Seite 9 von 10 ErsteErste ... 78910 LetzteLetzte
Ergebnis 81 bis 90 von 94

Thema: Steigender PSA-Wert

  1. #81
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.154
    Jens, es kann natürlich sein, dass man aufgrund Komorbidität einige Behandlungsoptionen irgendwann nicht mehr hat. So schließt der Herzschrittmacher eine IRE aus (nach heutigem Stand, aber man arbeitet daran). Die Operation kann deutlich belastender werden. Strahlentherapie oder HIFU werden immer möglich bleiben.
    Die PROTECT-Studie sagt, dass 6% der Männer in 10 Jahren Metastasen bei AS entwickeln gegenüber 2-3% bei RPE oder RT (darin enthalten sind auch viele Fälle mit Gleason>6 und PSA>6). Die Mortalität ist in dem Zeitraum nicht unterschiedlich. Deine PSA-VZ beträgt gut über 3 Jahre. In 10 Jahren bist du 78. Wenn du bis dahin irgendwann eine lokale oder fokale Therapie zur Tumormassenreduktion machst, wirst du sozusagen auf "Start" zurückkommen und brauchst dir vermutlich bis 88 darum keine Sorgen zu machen.

  2. #82
    Registriert seit
    16.09.2017
    Ort
    Norddeutschland
    Beiträge
    102
    1. Biopsie und Beginn AS seit 03-2018, 2. Biopsie 03-2019


    Heute hatte ich ein telefonisches Zwischengespräch mit der biopsierenden Ärztin aus der Martini Klinik. Zu Beginn nannte ich ihr die Ergebnisse der letzten drei PSA-Messungen und merkte dann an, dass mein örtlicher Urologe auf eine baldige Therapie, in allererster Linie OP, rät.

    "Je früher desto besser", "Besseres postoperatives Ergebnis" ...

    Die Ärztin empfahl mir auf jeden Fall die nächste PSA-Messung abzuwarten. Den Beginn einer sofortigen Therapie hält sie nach den ihr vorliegenden Daten und den bisherigen Biopsienergebnissen für nicht unbedingt erforderlich und eine OP wäre ein großer Schritt. Die Entscheidung liegt natürlich bei mir.

    Vor einem eventuellen Therapiebeginn könnte eine weitere Biopsie sinnvoll sein. Ein erneutes MRT wäre dazu nicht erforderlich. Danach, nach einer Folge-Biopsie, es wäre meine dritte, könnte besser entschieden werden ob und vor allem welche Therapie in meinem Fall sinnvoll wäre. Vorläufig, sofern ich mich nicht anders entscheide, abwarten. Mindestens bis zur nächsten PSA-Bestimmung.


    Danach sprachen wir über meinen häufigen Harndrang, den ich schon sehr lange habe, auch in jungen Jahren. Nachts muss ich 2-4x raus, tagsüber grundsätzlich alle zwei Stunden Wasser lassen, teilweise auch stündlich. Bin ich beschäftigt, werden diese Zeiträume länger. Nachtropfen etc. kenne ich nicht. Bei der letzten Vorsorgeuntersuchung stellte meine Hausärztin, für mich überraschend, eine verdickte Blasenwand fest. Dies sagte ich kurz später meinem Urologen, der dies bestätigte und mir gegen den häufigen Harndrang und zur Blasenentlastung Tamusolin verordnete. Bisher, nach rund drei Wochen Einnahme, spüre ich keine Veränderung/Verbesserung was das häufige Wasserlassen betrifft. Gefühlt bekomme ich meine Blase geleert und zumindest bei den Kontrollen beim Urologen wurde dies bestätigt.
    Auch im Zusammenhang mit meinen teilweise schwankenden PSA-Werten empfahl mir heute die Martini-Ärztin bis auf weiteres/bis zur nächsten PSA-Messung täglich 5mg Tadalafil einzunehmen. Zusammen mit Tamusolin oder auch ohne Tamusolin, da ich bisher keine Verbesserung feststellen kann. Grundsätzlich könnte sich Tadalafil positiv auf den PSA-Wert auswirken, bzw. eine Richtung erkennen lassen. (?)
    Gibt es dazu hier weitere Informationen oder Erfahrungswerte?

    Ich bleibe am Ball, möchte vorerst AS weiter führen aber dennoch nicht den richtigen (?) Zeitpunkt für eine eventuelle Therapie verpassen. Das nächste Zwischengespräch soll nach der im April geplanten PSA-Bestimmung erfolgen.

  3. #83
    Registriert seit
    06.09.2015
    Ort
    NRW
    Beiträge
    3.233
    Jens,

    hast Du das richtig verstanden? Tadalafil ist doch Cialis, das Erektionsprobleme beheben soll. Das dies auf den PSA Wert wirkt ist mir neu.

    Georg

  4. #84
    Registriert seit
    16.09.2017
    Ort
    Norddeutschland
    Beiträge
    102
    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    hast Du das richtig verstanden? Tadalafil ist doch Cialis, das Erektionsprobleme beheben soll. Das dies auf den PSA Wert wirkt ist mir neu.
    ja, Georg, da bin ich mir relativ sicher, da mir Tadalafil/Cialis nicht fremd ist. Auch für/gegen meinen Harndrang wäre Tadalafil gut.

  5. #85
    Registriert seit
    21.01.2013
    Ort
    Köln
    Beiträge
    431
    Die Beihilfe zahlt Cialis 5mg übrigens bei gutartiger Prostatavergrößerung. Bitte beachten: Mittletweile gibt es günstige Generika!

  6. #86
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.154
    Jens, die ursprüngliche Zulassung enthält beides: https://www.deutsche-apotheker-zeitu...g-ist-moeglich
    Und zwar via Behandlung der BPH, die allerdings bei dir nur schwach vorliegt (30ml). Zusätzlich soll es eine Wirkung auf die entsprechende Muskulatur haben. Dafür gibt es aber offenbar keine sehr handfesten Studien.

    Der PSA-Wert, soweit er durch BPH verursacht ist, geht dann herunter. Das PCa interessiert das nicht! Es ist ja bei dir auch bereits festgestellt, alle PSA-Rechnerei ist jetzt relativ.
    Mal die Ärztin zurückrufen und fragen, was Sie denn damit gemeint hat? Oder ob die Telefonverbindnung zu schlecht gewesen ist?

    "Verdickte Blasenwand" hat man im CT bei mir einmal gesehen, weder im US noch im MRT nachweisbar. Aber selbst wenn: das ist entweder ein Blasenkrebs oder eine gutartige Veränderung oder einfach ein starker Muskel. Bei dir wohl letzteres. Du kannst versuchen, einfach immer so lange wie möglich anzuhalten (nachts schwierig), um die Blase zu dehnen. Aber es kann auch die Anatomie sein: Rektum, Muskeln, Prostata, Schambein, Becken: die Blase kann sich nicht beliebig ausdehnen. Am Besten ist eine ausführliche Diagnostik, bei der zunächst Blasenvolumen und das Volumen, ab dem ein Reiz entsteht, gemessen werden, und anderes mehr. Schön erklärt auf aktuellem Stand ist das hier: https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/18...lase-reizt.pdf
    Hauptsächlich auf Frauen gemünzt gelten Diagnose und Therapie genauso für Männer - nur haben die das seltener oder gehen damit dem Arzt nicht genug oder garnicht auf die Nerven.

  7. #87
    Registriert seit
    16.09.2017
    Ort
    Norddeutschland
    Beiträge
    102
    hm, mag sein, dass ich den Zusammenhang mit Tadalafil etwas falsch verstanden habe, bin mir aber relativ sicher, dass die Ärztin dennoch eine Verbindung zum PSA-Wert hergestellt hat. "Man kann ggf. erkennen wohin die Reise geht" ... oder so ähnlich hat sie formuliert.

    Klar, PCa ist bei mir festgestellt, aber auch hier war eine Kernaussage, dass dennoch aktuell nicht unbedingt ein aktueller Handlungsbedarf besteht und ich zumindest die nächste PSA-Messung abwarten kann/sollte.

    Betreffend meiner verdickten Blasenwand hat der Urologe ebenfalls einen verstärkten Muskel erwähnt. Durch den erforderlichen Druck den ich beim Wasserlassen ausüber würde dieser Mukel gestärkt.

    Danke für eure Hinweise! Wie seht ihr grundsätzlich den Hinweis vor einer möglichen Therapie eine weitere Biopsie durchführen zu lassen? Wie in anderen Beiträgen gesagt, habe ich sowohl während als auch nach meinen Biopsien keinerlei Schwierigkeiten gehabt.

    Zusatzfrage: Ist es sinnvoll Tamsusolin weiter zu nehmen? Bisher ist für mich keine Veränderung/Verbesserung wahrnehmbar.

  8. #88
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.154
    Das Mittel wirkt sofort (oder halt garnicht, wenn die Ursache eine andere ist): https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Tamsulosin_22541
    Gegen einen starken Blasenmuskel ist nichts einzuwenden, außer er wird durch eine stark verengte Harnröhre gefördert.

    Ob man nochmal biopsiert oder ein mpMRT machen läßt hängt von der geplanten Therapie ab. Für RPE oder die übliche perkutane Bestrahlung ist das unnötig. Soll gezielt (fokal) behandelt werden kann das Sinn machen. In jedem Fall wird nach der Behandlung weiterhin alle 3 Monate eine Nachsorge mit mindestens PSA-Wert erfolgen - die Nerven werden dabei auch strapaziert. In 4 Jahren hast du vermutlich einen PSA von 9. Bis dahin würde ich irgendwann eine fokale Therapie einsetzen, zum Beispiel Brachy oder HiFU, oder auch TOOKAD. Wenn der PSA danach drastisch fällt bleibst du in der Nachsorge, eigentlich eine fortdauernde AS.

  9. #89
    Registriert seit
    16.09.2017
    Ort
    Norddeutschland
    Beiträge
    102
    Da die Packung aufgebraucht ist, habe ich zumindest vorerst Tamusolin abgesetzt. Wie erwähnt konnte ich durch die Einnahme keine Veränderungen beim Wasserlassen feststellen. Seit drei Tagen nehme ich nun 5mg Tadalafil und versuche dies bis zur nächsten PSA-Bestimmung und anschließendem Urologengespräch durchzuhalten.


    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    In 4 Jahren hast du vermutlich einen PSA von 9. Bis dahin würde ich irgendwann eine fokale Therapie einsetzen, zum Beispiel Brachy oder HiFU, oder auch TOOKAD. Wenn der PSA danach drastisch fällt bleibst du in der Nachsorge, eigentlich eine fortdauernde AS.
    Hallo Martin,

    nur zur Klarheit für mich: "bis dahin" - bedeutet dies, du würdest jetzt bereits den Beginn einer fokalen Therapie in Erwägung ziehen?

  10. #90
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.154
    Jens, möglichst frühzeitig möglichst viel Tumor zu entfernen ist sicher keine schlechte Strategie. Auch wenn jetzt schon Zellen im Körper gekreist haben und vielleicht einige irgendwo ruhen und in 10 Jahren Ärger machen werden: wenn der Primärtumor weg oder zumindest radikal verkleinert ist wird er in Zukunft nichts oder wenig zu einer späteren Metastasierung beitragen können. Das Problem dabei sind die Nebenwirkungen. Das Risiko muss jeder für sich beurteilen. "Ich bin 65 Jahre, körperlich und sportlich relativ fit," - das könnte sich während und/oder nach bestimmten Behandlungen ändern. Welche Rolle spielt die Sexualität? Liegt eine ausdiagnostizierte Harnabflußstörung vor, die sowieso behandelt werden soll?

    AS ist die Reaktion der althergebrachten Medizin auf die Übertherapie in vielen Fällen (das heißt das Überwiegen von ziemlich sicheren Nachteilen durch die Behandlung gegen die vagen Vorteile derselben). Neuere schonende (in der Regel nicht ganz zutreffend "fokal" genannte) Therapien wollen Übertherapie dagegen aktiv vermeiden. Onkologisch ist zu erwarten, dass sie mittel- und langfristig genausogut oder besser als AS sind. Genausogut wäre natürlich zu wenig; andererseits kann zwar die Forschung, aber nicht der Patient nicht 20 Jahre warten, bis ein Vorteil in prospektiven randomisierten Studien bewiesen ist.

    Der einzige Grund für mich persönlich in deiner Situation abzuwarten wäre die Hoffnung auf eine neue Therapieoption bzw. eine Verbesserung der bestehenden Therapien (oder die baldige Kostenübernahme der "fokalen" Therapien durch die Versicherungen; TOOKAD und Brachy werden sowieso bezahlt, HiFU häufig auch, Kryo wird hier praktisch nicht angeboten, IRE geht nicht wegen Schrittmacher).

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •