnell auch keine neuen nach. Es ist auch nicht so, dass die Speicheldrüsen nach zwei bis drei Spritzen stark geschädigt sind. Der von Dir erwähnte Artikel stützt sich auf diese Studie. Darin heißt es:

    "Mild to moderate xerostomia can be caused by high 177Lu-PSMA-617 uptake and resulting radiation doses > 40 Gy to the salivary glands (24). Prior studies reported low rates of chronic xerostomia using β-emitters such as 177Lu-PSMA-617 (13,15,16). However, the overall toxicity profile was favorable."

    Du kannst ja Konrad's Thread lesen, er berichtet von einigen Lu177 Spritzen und seine Speicheldrüsen funktionieren noch, sie erholen sich offenbar wieder nach einiger Zeit.

    Zu Deiner Nebenfrage, im September hatten sich erheblich mehr Metastasen gebildet als das PSMA PET/CT im Januar anzeigte. Vereinfacht gesagt: je mehr Tumorwachstum, desto schneller die Verdopplungszeit. Rückblickend hätte man eher mit Hormontherapie wieder beginnen sollen.

    Georg

  10. #10
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    Zitat Zitat von Hermes_53 Beitrag anzeigen
    ...Erläuterungen dazu unterstützen klar diese Lesart.
    Hermes,
    das wäre ja äußerst schön, denn dann könnte jeder irgendwie metastasierte PCA Patient zu jedem beliebigen Zeitpunkt seiner Erkrankung Abirateron oder Docetaxel einfordern. War mir so bisher nicht bekannt. Hoffe mal, das sieht meine KV auch so, hatte ja schon erwähnt, dass auch ich Abi im nächsten iADT Zyklus einsetzen möchte, obwohl noch hormonsensitiv!
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